Frostige Weihnachten, aber kein Schnee und insgesamt viel zu trocken

Der Dezember 2025 war sonnig, niederschlagsarm und lange sehr mild mit einem winterlichen Schlussspurt

Fotos von Annette Mokross

Nein, auch im abgelaufenen Jahr wurde es einmal mehr nichts mit weißen Weihnachten im Kreis – auch wenn von den Temperaturen her die Voraussetzungen seit langer Zeit wieder einmal passten. Doch als unabdingbare zweite Zutat braucht es neben Frost auch Niederschläge, und die verwehrte Petrus in diesem Dezember nicht nur an den Festtagen, so dass es zwar für die kälteste letzte Woche seit vielen Jahren reichte, diese aber wie der gesamte Monat viel zu trocken verlief. Dafür zeigte sich die Sonne für Dezemberverhältnisse ungewöhnlich lange und brachte zumindest etwas Licht in die dunkelsten Tage des Jahres.

Mit einer Monatstemperatur von 4,33 °C lag der Dezember 2025 an der DWD-Klimastation in Bevern fast genau auf dem Niveau des Vorjahres und war knapp 1,6 Kelvin wärmer als im Mittel der Jahre 1991-2020. Im Vergleich zum 30 Jahre älteren Klimawert der Periode 1961-1990 betrug das Plus 2,6 K. Grob gesehen lässt sich der Monat in zwei ungleich lange Abschnitte aufteilen: Eine selbst für die aktuellen Verhältnisse außergewöhnlich milde Phase bis in die ersten Tage der dritten Dekade, in der es nach einem der wärmsten Dezember seit Aufzeichnungsbeginn aussah – und eine winterlich kalte letzte Woche ab Weihnachten, die in den letzten Jahren oft die mildesten Tage des Monats brachte. Exemplarisch für den Verlauf: Den ersten Frost gab es erst in der Nacht zum Heiligen Abend, und fortan lagen die Tiefstwerte an jedem Tag unterhalb des Gefrierpunkts – am weitesten am zweiten Weihnachtstag mit -8,5 °C in zwei Metern Höhe und -10,6 °C über dem Erdboden. Der erste Feiertag brachte das niedrigste Tagesmittel mit -5,6 °C und den einzigen Eistag mit Dauerfrost bei einem Maximum von -2,2 °C. In der mildesten Phase zum Ende der ersten und zu Beginn der zweiten Dekade wurden zweistellige Höchstwerte mit einem Maximum von 13,8 °C am 8.12. gemessen – zugleich ein neuer Tagesrekord, dem weitere an den nächsten beiden Tagen folgen sollten.

An der Station in Silberborn lag die Monatstemperatur bei 2,9 °C, was einem Plus von fast 2,2 K gegenüber dem Mittel der Jahre von 1991-2020 und von 3,1 K im Vergleich zum Zeitraum von 1961-1990 entspricht.  Die höhere positive Abweichung im Vergleich zu Bevern erklärt sich durch höhenmilde Hochdrucklagen, die weite Strecken des Dezembers dominierten.  Am wärmsten wurde es auch hier am 8. mit einem Höchstwert von 11,4 °C und am kältesten blieb es am 25., als ein Maximum von nur -4,7 °C erreicht wurde nach einer bis zu -9,0 °C kalten Nacht. Die ersten 22 Tage brachten selbst auf fast 430 m Höhe nur dreimal sehr leichten Frost von wenigen Zehntelgrad unter Null, die winterliche Phase danach polierte die Frostbilanz immerhin noch auf zwölf Tage auf. Parallelen zum Vorjahr: Nach erstem Schnee im November blieb der Dezember selbst im Hochsolling erneut ohne einen Schneedeckentag– die hatte sich der Winter wieder für den Januar aufgehoben.

Die Analyse der Großwetterlagen über Europa zeigt fast durchweg Südwestlagen über die ersten drei Wochen hinweg, bevor die Strömung vor Weihachten über Südost auf Ost an den Festtagen und schließlich auf Nord in den letzten Tagen des Jahres drehte. Über weite Strecken des Monats dominierte hoher Luftdruck und hielt Regenwolken vom Atlantik fern, die wenigen Ausnahmen bildeten die drei Tage ab Nikolaus, auf die sich fast der gesamte Monatsniederschlag konzentrierte. Ansonsten fielen nur noch im Laufe des Silvestertages mehr als wenige Zehntel Millimeter vom Himmel, an je nach Standort 20-23 Tagen blieb es komplett trocken.

Die Niederschlagssummen blieben somit durchweg deutlich unter den langjährigen Mittelwerten und fügten sich nahtlos ein in eines der trockensten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn. Da der Dezember im Schnitt nach dem Juli die zweitgrößte Monatsmenge zur Jahressumme beisteuert, erhöhte sich das Defizit für das Gesamtjahr noch einmal kräftig auf gut 240 mm in Bevern und sogar fast 350 mm in Silberborn. Im Dezember fielen in Bevern 32,4 mm, was nur rund 42% des Mittels von 1991-2020 entspricht. Auch an den anderen Messstellen im Kreis und seiner Umgebung fiel das Minus ähnlich groß aus. Vorn landete Amelith mit 52 mm, knapp vor Silberborn, wo der Niederschlag am letzten Tag des Jahres zunehmend Schnee überging, mit 51 mm – aber selbst das reichte nicht einmal für die Hälfte des langjährigen Mittels. Es folgt Hellental mit 43 mm und dahinter liegen die Werte sehr nah beieinander: 36 mm waren es in Ottenstein, 34 in Polle und je 33 in Lüchtringen und Vorwohle; Schlusslicht Hehlen meldete 29 mm.

Viel Hochdruck und wenig Regen gehen in den meisten Monaten mit viel Sonnenschein einher, im Dezember ist davon aber häufig kaum etwas zu sehen, weil sich auch in solchen Witterungsphasen hochnebelartige Bewölkung oft ganztägig halten kann. Doch diesmal ging es für den letzten Monat des Jahres ungewöhnlich sonnig zu: Zwar schien die Sonne wie gewohnt an den meisten Tagen kaum oder gar nicht, mit 55 Stunden wurde das sehr bescheidene Monatsmittel von nur 34 Stunden, das in den letzten 15 Jahren sogar rückläufig auf ganze 29 Stunden war, deutlich übertroffen. Die beiden Weihnachtsfeiertage bekamen davon mit zusammen zwölf Stunden einen guten Teil ab, so dass das trockene und sonnige Wetter trotz der Kälte viele Spaziergänger ins Freie lockte. Die höchste Tagessumme wurde am 30. mit 6,8 Stunden erzielt. Und auch wenn sich die Summe von 55 Stunden nicht nach viel anhört: Mehr Sonne in einem Dezember gab es zuletzt vor 25 Jahren im Jahr 2000 und insgesamt nur sechsmal seit dem Beginn von Sonnenscheinmessungen 1951.

Der Wind spielte entsprechend der Hochdruckdominanz fast keine Rolle und war im Mittel überwiegend mit Stärke 2-3 unterwegs und in Böen an den meisten Tagen mit Beaufort 3-5. Selbst die Spitzenböen erreichten in freier Lage maximal Stärke 6.

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Autor: wesersollingwetter

Hobbymeteorologe und Autor des monatlichen Lokalwetterrückblicks im Täglichen Anzeiger Holzminden.

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