Während der Kalender dem Sommer 2025 noch eine Verlängerung bis zum 22. September zugesteht, sind die Meteorologen schon eine Jahreszeit weiter. Nach ihrer Einteilung begann am vergangenen Montag der Herbst – Zeit also für ein Fazit des Sommers, der sich als überdurchschnittlich warm, aber nicht heiß in die lokale Wetterhistorie einsortiert und dabei etwas mehr Sonnenschein und deutlich weniger Regen brachte als im langjährigen Mittel.
An der DWD-Klimastation in Bevern auf 110 m lag die Mitteltemperatur mit 18,67 °C um knapp 0,9 Grad über dem Mittel der Jahre 1991-2020 und damit fast genau auf dem Niveau der Jahrgänge 2023 und 2024. In der Zeitreihe Bevern/Holzminden seit 1934 war es der achtwärmste Sommer. Am heißesten wurde es während der kurzen, aber kräftigen Hitze Anfang Juli mit einem Höchstwert von 37,7 °C – einer von insgesamt acht heißen Tagen, was etwas unter dem Durchschnitt von 9,5 liegt. Dafür gab es bei den Sommertagen mit 37 ein leichtes Plus zum Mittel von knapp 34.
In Silberborn wurde auf 428 m Höhe eine Temperatur von 16,2 °C gemessen, was einem Plus von gut 0,6 Grad gegenüber dem Klimawert von 1991-2020 entspricht. Hier schaffte es der Sommer nicht ganz in die Top Ten der seit Anfang der 1930er Jahre bestehenden Wetterbeobachtungen im Hochsolling. Der Höchstwert wurde am 2. Juli mit 33,2 °C erzielt, unter dem Strich gab es vier heiße und 19 Sommertage.
Der Wettercharakter war geprägt von vielen wechselhaften und nur wenigen stabilen Phasen – am beständigsten war es noch jeweils um die Monatsmitte im Juni und August, während große Teile des Julis und die erste Augustwoche an einen Sommer, „wie er früher einmal war“ erinnerten – mit mehr Wolken als Sonne und eher verhaltenen Temperaturen. Das zeigt sich auch in der Sonnenscheinbilanz mit einem klaren Plus im Juni und einem etwas kleineren im August bei einem deutlichen Minus im Juli. Die Summe von ca. 648 Stunden liegt um gut 30 Stunden bzw. fünf Prozent über dem Mittel von 1991-2020.
Trotz vieler Wolken blieb der daraus fallende Niederschlag klar unter den langjährigen Mittelwerten – mit einem Nord-Süd-Gefälle im Landkreis. Am meisten fiel in Ottenstein mit 219 mm, die oft nassesten Standorte im Solling brachten es nur auf ca. 157 mm in Hellental und rund 163 mm in Silberborn, wo lediglich gut 60% des durchschnittlichen Sommerregens zusammenkamen. Auch in Bevern steht ein klares Minus – mit 148 mm betrug das Defizit zum Klimamittel fast ein Drittel. Die seit Februar andauernde Trockenheit hat sich also auch im Sommer fortgesetzt.
Der Juli 2025 war unbeständig und trüb mit vielen Regentagen
Fotos von Annette Mokross
Mit einer durchschnittlichen Höchsttemperatur von über 36 Grad und fast 15 Sonnenstunden pro Tag setzte der zweite meteorologische Sommermonat in diesem Jahr neue Maßstäbe – allerdings nur dann, wenn man lediglich die ersten beiden Tage betrachtet. Pünktlich zum Beginn der Schulferien am 3. verschwand die Hitze auf Nimmerwiedersehen (zumindest, was den Juli angeht) und auch die Sonne tat sich schwer, längere Lücken zwischen den Wolkenfeldern zu finden. Kurzum: Der „Höllensommer“ mit seiner wochenlangen „Hitzeglocke“ über Mitteleuropa entpuppte sich als mediale und modellarische Luftnummer und der Juli 2025 geht als ein auch in Zeiten des Klimawandels durchaus typischer Hochsommermonat in die regionale Wetterstatistik ein: Unbeständig und mäßig warm bis warm temperiert. Häufiger Tiefdruck sorgte dafür, dass die Sonnenscheindauer deutlich unterdurchschnittlich blieb, während die Niederschlagsbilanz trotz vieler Regentage kein einheitliches Bild ergab, wobei die langjährigen Mittelwerte meist verfehlt wurden.
Mit einer Monatstemperatur von 18,95 °C lag der Juli 2025 an der DWD-Klimastation in Bevern um knapp 0,4 K über dem Mittel der Jahre 1991-2020 und gut 1,8 K über dem Durchschnitt der Zeit von 1961-1990, die repräsentativ für die Jahre vor Einsetzen der globalen Erwärmung Ende der 1980er Jahre ist. Damit war es der fünfte Juli in Folge, der innerhalb eines sehr schmalen Korridors zwischen 18,7 und 19,1 °C landete. Die kurze, aber sehr kräftige Hitze zu Beginn des Monats brachte mit 37,7 °C den dritthöchsten bisher in Bevern gemessenen Wert – zugleich war der zweite heiße Tag am 2. aber auch schon der letzte für den gesamten Monat. Die Zahl der Sommertage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 25,0 °C blieb mit zehn unterdurchschnittlich, wirklich kühl wurde es aber auch kaum einmal: Nur zwei Tage blieben unter der 20-Grad-Marke. Die Tiefstwerte lagen oft zwischen elf und 16 Grad, etwas aus dem Rahmen fiel die Nacht zum 20.07. mit 19,9 °C – dem höchsten Minimum seit fast fünf Jahren.
An der Wetterstation in Silberborn blieb die Monatstemperatur mit 16,27 °C leicht unterhalb des Mittels der Jahre 1991-2020 (16,45 °C). Auch im Hochsolling machte sich die kurze Hitze zu Monatsbeginn mit zwei heißen Tagen und einem Maximum von 33,3 °C am 2. bemerkbar, bevor sich die Höchstwerte um die 20-Grad-Marke einpendelten. Über 25 Grad schafften es nur noch zwei Tage zum Ende der zweiten Dekade, wenige Tage zuvor reichte es nur mit Müh und Not für ein paar Zehntel über 15 Grad. Die wärmste Nacht zum 20.07. kam auf ein Minimum von 16,9 °C, die kühlste am 30.07. brachte 6,9 °C als Tiefstwert.
Bei der Analyse der Großwetterlagen über Europa zeigt sich am Ende der ersten Juliwoche und damit noch innerhalb des sogenannten Siebenschläferzeitraums eine nachhaltige Umstellung weg von der Hochdruckdominanz, die das Wetter mit kurzen Unterbrechungen seit Februar bestimmte, und hin zu zyklonalen, also tiefdruckgeprägten Wetterlagen. Zunächst machte die aus einer Südwestlage hervorgegangene Hitze einer Westlage Platz, womit ein erster Schritt zu einem durchgreifenden Temperaturrückgang verbunden war. Der zweite Schritt vollzog sich drei Tage später, als zum Ende der ersten Woche ein blockierendes Hoch über Westrussland der Westströmung den weiteren Weg nach Osten versperrte und ein Tief über Polen „abtropfte“, sich dort festsetzte und seinen Einfluss in der Folge retrograd nach Westen und damit zu uns ausweitete. Nach vorübergehender Rückdrehung der Strömung über West auf Süd nach Monatsmitte setzte sich in der dritten Dekade erneut Tiefdruck über Mitteleuropa fest und brachte regional – vor allem im Osten, im Norden sowie am Alpenrand – hohe bis sehr hohe Regenmengen. Daran änderte sich bis zum Monatsende nichts mehr und mit einer zyklonalen Nordwestlage ging es auch in den August. Die aufgrund außergewöhnlicher Hitze über dem hohen Norden Europas überdurchschnittlich warme Nordsee sorgte einerseits für die erheblichen Regenmengen im Küstenumfeld und andererseits dafür, dass es für eine Nordwestströmung noch moderat temperiert blieb – bei kälterem Wasser in der Nordsee und auf dem Nordostatlantik wäre eine zyklonale Nordwestlage noch ein ganzes Stück kühler ausgefallen.
„Vom Sonnenschirm zum Regenschirm“ – so textete der DWD in seiner Pressemeldung zur Juli-Auswertung, und so kann man auch den Verlauf in unserer Region zusammenfassen, wobei sich bei den Regenmengen ein doch sehr unterschiedliches Bild ergibt, da es sich oft um räumlich eng begrenzte Schauer handelte. Während die Anzahl der Niederschlagstage mit meist 23-25 überdurchschnittlich hoch ausfiel, verfehlten doch die meisten Stationen ihr langjähriges Mittel. Dabei gilt es zu beachten, dass aufgrund der Wetterlage die Messwerte eher stichprobenartigen Charakter haben und ihre Aussage auf die Fläche bezogen begrenzt ist – auch die Radarauswertungen lösen räumlich nicht hoch genug auf, um genauere Aussagen zu treffen, zumal auch die komplexe Topografie des Weserberglands und des Sollings hier eine Rolle spielt.
Unter Berücksichtigung dieser Faktoren fiel der meiste Regen in Ottenstein mit 91,1 mm, gefolgt von Hellental mit 90,5. Während sich für Ottenstein ein leichtes Plus zum Klimamittel von knapp fünf Millimetern ergibt, dürfte das vom DWD für Hellental (wo erst seit Spätsommer 2018 gemessen wird) angegebene langjährige Mittel von 82,2 mm deutlich zu niedrig angesetzt sein. Realistisch sollten es über 90 mm sein, womit der diesjährige Messwert nahe dem Klimawert liegen dürfte. Es folgen Polle und Silberborn mit je 84,3 mm, was einem leichten bzw. deutlichen Minus entspricht. In Silberborn fehlten zum Klimamittel von 1991-2020 fast 20 mm und das Jahresdefizit beträgt per Ende Juli mittlerweile 203 mm – damit sind dort nach sieben Monaten mit 391 mm rund 40 mm weniger gefallen als in den Trockenjahren 2018 und 2022 zu diesem Zeitpunkt.
Die Klimastation in Bevern meldete 75,4 mm – rund 5 mm weniger als im langjährigen Mittel, das auch in Vorwohle (72 mm) und am deutlichsten beim Schlusslicht Lüchtringen (56 mm) verfehlt wurde. Aus Hehlen fehlen einige Tageswerte, die vorliegenden Daten deuten auf einen durchschnittlichen Monat hin, der beim DWD mit 80 mm angegeben wird.
Weniger komplex gestaltet sich die Auswertung der Sonnenscheindauer, sie lag mit 168 Stunden klar und erstmals seit Januar wieder unter dem Klimawert von 1991-2020, der um fast ein Fünftel verfehlt wurde. Noch weniger gab es im Juli zuletzt vor vier Jahren mit 156 Stunden. Der erste Tag war mit 15,5 Stunden zugleich der (mit Abstand) sonnigste, danach schafften es nur noch drei Tage über die Marke von zehn Stunden, davon nur noch einer nach dem Monatsvierten. Die Sommerferien verliefen damit bisher alles andere als sonnig und daran wird sich wohl erst in der letzten Ferienwoche etwas zum Besseren ändern.
Beim Wind fiel lediglich der Kaltfrontdurchgang am 2. Juli mit lokalen Böen bis Stärke 8 (stürmischer Wind) auf, ansonsten lag der Mittelwind meist bei Beaufort 2-3 und die Böen bei Stärke 5.
Der Juni 2025 hatte zwei Gesichter / Trockenheit nur kurz unterbrochen
Fotos von Annette Mokross
Und monatlich grüßt das Murmeltier: Zum mittlerweile fünften Mal in Folge gilt es an dieser Stelle einen Monat mit viel Sonnenschein und (viel) zu wenig Regen zu bilanzieren. Dabei brachte die Zeit bis Pfingsten mit fast täglichem Regen, wechselnd bewölkten Tagen und gemäßigten Temperaturen zunächst die Fortsetzung des Wettercharakters der letzten Maiwoche, bevor sich erneut Hochdruck durch- und festsetzte und ab Pfingstmontag der nächste lange Abschnitt mit vielen trockenen Tagen und nur gelegentlichen spärlichen Niederschlägen begann. Mit ein paar Tagen Verzögerung wurde es anschließend auch sonniger und deutlich wärmer. Mit anderen Worten: bereits zu Beginn der zweiten Dekade hielt der Hochsommer Einzug – und er kam, um zu bleiben. Damit reihte sich der Juni 2025 nach der kurzen Unterbrechung im Vorjahr in die Junimonate der jüngeren Vergangenheit auf durchschnittlichem Juliniveau ein.
Mit einer Monatstemperatur von 18,60 °C war der Juni 2025 an der DWD-Klimastation in Bevern um fast genau 2 Kelvin wärmer als im Mittel der Jahre 1991-2020, im Vergleich zur Klimaperiode von 1961-1990 bedeutet dies ein Plus von exakt 3,0 K. Damit war es der fünftwärmste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen für die Klimareihe Holzminden/Bevern im Sommer 1934. Drei der vier noch wärmeren stammen aus den Jahren 2019-2023, der älteste aus dem Rekordsommer 2003. Das erste Drittel verlief nur mäßig warm mit Höchstwerten zwischen meist 19 und 23 Grad, am kühlsten blieb es am Pfingstsonntag mit maximal 16,3 Grad. Nachfolgend wurde die 20-Grad-Marke nur noch einmal um ein paar Zehntel am 27. verfehlt, ansonsten lagen die Höchstwerte zwischen 22 und dem Monatsmaximum von 33,2 Grad am 22. mit jeweils überdurchschnittlichen zwölf Sommer- und drei heißen Tagen. Eine Hitzewelle blieb aber (noch) aus und die meisten Nächte brachten Abkühlung in den niedrigen zweistelligen oder in gut einem Drittel der Fälle sogar bis in den einstelligen Bereich.
An der Wetterstation in Silberborn lag die Monatstemperatur mit 16,2 °C um knapp 1,9 K über dem Klimamittel von 1991-2020 und um fast 2,9 K über dem der Jahre 1961-1990. Hier war es der sechstwärmste Juni der Hochsolling-Messreihe, die bis ins Jahr 1931 zurückreicht. Der erste meteorologische Sommertag wurde an der fast 430 m hoch gelegenen Station am 13.06. gemessen, sechs weitere sollten folgen, ein heißer Tag blieb aber bei einem Monatsmaximum von 29,3 °C noch aus. Am kältesten war die Nacht zum Pfingstmontag mit Tiefstwerten von 4,8 °C in 2 m Höhe und 0,9 °C fünf Zentimeter über dem Erdboden.
Die Analyse der Großwetterlagen über Europa untermauert die Messwerte vor Ort: Die erste Dekade war geprägt von einer wechselhaften Westlage, wovon die Tage bis einschließlich Pfingstsonntag unter vorwiegendem Tiefdruckeinfluss mit Regenfällen und teils lebhaftem Wind standen, was auch Auswirkungen auf das Straßentheater-Festival in der Kreisstadt hatte: Nicht alle Veranstaltungen konnten wie geplant durchgeführt werden. Ab Pfingstmontag setzte sich dann wieder zunehmend Hochdruckeinfluss durch, zunächst noch im Rahmen der Westlage, bevor mit einer vorübergehenden Drehung der Strömung auf Süd ein kräftiger Temperaturanstieg einherging und der erste heiße Tag des Jahres mit einem Höchstwert von 33,0 °C in Bevern am 14. gemessen wurde. Der Rest des Monats blieb hochdruckdominiert und zumindest in der Südhälfte des Kreises nahezu trocken, die Großwetterlagen pendelten zwischen Hochdruckbrücke und Hochdruckzentrum über Mitteleuropa (BM und HM) sowie einer nördlichen Westlage – nördlich deshalb, weil die atlantische Frontalzone, mit der die Tiefs westwärts wandern, nach Norden verschoben ist und über Mitteleuropa weitgehend hochdruckgeprägtes Wetter herrscht. Nur der Norden des Landes wird gelegentlich von Tiefausläufern gestreift. In zeitweise instabiler Luft sind im Sommer aber durchaus lokale Schauer und Gewitter möglich.
Die Niederschlagssummen speisten sich entsprechend dieses Witterungsverlaufs im Wesentlichen aus den ersten acht Tagen des Monats und blieben wie schon in den Vormonaten meist mehr oder weniger klar unter den 30-jährigen Durchschnittswerten. Die Ausnahmen bildeten die Stationen im Nordwesten des Kreises, die von Gewitterzellen am 26. erwischt wurden – am kräftigsten Ottenstein mit fast 21 mm an diesem Tag. Auch der Monatserste brachte hier ordentliches Nass mit 24,3 mm innerhalb von 24 Stunden. Somit schaffte es die Station auf der Hochebene (305 m üNN) nicht nur als einzige im Kreis über ihr langjähriges Mittel, die Monatssumme von 83,8 mm bildete auch mit Abstand den Spitzenplatz der Region. Auf dem Wilmeröder Berg in Polle wurden 62,8 mm gemessen und in Hehlen noch 57,6. Weniger war es weiter südlich: In Bevern fielen 43,1 mm (und davon 34,5 bis Pfingstsonntag) – das sind 24 mm bzw. gut 35% weniger als im langjährigen Mittel. Im feuchteren Sollingklima von Silberborn kamen 51,3 mm zusammen, hier fehlten gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 1991-2020 sogar 32 mm bzw. fast 39%. Hellental meldete 42,6 mm und Schlusslicht Lüchtringen 32,2 mm. Aus Vorwohle liegen wohl aufgrund einer technischen Störung leider keine Daten nach dem 24.06. vor, bis dahin waren 30,9 mm gefallen.
Beim Sonnenschein ergibt sich das seit Februar gewohnte Bild mit einem deutlichen Plus gegenüber den 30-Jahres-Mitteln, diesmal brachten 256 Stunden einen „Überschuss“ von fast 57 Stunden oder gut 28%. Dabei war es wie schon im Mai vor allem ein sehr sonniger Abschnitt im Laufe des Monats, der bei ansonsten wechselnd bewölkten und teils auch recht trüben Tagen wesentlich zum Monatsergebnis beitrug – in diesem Fall brachten allein die elf Tage vom 12. bis 22. fast 136 Stunden. Nach ein paar wolkigeren Tagen gab es zum Ende wieder „Sonne satt“ mit der maximal messbaren Tagessumme von 15,5 Stunden am Monatsletzten.
Erstes Halbjahr eines der trockensten und rekordsonnig
Bei Erscheinen dieses Betrags befinden wir uns bereits nach Jahresmitte und die Tage werden umgangssprachlich wieder kürzer. Das hinter uns liegende erste Halbjahr brachte mit fast 1.100 Stunden Sonnenschein die mit Abstand sonnigsten ersten sechs Monate – der langjährige Durchschnitt liegt mit genau 800 Stunden um nahezu 300 Stunden niedriger und der bisherige Rekord von 2022 um 80 Stunden. Beim Niederschlag sorgte der nasse Januar dafür, dass die Zwischenbilanz nicht noch trockener ausfällt – mit nur 240,5 mm an der Station Bevern war es für die Messreihe Holzminden/Bevern dennoch das sechsttrockenste erste Halbjahr seit Aufzeichnungsbeginn und das Defizit zum Mittel 1991-2020 ist mittlerweile auf fast 130 mm angewachsen. Von Februar bis Juni war nur 1976 mit 138 mm noch etwas trockener als 2025 mit 142,7 mm. In Silberborn beträgt die Halbzeitmenge 307 mm und damit 183 mm weniger als im langjährigen Mittel. Dagegen nimmt sich die Temperaturabweichung des ersten Halbjahres von 0,85 Grad zum Klimamittel 1991-2020 schon relativ unauffällig aus.
Der Mai 2025 war lange sonnig und trocken / Umstellung der Wetterlage im letzten Drittel
Fotos von Annette Mokross
Den Anfang und das Ende markierten je zwei meteorologische Sommertage, in den fast vier Wochen dazwischen war es dagegen maximal mäßig warm oder sogar kühl. Vor allem die Nächte blieben lange sehr frisch und selbst in der dritten Dekade wurde noch Bodenfrost gemessen. Unter dem Strich bewegte sich der Mai 2025 bei den Temperaturen sehr nahe am langjährigen Durchschnitt und damit fast drei Grad unter seinem sehr warmen, mehr sommerlichen als frühlingshaften Vorgänger vor einem Jahr. Beim Sonnenschein setzte sich der deutliche Überschuss der Vormonate ebenso fort wie das Defizit beim Niederschlag, so dass trotz einer nachhaltigen Umstellung der Großwetterlage im Laufe der dritten Dekade das sonnenscheinreichste und trockenste Frühjahr seit Beginn der Aufzeichnungen vor 90 Jahren stand.
Mit einer Monatstemperatur von 13,41 °C war der Mai 2025 an der DWD-Klimastation in Bevern um 0,11 Kelvin kühler als im Mittel der Jahre 1991-2020, im Vergleich zur Klimaperiode von 1961-1990 bedeutet dies ein Plus von gut 0,9 K. Damit war es seit dem Rekord von 2018 (16,44 °C) der fünfte von sieben Maien, der das jüngere Klimamittel verfehlte – so oft wie kein anderer Monat in diesem Zeitraum. Am wärmsten wurde es gleich am 2. mit einem Höchstwert von 27,6 °C, ab 4. folgte eine Reihe von Tagen, an denen die 15-Grad-Marke kaum mehr überschritten oder sogar verfehlt wurde. Auch wenn es für Luftfrost nicht mehr ganz reichte, lagen die Tiefstwerte oft im niedrigen einstellen Bereich mit einem Minimum von 0,6 °C am 9.; letzter Bodenfrost wurde am 23. und damit ungewöhnlich spät gemessen.
An der Wetterstation in Silberborn lag die Monatstemperatur mit 11,2 °C um gut 0,2 K unter dem Klimamittel von 1991-2020 und um 0,8 K über dem der Jahre 1961-1990. Für einen meteorologischen Sommertag reichte es auf 430 m Höhe noch nicht, am knappsten wurde die Marke am 2. mit einem Maximum von 24,7 °C verfehlt. Am kühlsten blieb es am 23. mit einem Höchstwert von nur 10,6 °C, insgesamt schafften es nur vier Tage über 20 Grad. Bei den Tiefstwerten stehen 0,7 °C am 8. und 0,8 °C am 16. in zwei Metern Höhe zu Buche sowie letzter Bodenfrost wie in Bevern am 23.05.
Die Analyse der Großwetterlagen über Europa zeigt den hochsommerlichen Start unter einem Mitteleuropa-Hoch und die anschließende deutliche Abkühlung durch eine Hochdruckrandlage in nordöstlicher Strömung. Mit diesem Abschnitt war zwar auch eine deutliche Bewölkungszunahme verbunden, Regen fiel dabei aber so gut wie gar nicht und das „so gut wie“ manifestiert sich in wenigen Zehntelmillimetern am 3. und 4. an einigen Stationen. Danach blieb es bis Monatsmitte komplett trocken, es dominierte dabei weiter eine Hochrandlage mit mal mehr östlicher und mal mehr nördlicher Anströmung. Mit vorübergehender Ausbreitung des Hochdrucks begann ab 10. der sonnigste Abschnitt des Monats, er dauerte knapp eine Woche, bevor vor allem in höheren Luftschichten ausgeprägte kleine Tiefs wieder mehr Wolken, aber immer noch kaum Regen brachten. Dies änderte sich erst mit Beginn der letzten Woche ab 24., als die erste nachhaltige Westwetterlage des gesamten Jahres (!) Einzug hielt und mit ihr sehr wechselhaftes Wetter mit meist nur noch geringen Sonnenanteilen, dafür aber endlich ergiebigeren Regenfällen.
Die Niederschlagssummen blieben trotz dieser Umstellung deutlich unter den langjährigen Mittelwerten – kein Wunder nach nur wenigen Litern pro Quadratmeter in den ersten drei Wochen. In Bevern reichte es noch für 41,9 mm – rund 70% vom Schnitt der Jahre 1991-2020. Am meisten fiel aufgrund mehrerer Schauertreffer in Lüchtringen mit 57,7 mm, gefolgt von Silberborn mit 56,8 mm, was rund 72% des dortigen Klimamittels entspricht. Amelith meldete 51,0 mm, Ottenstein 43,6, Polle 37,4, Hehlen 35,3 und Vorwohle 30,9 mm. Aus Hellental liegen diesmal leider keine vollständigen Daten vor.
Die Sonne zeigte sich wie in den Vormonaten länger als im Durchschnitt und schien ca. 248 Stunden lang über dem Kreis – ziemlich genau 50 Stunden bzw. 25% mehr als im Mittel von 1991-2020. Dabei war die erste Hälfte mit 158 Stunden die deutlich sonnigere, während die 2. Halbzeit sogar leicht unterdurchschnittlich ausfiel. Vom 10. bis 13. wurde die maximal messbare Tagessumme von fast 14,5 Stunden vier Tage in Folge ausgereizt.
Der Wind war im Mittel meist mit Stärke 2-3 unterwegs und erreichte sein Maximum verbreitet bereits mit dem Kaltfrontdurchgang am 2. mit Böen bis Stärke 7. Lokal sind kurze stärkere Böen während kleinräumiger Schauer und Gewitter nicht ausgeschlossen.
Frühjahr so sonnig und trocken wie nie zuvor
Mit dem Mai endete das meteorologische Frühjahr und es brachte neue Rekorde bei Sonnenschein und Niederschlagsarmut. In Bevern summierten sich die Regenfälle der Monate März bis Mai auf ganze 85,4 mm – so wenig wie noch nie in der gemeinsamen Klimareihe für die Standorte Bevern und Holzminden in den letzten 90 Jahren. Bezogen auf das langjährige Klimamittel betrug das Defizit fast 50%. Knapp verfehlt wurde eine neue Rekordmarke vermutlich im Hochsolling: In Silberborn landeten 106,5 mm im Messbecher, nicht einmal die Hälfte des Mittels der Jahre 1991-2020 (47,6%). In der noch längeren und zeitweise unterbrochenen Messreihe im Archiv des DWD tauchen je 102 mm den Frühjahren 2011 und 1893 auf – 2011 handelt es sich um einen errechneten Wert ohne Messungen vor Ort und 1893 ist nicht bekannt, wo genau damals gemessen wurde.
Die Sonnenscheinsumme lag mit 716 Stunden erstmals über der Marke von 700 und überschritt das langjährige Mittel um fast die Hälfte (47%). Bisheriger Rekordhalter war das Frühjahr 2020 mit 690 Stunden. Sonnigster Monat war absolut betrachtet der April mit 255 Stunden. Der März, der überwiegend noch zum astronomischen Winterhalbjahr gehört, steuerte 213 Stunden bei und landete in Relation zu Klimamittel und möglicher Sonnenscheindauer sogar auf Platz 1. Zusammen mit dem Februar dauert die außergewöhnlich sonnige Witterung bereits vier Monate an.
Der April 2025 war warm, trocken und außergewöhnlich sonnig
Fotos von Annette Mokross
Donnergrollen, über den Abendhimmel zuckende Blitze, dazu teils kräftige Schauer und Höchstwerte, die mal fast 25 Grad erreichten und wenige Tage später nicht einmal mehr zehn – in der Karwoche präsentierte sich das Wetter im Kreis von seiner abwechslungsreichen Seite. Davor und danach war der April 2025 aber alles andere als launisch, sondern so, wie wir es mit nur kurzen Unterbrechungen seit Februar erleben: Trocken und sonnig. So blieben die Niederschläge um die Monatsmitte nur ein Intermezzo und auch der April verfehlte sein Mittel in Sachen Regen mehr oder weniger klar, wenn auch nicht so deutlich wie in den beiden Vormonaten. Dennoch war der Zeitraum von Februar bis April so trocken wie noch nie seit Beobachtungsbeginn – und auch noch nie so sonnig. Dazu steuerte der drittsonnigste April der Historie rund 255 Sonnenstunden bei, während er bei der Temperatur auf Rang sieben durchs Ziel ging.
Mit einer Monatstemperatur von 11,10 °C war der April 2025 an der DWD-Klimastation in Bevern um 1,58 Kelvin wärmer als im Mittel der Jahre 1991-2020, im Vergleich zur Klimaperiode von 1961-1990 waren es fast 3,2 K. Damit war es der siebtwärmste April in der Klimareihe Bevern/Holzminden seit Aufzeichnungsbeginn 1935. Von der Phase vor Ostern abgesehen hatten wir es erneut oft mit trockener Luft und hohen Temperaturdifferenzen zwischen den frühen Morgenstunden und den Nachmittagen zu tun. Die erste Dekade brachte noch regelmäßig leichten Luftfrost in der Nacht, Bodenfrost wurde bis Monatsmitte häufig und vereinzelt auch noch bis kurz vor Monatsende gemessen. Am wärmsten wurde es am 15. und am 30. mit einer Höchsttemperatur von je 24,4 °C, der erste meteorologische Sommertag blieb in diesem Jahr dem Maifeiertag vorbehalten. Elfmal gab es Höchstwerte über 20 Grad und nur einmal am trüben Karfreitag wurde die Zehn-Grad-Marke verfehlt.
An der Wetterstation in Silberborn fällt die Bilanz relativ zum kühleren Klima des Hochsollings noch etwas wärmer aus: Die Monatstemperatur erreichte 9,4 °C – ein Plus von 1,9 K gegenüber dem Mittel der Jahre 1991-2020 und sogar von 3,6 K im Vergleich zu 1961-1990. Nimmt man denselben Vergleichszeitraum ab 1935, war es auch an diesem Standort der siebtwärmste April. Viermal wurde die 20-Grad-Marke überschritten, am wärmsten wurde es wie in den Niederungen am 15. und am 30. mit je 21,3 °C. Viermal blieben die Höchstwerte einstellig, am kühlsten war der Karfreitag mit einem Maximum von nur 5,9 °C. Luftfrost trat in der ersten Woche noch dreimal mit einem Monatsminimum von -2,7 °C am 7. auf und danach nicht mehr, Bodenfrost (mit bis zu -6,8 °C am 7.) gab es noch häufig bis Monatsmitte und anschließend noch vereinzelt bis zum drittletzten Tag.
Die Analyse der Großwetterlagen über Europa illustriert die Messwerte mit den entsprechenden Druckverteilungen und Strömungsrichtungen. Auch der April war wie zuvor schon Februar und März klar hochdruckdominiert, die atlantische Westwindströmung bis auf eine kleine Unterbrechung blockiert, so dass von dort nur kurz einmal ein Tief am 23. den Weg zu uns fand – immerhin das brachte flächig etwas ergiebigeren Regen, während die Süd- bis Südostlage vor und an Ostern zu teils gewittrig durchsetzten, schauerartigen Niederschlägen mit lokalem Charakter führte. In der ersten Dekade sorgten Ost- und Nordlagen für trockene Luft und noch frostige Nächte, mit Drehung auf südliche Richtungen wurde es in der zweiten Dekade deutlich wärmer, die anschließende kurze und schwache Westlage wurde rasch von erneutem Hochdruck abgelöst, zunächst noch als Randlage mit Ostwind, zum Monatsende lag das Hoch dann genau über uns.
Die Niederschlagssummen speisten sich somit aus den abendlichen Schauern der Karwoche und dem Regengebiet, das uns am Mittwoch nach Ostern überquerte. Die langjährigen Mittelwerte wurden an allen Stationen verfehlt, das Defizit fiel aber geringer aus als im teils rekordtrockenen März. Dennoch summieren sich die vergangenen drei Monate zu einer bisher nicht dagewesenen Niederschlagsarmut in diesem Zeitraum: Die bisherigen Minusrekorde für Februar bis April aus dem „Dürrejahr“ 1976 wurden sowohl in Bevern als auch in Silberborn unterboten. Der April brachte an der Klimastation in Bevern mit 34 mm rund drei Viertel des mittleren Niederschlags der Jahre 1991-2020. Am meisten fiel in Vorwohle mit 50 mm, dort war der Regen am 23. mit einer Tagessumme von 21,5 mm am ergiebigsten. Polle und Ottenstein hatten zwei bzw. einen stärkeren Gewittertreffer vor Ostern und kommen auf eine Summe von je 48 mm, Holzminden auf 43 mm.
Die Stationen im Solling, sonst meist die regenreichsten der Region, mussten sich diesmal weiter hinten einreihen und fuhren gemessen an ihren höheren langjährigen Klimawerten das größte Minus ein. Dabei landeten Amelith, Hellental und Silberborn bei aufs Zehntel identischen gut 41 mm – für Silberborn bedeutet dies nur gut zwei Drittel des Mittels von 1991-2020, in Amelith etwas mehr. Der vom DWD angegebene Klimawert für Hellental, wo erst seit Spätsommer 2018 gemessen wird, speist sich noch aus den Daten der Vorgängerstation in Dassel und ist unrealistisch niedrig. Nach den bisher vorliegenden Vergleichsjahren sollte es dort klimatisch ähnlich feucht sein wie in Silberborn, genauere Aussagen lässt die komplexe Topografie des Sollings leider nicht zu, das Niederschlagsverhalten dort gleicht oft einem nicht zu fassenden Eichhörnchen.
Bei den Sonnenscheinstunden wurde wie schon im Vormonat nicht gekleckert, sondern ordentlich geklotzt, so dass auf den zweitsonnigsten März seit Beobachtungsbeginn der drittsonnigste April folgte – und in Summe der sonnenscheinreichste Zeitraum von Februar bis April, der bisher dokumentiert werden konnte. Für den April kommt der Kreis auf mindestens 255 Stunden, was einem Plus von 83 Stunden oder fast 50% gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert der Jahre 1991-2020 entspricht. Der Rekordhalter von 2020 brachte es sogar auf 294 Stunden, 2007 waren es rund 262 – und im Vorjahr ganze 117, also nicht einmal die Hälfte des diesjährigen Sonnen-Aprils, der womöglich bereits der sonnigste Monat des Jahres gewesen sein könnte – denn um oder über 250 Stunden bilden auch im Mai und in den Sommermonaten die Ausnahme in der Region. Anderseits zogen die letzten außergewöhnlich sonnigen Frühjahre mehrheitlich auch sehr sonnige Sommer nach sich – es darf also munter spekuliert werden, wie es 2025 weitergeht.
Der Wind war im Mittel fast durchgehend nur schwach mit Stärke 1-2 und in selbst in Böen nur mit Stärke 5-6 unterwegs, die Spitzenböen des Monats erreichten an den umliegenden Stationen des DWD mit Windmessung maximal Beaufort 7.
Auch im März dominierte hoher Luftdruck das Wetter in der Region
Fotos von Annette Mokross
„Kaum Regen, viel Sonnenschein und verhältnismäßig kalt“ lautete die Überschrift des Februar-Rückblicks vor einem Monat – und vier Wochen später hat sich nur in Sachen Temperaturen etwas geändert: Der März 2025 war trotz vieler frostiger Nächte überdurchschnittlich temperiert, weil die Werte im Tagesverlauf oft deutlich anstiegen und mehrere neue Tagesrekorde bei den Höchstwerten erzielt wurden. Ansonsten änderte sich am Wettercharakter kaum etwas: Unter Hochdruckeinfluss schien die Sonne häufig von früh bis spät und in Summe so lange wie es längst nicht in jedem Hochsommermonat der Fall ist – hinter dem noch sonnigeren März 2022 Platz zwei seit Beginn der Aufzeichnungen. Noch extremer fiel die Niederschlagsbilanz aus: An mehreren Orten war dieser März so trocken wie noch keiner zuvor und dort, wo wie in Bevern neue Rekorde knapp verfehlt wurden, war es immer noch der zweittrockenste in der bis in die 1930er Jahre zurückgehenden Beobachtungshistorie.
Mit einer Monatstemperatur von 6,36 °C war der März 2025 an der DWD-Klimastation in Bevern um 1,14 Kelvin wärmer als im Mittel der Jahre 1991-2020. Noch deutlicher fällt das Plus mit 2,3 K gegenüber der Periode von 1961-1990 aus, die der Deutsche Wetterdienst weiterhin als Referenz für langfristiges Klimamonitoring verwendet. Ungewöhnlich waren sowohl die Tageshöchstwerte mit vier neuen Tagesrekorden und einem Durchschnitt von 13,7 °C, der eher einem April entspricht, als auch die hohe Anzahl der Frosttage mit 21 in zwei Metern Messhöhe und 26 über dem Erdboden. Der Tagesgang, also die Differenz zwischen Minimum und Maximum, betrug mehrfach rund 20 Grad bzw. Kelvin – bei der Bekleidungsauswahl hieß es dann: morgens Winterjacke, nachmittags T-Shirt. Am wärmsten wurde es am 21. mit 20,8 °C und an 14 Tagen wurde die 15-Grad-Marke überschritten, während es tagsüber am 15. mit maximal 6,7 °C am kühlsten blieb und die kälteste Nacht am 18. mäßigen Luftfrost bis -5,1 °C und Bodenfrost bis -8,3 °C brachte.
Bei Hochdruckdominanz fällt der Höhenunterschied von über 300 Metern zum Hochsolling bei den Temperaturen meist weniger ins Gewicht als bei Tiefdruck – so auch in diesem März, der an der Wetterstation in Silberborn auf knapp 430 m eine Monatstemperatur von 5,18 °C erzielte und damit um fast 2 K wärmer als im Mittel 1991-2020 und sogar etwas über 3 K wärmer als im Schnitt der Jahre 1961-1990 ausfiel. Das größere Plus zu den langjährigen Klimawerten im Vergleich zu Bevern kam vor allem durch weniger frostige Nächte und einen früheren Temperaturanstieg in den Morgenstunden zustande. Luftfrost gab es an 15 Tagen, das mittlere Minimum lag mit 0,0 °C um 0,2 K über dem in Bevern, das mittlere Maximum hingegen mit 10,6 °C deutlich und der Höhendifferenz entsprechend darunter. Am wärmsten war es auch hier am 21. mit 17,7 °C, die kälteste Nacht am 18. brachte Frost bis -4,4 °C. Die Anzahl der Bodenfrosttage war mit 26 identisch zu Bevern.
Die Analyse der Großwetterlagen über Europa zeigt zu Monatsbeginn eine Hochdruckbrücke, anschließend ein ebenfalls hochdruckgeprägte Süd-, später Südostlage mit deutlichem Temperaturanstieg tagsüber. Mit einem Wechsel auf nördliche Winde wurde es zu Beginn der zweiten Dekade wieder kühler und dazu machte sich schwacher Tiefdruckeinfluss bemerkbar, der aber so gut wie keinen Regen brachte, so dass es zur Monatsmitte vielerorts noch vollständig trocken geblieben war. Wieder zunehmender Hochdruckeinfluss und eine erneute Südlage brachten ab dem Ende der zweiten Dekade neben viel Sonnenschein, anhaltender Trockenheit und wieder deutlich ansteigenden Temperaturen im Verlauf auch wieder Staub aus der Sahara mit – ein mittlerweile im Frühjahr regelmäßig auftretendes Wetterphänomen. In diese Phase fiel auch die Zufuhr sehr trockener Luft mit nachmittäglicher relativer Feuchte von bis zu unter 30%. Mit einer Kaltfront kam zu Beginn der letzten Woche zumindest etwas Niederschlag auf, mehr als wenige Millimeter waren aber nicht drin. Nach einer weiteren Hochdruckbrücke brachte der Sonntag der Zeitumstellung am 30. Höhenkaltluft aus Norden mit, in der sich einzelne lokale Schauer bildeten, die am Standort Bevern einen neuen Trockenheitsrekord noch verhinderten, während an anderen Standorten der trockenste März seit Aufzeichnungsbeginn nicht mehr in Frage gestellt wurde. Damit fiel nahezu der gesamte Monat in das Schema „Blocking“, bei dem blockierende hochreichende Hochdruckzellen die Tiefs vom Atlantik fernhalten. Insgesamt gab es 2025 im ersten Quartal nur eine kurze Westlage – das geringste Auftreten seit 1996.
In Bevern stieg dank der Schauer am Monatsvorletzten die Regensumme noch auf 9,5 mm – Platz zwei in der Reihe Bevern/Holzminden mit Messungen seit 1935 hinter dem März 2011 mit 8,2 mm. Vom langjährigen Mittel fiel dabei nicht mal ein Sechstel. In Silberborn waren es mit 8,4 mm sogar nur zehn Prozent vom Durchschnitt und damit so wenig wie noch nie in einem März. Mittlerweile hat der DWD ältere Aufzeichnungen digitalisiert und stellt frei verfügbar Monatssummen des Niederschlags für den Hochsolling ab 1891 (Links siehe unten) zur Verfügung, wenn auch nicht ganz lückenlos. Dennoch kann man feststellen, dass es in dieser Region in einem März seit mindestens 135 Jahren noch nie so trocken war. Auch andernorts blieb der Messbecher meist leer und es wurden neue Rekorde aufgestellt – so in Holzminden mit ganzen 4,9 mm, in Vorwohle mit 7,6 und in Polle mit 8,8 mm. Auch Hellental (12,8 mm) und Hehlen (6,7 mm) meldeten die niedrigsten bisher erfassten Märzsummen, allerdings wird an beiden Standorten erst wenige Jahre gemessen. Um wenige Zehntelmillimeter verfehlt wurden die Rekorde von 2011 in Ottenstein mit 7,5 und in Lüchtringen mit 6,2 mm.
In Verbindung mit dem bereits sehr trockenen Februar sowie durch viel Sonnenschein zunehmender Verdunstung sind die oberen Bodenschichten mittlerweile zu trocken, während die Feuchte in den tieferen Schichten noch gut ist – bei der sich auch für die erst Aprilhälfte abzeichnenden anhaltenden Hochdruckwitterung fragt sich allerdings, wie lange noch.
Saharastaub am Morgenhimmel des 25.03.
Sonne satt hieß es an vielen Tagen in der Region – und mit ca. 213 Stunden war es nach 2022 mit sogar 240 Stunden der zweitsonnigste März der Historie. Das Klimamittel von 1991-2020 wurde um über 80% übertroffen und selbst das des im Schnitt sonnigsten Monats Juli noch um rund acht Stunden. Auch hierzu bietet der DWD neue Daten: Obwohl vor Ort kein Sonnenschein mit Sensoren am Boden gemessen wird (nächster Standort ist Lügde-Paenbruch), gibt es inzwischen aktuelle und historische Werte für den Standort Bevern, die mit Messungen in der Umgebung (wie Lügde) und anhand von Satellitenbildern zur Bewölkung in einem komplexen Verfahren errechnet werden. Was die einzelnen Tageswerte angeht, besteht hier aber noch Verbesserungspotenzial, wie erste Auswertungen zeigen. So kommt der DWD im März für die „Pseudostation“ Bevern nur auf 205 Stunden.
Der Wind spielte erneut keine große Rolle angesichts der Hochdruckdominanz, er frischte nur zeitweise bei Hochdruckrandlagen böig auf und erreichte dann meist Stärke 5. Die kräftigsten Böen wurden bei Durchgang der Kaltfront am 30.03. mit Spitzen von meist Stärke 7 an den umliegenden Windmessern registriert.
Nach der überwiegend nassen Witterung der Jahre 2023 und 2024, in denen sich mit Ausnahme des Septembers 2023 kein signifikant trockener Monat findet, haben sich die Vorzeichen mittlerweile umgekehrt: Brachte bereits der Februar 2025 in der Region ein deutliches Niederschlagsdefizit (Rückblick), kam es in der ersten Märzhälfte u.a. an der DWD-Station in Bevern zu einem Novum: Erstmals in der Zeitreihe 02323 (Bevern/Holzminden mit Tageswerten ab 1951 und Monatswerten ab Juni 1934) bilanzieren die ersten 15 Tage des ersten meteorologischen Frühjahrsmonats ohne messbaren Niederschlag. Auch an den Stationen Polle und Ottenstein blieb es trocken, mehr als 1,0 mm (Silberborn) fiel nirgends im Kreis. Und auch die Aussichten zeigen in den Wettermodellen bis kommenden Sonntag keinen bzw. kaum Regen, erst in der letzten Märzwoche laufen die Prognosen auseinander, wobei immer wieder auch Lösungen mit nur wenigen Litern pro Quadratmeter bis Monatsende dabei sind. Der bisher trockenste März seit Aufzeichnungsbeginn 1935 weist für die Reihe 02323 8,2 mm aus dem Jahr 2011 aus.
Der hochdruckgeprägte Februar 2025 zeigte ein ganz anderes Gesicht als sein Vorgänger
Fotos von Annette Mokross
Gab es vor einem Jahr an dieser Stelle noch einen neuen Wärmerekord für den Februar zu vermelden, zeigte sich der dritte und letzte meteorologische Wintermonat in diesem Jahr deutlich jahreszeitgerechter: Regelmäßiger Frost in den ersten zwei Dritteln und Höchstwerte meist nur im niedrigen einstelligen Bereich in den Niederungen und zeitweise sogar unter dem Gefrierpunkt in den höheren Lagen, dort auch gepaart mit etwas Schnee, zeugen von einem weitgehend winterlichen Charakter in diesem Zeitraum. Mit einer anschließenden Umstellung der Großwetterlage erreichte vorfrühlingshafte Luft aus Südwesten den Kreis und läutete einen sehr milden Abschnitt ein. Unter dem Strich landete der Februar bei den Temperaturen nahe den langjährigen Durchschnittswerten, während es beim Sonnenschein ein deutliches Plus und beim Niederschlag ein noch deutlicheres Minus gab.
Mit einer Monatstemperatur von 2,24 °C war der Februar 2025 an der DWD-Klimastation in Bevern um 0,2 Kelvin kälter als im Mittel der Jahre 1991-2020 – das erste Minus in einem Monat seit April 2023. Gegenüber der älteren Periode von 1961-1990 ergibt sich ein Plus von 0,9 K. Leichte Plusgrade tagsüber und regelmäßige Nachtfröste kennzeichneten die überwiegend winterlich geprägten ersten beiden Dekaden, ein Warmluftvorstoß aus Südwesten zu Beginn der dritten Dekade brachte den ersten vorfrühlingshaften Abschnitt des Jahres mit Höchstwerten von bis zu etwas über 15 Grad. Am Morgen des 18. sanken die Temperaturen auf -7,5 °C in zwei Metern Höhe und auf -9,2 °C über dem Erdboden – zugleich die (sehr moderaten) Tiefstwerte des gesamten Winters, der mit einer Mitteltemperatur von 3,01 °C um genau 0,7 K über dem Klimawert von 1991-2020 abschloss. Zieht man nur die Jahre von 2014-2024 zum Vergleich heran, in die eine Reihe von außergewöhnlich milden Wintern fällt, ergibt sich hingegen eine Abweichung von -0,7 K. Für wen es gefühlt ein eher kalter Winter war, liegt in Bezug auf die jüngste Vergangenheit durchaus nicht falsch. Blickt man jedoch weiter zurück in die Zeit vor der in den späten 1980er-Jahren einsetzenden Erwärmung und nimmt die Klimaperiode von 1961-1990 als Maßstab, lag der Winter 2025 in Bevern mit +1,85 K deutlich im Plus.
Noch ein ganzes Stück winterlicher präsentierte sich vor allem die zweite Dekade im Hochsolling mit fast einer Woche Dauerfrost und einer (wenn auch dünnen) Schneedecke. Anschließend meldete sich auch hier der Vorfrühling mit zweistelligen Höchstwerten von bis zu 12,4 °C und frostfreien Nächten an der Wetterstation in Silberborn. Die Monatsmitteltemperatur lag mit 0,39 °C genau im Durchschnitt der Jahre 1991-2020 und um gut 1,1 K über dem Klimawert von 1961-1990. An den ersten 20 Tagen gab es durchweg Luftfrost mit einem Minimum von -9,7 °C am 18.02.; in fünf Zentimetern über dem Erdboden waren es sogar 25 Frosttage mit einem Tiefstwert von -13,7 °C. Die Winterbilanz in Silberborn kommt auf eine Durchschnittstemperatur von 1,16 °C – gut 0,8 K mehr als im Mittel 1991-2020 und glatt 2,0 K über der 30 Jahre älteren Vergleichsmarke.
Die Analyse der Großwetterlagen über Europa zeigt zu Monatsbeginn zunächst eine Hochdruckbrücke, anschließend ein Hoch über Mitteleuropa. Dabei schien an den ersten Tagen noch häufig die Sonne, bevor sich zum wiederholten Male eine Inversionslage in diesem Winter einstellte, bei der sich oft ganztägig hochnebelartige Bewölkung hielt. Zum Ende der ersten Woche drehte die großräumige Strömung auf östliche bis nordöstliche Richtungen. Damit wurde eine recht kalte kontinentale Luftmasse herangeführt, störungsfrei blieb das Wetter bei uns aber nicht, da trotz hohen Luftdrucks am Boden in den höheren Schichten zeitweise Tiefdruck in Form von Kaltlufttropfen herrschte. Die Folge: Viele Wolken und zweitweise leichter Schneefall, der in den Niederungen zu Anzuckerungen führte und in den höher gelegenen Regionen des Kreises für eine dünne Schneedecke sorgte. Hohe Schadstoffbelastungen der Luft begleiteten diesen Abschnitt bis kurz vor Monatsmitte.
Mit anschließend aus arktischen Breiten stammender Luftmasse wurde es noch ein Stück kälter, die Luftqualität aber besser und es konnte sich die Sonne immer besser durchsetzen mit drei nahezu wolkenlosen Tagen zum Ende der zweiten Dekade. Anschließend sorgte eine Drehung der Strömung auf Südwest für eine durchgreifende Wetteränderung mit deutlichem Temperaturanstieg sowie feuchterer Luft, die auch die gefühlte Temperatur in den frühlingshaften Bereich klettern ließ, allerdings auch dichtere Wolkenfelder im Gepäck hatte. Niederschläge blieben in dieser weiterhin hochdruckdominierten Phase aber fast vollständig aus, erst an den letzten Tagen fiel im Zuge einer westlichen bis nordwestlichen Strömung noch etwas Regen, teils in Form von kurzen lokalen Schauern, die die Niederschlagsbilanz aber nur noch unwesentlich verbesserten.
Dadurch blieben die Niederschlagssummen im gesamten Kreis deutlich unter den langjährigen Durchschnittswerten. In Bevern fiel mit 14,2 mm nicht mal ein Viertel davon, in Silberborn waren es mit 24 mm rund 30%. Die weiteren Messwerte: Lüchtringen 16,7 mm, Holzminden 15,5, Hellental 15,1, Polle 13,1, Vorwohle 12,0, Hehlen 10,3 und Ottenstein 8,8 mm. Aufgrund des sehr trockenen Februars blieb auch der Winter noch klar unter seinem Klimamittel. Bevern kam mit 176 mm auf gut 82%, Silberborn mit 251 mm auf knapp 87%. An den anderen Stationen fielen meist zwischen 233 mm (Hellental) und rund 175 mm, am wenigsten war es in Hehlen mit 164,5 mm.
Kaum Regen, viel Hochdruck – da verwundert es nicht, dass der Februar 2025 einen Überschuss bei den Sonnenstunden erzielte. Mit ca. 90 Stunden schien die Sonne rund 22 Stunden oder 32% länger als im Mittel, was die Winterbilanz mit 144 Stunden (97%) fast noch ausgeglichen gestaltete.
Der Wind spielte angesichts der fast durchgehenden Hochdrucklagen kaum eine Rolle, selbst die stärksten Böen erreichten an den meisten Tagen nur Stärke 3 bis 5 und in der Spitze höchstens Stärke 6, der Mittelwind lag bezogen auf den gesamten Monat gerade mal bei Stärke 2.
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