Frostige Weihnachten, aber kein Schnee und insgesamt viel zu trocken

Der Dezember 2025 war sonnig, niederschlagsarm und lange sehr mild mit einem winterlichen Schlussspurt

Fotos von Annette Mokross

Nein, auch im abgelaufenen Jahr wurde es einmal mehr nichts mit weißen Weihnachten im Kreis – auch wenn von den Temperaturen her die Voraussetzungen seit langer Zeit wieder einmal passten. Doch als unabdingbare zweite Zutat braucht es neben Frost auch Niederschläge, und die verwehrte Petrus in diesem Dezember nicht nur an den Festtagen, so dass es zwar für die kälteste letzte Woche seit vielen Jahren reichte, diese aber wie der gesamte Monat viel zu trocken verlief. Dafür zeigte sich die Sonne für Dezemberverhältnisse ungewöhnlich lange und brachte zumindest etwas Licht in die dunkelsten Tage des Jahres.

Mit einer Monatstemperatur von 4,33 °C lag der Dezember 2025 an der DWD-Klimastation in Bevern fast genau auf dem Niveau des Vorjahres und war knapp 1,6 Kelvin wärmer als im Mittel der Jahre 1991-2020. Im Vergleich zum 30 Jahre älteren Klimawert der Periode 1961-1990 betrug das Plus 2,6 K. Grob gesehen lässt sich der Monat in zwei ungleich lange Abschnitte aufteilen: Eine selbst für die aktuellen Verhältnisse außergewöhnlich milde Phase bis in die ersten Tage der dritten Dekade, in der es nach einem der wärmsten Dezember seit Aufzeichnungsbeginn aussah – und eine winterlich kalte letzte Woche ab Weihnachten, die in den letzten Jahren oft die mildesten Tage des Monats brachte. Exemplarisch für den Verlauf: Den ersten Frost gab es erst in der Nacht zum Heiligen Abend, und fortan lagen die Tiefstwerte an jedem Tag unterhalb des Gefrierpunkts – am weitesten am zweiten Weihnachtstag mit -8,5 °C in zwei Metern Höhe und -10,6 °C über dem Erdboden. Der erste Feiertag brachte das niedrigste Tagesmittel mit -5,6 °C und den einzigen Eistag mit Dauerfrost bei einem Maximum von -2,2 °C. In der mildesten Phase zum Ende der ersten und zu Beginn der zweiten Dekade wurden zweistellige Höchstwerte mit einem Maximum von 13,8 °C am 8.12. gemessen – zugleich ein neuer Tagesrekord, dem weitere an den nächsten beiden Tagen folgen sollten.

An der Station in Silberborn lag die Monatstemperatur bei 2,9 °C, was einem Plus von fast 2,2 K gegenüber dem Mittel der Jahre von 1991-2020 und von 3,1 K im Vergleich zum Zeitraum von 1961-1990 entspricht.  Die höhere positive Abweichung im Vergleich zu Bevern erklärt sich durch höhenmilde Hochdrucklagen, die weite Strecken des Dezembers dominierten.  Am wärmsten wurde es auch hier am 8. mit einem Höchstwert von 11,4 °C und am kältesten blieb es am 25., als ein Maximum von nur -4,7 °C erreicht wurde nach einer bis zu -9,0 °C kalten Nacht. Die ersten 22 Tage brachten selbst auf fast 430 m Höhe nur dreimal sehr leichten Frost von wenigen Zehntelgrad unter Null, die winterliche Phase danach polierte die Frostbilanz immerhin noch auf zwölf Tage auf. Parallelen zum Vorjahr: Nach erstem Schnee im November blieb der Dezember selbst im Hochsolling erneut ohne einen Schneedeckentag– die hatte sich der Winter wieder für den Januar aufgehoben.

Die Analyse der Großwetterlagen über Europa zeigt fast durchweg Südwestlagen über die ersten drei Wochen hinweg, bevor die Strömung vor Weihachten über Südost auf Ost an den Festtagen und schließlich auf Nord in den letzten Tagen des Jahres drehte. Über weite Strecken des Monats dominierte hoher Luftdruck und hielt Regenwolken vom Atlantik fern, die wenigen Ausnahmen bildeten die drei Tage ab Nikolaus, auf die sich fast der gesamte Monatsniederschlag konzentrierte. Ansonsten fielen nur noch im Laufe des Silvestertages mehr als wenige Zehntel Millimeter vom Himmel, an je nach Standort 20-23 Tagen blieb es komplett trocken.

Die Niederschlagssummen blieben somit durchweg deutlich unter den langjährigen Mittelwerten und fügten sich nahtlos ein in eines der trockensten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn. Da der Dezember im Schnitt nach dem Juli die zweitgrößte Monatsmenge zur Jahressumme beisteuert, erhöhte sich das Defizit für das Gesamtjahr noch einmal kräftig auf gut 240 mm in Bevern und sogar fast 350 mm in Silberborn. Im Dezember fielen in Bevern 32,4 mm, was nur rund 42% des Mittels von 1991-2020 entspricht. Auch an den anderen Messstellen im Kreis und seiner Umgebung fiel das Minus ähnlich groß aus. Vorn landete Amelith mit 52 mm, knapp vor Silberborn, wo der Niederschlag am letzten Tag des Jahres zunehmend Schnee überging, mit 51 mm – aber selbst das reichte nicht einmal für die Hälfte des langjährigen Mittels. Es folgt Hellental mit 43 mm und dahinter liegen die Werte sehr nah beieinander: 36 mm waren es in Ottenstein, 34 in Polle und je 33 in Lüchtringen und Vorwohle; Schlusslicht Hehlen meldete 29 mm.

Viel Hochdruck und wenig Regen gehen in den meisten Monaten mit viel Sonnenschein einher, im Dezember ist davon aber häufig kaum etwas zu sehen, weil sich auch in solchen Witterungsphasen hochnebelartige Bewölkung oft ganztägig halten kann. Doch diesmal ging es für den letzten Monat des Jahres ungewöhnlich sonnig zu: Zwar schien die Sonne wie gewohnt an den meisten Tagen kaum oder gar nicht, mit 55 Stunden wurde das sehr bescheidene Monatsmittel von nur 34 Stunden, das in den letzten 15 Jahren sogar rückläufig auf ganze 29 Stunden war, deutlich übertroffen. Die beiden Weihnachtsfeiertage bekamen davon mit zusammen zwölf Stunden einen guten Teil ab, so dass das trockene und sonnige Wetter trotz der Kälte viele Spaziergänger ins Freie lockte. Die höchste Tagessumme wurde am 30. mit 6,8 Stunden erzielt. Und auch wenn sich die Summe von 55 Stunden nicht nach viel anhört: Mehr Sonne in einem Dezember gab es zuletzt vor 25 Jahren im Jahr 2000 und insgesamt nur sechsmal seit dem Beginn von Sonnenscheinmessungen 1951.

Der Wind spielte entsprechend der Hochdruckdominanz fast keine Rolle und war im Mittel überwiegend mit Stärke 2-3 unterwegs und in Böen an den meisten Tagen mit Beaufort 3-5. Selbst die Spitzenböen erreichten in freier Lage maximal Stärke 6.

Als es nicht nur an Weihnachten tief verschneit war

Der letzte hochwinterliche Dezember ist mittlerweile 15 Jahre her – und war auch damals außergewöhnlich

Blickt man dieser Tage aus dem Fenster oder auf die Karten der Wettermodelle, hat sich das mittlerweile übliche Bild eingestellt: Grauer Himmel, grüne und braune Böden, Tagestemperaturen entweder im Niemandsland des einstelligen Plusbereichs oder sogar deutlich zweistellig, vielleicht mal ein leichter Nachtfrost. Auf den Karten zeigt sich aktiver Tiefdruck über dem Nordatlantik sowie ein kräftiges Kontinentalhoch über Russland mit Ausläufern bis ins östliche Mitteleuropa – und wir mittendrin oder besser: Zwischen den Stühlen in einer Pattsituation. Die Tiefs laufen vergeblich gegen den Hochdruckblock an, schwächen sich ab und die Fronten „zerbröseln“ bzw. lösen sich auf. Diese auch als „Frontenfriedhof“ bezeichnete Großwetterlage taucht seit gut zehn Jahren gehäuft im Dezember auf und weist in der Regel eine hohe Erhaltungsneigung auf. Voraus geht – so auch in diesem Jahr – oft ein erster kurzer Wintergruß im Laufe der letzten Novemberdekade. Die Aussichten für eine winterlich anmutende Adventszeit mit Eis und Schnee stehen bis auf weiteres also auch 2025 wieder einmal schlecht – Zeit für einen Blick in die Vergangenheit, genauer 15 Jahre zurück in den Dezember 2010, als einmal wirklich alles ganz anders war.

Dabei soll die Reise in der Wettervergangenheit rund ein Jahr zuvor starten: Das Jahr 2010 begann kalt und brachte eine Abfolge von Wetterlagen, wie sie nur selten vorkommen. Ungewöhnlich war dabei vor allem das nur seltene Auftreten von Westwetterlagen. Unter dem Strich fiel das Jahr auffällig kühl aus – mit einer Mitteltemperatur von 8,36 °C an der DWD-Station in Bevern war es bis heute das kälteste Jahr in der Region seit 1996, also seit nunmehr fast 30 Jahren. Der Winter 2009/2010 war für die heutigen wie auch schon damaligen Verhältnisse ungewöhnlich schneereich, kalt und lang bis in den März gewesen. Der Sommer kam nach einem kühlen und trüben Mai nur schwer und recht spät in Gang, drehte dann für ein paar Wochen voll auf mit einer rekordheißen ersten Julihälfte, bevor die Temperaturen nach und nach zurückgingen und der August durch häufige und ergiebige Niederschläge geprägt war. Der September war eine Kopie des Mais, der November lange sehr mild, bevor sich die Wetterlage in der dritten Novemberdekade auf Winter umstellte – und zwar nachhaltig.

Über dem Atlantik hatte sich ein weit nach Norden reichender Hochdruckkeil bis nach Grönland, Island und Spitzbergen etabliert und blockierte die atlantische Westströmung. Östlich davon befand sich ein breiter Trog über weiten Teilen Europas, in seinem Nordteil und östlich davon setzte sich arktische Luft aus Sibirien westwärts in Bewegung, erreichte zunächst Skandinavien und am Rande eines dort liegenden Bodenhochs nachfolgend Mitteleuropa. Bei uns stellte sich ab dem 27. November bis in die Niederungen Dauerfrost ein und anders als sonst bei frostig-kalten Wetterlagen im Winter, die meist hochdruckgeprägt und trocken verlaufen, mischten diesmal regelmäßig Tiefdruckgebiete mit, die vom Mittelmeer nordwärts zogen und mit viel Feuchte in die zuvor eingeflossene Kaltluft hineinliefen. Sie brachten nach und nach Niederschläge, die bis in tiefe Lagen als Schnee fielen. So gab es bereits am ersten Adventswochenende landkreisweit eine (wenn auch noch dünne) Schneedecke.

Großwetterlage Ende November 2010

Anfang Dezember verstärkte sich die Kaltluftzufuhr und die Höchstwerte lagen vorübergehend unter minus fünf Grad, nachts gab es strengen Frost unter minus zehn Grad. Eine vorübergehende Milderung aus Südwesten konnte sich nur in den südlichen Landesteilen durchsetzen, bei uns löste sie nur eine Frostabschwächung mit erneuten, diesmal ergiebigeren Schnellfällen aus. Bis zum Nikolausmorgen war die Schneedecke an der Station in Bevern auf 18 cm angewachsen, aus dem Solling liegen aus den Jahren zwischen 2008 und 2016 leider keine verfügbaren Aufzeichnungen vor. Doch zu Beginn der zweiten Dekade hatte es die milde Luft dann doch irgendwie geschafft, bis ins südliche Niedersachsen vorzudringen und bereitete der weißen Pracht ein jähes Ende – in weniger als 48 Stunden war zumindest in den Niederungen des Wesertals die Schneebedeckung vollständig verschwunden.

Grenzwetterlagen mit sehr milder Luft im Süden und kalter Luft im Norden prägten mehrfach
das Bild des Dezembers 2010 in Deutschland – bis in unsere Region schafften es die milden Luftmassen nur einmal kurz vor Monatsmitte

Doch wer dachte, dass der frühe Winter damit sein Pulver verschossen hatte, sah sich getäuscht: Der 12. und 13. Dezember sollten die einzigen Tage des Monats ohne Schneedecke bleiben. Schon im Laufe des 13. setzten mit einer Drehung der Strömung aus Norden, wo die zuvor zurückgedrängte Kaltluft unweit entfernt die Stellung hatte halten können, erneut Schneefall ein und die Temperaturen fielen wieder in den Dauerfrostbereich, wo sie bis kurz vor Weihnachten verharrten. Der Betreuer der DWD-Station in Bevern, Manfred Springer, war täglich mit den per Hand vorgenommenen Schneemessungen sowie der Justierung des Bodentemperaturfühlers beschäftigt, der sich immer in fünf Zentimetern Höhe über dem Boden und im Falle von Schnee fünf Zentimeter über der Schneedecke befinden soll – nur so ist eine aussagekräftige Messung sichergestellt. Und die dort ermittelten Werte hatten es in sich, besonders am 20. und 21.12. mit unter minus 20 Grad.

Doch kam nun, nur wenige Tage vor dem Fest, das sprichwörtliche Weihnachtstauwetter? Erneut versuchte milde Luft aus Südwesten, den Winter nach Norden zurückzudrängen – und scheiterte. Diesmal reichte es nur vorübergehend für wenige Zehntel über dem Gefrierpunkt bei den Höchstwerten in Bevern und einem Verlust von ein paar Zentimetern Schneedecke, im Solling taute bei Dauerfrost ohnehin nichts. Und während der Feiertage kam auch in den Niederungen der Dauerfrost zurück und bescherte dem Landkreis das ungewöhnliche Ereignis einer vollständigen und flächendeckenden weißen Weihnacht – zum ersten Mal seit 1981. Schnee und Frost konnten sich auch noch über den Jahreswechsel halten, bevor ein rabiater Durchgriff von Atlantikluft diesem außergewöhnlich intensiven und langen Winterabschnitt zum Dreikönigstag ein jähes Ende setzte.

Auch vor Weihnachten gab es ein erneutes Gerangel der Luftmassen, am 1. Feiertag hatte sich die Kaltluft aus Norden im gesamten Land durchgesetzt

In der Bilanz stehen für die Beobachtungsreihe Holzminden/Bevern mit Monatswerten seit 1934 und Tageswerten seit 1951 beeindruckende Zahlen: Mit einer Mitteltemperatur von -3,8 °C war es nach 1940 der zweitkälteste Dezember seit Aufzeichnungsbeginn, mit 29 Schneedeckentagen wurde der bis dahin bestehende Rekord von 23 (1969+1981) deutlich übertroffen. Für den Dezember 1940 liegen aus der Region nur Messungen vom Forsthaus Torfhaus im Solling vor, dort waren es damals volle 31 Schneedeckentage. Daten aus der weiteren Umgebung deuten aber klar darauf hin, dass in den Niederungen die Marke von 29 nicht erreicht wurde, womit der neue Rekord von 2010 wohl ein historischer seit Aufzeichnungsbeginn sein dürfte – der bis heute nicht mehr annähernd erreicht wurde. Nur in den ersten Hälften 2012 und 2022 zeigte sich der Dezember seither noch einmal etwas länger winterlich, in den allermeisten Fällen aber waren zumindest im Wesertal Schnee und Eis die Ausnahme und die Regel eine Wetterlage, wie wir sie in diesen Tagen wieder einmal erleben.

Dass ein solches Extremereignis wie von Ende November 2010 bis in die ersten Januartage 2011 in die Phase der seit Ende der 1980er voranschreitenden Erwärmung gefallen ist, zeigt zweierlei: Schneereiche Dezember mit weißen Weihnachten waren in den tiefen Lagen des Kreises auch früher, zu insgesamt kälteren und winterfreundlicheren Zeiten, nur seltene Ausnahmen. Und die Chancen sind in den letzten Jahrzehnten natürlich nicht besser geworden. Wenn sich aber die Druckgebilde so positionieren wie vor 15 Jahren und dazu auch noch die Vorgeschichte (frühe Ausbildung von Schneeflächen im Norden und Osten Europas) „passt“, dann ist ein hochwinterlicher Dezember auch im Umfeld der fortschreitenden globalen Erwärmung möglich.

Anzahl der Schneedeckentage im Dezember 2010 (Quelle:https://www.mtwetter.de/monatskarte.php?datum=2010-12&par=mo_nsh&sort=1&sort_par=mo_nsh)
Abweichungen von der Monatsmitteltemperatur 1961-1990 im Dezember 2010 (Quelle: https://www.mtwetter.de/monatskarte.php?datum=2010-12&par=mo_dtt&sort=2&sort_par=stations_id)

Auf eine sehr milde erste Hälfte folgte ein Frühwintergruß

Der November 2025 brachte den ersten Schnee, war aber insgesamt zu trocken

Fotos von Annette Mokross

Der dritte und letzte meteorologische Herbstmonat zeigte wie so oft in den letzten Jahren zwei Gesichter: Bis Monatsmitte ein ausgesprochen mildes mit häufigen Höchstwerten klar im zweistelligen Bereich, in der zweiten Hälfte ein deutlich kälteres mit regelmäßigen Nachtfrösten und dem ersten Schnee – im Hochsolling über ein paar Tage hinweg, ganz kurz auch mal bis in die Niederungen. Unter dem Strich gab es gegenüber den langjährigen Mittelwerten ein kleines Plus bei den Temperaturen und ein etwas größeres bei der Sonnenscheindauer, während beim Niederschlag wieder einmal ein Minus steht – und das Jahr 2025 eines der trockensten seit Aufzeichnungsbeginn werden könnte.

Mit einer Mitteltemperatur von 5,95 °C war der November 2025 an der DWD-Station in Bevern um 0,3 K wärmer als im Mittel der Jahre 1991-2020. Gegenüber dem älteren Referenzmittel der Periode von 1961-1990 betrug das Plus 1,1 K. Die ersten sechs Tage brachten durchschnittliche Höchstwerte von fast 15 Grad, auf einen kurzen Rückgang folgte ein nochmaliger Anstieg auf bis zu fast 17 Grad kurz vor Monatsmitte. Solche warmen Witterungsabschnitte in der ersten Novemberhälfte werden oft als Martinisommer bezeichnet. Doch man sollte sich davon nicht täuschen lassen, der nachfolgende Absturz fällt gerade in jüngster Vergangenheit meist umso kräftiger aus – so auch in diesem Jahr, als es zu Beginn der dritten Dekade mäßigen Frost mit einem Tiefstwert von -6,2 °C am 23. gab. Nur sechs Tage zuvor hatte es in Bevern überhaupt erst den ersten Luftfrost der Saison gegeben. Eine erneute Milderung zum Monatsende beendete diesen frühwinterlichen Abschnitt, ein weiterer scheint bis in die zweite Dezemberhälfte nicht in Sicht. In der Zeitreihe Bevern/Holzminden mit Monatswerten seit 1934 ordnet sich der November 2025 im oberen Mittelfeld ein: 30 waren wärmer, 61 kälter.   

An der Wetterstation in Silberborn lag die Monatstemperatur bei 4,5 °C und damit um 0,6 K über dem Mittelwert von 1991-2020 bzw. um 1,4 K über dem Klimamittel von 1961-1990. Selbst auf fast 430 m überschritten die Höchstwerte in den ersten Tagen regelmäßig die 10-Grad-Marke und nochmals an mehreren Tagen kurz vor Monatsmitte, am wärmsten wurde es am 5. und am 14. mit jeweils 14,2 °C. Dazwischen gab es am 7. und damit ungewöhnlich spät den ersten Luftfrost, ab 17. folgte dann regelmäßiger Nachtfrost von bis zu -7,8 °C und vom 21.-23. herrschte sogar leichter Dauerfrost. Der erste Schnee fiel am 19.11. und hinterließ eine Schneedecke von bis zu 4 cm, so dass der Adventsmarkt wie im Vorjahr in frühwinterlicher Kulisse stattfinden konnte. Während vor einem Jahr Tauwetter mit Nassschnee herrschte, blieben die Höchstwerte diesmal unter dem Gefrierpunkt. Auch in Zeiten des Klimawandels bleibt der erste Schnee im Laufe der zweiten Novemberhälfte im Hochsolling eine weitgehende Konstante.  

Die Analyse der Großwetterlagen über Europa illustriert die sehr milde und niederschlagsarme erste Monatshälfte mit einer fast durchgehenden, meist hochdruckgeprägten Südwestströmung in den ersten zwei Wochen. Eine abrupte Drehung auf nördliche Richtungen brachte deutlich zurückgehende Temperaturen und Niederschläge teils als Regen, teils als Schnee. Zu Beginn der dritten Dekade geriet die eingeflossene Kaltluft vorübergehend unter Hochdruckeinfluss (Brücke Mitteleuropa), was zu den kältesten Tagen des Monats führte. Eine anschließende Tiefdrucklage sorgte für einen Temperaturanstieg und das Abtauen der dünnen Schneedecke in den höheren Lagen, und mit Rückdrehung auf südwestliche Richtungen verabschiedete sich der November mild und frostfrei.

Nachdem der nasse Oktober das vorausgegangene lange Niederschlagsdefizit ein wenig abbauen konnte, war im November wieder Schmalhans Küchenmeister in der Regentonne. Die langjährigen Mittelwerte wurden im gesamten Kreis verfehlt, so dass 2025 eines der trockensten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn werden dürfte, sofern nicht der Dezember doch noch einmal größere Mengen bringt. An der Klimastation des DWD in Bevern fielen 41,4 mm und damit nur 63% des Durchschnitts der Jahre 1991-2020. In Silberborn langte es mit 45,6 mm nicht einmal ganz für die Hälfte des dortigen Klimamittels, ganz ähnlich wenig fiel an den Sollingstationen in Amelith (44,9) und Hellental (44,4). Am meisten landete mit 57,7 mm in Ottenstein im Messbehälter, Polle meldete 49 mm und Hehlen 48,4. Schlusslichter waren diesmal Vorwohle mit 37,8 und Lüchtringen mit 34,3 mm. Landkreisweit reichte es während der Frühwinterphase für mindestens einen Schneedeckentag, am längsten hielt er sich in Silberborn mit 5-6 Tagen.

Die Sonnenscheindauer war für Novemberverhältnisse durchaus recht achtbar und übertraf mit gut 53 Stunden den langjährigen Durchschnitt um gut acht Stunden bzw. 18% – nur knapp zwei Stunden weniger als im sehr trüben Vormonat Oktober. Immerhin an drei Tagen gab es „Sonne von früh bis spät“, zweimal zu Monatsbeginn am 5. und 6. begleitet von 15-16 Grad sowie am 22. mit frühwinterlichen Temperaturen. Der Wind war meist schwach bis mäßig unterwegs, im Mittel oft mit Stärke 2-3 und in Böen meist bei 4-5. Nur am 23.11. kamen die Spitzenböen kurzzeitig mal bis auf Stärke 7.  

Herbstbilanz: Mild, zu wenig Regen und Sonnenschein

Mit dem November endete der meteorologische Herbst 2025 und dieser hinterließ im Vergleich zu den 30-jährigen Mittelwerten Defizite bei Niederschlag und Sonnenschein und den obligatorischen Überschuss bei den Temperaturen. An der Station in Bevern war es mit 10,81 °C um 0,9 Grad wärmer als im Durchschnitt der Jahre 1991-2020; 172,6 mm bedeuten gut 88% des mittleren Niederschlags und 248 Stunden Sonnenschein ein Minus von knapp 39 Stunden bzw. gut 13%. In Silberborn wurden 8,8 Grad gemessen, was einem Plus von 0,7 Grad gegenüber dem Mittel von 1991-2020 entspricht, die Niederschlagssumme von knapp 235 mm lag um gut 31 mm bzw. zwölf Prozent im Minus. Die bisherige Jahressumme liegt nach elf Monaten noch um gut 75 mm unter der Jahresendsumme des Trockenjahres 2018, das allerdings wärmer und sonniger war und dadurch eine höhere Verdunstung aufwies.

Der Oktober, der lieber ein November sein wollte

Der zweite Herbstmonat war sehr trüb und brachte endlich auch viel Regen

Fotos von Annette Mokross

Zu Beginn schien es noch so, als mache sich der Oktober 2025 auf, ein sprichwörtlich goldener zu werden – an den ersten beiden Tagen schien die Sonne viele Stunden von einem teils wolkenlosen Himmel. Doch dieses Versprechen blieb im weiteren Verlauf uneingelöst, die vorherrschende Farbe am Himmel war fortan Grau, so dass die Sonnenscheindauer am Ende deutlich unter dem Durchschnitt blieb. Immerhin brachte die stetige Zufuhr feuchter Luft regelmäßige Regenfälle und beendete die lange Reihe zu trockener Monate: Erstmals seit Januar stand wieder ein Plus in der Niederschlagsbilanz. Die Temperaturen machten keine großen Sprünge, abgesehen vom bodenfrostigen Monatsbeginn bestimmten meist geringe Tagesgänge mit milden Nächten und verhaltenen Höchstwerten das Geschehen. Dennoch wurden die langjährigen Klimawerte je nach Standort zwischen einem halben und etwas unter einem Grad übertroffen.

Mit einer Mitteltemperatur von 10,73 °C war der Oktober 2025 an der DWD-Station in Bevern um 0,8 K wärmer als im Mittel der Jahre 1991-2020. Gegenüber dem älteren Referenzmittel der Periode von 1961-1990, deren Differenz zum jüngeren Klimamittel in keinem anderen Monat geringer ist als im Oktober, betrug das Plus 1,2 K. Trotz dieser positiven Abweichung blieben wirklich warme Tage aus, die 20-Grad-Marke wurde anders als in vielen Oktobermonaten nicht mehr erreicht. Meist lagen die Höchstwerte um 15 Grad, am wärmsten wurde es am 23. mit 17,4 Grad, der niedrigste Höchstwert von 9,0 °C datiert vom 26.10., dem einzigen Tag mit einem einstelligen Maximum. Die kältesten Nächte gab es gleich zu Monatsbeginn mit dreimal Bodenfrost in Folge. Luftfrost wurde hingegen noch nicht gemessen, die tiefsten Werte am 2. und 3. lagen knapp unter der Marke von einem Grad.

Blickt man auf die inzwischen gut neun Jahrzehnte seit Beobachtungsbeginn in Holzminden, dem Vorgängerstandort der seit 2006 in Bevern beheimateten Messreihe des DWD, waren 23 Oktober wärmer, 67 kälter und einer gleich temperiert im Vergleich zum 2025er. Rekordwarm war es im Oktober 2001 mit 13,2 Grad – damit ist der älteste Monatsrekord der Reihe nun fast 25 Jahre alt. Nur zwei Jahre später trug sich der 2003er mit 6,3 Grad als kältester Oktober in die lokale Wetterhistorie ein.

An der Wetterstation in Silberborn lag die Monatstemperatur bei 8,6 °C und damit um knapp 0,5 K über dem Mittelwert von 1991-2020 bzw. um 0,7 K über dem Klimamittel von 1961-1990. Abgesehen vom höhenlagenbedingt kühleren Gesamtniveau fällt das Fazit ähnlich aus wie in Bevern: Die ersten Nächte brachten leichten Bodenfrost, für Luftfrost reichte es aber auch auf fast 430 m Stationshöhe noch nicht. Das tiefste Minimum in zwei Metern Höhe wurde am 26.10. mit 0,6 °C gemessen. Knauserig war der Oktober bei den Höchstwerten, die meist leicht oberhalb der der Zehn-Grad-Marke verharrten und in der Spitze nicht über 13,7 °C am 23.10. hinaus kamen. Drei Tage später wurde mit 5,6 °C das niedrigste Maximum des Monats gemessen. In der seit 1931 bestehenden Hochsolling-Messreihe waren 33 Oktober wärmer und 61 kälter als der diesjährige. Den Rekord auf der warmen Seite hält auch hier der 2001er mit 11,5 Grad, am kalten Ende findet sich der 1974er mit 3,7 °C.

Die Analyse der Großwetterlagen über Europa sieht angesichts der geringen Sonnenscheinsumme und der häufigen Niederschläge erst einmal überraschend aus, ebenso wie der Blick aufs Barometer und die dort angezeigten Werte für den Luftdruck: Brachte Hochdruck im Zuge einer Ostlage zu Monatsbeginn noch trockene Kontinentalluft mit Sonnenschein und eine anschließende west-nordwestliche Tiefdruckphase kräftigen Regen, herrsche ab dem 6.10. für fast zwei Wochen erneut Hochdruck – zumindest formal. Das Hochdruckzentrum lag aber nun konstant westlich bis nordwestlich von uns im Bereich der Britischen Inseln und die Luftzirkulation im Uhrzeigersinn um das Hoch herum sorgte für eine ständige Zufuhr feuchter und wolkenreicher Luft von der Nordsee. Mit fortschreitender Jahreszeit war der Sonnenstand bereits zu niedrig, um diese Feuchte wegzuheizen – die Folge war tiefhängende, hochnebelartige Bewölkung, aus der zeitweise leichter Nieselregen fiel – zwar keine großen Mengen, aber gänzlich trockene Tage gab es während dieser langen und bewegungsarmen Witterungsphase nur vereinzelt. Zum Ende der zweiten Dekade löste lebhafte Tiefdrucktätigkeit aus Westen, später Nordwesten die „Gammelhochdrucklage“ ab und brachte auffrischenden Wind sowie regelmäßige und nun auch ergiebige Niederschläge. Daran änderte sich bis Monatsende fast nichts mehr, immerhin der Feiertag am 31. ging trocken über die Bühne.

Damit markierte der Oktober das Ende der langen Phase mit deutlich unterdurchschnittlichen Regenfällen, die im Kreis seit Februar andauerte. An allen Messstellen wurden die langjährigen Mittelwerte deutlich übertroffen. An der Spitze stehen 132,6 mm in Silberborn, was einem Plus von 43 mm oder 48% gegenüber dem Klimawert der Jahre 1991-2020 entspricht. Auch die Plätze zwei und drei gehen an den Solling und seine Ausläufer: Amelith meldete 121 mm und Hellental 117. Dreistellig wurde es auch noch in Vorwohle mit 102 mm, dahinter folgen Polle mit 97 mm, Ottenstein mit 94, Lüchtringen mit gut 89 und Bevern mit 87 mm, wo das langjährige Mittel um rund 27% übertroffen wurde.  Das Schlusslicht bildet Hehlen mit 78 mm. Ein Blick in die Computermodelle zeigt, dass die aktuelle Tendenz für den November eher wieder in die trockene Richtung gehen dürfte.

Die Sonne konnte sich nur an wenigen Tagen länger in Szene setzen, wobei schon fast ein Drittel der Monatssumme auf die ersten beiden Tage entfiel. Nach 31 Tagen kamen lediglich 55 Stunden zusammen, kaum mehr als die Hälfte eines durchschnittlichen Oktobers. Das ist zwar noch ein ganzes Stück über dem Negativrekord aus dem Jahr 1974 mit ganzen 36 Stunden, aber sehr viel näher an der roten bzw. grauen Laterne als am bisher sonnigsten Oktober in der Region, der 1951 satte 171 Stunden brachte. So schrammte der 2025er als vierttrübster nur haarscharf am Podest der drei bisher sonnenscheinärmsten Oktobermonate vorbei.

Der Wind war in den ersten drei Wochen mit Ausnahme des 4.10., als es kurzzeitig Böen bis Stärke 8 gab, meist gemächlich unterwegs – im Mittel mit Stärke 2-3, in Böen 4-5 und nur ganz vereinzelt bis 6. Das änderte sich in der letzten Dekade vor allem mit Sturmtief Joshua, das über der Nordsee stellenweise sogar orkanartige Böen mit sich brachte. Bei uns zog der Mittelwind auf Stärke 4 an und die Böen erreichten je nach Standort Stärke 6-8. Der DWD-Windmesser in Northeim-Stöckheim meldete am 23.10. sogar eine Maximalgeschwindigkeit von 94,0 km/h, was Beaufort 10 entspricht.

Letzte Spätsommergrüße und weiterhin Warten auf Regen

Der September 2025 war warm und trocken bei durchschnittlicher Sonnenscheindauer

Fotos von Annette Mokross

Für die Meteorologen gehört er vollständig zum Herbst, nach dem Kalender und der Astronomie zählen gut zwei Drittel noch zum Sommer – und beim Wetter zeigt sich häufig ein Wechselspiel zwischen beiden Jahreszeiten. Die Rede ist vom September, der auch in diesem Jahr sommerliche und herbstliche Phasen vereinte. Dabei schlug das Pendel bei der Temperatur zur warmen Seite aus, während es in Sachen Niederschlag den nächsten Monat mit einem klaren Defizit zu bilanzieren gilt. Eine längere beständige Spätsommerphase blieb jedoch aus, so dass sich die Sonnenscheindauer sehr nahe am langjährigen Mittelwert bewegte und diesen am Ende knapp verfehlte.

Mit einer Mitteltemperatur von 15,74 °C war der September 2025 an der DWD-Station in Bevern um 1,52 K wärmer als im Mittel der Jahre 1991-2020, was einem Plus von fast genau zwei Grad gegenüber der älteren Klimanorm von 1961-1990 entspricht. Spätsommerlich warm präsentierte sich die erste Woche, nachfolgend pendelten die Werte bis nach Monatsmitte um die langjährigen Durchschnittswerte herum. Ein kurzes, aber kräftiges (und wohl letztes) Aufbäumen des Sommers ließ die Tageshöchstwerte zum Ende der zweiten Dekade nochmals deutlich ansteigen. Am 20. wurde mit einem neuen Tagesrekord von 29,7 °C sogar ein heißer Tag nur um drei Zehntel verfehlt. Es folgte eine deutliche Abkühlung und mit Beginn des astronomischen Herbstes am 22. verabschiedeten sich Höchstwerte von über 20 Grad zumindest für den Rest des Monats (vielleicht auch bis ins nächste Frühjahr). Stattdessen gab es einige frische Nächte und am 25., dem kühlsten Tag des Monats, kam das Maximum nicht über 11,5 °C hinaus. Zum Ende wurde es dann wieder ein ganzes Stück milder, so dass der Monat unter dem Strich zwar weniger warm bilanziert als seine beiden Vorgänger, mit Platz elf aber die Top Ten der wärmsten September in der Messreihe Bevern/Holzminden ab 1934 aber nur knapp verfehlte.

An der Wetterstation in Silberborn schloss der September mit 13,3 °C ab – gut 0,9 K über dem Mittel von 1991-2020 und knapp 1,5 K über dem Schnitt von 1961-1990. Es war also nicht nur höhenbedingt in absoluten Zahlen, sondern auch relativ zum lokalen Hochsollingklima kühler als in Bevern. Diese Beobachtung deckt sich mit den DWD-Stationen aus der weiteren Umgebung, bei denen das Plus zum langjährigen Durchschnitt in den Mittelgebirgslagen ebenfalls geringer ausfiel als in den Niederungen, und zwar umso geringer, je höher man kommt. Am wärmsten wurde es am 20. mit dem einzigen und letzten Sommertag auf 428 m mit 26 Grad, wenige Tage später ging es nachts nur knapp am ersten Bodenfrost der Saison vorbei. Nimmt auch für diesen Standort die Zeit ab 1934 und sortiert von warm nach kalt, findet sich der 2025er auf Rang 18 der September-Rangliste wieder.

Die Analyse der Großwetterlagen über Europa liefert den Grund dafür, warum es in den höheren Lagen auch relativ betrachtet kühler war: Es dominierten über den Monat hinweg klar die Tiefdrucklagen, die in aller Regel einen stärkeren vertikalen Temperaturgradienten aufweisen: Die Abnahme der Temperatur nach oben hin ist meist stärker als im Hochdruckgebiet, in dem es im Herbst und Winter sogar zur Umkehrung (Inversion) kommen kann, bei der es in der Höhe wärmer ist als in der Grundschicht. Davon war in diesem September nichts zu sehen, stattdessen hatten wir es in der ersten Hälfte weitgehend mit Westlagen zu tun und dabei in der ersten Dekade mit der winkelförmigen Westlage, auch als Winkelwest bezeichnet, abgekürzt WW. Winkelförmig deshalb, weil die weiter westlich auf dem Atlantik zunächst recht glatte und zonal ausgerichtete Strömung über Mitteleuropa scharf nach Norden abbiegt, weil sich weiter östlich ein blockierendes Hochdruckgebiet befindet. Bei uns ergibt sich dabei oft eine Zufuhr recht warmer Luftmassen aus dem Sektor Süd, der Wettercharakter ist leicht wechselhaft mit durchaus freundlichen Abschnitten. Anschließend verstärkte sich der Tiefdruck vorübergehend und brachte einige Tage mit Regenfällen.

Zum Ende der zweiten Dekade konnte sich kurz Hochdruckeinfluss durchsetzen, allerdings sorgte die fortschreitende Jahreszeit dabei zunächst noch für hartnäckige Bewölkung, die sich erst nach Durchzug einer Warmfront am Nachmittag des 18. auflöste. Es folgte unter einer kräftigen Südströmung ein nochmal hochsommerlich warmes Wochenende und der anschließend abrupte Übergang in den Herbst, da wir nun in den Einflussbereich des sich über Nordeuropa nach Westen ausbreitenden Kontinentalhochs gerieten, an dessen Südflanke kühlere Luft aus Osten einfließen konnte. Ein Höhentief über dem Osten Frankreichs brachte dem Südwesten und Westen teils rekordverdächtige Regenmengen, unsere Region wurde nur vom Rand dieses Niederschlagsgebiets leicht gestreift, so dass sich die Trockenheit weiter verschärfte – sichtbar am zunehmend niedrigen Weserpegel, der u.a. zur Einstellung des Fährbetriebs in Polle führte.

In Zahlen liest sich das, was an den Messstellen im Kreis und den angrenzenden Orten vom Himmel fiel, in gerundeten Millimetern (gleichbedeutend mit Litern pro Quadratmeter) so: Die höchste Monatssumme gab es mit 59 mm in Amelith, es folgen Silberborn mit 56 und Hellental mit 53mm, dahinter Ottenstein mit 47 sowie Vorwohle und Holzminden mit je 46 mm. Polle und Bevern meldeten je 44 mm, Lüchtringen kam auf 40 und Schlusslicht Hehlen auf 37 mm. Im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten fielen meist nur um die zwei Drittel, so in Silberborn 67%, in Vorwohle sogar nur 62%, Bevern bildete mit gut 72% schon den „nassesten“ Standort ab. Der Jahresniederschlag per Ende September wies gegenüber dem Mittel von 1991-2020 in Bevern mit 389 mm ein Minus von 192 mm oder 33% auf, in Silberborn summierte sich das Defizit mit bisher gefallenen 479 mm sogar auf 289 mm oder fast 38%.

Die Sonne zeigte sich in der ersten überwiegend sommerlich geprägten Woche noch recht häufig, für eine beständig sonnige Phase reichte es aber auch da nicht. Recht trüb mit nur rund 34 Stunden fiel die letzte Dekade aus, die Monatssumme lag leicht unter dem Mittelwert der Jahre 1991-2020 und beziffert sich auf ca. 140 Stunden. Dieser Wert errechnet sich aus dem gewichteten Mittel der beiden Umgebungsstationen in Lügde-Paenbruch und Göttingen, die noch Sonnenschein am Boden messen. Im Zuge der Umstellung beim Deutschen Wetterdienst auf ein Berechnungssystem aus Satellitenbildern und nur noch wenigen Stationen mit direkter Sonnenscheinmessung wurden die Messungen in Alfeld, Warburg, Hameln und Bad Lippspringe bereits beendet. Göttingen soll in Kürze folgen, Lügde im benachbarten Kreis Lippe bleibt erhalten. Erste Auswertungen zeigen ein Problem der neuen, DUETT genannten DWD-Methodik bei wechselnder Bewölkung mit Tendenz zur Übererfassung im Sommerhalbjahr. So lange in Göttingen noch gemessen wird, sind die hier genannten Werte nach der bisherigen Berechnungsart in Verbindung mit Augenbeobachtungen ermittelt und weichen von den DUETT-Werten des DWD etwas ab.

Der Wind war im Mittel meist mit Stärke zwei bis drei unterwegs, zur Monatsmitte auch mal vorübergehend mit Stärke vier. Die Böen blieben unterhalb der Kriterien für Sturm und bewegten sich überwiegend zwischen Beaufort vier bis sechs, vorübergehend bis 7 und in der Spitze an manchen Stationen kurzzeitig bis acht.

Eine kurze Hitzewelle, erste Herbstgrüße – und viel zu wenig Regen

Der August 2025 war durchschnittlich temperiert, recht sonnig und sehr trocken

Fotos von Annette Mokross

Von fast allem etwas dabei – so lässt sich die regionale Witterung im August 2025 am einfachsten auf den Punkt bringen. Höchstwerte bis fast 36 Grad, aber auch einige ungewöhnlich kühle Nächte standen ebenso auf der Zutatenliste wie der Wechsel von trüben Phasen und zumindest einem längeren sehr sonnigen Abschnitt. Nur nach ergiebigem Regen suchte man im gesamten Landkreis erneut vergebens, womit das Niederschlagsdefizit des Jahres 2025 weiter anstieg. So hinterlässt der dritte und letzte meteorologische Sommermonat wie auch die gesamte Jahreszeit eher gemischte Gefühle. Der August schloss von den reinen Zahlen her mit einem kleinen Plus bei der Temperatur, einem etwas größeren Plus bei der Sonnenscheindauer und einem sehr deutlichen Minus bei den Niederschlägen – nirgends wurde die Hälfte der langjährigen Mittelwerte erreicht, an manchen Stationen war kaum mehr als ein Viertel.

Mit einer Monatstemperatur von 18,45 °C lag der August 2025 an der DWD-Klimastation in Bevern um 0,23 K über dem Mittel der Jahre 1991-2020 und um 1,7 K über dem Durchschnitt der Zeit von 1961-1990. Nach einem mäßig warmen Start kletterten die Höchstwerte ab Ende der ersten Woche wieder in den Sommertagsbereich, ab 12.08. folgte eine kurze, aber recht knackige Hitzewelle mit drei heißen Tagen (die erste seit immerhin drei Jahren) und einem Maximum von 35,9 °C. In der zweiten Monatshälfte lagen die Höchstwerte meist zwischen 21 und 26 Grad. In Summe wurden 15 Sommertage mit mindestens 25,0 °C gemessen, das mittlere Maximum erreichte 25,1 °C und lag damit fast genau im Schnitt der letzten 25 Jahre. Empfindlich kühl wurden die Nächte zu Beginn der dritten Dekade mit Tiefstwerten im klar einstelligen Bereich, darunter zweimal nur wenige Zehntel über der Fünf-Grad-Marke und damit nicht allzu weit entfernt vom Monatsrekord von 4,7 °C, der aus dem Jahr 1973 stammt.

An der Wetterstation in Silberborn lag die Monatstemperatur mit 16,2 °C um 0,1 K höher als im Mittel der Jahre 1991-2020 bzw. um 1,4 K über dem Klimawert von 1961-1990. Zwei heiße Tage mit einem Maximum von 31,9 °C am 14.08. bildeten den Höhepunkt, die sehr frischen Nächte zum 24. und 25. mit einem Minimum von je 3,5 °C den Tiefpunkt. Im kühleren Klima des Hochsollings wurde die 20-Grad-Marke immerhin zwölfmal verfehlt, am deutlichsten am 22.08. mit einem Höchstwert von nur 14,8 °C. Auf der sommerlichen Seite stehen acht Sommertage, die durchschnittliche Höchsttemperatur lag bei 21,6 °C.

Bei der Analyse der Großwetterlagen über Europa zeigt sich zu Monatsbeginn eine tiefdruckgeprägte Nordwestlage, die bereits für einen Großteil Regensummen des Monats verantwortlich zeichnete. Anschließend ging es mit einer Westlage weiter, bei der sich zunehmend Hochdruck durchsetzte und die in eine Hochdrucklage über Mitteleuropa mündete. Mit Rückdrehung der Strömung auf Südwest entstand die kurze Hitzewelle vor Monatsmitte, bevor sich der Hochschwerpunkt zu den Britischen Inseln und ins Nordmeer verlagerte. Dies führte bei uns zum Einfließen von Luftmassen aus nördlichen Breiten mit entsprechendem Temperaturrückgang bis hin zu den sehr frischen Nächten zu Beginn der vierten Woche. In den letzten Tagen schaufelte ein Tief über Großbritannien wieder wärmere und wolkenreiche Luft zu uns, aus der nach zuvor verbreitet komplett trockenen drei Wochen immerhin wieder etwas Niederschlag fiel, meist allerdings nur in Form sehr schwacher und kurzer Schauer.

Mit diesen konnte das große Regendefizit des Monats allenfalls noch geringfügig verringert werden, so dass das Jahr 2025 mittlerweile auf den Spuren des Trockenjahres 2018 wandelt – vor allem im Hochsolling, wo im langjährigen Durchschnitt rund ein Viertel (Sommer) bzw. ein Drittel (Gesamtjahr) mehr Niederschläge fallen als in den tiefen Lagen des Wesertals. Nicht so in diesem Jahr bisher und auch nicht im August: Ganze 27 mm kamen an der Station in Silberborn zusammen, was nur gut einem Viertel des Mittels der Jahre 1991-2020 entspricht. Damit schaffte der Sommer mit rund 163 mm nicht einmal bei 60% seines Mittels und das Gesamtjahr weist per 31.08. lediglich knapp 420 mm aus – 2018 waren es nach acht Monaten immerhin schon 460 mm.

Das gewöhnlich nasse Hellental brachte es im August sogar nur auf 23,6 mm und im Sommer auf 157 mm. Dass es noch deutlich trockener geht, zeigt ein Blick auf die andere Seite des Sollings in den Nachbarkreis Northeim, wo die Station in Moringen-Lutterbeck auf 241 m Höhe mit 98,4 mm im Sommer (14,4 im August) zu den trockensten in ganz Deutschland gehörte. Mittlerweile sind auch die mittleren und tieferen Bodenschichten stark von der Trockenheit betroffen, wie ein Blick auf den Bodenfeuchte-Viewer des DWD unter https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/landwirtschaft/5_bofeuview/_node.html verrät.

Auch an den anderen Messstellen im Kreis und seinen Nachbarorten blieben die Mengen im August überall unterhalb der Hälfte des jeweiligen 30-Jahres-Durchschitts. Am meisten meldete Ottenstein mit 43,8 mm, gefolgt von Bevern mit 29,2 mm. Hehlen kam auf 26,8 und Polle auf 26 mm, die Schlusslichter Lüchtringen und Vorwohle schafften es so gerade eben über die Marke von 20 mm (20,7 und 20,2).

So sehr das Jahr 2025 bisher mit Regen geizt, so großzügig zeigt es sich seit Mitte Februar (bis auf die Delle im Juli) beim Sonnenschein. Der August steuerte ca. 224 Stunden zur Jahreszwischensumme von fast 1.490 Stunden bei – damit fehlen vier Monate vor Schluss nur noch 30 Stunden bis zum Erreichen des Jahresdurchschnitts von ca. 1.520 Stunden. Für den August ergibt sich ein Plus von 30 Stunden oder 16% zum Mittel der Jahre 1991-2020.  Nach trübem Monatsbeginn zeigte sich die Sonne zunächst mal mehr, mal weniger häufig, bevor am 9. die beständigste Phase begann, die an vielen Tagen zwischen zwölf und fast 14 Stunden eine Wochensumme von 87 Stunden brachte. Die zweite Monatshälfte war dann von einem wechselhaften Auf und Ab gekennzeichnet.

Der Wind trug nichts Berichtenswertes zum Geschehen bei und war im Mittel oft nur mit Stärke 1-2 unterwegs, die Böen lagen meist bei Stärke 4 bis 5 und erreichten nur ganz vereinzelt in der Spitze in freien Lagen mal Stärke 6.

Wechselhaft, warm – und (viel) zu trocken

Eine kurze Sommerbilanz aus dem Landkreis

Während der Kalender dem Sommer 2025 noch eine Verlängerung bis zum 22. September zugesteht, sind die Meteorologen schon eine Jahreszeit weiter. Nach ihrer Einteilung begann am vergangenen Montag der Herbst – Zeit also für ein Fazit des Sommers, der sich als überdurchschnittlich warm, aber nicht heiß in die lokale Wetterhistorie einsortiert und dabei etwas mehr Sonnenschein und deutlich weniger Regen brachte als im langjährigen Mittel.

An der DWD-Klimastation in Bevern auf 110 m lag die Mitteltemperatur mit 18,67 °C um knapp 0,9 Grad über dem Mittel der Jahre 1991-2020 und damit fast genau auf dem Niveau der Jahrgänge 2023 und 2024. In der Zeitreihe Bevern/Holzminden seit 1934 war es der achtwärmste Sommer. Am heißesten wurde es während der kurzen, aber kräftigen Hitze Anfang Juli mit einem Höchstwert von 37,7 °C – einer von insgesamt acht heißen Tagen, was etwas unter dem Durchschnitt von 9,5 liegt. Dafür gab es bei den Sommertagen mit 37 ein leichtes Plus zum Mittel von knapp 34.

In Silberborn wurde auf 428 m Höhe eine Temperatur von 16,2 °C gemessen, was einem Plus von gut 0,6 Grad gegenüber dem Klimawert von 1991-2020 entspricht. Hier schaffte es der Sommer nicht ganz in die Top Ten der seit Anfang der 1930er Jahre bestehenden Wetterbeobachtungen im Hochsolling. Der Höchstwert wurde am 2. Juli mit 33,2 °C erzielt, unter dem Strich gab es vier heiße und 19 Sommertage.

Der Wettercharakter war geprägt von vielen wechselhaften und nur wenigen stabilen Phasen – am beständigsten war es noch jeweils um die Monatsmitte im Juni und August, während große Teile des Julis und die erste Augustwoche an einen Sommer, „wie er früher einmal war“ erinnerten – mit mehr Wolken als Sonne und eher verhaltenen Temperaturen. Das zeigt sich auch in der Sonnenscheinbilanz mit einem klaren Plus im Juni und einem etwas kleineren im August bei einem deutlichen Minus im Juli. Die Summe von ca. 648 Stunden liegt um gut 30 Stunden bzw. fünf Prozent über dem Mittel von 1991-2020.

Trotz vieler Wolken blieb der daraus fallende Niederschlag klar unter den langjährigen Mittelwerten – mit einem Nord-Süd-Gefälle im Landkreis. Am meisten fiel in Ottenstein mit 219 mm, die oft nassesten Standorte im Solling brachten es nur auf ca. 157 mm in Hellental und rund 163 mm in Silberborn, wo lediglich gut 60% des durchschnittlichen Sommerregens zusammenkamen. Auch in Bevern steht ein klares Minus – mit 148 mm betrug das Defizit zum Klimamittel fast ein Drittel. Die seit Februar andauernde Trockenheit hat sich also auch im Sommer fortgesetzt.

© +Titelbild Annette Mokross

Nach Backofenhitze zum Start gab’s meist nur kleine Sommerbrötchen   

Der Juli 2025 war unbeständig und trüb mit vielen Regentagen

Fotos von Annette Mokross

Mit einer durchschnittlichen Höchsttemperatur von über 36 Grad und fast 15 Sonnenstunden pro Tag setzte der zweite meteorologische Sommermonat in diesem Jahr neue Maßstäbe – allerdings nur dann, wenn man lediglich die ersten beiden Tage betrachtet. Pünktlich zum Beginn der Schulferien am 3. verschwand die Hitze auf Nimmerwiedersehen (zumindest, was den Juli angeht) und auch die Sonne tat sich schwer, längere Lücken zwischen den Wolkenfeldern zu finden. Kurzum: Der „Höllensommer“ mit seiner wochenlangen „Hitzeglocke“ über Mitteleuropa entpuppte sich als mediale und modellarische Luftnummer und der Juli 2025 geht als ein auch in Zeiten des Klimawandels durchaus typischer Hochsommermonat in die regionale Wetterstatistik ein: Unbeständig und mäßig warm bis warm temperiert. Häufiger Tiefdruck sorgte dafür, dass die Sonnenscheindauer deutlich unterdurchschnittlich blieb, während die Niederschlagsbilanz trotz vieler Regentage kein einheitliches Bild ergab, wobei die langjährigen Mittelwerte meist verfehlt wurden.

Mit einer Monatstemperatur von 18,95 °C lag der Juli 2025 an der DWD-Klimastation in Bevern um knapp 0,4 K über dem Mittel der Jahre 1991-2020 und gut 1,8 K über dem Durchschnitt der Zeit von 1961-1990, die repräsentativ für die Jahre vor Einsetzen der globalen Erwärmung Ende der 1980er Jahre ist. Damit war es der fünfte Juli in Folge, der innerhalb eines sehr schmalen Korridors zwischen 18,7 und 19,1 °C landete. Die kurze, aber sehr kräftige Hitze zu Beginn des Monats brachte mit 37,7 °C den dritthöchsten bisher in Bevern gemessenen Wert – zugleich war der zweite heiße Tag am 2. aber auch schon der letzte für den gesamten Monat. Die Zahl der Sommertage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 25,0 °C blieb mit zehn unterdurchschnittlich, wirklich kühl wurde es aber auch kaum einmal: Nur zwei Tage blieben unter der 20-Grad-Marke. Die Tiefstwerte lagen oft zwischen elf und 16 Grad, etwas aus dem Rahmen fiel die Nacht zum 20.07. mit 19,9 °C – dem höchsten Minimum seit fast fünf Jahren.

An der Wetterstation in Silberborn blieb die Monatstemperatur mit 16,27 °C leicht unterhalb des Mittels der Jahre 1991-2020 (16,45 °C). Auch im Hochsolling machte sich die kurze Hitze zu Monatsbeginn mit zwei heißen Tagen und einem Maximum von 33,3 °C am 2. bemerkbar, bevor sich die Höchstwerte um die 20-Grad-Marke einpendelten. Über 25 Grad schafften es nur noch zwei Tage zum Ende der zweiten Dekade, wenige Tage zuvor reichte es nur mit Müh und Not für ein paar Zehntel über 15 Grad. Die wärmste Nacht zum 20.07. kam auf ein Minimum von 16,9 °C, die kühlste am 30.07. brachte 6,9 °C als Tiefstwert.  

Bei der Analyse der Großwetterlagen über Europa zeigt sich am Ende der ersten Juliwoche und damit noch innerhalb des sogenannten Siebenschläferzeitraums eine nachhaltige Umstellung weg von der Hochdruckdominanz, die das Wetter mit kurzen Unterbrechungen seit Februar bestimmte, und hin zu zyklonalen, also tiefdruckgeprägten Wetterlagen. Zunächst machte die aus einer Südwestlage hervorgegangene Hitze einer Westlage Platz, womit ein erster Schritt zu einem durchgreifenden Temperaturrückgang verbunden war. Der zweite Schritt vollzog sich drei Tage später, als zum Ende der ersten Woche ein blockierendes Hoch über Westrussland der Westströmung den weiteren Weg nach Osten versperrte und ein Tief über Polen „abtropfte“, sich dort festsetzte und seinen Einfluss in der Folge retrograd nach Westen und damit zu uns ausweitete.
Nach vorübergehender Rückdrehung der Strömung über West auf Süd nach Monatsmitte setzte sich in der dritten Dekade erneut Tiefdruck über Mitteleuropa fest und brachte regional – vor allem im Osten, im Norden sowie am Alpenrand – hohe bis sehr hohe Regenmengen. Daran änderte sich bis zum Monatsende nichts mehr und mit einer zyklonalen Nordwestlage ging es auch in den August. Die aufgrund außergewöhnlicher Hitze über dem hohen Norden Europas überdurchschnittlich warme Nordsee sorgte einerseits für die erheblichen Regenmengen im Küstenumfeld und andererseits dafür, dass es für eine Nordwestströmung noch moderat temperiert blieb – bei kälterem Wasser in der Nordsee und auf dem Nordostatlantik wäre eine zyklonale Nordwestlage noch ein ganzes Stück kühler ausgefallen.

„Vom Sonnenschirm zum Regenschirm“ – so textete der DWD in seiner Pressemeldung zur Juli-Auswertung, und so kann man auch den Verlauf in unserer Region zusammenfassen, wobei sich bei den Regenmengen ein doch sehr unterschiedliches Bild ergibt, da es sich oft um räumlich eng begrenzte Schauer handelte. Während die Anzahl der Niederschlagstage mit meist 23-25 überdurchschnittlich hoch ausfiel, verfehlten doch die meisten Stationen ihr langjähriges Mittel. Dabei gilt es zu beachten, dass aufgrund der Wetterlage die Messwerte eher stichprobenartigen Charakter haben und ihre Aussage auf die Fläche bezogen begrenzt ist – auch die Radarauswertungen lösen räumlich nicht hoch genug auf, um genauere Aussagen zu treffen, zumal auch die komplexe Topografie des Weserberglands und des Sollings hier eine Rolle spielt.

Unter Berücksichtigung dieser Faktoren fiel der meiste Regen in Ottenstein mit 91,1 mm, gefolgt von Hellental mit 90,5. Während sich für Ottenstein ein leichtes Plus zum Klimamittel von knapp fünf Millimetern ergibt, dürfte das vom DWD für Hellental (wo erst seit Spätsommer 2018 gemessen wird) angegebene langjährige Mittel von 82,2 mm deutlich zu niedrig angesetzt sein. Realistisch sollten es über 90 mm sein, womit der diesjährige Messwert nahe dem Klimawert liegen dürfte. Es folgen Polle und Silberborn mit je 84,3 mm, was einem leichten bzw. deutlichen Minus entspricht. In Silberborn fehlten zum Klimamittel von 1991-2020 fast 20 mm und das Jahresdefizit beträgt per Ende Juli mittlerweile 203 mm – damit sind dort nach sieben Monaten mit 391 mm rund 40 mm weniger gefallen als in den Trockenjahren 2018 und 2022 zu diesem Zeitpunkt.

Die Klimastation in Bevern meldete 75,4 mm – rund 5 mm weniger als im langjährigen Mittel, das auch in Vorwohle (72 mm) und am deutlichsten beim Schlusslicht Lüchtringen (56 mm) verfehlt wurde. Aus Hehlen fehlen einige Tageswerte, die vorliegenden Daten deuten auf einen durchschnittlichen Monat hin, der beim DWD mit 80 mm angegeben wird.

Weniger komplex gestaltet sich die Auswertung der Sonnenscheindauer, sie lag mit 168 Stunden klar und erstmals seit Januar wieder unter dem Klimawert von 1991-2020, der um fast ein Fünftel verfehlt wurde. Noch weniger gab es im Juli zuletzt vor vier Jahren mit 156 Stunden. Der erste Tag war mit 15,5 Stunden zugleich der (mit Abstand) sonnigste, danach schafften es nur noch drei Tage über die Marke von zehn Stunden, davon nur noch einer nach dem Monatsvierten. Die Sommerferien verliefen damit bisher alles andere als sonnig und daran wird sich wohl erst in der letzten Ferienwoche etwas zum Besseren ändern.

Beim Wind fiel lediglich der Kaltfrontdurchgang am 2. Juli mit lokalen Böen bis Stärke 8 (stürmischer Wind) auf, ansonsten lag der Mittelwind meist bei Beaufort 2-3 und die Böen bei Stärke 5.