Ja, ist denn immer noch Winter?

Der April 2021 war der kälteste seit 1977 und schneereichste seit 1984

Rückblick auf den April 2021 im Oberwesertal und im Hochsolling

Häufig berichten wir an dieser Stelle von neuen Wärmerekorden, so auch vor wenigen Wochen im Märzrückblick, als erstmals ein meteorologischer Sommertag im ersten Frühjahrsmonat gemessen wurde. Doch auch in Zeiten des Klimawandels gibt es Ausnahmen hin zur kalten Seite, wie der April nun eindrucksvoll unterstrichen hat. Sprichwörtlich macht er ja, was er will – und er wollte in diesem Jahr vor allem eines: kalt sein. Und das nicht nur ein bisschen, sondern so sehr wie seit 1977 nicht mehr. Doch nicht nur die Temperaturen erinnerten oft mehr an Spätwinter als an Frühling, auch der optische Eindruck unterschied sich deutlich von den Aprilbildern der vergangenen Jahre: Was da an weißen Flocken durch die Luft schwirrte und zu Boden fiel, war nicht etwa die Obstblüte, sondern echter Schnee – und der blieb am Ende der ersten Woche sogar liegen, so spät im Jahr wie lange nicht. Im Hochsolling waren es teils bis zu zehn Zentimeter, doch auch in den Niederungen wurde es vorübergehend so weiß wie seit Mitte der 1980er Jahre nicht mehr.

Mit einer Monatstemperatur von 6,64 °C war der April 2021 an der DWD-Station in Bevern um 2,9 Kelvin kälter als das Mittel der aktuellen Klimaperiode 1991-2020. In den letzten 15 Jahren hatte es im zweiten meteorologischen Frühjahrsmonat mehrfach sehr warme Vertreter mit Temperaturen über elf Grad gegeben, der Rekord vor drei Jahren kratzte sogar an der 13-Grad-Marke. Zwischendurch gab es zwar auch immer wieder kühlere Exemplare, aber wirklich kalt war es seit nunmehr 20 Jahren nicht – 2001 wurde letztmals das ältere und niedrigere Klimamittel der Jahre 1961-1990 von 7,93 °C verfehlt. Ähnlich tief wie in diesem Jahr war das Temperaturniveau zuletzt im April 1997, als es keine Wetterstation vor Ort im Wesertal gab und sich aus den Werten der Umgebung wie Hameln und Oberweser (heute Wesertal) sowie Moringen-Lutterbeck ein Wert von 6,7 °C errechnet. Auch 1986 kommt auf eine Apriltemperatur von 6,7 °C, gemessen an der damaligen Station in Holzminden am Bergblick/Sonnenwinkel, zweifelsfrei noch kälter war es zuletzt im April 1977 mit 6,3 °C, die am Vorgängerstandort Über dem Gerichte ermittelt wurden.

Doch nicht nur Monatsmitteltemperatur fiel außergewöhnlich niedrig aus, auch die Tageswerte unterstreichen die hartnäckige Kälte: Mit elf Frosttagen in Bevern wurde der Rekord in der Messreihe Holzminden/Bevern aus dem Jahr 1958 eingestellt. Bodenfrost in fünf Zentimetern über dem Erdboden trat sogar an 19 Tagen auf und im Vergleich zu den durchschnittlichen täglichen Höchstwerten der letzten 30 Jahre waren 25 Tage im April kälter und nur fünf wärmer. Das Maximum wurde mit 19,8 °C gleich am Monatsersten erreicht und lag erstmals seit 1997 unter der 20-Grad-Marke.

Noch ein ganzes Stück kälter und spätwinterlicher liest sich die Bilanz im Hochsolling: An der DTN-Unwetterreferenzstation im Silberborner Kurgarten lag die Monatsmitteltemperatur bei nur 4,27 °C und damit um 3,2 K unter dem Klimawert der Jahre 1991-2020. Vergleichbar kalt war es in Silberborn zuletzt 1986 mit 4,28 °C und auch dort muss man bis 1977 zurückblättern, um einen noch kälteren April zu finden. Wärmster Tag war der 28. mit einem Höchstwert von 17,9 °C.  An nur zwei weiteren Tagen gelang der Sprung über die 15-Grad-Marke, dafür gab es 13 Frosttage, am 6. und 7. sogar negative Tagesmittelwerte – und nicht nur das: Der Spätwinter meldete sich auch mit Schnee eindrucksvoll zurück. Auf knapp zehn Zentimeter wuchs die Schneedecke vorübergehend am Morgen des 7. April an – das ist selbst für diese Höhenlage ein ungewöhnlich hoher Wert zu einem solch späten Zeitpunkt im Jahr. Zuletzt hatte es Anfang April 1994 mit elf Zentimetern ähnlich viel Schnee in Silberborn gegeben, deutlich mehr war es zehn Jahre zuvor 1984, als in der ersten Aprildekade fast durchgehend Schnee lag und dabei stattliche Höhen von bis zu 32 cm gemessen wurden!

Was man aber auch festhalten muss: Einzelne Tage mit einer dünnen Schneedecke von meist 1-2 cm sind im Hochsolling auch in den letzten 30 Jahren im April immer wieder mal vorgekommen – ab und zu sogar noch nach Monatsmitte. Ganz anders sieht es im Wesertal aus: Auch dort finden sich bis zum Ende der 1980er Jahre immer wieder mal späte Schneedecken im April, meist nur kurz und auch nicht allzu hoch, aber es gab sie – in den Achtzigern immerhin in vier Jahren. 1984 ragt auch hier mit bis zu 15 cm deutlich heraus. Mit Beginn der globalen Erwärmung am Ende des Jahrzehnts war es dann wie abgeschnitten: 27 Jahre passierte nichts mehr, erst am 2. April 2015 gab es wieder eine offizielle Schneedeckenmeldung von der 2006 in Betrieb genommenen Station in Bevern, die mit einem Zentimeter aber gerade einmal die Mindesthöhe erreichte. Erst vor gut vier Wochen konnte Beobachter Manfred Springer an „seiner“ DWD-Station nun zum zweiten Mal seit Wiederbeginn der Messungen morgendliche handgemessene Schneehöhen im April nach Offenbach melden: Zunächst einen Zentimeter am 6. und einen Tag später sogar vier Zentimeter, die damit den höchsten Wert der Klimareihe seit 1984 und zugleich Stationsrekord am Standort Bevern im April bedeuten.

Auch die ehrenamtlichen Kollegen an den weiteren Messstellen in der Region setzten Schneemeldungen am Ende der ersten Aprilwoche ab: Je vier Zentimeter waren es in Lüchtringen, Ottenstein, Hehlen und Hellental, fünf in Polle, sechs in Amelith und sogar sieben in Vorwohle.

Woran lag es nun, dass dieser April deutlich aus dem Rahmen der jüngeren Vergangenheit herausfiel? Mit einer Trendwende beim Klima, da sind sich die Experten sicher, hat es nichts zu tun, die langjährige Entwicklung wird dadurch nicht in Frage gestellt. Oder, wie es Andreas Friedrich aus der Pressestelle des DWD formulierte: „Das, was wir im April erlebt haben, ist Wetter. Das war ein lokaler, kurzzeitiger Effekt.“ Mit dem Klimawandel, auch darauf wird seit Jahren hingewiesen, nimmt die Variabilität des mitteleuropäischen Klimas nicht ab, es gibt also weiterhin gerade in den Winter- und Frühlingsmonaten deutliche Abweichungen von den langjährigen Durchschnittswerten, wobei sich allerdings die Verteilung klar hin zur warmen Seite verschoben hat.
Eine tiefer gehende Analyse unter Einbeziehung der Stratopsphären-erwärmungen zu Jahresbeginn hat Kurt Hansen hier verfasst: http://www.wzforum.de/forum2/read.php?27,3961361
Seinen lesenswerten und lehrreichen Blog findet man hier: http://kurthansen-meteo.blogspot.com/

Immerhin lässt sich auch für die weniger versierten Hobbymeteorologen anhand der Großwetterlagen und -typen leicht erklären, warum es in diesem April kaum warm und oft kalt werden konnte: Über dem Nordatlantik hatte sich eine Hochdruckzone gebildet, die zum einen die Westwindströmung blockierte und zum anderen im Zusammenspiel mit Tiefdruck über Nordeuropa Luft aus polaren Breiten zu uns führte – je nach Lage der Druckgebilde herrschten in Deutschland Nordwest-, Nord- oder Nordostlagen – sie machten 24 von 30 Tagen aus.

In der vorwiegenden Nordströmung war der Wettercharakter durchaus apriltypisch wechselhaft, so dass sich stark bewölkte und heitere Abschnitte im Tagesverlauf oft rasch abwechselten und es nur wenige vollständig trübe Tage gab, ebenso reichte es kaum einmal für durchgehenden Sonnenschein. Von den als sonnenscheinreich eingestuften Tagen mit mindestens elf Stunden Sonnenschein gab es nur drei – im letzten April waren es noch 18 gewesen. Vor einem Jahr gab es mit 294 Stunden noch einen neuen Allzeitrekord bei der Monatssumme, diesmal musste man sich mit weniger als der Hälfte, genauer: mit 144 Stunden begnügen. Damit wurde das Klimamittel der Jahre 1991-2020 um ca. 28 Stunden oder gut 16% verfehlt.

Überdurchschnittlich war dagegen die Niederschlagssumme, zumindest an der Station in Bevern, wo mit 56,7 mm das Mittel der vergangenen 30 Jahre um immerhin 24% übertroffen wurde. Zuletzt hatte es oft längere Trockenheit im April gegeben, mehr Regen war in Bevern zuletzt 2008 gefallen. Auch die Werte aus Lüchtringen und Vorwohle lagen sehr ähnlich mit rund 58 mm, im Nordwesten des Kreises war es allerdings ein ganzes Stück trockener: In Polle wurden knapp 49 mm gemessen und in Ottenstein und Hehlen sogar nur 39 bzw. 38 mm. Auch im klimatisch nasseren Sollingumfeld gab es Unterschiede: Am meisten fiel in Hellental mit fast 71 mm, weiter südwestlich in Amelith auf ähnlicher Höhe waren es nur knapp 54 mm und Silberborn lag mit 61,7 mm nicht nur geographisch dazwischen. Der dortige Wert liegt geringfügig über dem Mittel der Jahre 1991-2020, so dass es zumindest keinen weiteren zu trockenen Monat im Hochsolling gab, von einer nachhaltigen Entspannung für die Wälder aber auch nicht die Rede sein kann.

Titelfoto: Annette Mokross, Polle

Die Diagramme öffnen sich wie immer per Klick in größerer Ansicht:

Nach Ostern wurde es noch einmal winterlich (Foto: Annette Mokross)
Der Schnee war am 17.04. zwar auch im Solling wieder verschwunden, aber von frühlingshafter Stimmung keine Spur. Immerhin entschädigt diese markante Wellenstruktur der stratiformen Bewölkung für das kühle und trübe Grau (Foto: Thomas Seliger)

So kalt wie seit 25 Jahren nicht mehr

Zwischenbilanz der ersten Aprilhälfte

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Diese Frage könnte man sich durchaus stellen, wenn man auf die Temperaturen der ersten Aprilhälfte blickt: Ein Mittelwert von 4,9 °C an der DWD-Station in Bevern und von 2,4 °C an der DTN-Station in Silberborn, dazu acht bzw. zehn Frosttage und mehrere mit Schneedecke – diese Daten könnten durchaus aus einem Dezember stammen. Und der Blick in die Natur deutet zumindest im Hochsolling kaum etwas von einem Frühlingsdurchbruch an.

Auch wenn Kaltlufteinbrüche im mitteleuropäischen Frühjahr keine Seltenheit sind, ist die diesjährige Aprilkälte ungewöhnlich hartnäckig. Nur ein Tag bisher – gleich der Monatserste – war wärmer als im Durchschnitt der letzten 30 Jahre, alle anderen seither landeten unter ihrem Klimamittelwert, die meisten davon deutlich.

Zwar gab es neben mehreren sehr warmen Exemplaren seit dem ersten „Aprilsommer“ im Jahr 2007 auch immer wieder kühlere Vertreter wie 2015-2017, aber so kalt wie in diesem Jahr war es in der ersten Aprilhälfte im Oberwesertal zuletzt vor 25 Jahren im Jahr 1996. Damals gab es keine Messungen in Bevern oder Holzminden, aber eine Station des DWD in Boffzen, an der 4,5 °C bei den Tagesmitteltemperaturen und 9,4 °C bei den Höchstwerten (aktuell in Bevern 9,6 °C) zu Buche stehen. In Silberborn war es damals mit 2,4 °C genauso kalt wie in diesem Jahr, die aktuellen Höchstwerte liegen mit einem Durchschnittswert von 6,1 °C nach 15 Tagen sogar noch ein Stück unter denen vor 25 Jahren (6,8 °C). Erst weitere zehn Jahre zurück findet sich eine in der gesamten Region noch deutlich kältere erste Aprilhälfte: 1986 wurden in Holzminden 3,5 °C bei den Tagesmitteln und 6,5 °C bei den Höchstwerten gemessen, in Silberborn 1,0 und 3,7 °C. Gegenüber dem aktuellen Klimamittel der Jahre 1991-2020 waren die ersten 15 Apriltage 2021 in Bevern um 3,3 K und in Silberborn sogar um 3,7 K zu kalt.

Beim Niederschlag wurde bereits zur Halbzeit mit 44,1 mm fast das gesamte Monatsmittel erreicht, die Sonne zeigte sich nur selten und schaffte nur gut 26% der durchschnittlichen Monatssumme.

Von Frühling keine Spur: Trostloser Ausblick vom Hochsollingturm am 17.04. Foto: Thomas Seliger

Der Winter schlägt zurück

Das Gerangel zwischen Spätwinter und Frühsommer um die Vorherrschaft in diesem von markanten Gegensätzen geprägten Frühjahr ging zum Ende der ersten Aprilwoche in eine neue Runde: Nachdem erstmals seit Aufzeichnungsbeginn schon im März ein meteorologischer Sommertag an der DWD-Station in Bevern gemessen wurde, setzte der Winter nur wenige Tage später einen eindrucksvollen Konter. Am Morgen des 6. April gab es in Bevern (und nicht nur dort) zum Messtermin um 07:50 Uhr MESZ eine dünne Schneedecke von einem Zentimeter – auch das ist im April schon ein seltenes Ereignis, das es zuletzt vor sechs Jahren gab. Doch 24 Stunden später waren es dann sogar vier Zentimeter – die höchste Aprilschneedecke seit 1984, als am damaligen Standort am Bergblick in Holzminden am 3. April 15 cm gemessen wurden – da spielte der Spätwinter dann doch noch in einer anderen Liga. Aber in der Datenreihe ab 1951 findet sich nur noch eine weitere höhere Schneedecke als am vergangenen Mittwoch: Im Jahr 1975, ebenfalls am 7. gemessen.

Im Hochsolling ist Schnee – auch solcher, der liegenbleibt – im Frühjahr deutlich häufiger zu finden als im Wesertal und dennoch ist es auch dort schon lange her, dass es so spät im Jahr für eine vergleichbare Schneedecke reichte wie in der vergangenen Woche mit vier Tagen in Folge und bis zu neun Zentimetern. Vor 25 Jahren, in den ersten vier Tagen des April 1996, gab es eine fast identische Bilanz, mehr Schnee im April mit elf Zentimetern zuletzt am 05.04.1994. Der späteste Schnee der Sollingreihe bezogen auf die Standorte Neuhaus und Silberborn (ab 1976) wurde übrigens im Mai beobachtet – ein Zentimeter am Morgen des 03.05.1985, nachdem es in jenem Jahr bereits Ende April mehrere Schneedeckentage gegeben hatte. Im oben erwähnten April 1984 lagen in Silberborn bis zu 30 Zentimeter, und auch in der jüngeren Vergangenheit machte der Spätwinter noch einmal nachhaltig auf sich aufmerksam: 2008 gab es zwar nicht ganz so späte, aber doch sehr eindrucksvolle bis zu 28 cm Schnee Ende März. Damals konnte sich die Schneedecke sogar zwölf Tage lang halten, an neun Tagen in Folge lagen mindestens 17, an vier davon mindestens 21 Zentimeter. Und auch die Rekordhöhe wurde nicht im Winter, sondern im Frühjahr gemessen und ist bis heute gültig: 79 cm am 8. und 9. März 1988.

Schneeschauer und erstmals über 25 Grad

Rückblick auf den März 2021

Warmer Start, rekordwarmes Ende – und dazwischen oft kühl: So lässt sich der Temperaturverlauf im März 2021 in wenigen Worten zusammenfassen. Auch wenn die Gesamtbilanz aller wichtigen Parameter kaum von den langjährigen Durchschnittswerten abwich, schrieb der Monat dennoch lokale Wettergeschichte: Mit 25,3 °C wurde nicht nur der bisherige Rekord aus dem März 1968 übertroffen, sondern erstmals seit Beginn der Wetterbeobachtungen ein meteorologischer Sommertag im ersten Frühjahrsmonat gemessen. Nach November und Februar gab es damit bereits zum dritten Mal in den letzten fünf Monaten einen neuen Rekord bei den Höchstwerten.

Mit einer Monatstemperatur von 5,39 °C war der März 2021 an der DWD-Station in Bevern geringfügig wärmer als das Mittel der aktuellen Klimaperiode 1991-2020 von 5,22 °C. Gegenüber dem früheren Referenzmittel der Jahre 1961-1990 betrug das Plus deutlichere 1,35 K. Neben dem ersten Sommertag am 31.03. – statistisch wäre dieser bezogen auf die letzten 30 Jahre erst am 9. Mai zu erwarten und im letzten Jahre dauerte es sogar bis zum 2. Juni – schafften noch zwei weitere Tage am Monatsende den Sprung über die 20-Grad-Marke. Doch insgesamt bildeten milde bzw. warme Tage die Ausnahme in diesem Monat, weite Teile der ersten und fast die gesamte zweite Dekade verliefen zumindest leicht unterkühlt. Für einen richtig spätwinterlichen Abschnitt reichte es aber in den Niederungen nicht mehr. Die Anzahl von elf Frosttagen an der Station in Bevern entspricht fast genau dem Mittelwert der vergangenen 30 Jahre, Bodenfrost, genauer: Frost in fünf Zentimetern Höhe über dem Erdboden wurde an 21 Tagen gemessen. Es gibt auch Messungen im Erdboden an einem Teil der Stationen des DWD-Netzes, dort werden auch die Temperaturen in 5, 20, 50 und 100 cm Tiefe ermittelt, in Bevern gehören diese Werte aber nicht dazu.

An der fast 320 m höher gelegenen Wetterstation der Stadt Holzminden in Kooperation mit dem Wetterdienstleister DTN in Silberborn liest sich die Klimabilanz sehr ähnlich: Die dort gemessene Mitteltemperatur von 3,44 °C lag um 0,19 K über dem Durchschnitt der Jahre 1991-2020 und um 1,34 K über dem Wert der Periode 1961-1990. Frost gab es an 15 Tagen, das Minimum betrug -6,8 °C, gemessen am 6. März, doch auch zu Beginn des astronomischen Frühjahrs am 20. wurde es mit einem Tiefstwert von -6,1 °C noch einmal winterlich kalt. Schnee- und Schneeregenschauer traten dem Sollingklima entsprechend mehrfach auf, eine messbare Schneedecke am Morgen wurde aber nur noch am 10. mit 4-5 cm vorgefunden.

Ob es am Monatsende auch in Silberborn für einen neuen Wärmerekord reichte, kann leider nicht mit hinreichender Sicherheit ermittelt werden. Der 30.03.1968, bisheriger Spitzenreiter in der Region, fiel in die Zeit der Messlücke zwischen der Beendigung der Wetterbeobachtungen in Torfhaus Ende 1966 und der Einrichtung der Wetterstation in Neuhaus im Jahr 1975. Die Daten der Stationen auf ähnlicher Höhe in der weiteren Umgebung von damals lassen leider keine eindeutigen Rückschlüsse zu. Festzuhalten bleibt aber, dass es sich auch in Silberborn mit bis zu 21,7 °C um ein außergewöhnlich warmes Märzfinale handelte.

Die Ursachen für die Temperaturgegensätze lagen in einem Wechsel zwischen warmen Hochdrucklagen zu Monatsbeginn und -ende und kalten oder zumindest kühlen Nordlagen dazwischen, unterbrochen durch eine kurze Westlage zu Beginn der zweiten Dekade.  Ein überwiegend meridionales Zirkulationsmuster, bei der die dominierenden Luftströmungen längengradparallel ausgerichtet sind, ist im Frühjahr keine Seltenheit. Der Abfluss kalter Arktikluft nach Süden und die Verfrachtung subtropischer Luftmassen nach Norden ist vielmehr eine notwendige Voraussetzung dafür, dass es im hohen Norden Europas überhaupt Frühling werden kann. Deshalb finden sich trotz der grundsätzlichen Erwärmung aller Jahreszeiten gerade im Frühjahr immer wieder auch kalte Abschnitte deutlich unter den langjährigen Durchschnittswerten – der typische mitteleuropäische Frühling bleibt auch in Zeiten zunehmender Erwärmung von zwischenzeitlichen Kälterückfällen geprägt, das gilt ebenso und in den letzten Jahren sogar noch eher verstärkt für den April. Gleichzeitig haben die deutlich zu warmen Monate im Frühjahr ebenfalls zugenommen, mit anderen Worten: Die Gegensätze binnen kurzer Zeitabstände sind größer geworden.

Schlecht für die Natur: Niederschlagsreiche Phasen nehmen in solch einem Szenario ab. Dafür steht auch der März 2021 exemplarisch: Nennenswerte Regenmengen brachten lediglich die Tage mit West- und Nordwestströmung vor Monatsmitte, auf die fast der gesamte Niederschlag entfiel. An der Station in Bevern reichte das immerhin sogar fast zum Erreichen des Klimamittels der Jahre 1991-2020 von 61,3 mm – dazu fehlte am Ende nur ein halber Millimeter. Doch an den anderen Stationen in der Region war das Defizit teilweise größer: In Silberborn fielen mit 68,4 mm nur knapp 80%, in Amelith mit 58,7 mm gut 85%. Der höchste Messwert stammt aus Hellental, wo die schmale Tallage Stauniederschläge begünstigt und sich der nasseste Standort im Kreis befinden dürfte, wobei die Messungen über viele Jahre in Dassel stattfanden und erst seit Herbst 2018 in Hellental. Deshalb gibt es dort noch keine langjährigen Klimawerte, die man belastbar in Bezug zu den aktuellen Messwerten setzen kann. Im März jedenfalls holte der Beobachter insgesamt 87,5 mm aus dem Sammelbecher.
Die weiteren Werte: Vorwohle 57,0 mm, Hehlen 56,9 mm, Ottenstein 51,2 mm und Polle 56,0 mm. In Amelith und Silberborn reichte es am Morgen des 10. mit drei bzw. vier bis fünf Zentimetern zum einzigen Schneedeckentag des Monats, in den tieferen Lagen reichte es nur für die Meldung „Schneeflecken“, die einen Bedeckungsgrad von mehr 10, aber weniger als 50% der betrachteten Fläche beschreibt.

Die Sonne konnte sich nur an wenigen Tagen lange am Himmel zeigen, erst die Hochdruckphase zum Monatsende führte zum Erreichen bzw. leichten Überschreiten des 30-Jahres-Mittels von rund 117 Stunden. Umgekehrt gab es kaum richtig trübe Tage mit nur sehr wenig oder gar keinem Sonnenschein – auch das ist typisch für Nordlagen: Der schnelle Wechsel von dichter Bewölkung mit Schauern, teils mit Schnee und Graupel, und zwischenzeitlichen Aufheiterungen. Solche von höhenkalter Luft in ca. 5.500 m Höhe geprägte Wetterlagen gelten als typisches Aprilwetter, treten aber auch in anderen Monaten auf, am häufigsten im Frühjahr. Und da will der April in diesem Jahr, wie wir nun zum Erscheinen dieses Märzrückblicks bereits wissen, keine Ausnahme machen.

Titelfoto: Thomas Seliger

Fotos aus dem März 2021 von Annette Mokross:

Der Februar macht den Unterschied

Mehr Winter als in den letzten acht Jahren im Oberwesertal dank einer Woche im Februar

Rückblick auf den Winter 2021 an der DWD-Station Bevern

Mit einer Mitteltemperatur von 2,56 °C sortiert sich der Winter 2021 zwar als einer der kälteren der letzten zehn Jahre, aber im längeren Betrachtungszeitraum als durchaus mild ein. Seit Messbeginn 1934 in Holzminden waren bezogen auf den Standort Bevern 26 Winter wärmer und 60 kälter. Im Vergleich zum Klimamittel 1991-2020 steht ein zartes Plus von 0,2 K, gegenüber dem älteren der Jahre 1961-1990 fällt es mit 1,4 K deutlicher aus.

Während der Dezember trüb und überwiegend mild verlief und der Januar zwar recht kalt, aber ohne wirklich hochwinterliche Ambitionen dahindümpelte, hatte es der Februar mit extremen Ausschlägen in kurzer Zeit in sich. Er sorgte für den kältesten Abschnitt seit neun und den schneereichsten seit 34 Jahren – und anschließend für den wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn.

Mit 19,3 °C gab es am 24.02.2021 einen neuen Jahreszeitenrekord bei den Höchsttemperaturen, die alte Bestmarke stammte mit 18,5 °C vom 27.02.2019.
Aufgrund der Kältewelle in der zweiten Februarwoche wurden acht Eistage und eine Kältesumme von 83,3 K gezählt – bezogen auf die letzten 30 Jahre liegt die Kältesumme fast genau im Schnitt, während die Anzahl der Eistage unterdurchschnittlich ist, obwohl in der Mehrzahl der Winter ab 1991 noch weniger gemessen wurden – ein klassisches Beispiel für eine schiefe Verteilung, verursacht durch die hohe Anzahl der Dauerfrosttage in den Wintern 1996+1997 und 2010+2011.
Die Anzahl der Frosttage lag mit 29 wiederum ziemlich genau im Mittel von 1991-2020 (30). Mit -18,7 °C wurde das tiefste Minimum in zwei Metern Höhe seit Jahresbeginn 2009 (-19,8 °C am 7. und 19,5 °C am 6. Januar) gemessen, für den Standort Bevern war es der dritttiefste Wert seit Inbetriebnahme der Station im Sommer 2006. Fünf Zentimeter über dem Erdboden oder vielmehr über der Schneedecke gab es mit -24,8 °C sogar einen neuen Standortrekord.

Die Niederschlagssumme war mit 184,9 mm über 13% niedriger als im Schnitt der letzten 30 Jahre. Mit 16 Schneedeckentagen verzeichnete Bevern die höchste Anzahl im meteorologischen Winter seit acht Jahren, die Höhe von bis zu 25 cm innerhalb einer Reihe von Tagen um oder über 20 cm Schnee bedeutet zugleich den schneereichsten Abschnitt seit Januar 1987.

Beim Sonnenschein konnte der Endspurt im Februar die trüben Monate Dezember und Januar nicht mehr ganz kompensieren: Mit knapp 142 Stunden wurde das Klimamittel seit 1991 geringfügig um rund sechs Stunden oder vier Prozent verfehlt.

Deutlich mehr Schnee als zuletzt

Rückblick auf den Winter 2021 im Hochsolling

Nach drei mehr oder weniger ausgefallenen Wintern ohne Wintersportmöglichkeiten hatte der Jahrgang 2020/2021 wieder mehr zu bieten – doch diesmal sorgte die Corona-Pandemie dafür, dass die Ausflugsziele in und um Neuhaus und Silberborn nur eingeschränkt besucht und genutzt werden konnten. Mit 47 Schneedeckentagen wurde in Silberborn auf 430 m exakt die Anzahl von vor vier Jahren erreicht, auch diesmal konzentrierte sich die weiße Phase im Hochsolling auf die Zeit von Anfang Januar bis Mitte Februar, wobei es anders als 2017 mehrere Tauwetterphasen gab, so dass sich die Abschnitte mit Schnee auf mehrere Etappen verteilten. Mit bis zu 45 cm wurden dabei selbst in dieser immer noch recht schneereichen Region zuletzt nicht mehr erreichte Höhen gemessen. Nach Februarmitte zog aber auch hier der Vorfrühling mit Macht und ungewöhnlicher Wärme ein – inklusive eines neuen Rekords bei den Tageshöchstwerten mit 16,3 °C am 24. Februar. Zuvor hatte es strengen Nachtfrost bis -18,0 °C gegeben.

Mit einer Mitteltemperatur von 0,82 °C war es an der in Kooperation mit dem Wetterdienstleister DTN (früher MeteoGroup und meteomedia) im Kurgarten von Silberborn betriebenen Station, die die frühere DWD-Messreihe (bis 2008) bei den Temperaturen homogen fortschreibt, um 0,5 Kelvin wärmer als im aktuellen Klimamittel der Jahre 1991-2020. Gegenüber dem früheren Referenzmittel der Periode 1961-1990 betrug die Abweichung knapp +1,7 K.
Auf einen weitgehend milden und fast schneelosen Dezember folgten ein recht kalter und schneereicher Januar und ein Februar mit zwei extrem unterschiedlichen Gesichtern. Hochwinterlich mit Schnee satt und Dauerfrost erinnerte vor allem die zweite Februarwoche an bereits vergessen geglaubte Zeiten, mit bisher unbekannter Wärme schlug das Pendel nur eine Woche später noch kräftiger in die andere Richtung aus.

Die Niederschlagsbilanz fiel mit 232,2 mm bescheiden aus, das Defizit gegenüber dem Mittel der letzten 30 Jahre betrug immerhin 19% – und das nach drei Jahren in Folge, in denen die Sollingwälder vor allem durch lange trockene Phasen Schaden genommen hatten. Auch wenn für die Vegetation die Niederschläge im Frühjahr und Sommer von größerer Bedeutung sind als im Winter, sind dies keine guten Nachrichten für die aufgrund des hohen Fichtenbestandes vom Klimawandel besonders betroffene Region. Der Forstwirtschaft bleibt nur die Hoffnung auf ein möglichst nasses Frühjahr, ansonsten drohen weitere Trockenschäden und eine erneute Borkenkäferplage. Doch zuletzt waren gerade die Frühlingsmonate oft überwiegend hochdruckgeprägt.

Zwischen Kältewelle und Wärmerekorden lagen nur wenige Tage

Viel Schnee und extreme Temperaturen kennzeichneten den Februar 2021

Blickt man nur auf die Monatstemperatur an der Klimastation des DWD in Bevern, war der Februar 2021 zwar etwas kälter als im Mittel der letzten 30 Jahre, aber alles andere als auffällig. Doch hinter der vermeintlichen Durchschnittskost verbergen sich extreme Witterungsphasen, die es in so rascher Abfolge noch nie gegeben hat seit Beginn der lokalen Wetterbeobachtungen. Auf Strengfrostnächte bis fast -20 Grad und Schneehöhen, wie sie zuletzt vor 34 Jahren gemessen wurden, folgte fast nahtlos der wärmste bisher in einem Februar registrierte Abschnitt mit einem neuen Monatsrekord von 19,3 °C. Zwischen Dauerfrost und dem Überschreiten der 15-Grad-Marke lagen ganze sechs Tage. Dazu war es etwas trockener und deutlich sonniger als im klimatologischen Durchschnitt.

Mit einer Monatstemperatur von 1,36 °C war der Februar 2021 an der DWD-Station in Bevern um knapp 1,1 K kälter als das Mittel der aktuellen Klimaperiode 1991-2020. Sah es zwischenzeitlich sogar nach einem sehr kalten Monat aus mit dem Potenzial, der kälteste seit 1986 zu werden, wendete sich das Blatt nach Monatsmitte deutlich. Die Aufholjagd endete exakt auf dem Niveau des Durchschnitts der Jahre 1961-1990 und sorgte dafür, dass der Monat im Vergleich zu den letzten 30 Jahren im unteren Mittelfeld landete.
An der DTN-Station in Silberborn war es, wie es sich für den Hochsolling gehört, zwar bei den absoluten Werten noch etwas kälter, im Vergleich zum dortigen Klima allerdings ein ganzes Stück milder: Die im Kurgarten gemessene Monatsmitteltemperatur lag mit 0,7 °C um 0,3 K über dem jüngeren Klimawert ab 1991 und um 1,5 K über dem älteren der Jahre 1961-1990. Hauptgrund dafür waren weniger eisige Nächte als im Wesertal, wo sich die schwere Kaltluft besser sammeln und länger halten konnte. Auch während der sehr milden Phase kurz vor Monatsende blieben die Nächte im Solling wärmer als in den Niederungen.

Nach noch milden Tagen zu Monatsbeginn legte der Winter im Laufe des ersten Wochenendes so richtig los: Dauerfrost und Schneeverwehungen verwandelten die Region in wenigen Stunden in eine hochwinterliche Landschaft mit entsprechenden Verkehrsbehinderungen und einzelnen Straßensperren. Teils türmten sich die Schneewehen auf über 2 Meter Höhe und ließen auch den Räumfahrzeugen keine Chance. Offiziell nach meteorologischen Standards wurden zu Beginn der zweiten Woche bis zu 25 cm an der Klimastation in Bevern gemessen und bis 45 cm im Kurgarten von Silberborn. An den meisten anderen Stationen des DWD im Kreis waren es um 30 cm, in Ottenstein sogar fast 40 – dort hatte der Wind seine Hand kräftig im Spiel. Je nach Standort war es die höchste Schneedecke seit elf oder im Falle von Bevern sogar seit 30 Jahren, als letztmals an der Holzmindener Vorgängerstation 25 cm gemessen wurden. Während diese Höhe im Februar 1991 aber eine Eintagsfliege blieb, lagen diesmal an acht Tagen in Folge mindestens 18 cm, so dass man weitere vier Jahre in den Januar 1987 zurück muss, um ein vergleichbares Schneeereignis in der Klimareihe Bevern/Holzminden zu finden.

Ursache für den kräftigen Wintereinbruch war eine Strömungsumkehr auf nordöstliche Richtung quasi durch die „Hintertür“ über eine südliche Westlage. Dabei ist die atlantische Frontalzone, auf der die Tiefdruckgebiete in der Regel von West nach Ost ziehen, deutlich nach Süden verschoben. Die Tiefs ziehen also statt über Skandinavien hinweg durchs Mittelmeer und können anschließend auf ihrer Nordseite kalte Luft aus Osten anzapfen. Gesellt sich dann noch ein kräftiges Hoch über Skandinavien hinzu, entsteht die für Mitteleuropa winterlichste Großwetterlage.  
In der zunächst noch feuchten Luft konnten sich die Schneefälle bilden, die am Samstagabend einsetzten und bis in den Montag anhielten. Der eisige und böige Nordostwind tat sein Übriges zum winterlichsten Witterungsabschnitt seit vielen Jahren. Anschließend ließen Niederschläge und Wind nach und die Wolkenlücken wurden größer, was zu mehr Sonnenanteilen tagsüber und sehr strengem Frost in der Nacht und den frühen Morgenstunden führte mit Tiefstwerten von bis zu -18,0 °C in Silberborn und -18,7 °C in Bevern, jeweils in zwei Metern Höhe gemessen. Fünf Zentimeter über der Schneedecke wurden in Bevern sogar fast -25 Grad erreicht – der tiefste Wert an diesem Standort seit Inbetriebnahme 2006.  

Doch so schnell und heftig der Winter aus Nordosten gekommen war, so rasch wurde er anschließend mit Beginn der zweiten Monatshälfte wieder verdrängt, zunächst von einer Westströmung, in der mildere Luft in der Höhe mit Regen auf die noch gefrorenen Böden traf und gebietsweise für gefährliches Glatteis sorgte. Später stellte sich mit einer Südwest- bis Südlage sogar der wärmste bisher in einem Februar beobachtete Witterungsabschnitt ein. Nur sechs Tage nach dem letzten Dauerfrosttag kletterten die Werte am 20.02. in Bevern erstmals über die 15-Grad-Marke – und sollten sich sechs Tage lang auf einem Niveau halten, das dem Durchschnitt von Ende April/Anfang Mai entspricht. Am 23. wurde der erst zwei Jahre alte Rekord von 18,5 °C eingestellt und tags drauf um fast ein Grad übertroffen. Auch in Silberborn gab es mit 16,3 °C einen neuen Februarrekord.

Die Temperaturspanne zwischen dem tiefsten Minimum und höchsten Maximum betrug in Bevern 38,0 Kelvin und lag damit so hoch wie nie zuvor innerhalb eines Monats seit Aufzeichnungsbeginn. Zwar ist der Februar für seine großen Schwankungen bekannt, aber solche aufeinanderfolgenden Extreme waren bisher nicht dokumentiert. An den DWD-Stationen Mühlhausen und Dachwig in Thüringen lag diese Spanne sogar bei jeweils 45,6 Kelvin!

Zu Beginn der letzten Woche zeigte sich ein weiteres Wetterphänomen, das bei Südlagen gern einmal auftritt: Saharastaub wurde bis nach Mitteleuropa verfrachtet und trübte die Atmosphäre, was zu vorübergehend gedämpfter Sonneneinstrahlung und ungewöhnlichen Himmelsfärbungen führte. Hatte sich die Sonne in der ersten Monatsdekade noch sehr schwer getan, zeigte sie sich anschließend regelmäßiger und länger, an mehreren Tagen blieb es sogar weitgehend wolkenlos. Unterm Strich stand mit 93 Stunden ein sonnenscheinreicher Monat, in dem das Klimamittel um 37% übertroffen wurde.

Kranichzug vor von Saharastaub verdunkelter Sonne (Foto: Annette Mokross)

Beim Niederschlag hingegen steht ein Minus im Vergleich zum 30-jährigen Durchschnitt: Regen und Schnee ergaben in Summe in Bevern mit 54,2 mm und in Silberborn mit 73,4 mm jeweils nur rund 90% vom Klimawert. An zwölf Tagen lag in Bevern Schnee, das hatte es zuletzt im Januar 2013 gegeben; in Silberborn an 15 Tagen – dort hatte bereits der diesjährige Januar mehr zu bieten, jedenfalls bei der Anzahl der Schneedeckentage. Die zwischenzeitlich gemessenen 45 cm sind aber auch im Solling längst kein Standard (mehr).

Titelbild: Annette Mokross

Faszination Winterlandschaft

Annette Mokross aus Polle hat die hochwinterliche Phase in der ersten Februarhälfte mit der Kamera eingefangen – und an der Weser faszinierende Motive festgehalten. Wer weiß, wann es wieder einmal so aussehen in der Region?

Herzlichen Dank , dass diese Auswahl hier gezeigt und genossen werden darf – mit einem Klick auf eines der Fotos öffnet sich die Galerie mit Darstellung in voller Größe: