Viel Sonnenschein und ein markantes Niederschlagsdefizit

Das Jahr 2025 war außergewöhnlich trocken und sehr sonnig

Blickt man auf die Zahlen, die das Wetterjahr 2025 im Landkreis hinterlassen hat, fallen vor allem die Niederschlagssummen ins Auge und ins Gewicht – und zwar im negativen Sinne: In nur wenigen Jahren seit Beobachtungsbeginn war es noch trockener als im vergangenen Jahr. Im Hochsolling wurde sogar die Marke aus dem Trockenjahr 2018 noch unterboten und so wenig Niederschlag gemessen wie seit 1959 nicht mehr. Ursache waren viele Hochdruck- bzw. Hochrandlagen im Jahresverlauf, Tiefs aus Westen schafften es deutlich seltener nach Mitteleuropa als in den beiden vorausgegangenen Jahren, in denen es deutlich mehr regnete als im Durchschnitt. Kein Geiz herrschte dagegen bei der Sonnenscheindauer, die deutlich über den langjährigen Mittelwerten lag, während es die Temperaturen nach drei rekordwarmen Jahren in Folge diesmal ein Stück ruhiger angehen ließen.

Mit einer Jahrestemperatur von 10,70 °C war das Jahr 2025 an der DWD-Station in Bevern um 0,83 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1991-2020; gegenüber der älteren Klimaperiode von 1961-1990 lag das Plus bei genau 1,9 Grad. Damit landet 2025 auf Rang acht der wärmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn vor gut 90 Jahren und ebenso auf dem achten Platz seit 2014.  Betrachtet man nur die letzten 15 Jahre ab 2011, fällt das Plus mit knapp 0,2 Grad sehr gering aus, so dass sich gegenüber der jüngsten und mit Abstand wärmsten Vergangenheit ein Durchschnittsjahr ergibt.

Die Extremwerte wurden auf der warmen, besser heißen Seite am 2. Juli mit einem Höchstwert von 37,7 °C – zugleich dritthöchster bisher am Standort Bevern registrierter Wert seit Inbetriebnahme der Station 2006 – sowie auf der kalten Seite mit einem Tiefstwert von -8,5 °C am zweiten Weihnachtstag gemessen. Auffällig im Vergleich zum Vorjahr ist die gut doppelt so hohe Anzahl an Frosttagen, die 2024 allerdings mit nur 35 einen neuen Minusrekord erzielt hatte. Die Zahl der Hitze- und Sommertage fiel mit acht bzw. 46 geringer aus als im Vorjahr, was bei den Sommertagen ein kleines Plus zum Mittel von 1991-2020 (43) und bei den heißen Tagen (10) ein kleines Minus bedeutet.

Wärmster Monat war der Juli mit 18,95 °C, am kältesten der Februar mit 2,24 °C. Die höchste positive Abweichung zum 30-Jahres-Durchschnitt erzielte der Juni mit fast genau 2 Grad; zwei Monate schrieben ein kleines Minus: Der Februar mit knapp zwei Zehnteln und der Mai mit gut einem Zehntel.

Bei den Jahreszeiten gab es keine Ausreißer nach oben oder unten, alle vier lagen zwischen 0,7 (Winter) und 0,9 Grad (Frühjahr bis Herbst) über dem Mittel von 1991-2020. Auch die Witterungsphasen brachten kaum Herausragendes, in Erinnerung bliebt vor allem die kurze, aber sehr intensive Hitze Anfang Juli sowie ein ungewöhnlich kaltes Weihnachtsfest.

An der Wetterstation in Silberborn auf 428 m lag die Jahrestemperatur 2025 mit 8,75 °C um 0,9 Grad über dem Mittel der Jahre 1991-2020 und gut 1,9 Grad über dem Referenzwert der Periode von 1961-1990. Am wärmsten wurde es am 2. Juli mit einem Höchstwert von 33,3 °C – einer von insgesamt vier heißen Tagen. Sommertage mit einem Maximum von mindestens 25,0 °C wurden 19 gezählt, warme Tage mit mindestens 20 Grad 66-mal. Frost gab es an 81 Tagen mit einem Jahresminimum von -10,9 °C am 12. Januar in zwei Metern Höhe und von -16,2 °C über dem schneebedeckten Erdboden am selben Tag. An 19 Tagen herrschte Dauerfrost, der niedrigste Höchstwert wurde mit -4,7 °C am ersten Weihnachtstag gemessen.

Anders als in den beiden Vorjahren fiel die Niederschlagsbilanz klar unterdurchschnittlich aus. Fast alle Monate schlossen mit einem mehr oder weniger großen Defizit ab (Ausnahmen: Januar und Oktober), das Frühjahr brachte sogar so wenig Regen wie nie zuvor seit Beobachtungsbeginn. An der Station in Bevern liest sich das konkret so: Das rekordtrockene Frühjahr von März bis Mai kam auf nur 87,2 mm, nachdem schon der vorausgegangene Februar einer der trockensten gewesen war mit ganzen 14,2 mm. Auch der Sommer brachte viel zu wenig Regen (nur 147,7 mm = 68%), das Defizit im Herbst fiel zwar etwas geringer aus, unter dem Strich fehlten am Jahresende aber gut 240 mm. Die Jahressumme in Bevern war mit 550 mm die drittniedrigste in der Reihe Holzminden/Bevern des DWD ab 1935 – nur 1959 (462 mm) und 2018 (499 mm) fiel noch weniger Nass vom Himmel.

In Silberborn wurde sogar das Trockenjahr 2018 noch unterboten: Konnten vor sieben Jahren noch 732 mm im Kurgarten gemessen werden, waren es 2025 sogar nur 707mm – fast 350 mm oder 33% weniger als in einem Durchschnittsjahr im Hochsolling. Für diese Region hat der DWD Daten aus verschiedenen Standorten zurück bis 1890 zusammengefasst und in den 136 Jahren finden sich nur zwei noch trockenere: 1911 und 1959.

An beiden Stationen lag auch die Anzahl der Tage mit Niederschlag auffallend niedrig: 171 in Bevern und 174 in Silberborn bedeuten, dass mehr als die Hälfte der Tage im Jahr 2025 komplett trocken verliefen – für den Kreis sind das außergewöhnlich viele niederschlagsfreie Tage. Auch die Zahl der Tage mit ergiebigem Niederschlag von mindestens zehn Millimetern fiel mit elf in Bevern und 19 in Silberborn ungewöhnlich dürr aus.
Die weiteren Werte aus der Region von DWD-Stationen mit Niederschlagsmessung: Amelith 675 mm, Ottenstein 661, Hellental 616, Polle 611, Vorwohle 536, Hehlen 524 und Lüchtringen 520 mm.

Die genannten Mengen sind nicht zu 100% mit Regen gleichzusetzen, denn es fiel auch zumindest ein klein wenig Schnee. In den Niederungen teils so wenig wie selten zuvor, so kommt die Station Bevern ebenso wie Lüchtringen auf ganze zwei Schneedeckentage, der „mächtigere“ von beiden brachte es jeweils auf vier Zentimeter. Etwas mehr gab es in Hehlen (elf Tage mit bis neun Zentimeter), auf dem Wilmeröder Berg in Polle waren es 18 Tage mit bis 14 cm Höhe, Hellental meldete 21 Tage mit bis 20 cm und Vorwohle 22 Tage mit bis 21 cm – jeweils überwiegend im Januar. Klarer Spitzenreiter war das Wintermekka des Kreises in Silberborn, wo immerhin an 34 Tagen eine Schneedecke lag und diese es auf bis zu 25 cm Höhe im Kurgarten brachte während des winterlichsten Abschnitts im Januar. Dünne Schneedecken lagen dort noch um die Februarmitte und ab dem 20. November für jeweils einige Tage.

Bei der Sonnenscheindauer sortiert sich das Jahr 2025 mit rund 1.792 Stunden weit oben auf Platz fünf ein: Seit 1951 gibt es für diesen Parameter flächendeckende Messwerte und nur viermal schien die Sonne bei uns bisher noch länger: Im Rekordjahr 1959 mit 1.934 Stunden, gefolgt von 2022 mit 1.922 Stunden, 2018 mit 1.896 und 2003 mit 1.881 Stunden. Der langjährige Mittelwert von 1991-2020 wurde 2025 um 273 Stunden oder 18% übertroffen.
Das Frühjahr brachte mit 716 Stunden sogar einen neuen Rekord, der Sommer steuerte ein Plus von ca. 50 Stunden bei, während der Herbst unterdurchschnittlich abschloss, vor allem wegen des sehr trüben Oktobers. Ein leichtes Minus verbuchten September und Januar, ein größeres trotz des insgesamt sonnigen Sommers der Juli. Absolut gesehen war der Juni mit 256 Stunden der sonnigste Monat (ganz knapp vor dem April mit 255), relativ zu Klimanorm und jahreszeitlich bedingtem Sonnenstand der März mit 213 Stunden. Am trüben Ende liegen der Januar mit 35 Stunden und der Oktober mit nur 56% des langjährigen Mittels.

Von größeren Unwettererscheinungen, das schließt die insgesamt unauffällige Windbilanz mit ein, blieben der Kreis und seine Bewohner weitgehend verschont – dieser Satz beendete den Jahresrückblick 2024 und er passt glücklicherweise ebenso gut unter das Jahr 2025.

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Autor: wesersollingwetter

Hobbymeteorologe und Autor des monatlichen Lokalwetterrückblicks im Täglichen Anzeiger Holzminden.

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