Die beiden Monatshälften im August 2026 zeigten unterschiedliche Gesichter
Fotos von Annette Mokross
Sehr sonnig, oft heiß und kaum Regen – so präsentierte sich das Augustwetter genau bis zur Halbzeit. Die zweite Hälfte begann mit einem Temperatursturz auf nur noch mäßig warmes Niveau und verlief deutlich wechselhafter mit einer Reihe von stark bewölkten, teils bedeckten Tagen. Auch Regen war nun häufiger mit von der Partie, allerdings fiel ein Großteil davon in lokal begrenzten, teils sehr kräftigen Schauern, was zu einer ungleichmäßigen Verteilung führte. Die letzte Woche brachte nochmals einige sommerlich warme Tage, heiß wurde es aber in der zweiten Halbzeit nicht mehr. Unter dem Strich war der dritte und letzte meteorologische Sommermonat im Kreis deutlich wärmer als im langjährigen Mittel mit einer überdurchschnittlichen Sonnenscheindauer, während es vielerorts mehr oder weniger deutlich zu trocken blieb.

Mit einer Monatstemperatur von 19,53 °C war der August 2026 an der DWD-Klimastation in Bevern um 1,3 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1991-2020; im Vergleich zur Klimaperiode von 1961-1990 betrug das Plus über 2,8 Grad. Damit war es der neuntwärmste August in der Reihe Bevern/Holzminden seit Aufzeichnungsbeginn 1934; fünf der acht noch wärmeren fallen in die Zeit ab 2015. Die erste Hälfte war geprägt von hochsommerlich heißen Phasen, die allerdings immer wieder von Kaltfrontdurchgängen unterbrochen wurden, so dass eine längere Hitzewelle ausblieb. Dennoch kletterten die Höchstwerte an acht der ersten 15 Tage über die 30-Grad-Marke, am heißesten wurde es am 14. mit 36,1 °C. Vor allem in der zweiten Woche war die Luft meist sehr trocken, was die Wärmebelastung dämpfte und zu deutlicher nächtlicher Abkühlung auf teils einstellige Tiefstwerte führte. Zuvor brachten feuchtere Luft und Bewölkung noch einmal drei sehr milde Nächte, in der wärmsten am 4. August wurde mit einem Minimum von 19,8 °C eine Tropennacht nur knapp verfehlt.
Die Umstellung hin zu mehr Tiefdruck und unbeständigerer Witterung vollzog sich im Laufe des dritten Wochenendes zur Monatsmitte, die Temperaturen sanken dabei in zwei Schritten um fast 15 Grad. Am 17. wurde mit 17,7 °C der niedrigste Höchstwert des gesamten Sommers gemessen. Anschließend lagen die Werte meist um 20 Grad, bevor ab 25. nochmals wärmere Luft aus Süden einströmte. Nach Durchzug von teils kräftigen Schauern und Gewittern erfolgte zum Monatsende wieder ein leichter Temperaturrückgang.
An der Wetterstation in Silberborn lag die Monatstemperatur mit 17,35 °C um knapp 1,3 Grad höher als im Mittel der Jahre 1991-2020 bzw. um fast 2,7 Grad über dem Klimawert von 1961-1990. In der Hochsolling-Messreihe war es der elftwärmste August seit Beobachtungsbeginn. Wärmster Tag war auch hier der 14. mit einem Maximum von 31,8 °C, einen weiteren heißen Tag gab es am 9. mit 30,3 °C. In der deutlich wärmeren ersten Monatshälfte wurden acht Sommertage gezählt, in der zweiten nur noch einer, dafür aber zehn Tage mit einer Höchsttemperatur unter 20 Grad. Am 17. wurde mit 14,3 °C der niedrigste Höchstwert gemessen, die kälteste Nacht am 24. mit einem Minimum von 4,4 °C brachte einen ersten Vorgeschmack auf den Herbst.

Die Analyse der Großwetterlagen über Europa zeigt zu Monatsbeginn eine Südwestströmung, zunächst trocken-warm, dann schwül-heiß. Ab Ende der ersten Woche wechselten sich in einer mäandernden Westlage gemäßigtere und sehr warme Luftmassen ab, bevor sich zu Beginn der zweiten Dekade ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa legte, was zu einem erneuten Temperaturanstieg in den heißen Bereich führte, zugleich trocknete die Luft unter dem Hoch deutlich ab. Zur Monatsmitte wanderte das Hoch nach Osten und machte Platz für den Wetterwechsel vom Atlantik. Mit Drehung auf Nordwest folgten unter Tiefdruckeinfluss unbeständige und nur noch mäßig warme Tage, bevor eine Südostlage die Temperaturen wieder in den sommerlichen Bereich ansteigen ließ. Mit einer Rückdrehung auf westliche Winde kam es zum Monatsende zu einem erneuten Temperaturrückgang und einer schauer- und gewitterträchtigen Tiefdrucklage, die lokal für hohe Regenmengen in kurzer Zeit sorgte.

Von solchen „Volltreffern“ profitierte im Kreis vor allem die Klimastation in Bevern, an der allein in den letzten vier Augusttagen über 40 Millimeter fielen. Zusammen mit den Regenfällen nach Monatsmitte kam hier in der zweiten Hälfte ein ganzes Monatsmittel zusammen, wodurch die sehr trockene erste Hälfte, in der es an nur drei von 16 Tagen regnete, sogar noch mehr als ausgeglichen werden konnte. Unterm Strich stand mit 78,5 mm immerhin ein Plus von knapp 10% zum langjährigen Mittel.
Dieser Wert ist allerdings nicht repräsentativ für die Region, wo die Ausbeute an allen anderen Messstellen des Kreises und in seiner unmittelbaren Nachbarschaft unterdurchschnittlich blieb. Ottenstein schaffte immerhin noch 66,5 mm und Vorwohle 63,4; in Lüchtringen fanden sich 57,6 mm im Messbecher, in Hehlen 54,6 und in Polle nur 49,5 mm. Viel zu trocken blieb es im klimatisch feuchteren Solling: So meldete Hellental lediglich 55,4 und Amelith 59,1 mm. Geringfügig mehr war es in Silberborn mit 62,3 mm, wo allerdings wegen der Höhenlage auch der langjährige Mittelwert mit 88,5 mm am höchsten ist, von dem nur 70% erreicht wurden.

Bei der Sonnenscheindauer gab es hingegen das fast schon obligatorische Plus, daran änderten nach einer außergewöhnlich sonnigen ersten Hälfte mit über 170 Stunden in 16 Tagen auch eine dreitägige Auszeit und anschließend durchwachsene Tageswerte nichts mehr: Die Monatssumme lag mit ca. 238 Stunden um rund 43 Stunden oder 23% über dem Mittel der Jahre 1991-2020. Damit war die Verteilung des Sonnenscheins in allen drei Sommermonaten bemerkenswert homogen auf hohem Niveau: Der Juni schaffte ebenfalls fast 238 Stunden (119%) und der Juli rund 250 (122%). Dass der „sonnenscheinärmste“ Sommermonat fast 240 Stunden schaffte, ist ein Novum in der lokalen Wettergeschichte – zuvor hatte der August 1976 diesen Titel mit 226 Stunden 49 Jahre lang verteidigt.
Der Wind blieb unauffällig im Hintergrund und wehte im Mittel meist schwach mit Stärke 2-3, in Böen gelegentlich mit Stärke 5-6. Mehr als steifer Wind (Beaufort 7) wurde als Monatshöchstwert an keiner Station des DWD mit Windmessung in der Umgebung erreicht.















































































































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