Der Oktober, der lieber ein November sein wollte

Der zweite Herbstmonat war sehr trüb und brachte endlich auch viel Regen

Fotos von Annette Mokross

Zu Beginn schien es noch so, als mache sich der Oktober 2025 auf, ein sprichwörtlich goldener zu werden – an den ersten beiden Tagen schien die Sonne viele Stunden von einem teils wolkenlosen Himmel. Doch dieses Versprechen blieb im weiteren Verlauf uneingelöst, die vorherrschende Farbe am Himmel war fortan Grau, so dass die Sonnenscheindauer am Ende deutlich unter dem Durchschnitt blieb. Immerhin brachte die stetige Zufuhr feuchter Luft regelmäßige Regenfälle und beendete die lange Reihe zu trockener Monate: Erstmals seit Januar stand wieder ein Plus in der Niederschlagsbilanz. Die Temperaturen machten keine großen Sprünge, abgesehen vom bodenfrostigen Monatsbeginn bestimmten meist geringe Tagesgänge mit milden Nächten und verhaltenen Höchstwerten das Geschehen. Dennoch wurden die langjährigen Klimawerte je nach Standort zwischen einem halben und etwas unter einem Grad übertroffen.

Mit einer Mitteltemperatur von 10,73 °C war der Oktober 2025 an der DWD-Station in Bevern um 0,8 K wärmer als im Mittel der Jahre 1991-2020. Gegenüber dem älteren Referenzmittel der Periode von 1961-1990, deren Differenz zum jüngeren Klimamittel in keinem anderen Monat geringer ist als im Oktober, betrug das Plus 1,2 K. Trotz dieser positiven Abweichung blieben wirklich warme Tage aus, die 20-Grad-Marke wurde anders als in vielen Oktobermonaten nicht mehr erreicht. Meist lagen die Höchstwerte um 15 Grad, am wärmsten wurde es am 23. mit 17,4 Grad, der niedrigste Höchstwert von 9,0 °C datiert vom 26.10., dem einzigen Tag mit einem einstelligen Maximum. Die kältesten Nächte gab es gleich zu Monatsbeginn mit dreimal Bodenfrost in Folge. Luftfrost wurde hingegen noch nicht gemessen, die tiefsten Werte am 2. und 3. lagen knapp unter der Marke von einem Grad.

Blickt man auf die inzwischen gut neun Jahrzehnte seit Beobachtungsbeginn in Holzminden, dem Vorgängerstandort der seit 2006 in Bevern beheimateten Messreihe des DWD, waren 23 Oktober wärmer, 67 kälter und einer gleich temperiert im Vergleich zum 2025er. Rekordwarm war es im Oktober 2001 mit 13,2 Grad – damit ist der älteste Monatsrekord der Reihe nun fast 25 Jahre alt. Nur zwei Jahre später trug sich der 2003er mit 6,3 Grad als kältester Oktober in die lokale Wetterhistorie ein.

An der Wetterstation in Silberborn lag die Monatstemperatur bei 8,6 °C und damit um knapp 0,5 K über dem Mittelwert von 1991-2020 bzw. um 0,7 K über dem Klimamittel von 1961-1990. Abgesehen vom höhenlagenbedingt kühleren Gesamtniveau fällt das Fazit ähnlich aus wie in Bevern: Die ersten Nächte brachten leichten Bodenfrost, für Luftfrost reichte es aber auch auf fast 430 m Stationshöhe noch nicht. Das tiefste Minimum in zwei Metern Höhe wurde am 26.10. mit 0,6 °C gemessen. Knauserig war der Oktober bei den Höchstwerten, die meist leicht oberhalb der der Zehn-Grad-Marke verharrten und in der Spitze nicht über 13,7 °C am 23.10. hinaus kamen. Drei Tage später wurde mit 5,6 °C das niedrigste Maximum des Monats gemessen. In der seit 1931 bestehenden Hochsolling-Messreihe waren 33 Oktober wärmer und 61 kälter als der diesjährige. Den Rekord auf der warmen Seite hält auch hier der 2001er mit 11,5 Grad, am kalten Ende findet sich der 1974er mit 3,7 °C.

Die Analyse der Großwetterlagen über Europa sieht angesichts der geringen Sonnenscheinsumme und der häufigen Niederschläge erst einmal überraschend aus, ebenso wie der Blick aufs Barometer und die dort angezeigten Werte für den Luftdruck: Brachte Hochdruck im Zuge einer Ostlage zu Monatsbeginn noch trockene Kontinentalluft mit Sonnenschein und eine anschließende west-nordwestliche Tiefdruckphase kräftigen Regen, herrsche ab dem 6.10. für fast zwei Wochen erneut Hochdruck – zumindest formal. Das Hochdruckzentrum lag aber nun konstant westlich bis nordwestlich von uns im Bereich der Britischen Inseln und die Luftzirkulation im Uhrzeigersinn um das Hoch herum sorgte für eine ständige Zufuhr feuchter und wolkenreicher Luft von der Nordsee. Mit fortschreitender Jahreszeit war der Sonnenstand bereits zu niedrig, um diese Feuchte wegzuheizen – die Folge war tiefhängende, hochnebelartige Bewölkung, aus der zeitweise leichter Nieselregen fiel – zwar keine großen Mengen, aber gänzlich trockene Tage gab es während dieser langen und bewegungsarmen Witterungsphase nur vereinzelt. Zum Ende der zweiten Dekade löste lebhafte Tiefdrucktätigkeit aus Westen, später Nordwesten die „Gammelhochdrucklage“ ab und brachte auffrischenden Wind sowie regelmäßige und nun auch ergiebige Niederschläge. Daran änderte sich bis Monatsende fast nichts mehr, immerhin der Feiertag am 31. ging trocken über die Bühne.

Damit markierte der Oktober das Ende der langen Phase mit deutlich unterdurchschnittlichen Regenfällen, die im Kreis seit Februar andauerte. An allen Messstellen wurden die langjährigen Mittelwerte deutlich übertroffen. An der Spitze stehen 132,6 mm in Silberborn, was einem Plus von 43 mm oder 48% gegenüber dem Klimawert der Jahre 1991-2020 entspricht. Auch die Plätze zwei und drei gehen an den Solling und seine Ausläufer: Amelith meldete 121 mm und Hellental 117. Dreistellig wurde es auch noch in Vorwohle mit 102 mm, dahinter folgen Polle mit 97 mm, Ottenstein mit 94, Lüchtringen mit gut 89 und Bevern mit 87 mm, wo das langjährige Mittel um rund 27% übertroffen wurde.  Das Schlusslicht bildet Hehlen mit 78 mm. Ein Blick in die Computermodelle zeigt, dass die aktuelle Tendenz für den November eher wieder in die trockene Richtung gehen dürfte.

Die Sonne konnte sich nur an wenigen Tagen länger in Szene setzen, wobei schon fast ein Drittel der Monatssumme auf die ersten beiden Tage entfiel. Nach 31 Tagen kamen lediglich 55 Stunden zusammen, kaum mehr als die Hälfte eines durchschnittlichen Oktobers. Das ist zwar noch ein ganzes Stück über dem Negativrekord aus dem Jahr 1974 mit ganzen 36 Stunden, aber sehr viel näher an der roten bzw. grauen Laterne als am bisher sonnigsten Oktober in der Region, der 1951 satte 171 Stunden brachte. So schrammte der 2025er als vierttrübster nur haarscharf am Podest der drei bisher sonnenscheinärmsten Oktobermonate vorbei.

Der Wind war in den ersten drei Wochen mit Ausnahme des 4.10., als es kurzzeitig Böen bis Stärke 8 gab, meist gemächlich unterwegs – im Mittel mit Stärke 2-3, in Böen 4-5 und nur ganz vereinzelt bis 6. Das änderte sich in der letzten Dekade vor allem mit Sturmtief Joshua, das über der Nordsee stellenweise sogar orkanartige Böen mit sich brachte. Bei uns zog der Mittelwind auf Stärke 4 an und die Böen erreichten je nach Standort Stärke 6-8. Der DWD-Windmesser in Northeim-Stöckheim meldete am 23.10. sogar eine Maximalgeschwindigkeit von 94,0 km/h, was Beaufort 10 entspricht.

Letzte Spätsommergrüße und weiterhin Warten auf Regen

Der September 2025 war warm und trocken bei durchschnittlicher Sonnenscheindauer

Fotos von Annette Mokross

Für die Meteorologen gehört er vollständig zum Herbst, nach dem Kalender und der Astronomie zählen gut zwei Drittel noch zum Sommer – und beim Wetter zeigt sich häufig ein Wechselspiel zwischen beiden Jahreszeiten. Die Rede ist vom September, der auch in diesem Jahr sommerliche und herbstliche Phasen vereinte. Dabei schlug das Pendel bei der Temperatur zur warmen Seite aus, während es in Sachen Niederschlag den nächsten Monat mit einem klaren Defizit zu bilanzieren gilt. Eine längere beständige Spätsommerphase blieb jedoch aus, so dass sich die Sonnenscheindauer sehr nahe am langjährigen Mittelwert bewegte und diesen am Ende knapp verfehlte.

Mit einer Mitteltemperatur von 15,74 °C war der September 2025 an der DWD-Station in Bevern um 1,52 K wärmer als im Mittel der Jahre 1991-2020, was einem Plus von fast genau zwei Grad gegenüber der älteren Klimanorm von 1961-1990 entspricht. Spätsommerlich warm präsentierte sich die erste Woche, nachfolgend pendelten die Werte bis nach Monatsmitte um die langjährigen Durchschnittswerte herum. Ein kurzes, aber kräftiges (und wohl letztes) Aufbäumen des Sommers ließ die Tageshöchstwerte zum Ende der zweiten Dekade nochmals deutlich ansteigen. Am 20. wurde mit einem neuen Tagesrekord von 29,7 °C sogar ein heißer Tag nur um drei Zehntel verfehlt. Es folgte eine deutliche Abkühlung und mit Beginn des astronomischen Herbstes am 22. verabschiedeten sich Höchstwerte von über 20 Grad zumindest für den Rest des Monats (vielleicht auch bis ins nächste Frühjahr). Stattdessen gab es einige frische Nächte und am 25., dem kühlsten Tag des Monats, kam das Maximum nicht über 11,5 °C hinaus. Zum Ende wurde es dann wieder ein ganzes Stück milder, so dass der Monat unter dem Strich zwar weniger warm bilanziert als seine beiden Vorgänger, mit Platz elf aber die Top Ten der wärmsten September in der Messreihe Bevern/Holzminden ab 1934 aber nur knapp verfehlte.

An der Wetterstation in Silberborn schloss der September mit 13,3 °C ab – gut 0,9 K über dem Mittel von 1991-2020 und knapp 1,5 K über dem Schnitt von 1961-1990. Es war also nicht nur höhenbedingt in absoluten Zahlen, sondern auch relativ zum lokalen Hochsollingklima kühler als in Bevern. Diese Beobachtung deckt sich mit den DWD-Stationen aus der weiteren Umgebung, bei denen das Plus zum langjährigen Durchschnitt in den Mittelgebirgslagen ebenfalls geringer ausfiel als in den Niederungen, und zwar umso geringer, je höher man kommt. Am wärmsten wurde es am 20. mit dem einzigen und letzten Sommertag auf 428 m mit 26 Grad, wenige Tage später ging es nachts nur knapp am ersten Bodenfrost der Saison vorbei. Nimmt auch für diesen Standort die Zeit ab 1934 und sortiert von warm nach kalt, findet sich der 2025er auf Rang 18 der September-Rangliste wieder.

Die Analyse der Großwetterlagen über Europa liefert den Grund dafür, warum es in den höheren Lagen auch relativ betrachtet kühler war: Es dominierten über den Monat hinweg klar die Tiefdrucklagen, die in aller Regel einen stärkeren vertikalen Temperaturgradienten aufweisen: Die Abnahme der Temperatur nach oben hin ist meist stärker als im Hochdruckgebiet, in dem es im Herbst und Winter sogar zur Umkehrung (Inversion) kommen kann, bei der es in der Höhe wärmer ist als in der Grundschicht. Davon war in diesem September nichts zu sehen, stattdessen hatten wir es in der ersten Hälfte weitgehend mit Westlagen zu tun und dabei in der ersten Dekade mit der winkelförmigen Westlage, auch als Winkelwest bezeichnet, abgekürzt WW. Winkelförmig deshalb, weil die weiter westlich auf dem Atlantik zunächst recht glatte und zonal ausgerichtete Strömung über Mitteleuropa scharf nach Norden abbiegt, weil sich weiter östlich ein blockierendes Hochdruckgebiet befindet. Bei uns ergibt sich dabei oft eine Zufuhr recht warmer Luftmassen aus dem Sektor Süd, der Wettercharakter ist leicht wechselhaft mit durchaus freundlichen Abschnitten. Anschließend verstärkte sich der Tiefdruck vorübergehend und brachte einige Tage mit Regenfällen.

Zum Ende der zweiten Dekade konnte sich kurz Hochdruckeinfluss durchsetzen, allerdings sorgte die fortschreitende Jahreszeit dabei zunächst noch für hartnäckige Bewölkung, die sich erst nach Durchzug einer Warmfront am Nachmittag des 18. auflöste. Es folgte unter einer kräftigen Südströmung ein nochmal hochsommerlich warmes Wochenende und der anschließend abrupte Übergang in den Herbst, da wir nun in den Einflussbereich des sich über Nordeuropa nach Westen ausbreitenden Kontinentalhochs gerieten, an dessen Südflanke kühlere Luft aus Osten einfließen konnte. Ein Höhentief über dem Osten Frankreichs brachte dem Südwesten und Westen teils rekordverdächtige Regenmengen, unsere Region wurde nur vom Rand dieses Niederschlagsgebiets leicht gestreift, so dass sich die Trockenheit weiter verschärfte – sichtbar am zunehmend niedrigen Weserpegel, der u.a. zur Einstellung des Fährbetriebs in Polle führte.

In Zahlen liest sich das, was an den Messstellen im Kreis und den angrenzenden Orten vom Himmel fiel, in gerundeten Millimetern (gleichbedeutend mit Litern pro Quadratmeter) so: Die höchste Monatssumme gab es mit 59 mm in Amelith, es folgen Silberborn mit 56 und Hellental mit 53mm, dahinter Ottenstein mit 47 sowie Vorwohle und Holzminden mit je 46 mm. Polle und Bevern meldeten je 44 mm, Lüchtringen kam auf 40 und Schlusslicht Hehlen auf 37 mm. Im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten fielen meist nur um die zwei Drittel, so in Silberborn 67%, in Vorwohle sogar nur 62%, Bevern bildete mit gut 72% schon den „nassesten“ Standort ab. Der Jahresniederschlag per Ende September wies gegenüber dem Mittel von 1991-2020 in Bevern mit 389 mm ein Minus von 192 mm oder 33% auf, in Silberborn summierte sich das Defizit mit bisher gefallenen 479 mm sogar auf 289 mm oder fast 38%.

Die Sonne zeigte sich in der ersten überwiegend sommerlich geprägten Woche noch recht häufig, für eine beständig sonnige Phase reichte es aber auch da nicht. Recht trüb mit nur rund 34 Stunden fiel die letzte Dekade aus, die Monatssumme lag leicht unter dem Mittelwert der Jahre 1991-2020 und beziffert sich auf ca. 140 Stunden. Dieser Wert errechnet sich aus dem gewichteten Mittel der beiden Umgebungsstationen in Lügde-Paenbruch und Göttingen, die noch Sonnenschein am Boden messen. Im Zuge der Umstellung beim Deutschen Wetterdienst auf ein Berechnungssystem aus Satellitenbildern und nur noch wenigen Stationen mit direkter Sonnenscheinmessung wurden die Messungen in Alfeld, Warburg, Hameln und Bad Lippspringe bereits beendet. Göttingen soll in Kürze folgen, Lügde im benachbarten Kreis Lippe bleibt erhalten. Erste Auswertungen zeigen ein Problem der neuen, DUETT genannten DWD-Methodik bei wechselnder Bewölkung mit Tendenz zur Übererfassung im Sommerhalbjahr. So lange in Göttingen noch gemessen wird, sind die hier genannten Werte nach der bisherigen Berechnungsart in Verbindung mit Augenbeobachtungen ermittelt und weichen von den DUETT-Werten des DWD etwas ab.

Der Wind war im Mittel meist mit Stärke zwei bis drei unterwegs, zur Monatsmitte auch mal vorübergehend mit Stärke vier. Die Böen blieben unterhalb der Kriterien für Sturm und bewegten sich überwiegend zwischen Beaufort vier bis sechs, vorübergehend bis 7 und in der Spitze an manchen Stationen kurzzeitig bis acht.

Eine kurze Hitzewelle, erste Herbstgrüße – und viel zu wenig Regen

Der August 2025 war durchschnittlich temperiert, recht sonnig und sehr trocken

Fotos von Annette Mokross

Von fast allem etwas dabei – so lässt sich die regionale Witterung im August 2025 am einfachsten auf den Punkt bringen. Höchstwerte bis fast 36 Grad, aber auch einige ungewöhnlich kühle Nächte standen ebenso auf der Zutatenliste wie der Wechsel von trüben Phasen und zumindest einem längeren sehr sonnigen Abschnitt. Nur nach ergiebigem Regen suchte man im gesamten Landkreis erneut vergebens, womit das Niederschlagsdefizit des Jahres 2025 weiter anstieg. So hinterlässt der dritte und letzte meteorologische Sommermonat wie auch die gesamte Jahreszeit eher gemischte Gefühle. Der August schloss von den reinen Zahlen her mit einem kleinen Plus bei der Temperatur, einem etwas größeren Plus bei der Sonnenscheindauer und einem sehr deutlichen Minus bei den Niederschlägen – nirgends wurde die Hälfte der langjährigen Mittelwerte erreicht, an manchen Stationen war kaum mehr als ein Viertel.

Mit einer Monatstemperatur von 18,45 °C lag der August 2025 an der DWD-Klimastation in Bevern um 0,23 K über dem Mittel der Jahre 1991-2020 und um 1,7 K über dem Durchschnitt der Zeit von 1961-1990. Nach einem mäßig warmen Start kletterten die Höchstwerte ab Ende der ersten Woche wieder in den Sommertagsbereich, ab 12.08. folgte eine kurze, aber recht knackige Hitzewelle mit drei heißen Tagen (die erste seit immerhin drei Jahren) und einem Maximum von 35,9 °C. In der zweiten Monatshälfte lagen die Höchstwerte meist zwischen 21 und 26 Grad. In Summe wurden 15 Sommertage mit mindestens 25,0 °C gemessen, das mittlere Maximum erreichte 25,1 °C und lag damit fast genau im Schnitt der letzten 25 Jahre. Empfindlich kühl wurden die Nächte zu Beginn der dritten Dekade mit Tiefstwerten im klar einstelligen Bereich, darunter zweimal nur wenige Zehntel über der Fünf-Grad-Marke und damit nicht allzu weit entfernt vom Monatsrekord von 4,7 °C, der aus dem Jahr 1973 stammt.

An der Wetterstation in Silberborn lag die Monatstemperatur mit 16,2 °C um 0,1 K höher als im Mittel der Jahre 1991-2020 bzw. um 1,4 K über dem Klimawert von 1961-1990. Zwei heiße Tage mit einem Maximum von 31,9 °C am 14.08. bildeten den Höhepunkt, die sehr frischen Nächte zum 24. und 25. mit einem Minimum von je 3,5 °C den Tiefpunkt. Im kühleren Klima des Hochsollings wurde die 20-Grad-Marke immerhin zwölfmal verfehlt, am deutlichsten am 22.08. mit einem Höchstwert von nur 14,8 °C. Auf der sommerlichen Seite stehen acht Sommertage, die durchschnittliche Höchsttemperatur lag bei 21,6 °C.

Bei der Analyse der Großwetterlagen über Europa zeigt sich zu Monatsbeginn eine tiefdruckgeprägte Nordwestlage, die bereits für einen Großteil Regensummen des Monats verantwortlich zeichnete. Anschließend ging es mit einer Westlage weiter, bei der sich zunehmend Hochdruck durchsetzte und die in eine Hochdrucklage über Mitteleuropa mündete. Mit Rückdrehung der Strömung auf Südwest entstand die kurze Hitzewelle vor Monatsmitte, bevor sich der Hochschwerpunkt zu den Britischen Inseln und ins Nordmeer verlagerte. Dies führte bei uns zum Einfließen von Luftmassen aus nördlichen Breiten mit entsprechendem Temperaturrückgang bis hin zu den sehr frischen Nächten zu Beginn der vierten Woche. In den letzten Tagen schaufelte ein Tief über Großbritannien wieder wärmere und wolkenreiche Luft zu uns, aus der nach zuvor verbreitet komplett trockenen drei Wochen immerhin wieder etwas Niederschlag fiel, meist allerdings nur in Form sehr schwacher und kurzer Schauer.

Mit diesen konnte das große Regendefizit des Monats allenfalls noch geringfügig verringert werden, so dass das Jahr 2025 mittlerweile auf den Spuren des Trockenjahres 2018 wandelt – vor allem im Hochsolling, wo im langjährigen Durchschnitt rund ein Viertel (Sommer) bzw. ein Drittel (Gesamtjahr) mehr Niederschläge fallen als in den tiefen Lagen des Wesertals. Nicht so in diesem Jahr bisher und auch nicht im August: Ganze 27 mm kamen an der Station in Silberborn zusammen, was nur gut einem Viertel des Mittels der Jahre 1991-2020 entspricht. Damit schaffte der Sommer mit rund 163 mm nicht einmal bei 60% seines Mittels und das Gesamtjahr weist per 31.08. lediglich knapp 420 mm aus – 2018 waren es nach acht Monaten immerhin schon 460 mm.

Das gewöhnlich nasse Hellental brachte es im August sogar nur auf 23,6 mm und im Sommer auf 157 mm. Dass es noch deutlich trockener geht, zeigt ein Blick auf die andere Seite des Sollings in den Nachbarkreis Northeim, wo die Station in Moringen-Lutterbeck auf 241 m Höhe mit 98,4 mm im Sommer (14,4 im August) zu den trockensten in ganz Deutschland gehörte. Mittlerweile sind auch die mittleren und tieferen Bodenschichten stark von der Trockenheit betroffen, wie ein Blick auf den Bodenfeuchte-Viewer des DWD unter https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/landwirtschaft/5_bofeuview/_node.html verrät.

Auch an den anderen Messstellen im Kreis und seinen Nachbarorten blieben die Mengen im August überall unterhalb der Hälfte des jeweiligen 30-Jahres-Durchschitts. Am meisten meldete Ottenstein mit 43,8 mm, gefolgt von Bevern mit 29,2 mm. Hehlen kam auf 26,8 und Polle auf 26 mm, die Schlusslichter Lüchtringen und Vorwohle schafften es so gerade eben über die Marke von 20 mm (20,7 und 20,2).

So sehr das Jahr 2025 bisher mit Regen geizt, so großzügig zeigt es sich seit Mitte Februar (bis auf die Delle im Juli) beim Sonnenschein. Der August steuerte ca. 224 Stunden zur Jahreszwischensumme von fast 1.490 Stunden bei – damit fehlen vier Monate vor Schluss nur noch 30 Stunden bis zum Erreichen des Jahresdurchschnitts von ca. 1.520 Stunden. Für den August ergibt sich ein Plus von 30 Stunden oder 16% zum Mittel der Jahre 1991-2020.  Nach trübem Monatsbeginn zeigte sich die Sonne zunächst mal mehr, mal weniger häufig, bevor am 9. die beständigste Phase begann, die an vielen Tagen zwischen zwölf und fast 14 Stunden eine Wochensumme von 87 Stunden brachte. Die zweite Monatshälfte war dann von einem wechselhaften Auf und Ab gekennzeichnet.

Der Wind trug nichts Berichtenswertes zum Geschehen bei und war im Mittel oft nur mit Stärke 1-2 unterwegs, die Böen lagen meist bei Stärke 4 bis 5 und erreichten nur ganz vereinzelt in der Spitze in freien Lagen mal Stärke 6.

Wechselhaft, warm – und (viel) zu trocken

Eine kurze Sommerbilanz aus dem Landkreis

Während der Kalender dem Sommer 2025 noch eine Verlängerung bis zum 22. September zugesteht, sind die Meteorologen schon eine Jahreszeit weiter. Nach ihrer Einteilung begann am vergangenen Montag der Herbst – Zeit also für ein Fazit des Sommers, der sich als überdurchschnittlich warm, aber nicht heiß in die lokale Wetterhistorie einsortiert und dabei etwas mehr Sonnenschein und deutlich weniger Regen brachte als im langjährigen Mittel.

An der DWD-Klimastation in Bevern auf 110 m lag die Mitteltemperatur mit 18,67 °C um knapp 0,9 Grad über dem Mittel der Jahre 1991-2020 und damit fast genau auf dem Niveau der Jahrgänge 2023 und 2024. In der Zeitreihe Bevern/Holzminden seit 1934 war es der achtwärmste Sommer. Am heißesten wurde es während der kurzen, aber kräftigen Hitze Anfang Juli mit einem Höchstwert von 37,7 °C – einer von insgesamt acht heißen Tagen, was etwas unter dem Durchschnitt von 9,5 liegt. Dafür gab es bei den Sommertagen mit 37 ein leichtes Plus zum Mittel von knapp 34.

In Silberborn wurde auf 428 m Höhe eine Temperatur von 16,2 °C gemessen, was einem Plus von gut 0,6 Grad gegenüber dem Klimawert von 1991-2020 entspricht. Hier schaffte es der Sommer nicht ganz in die Top Ten der seit Anfang der 1930er Jahre bestehenden Wetterbeobachtungen im Hochsolling. Der Höchstwert wurde am 2. Juli mit 33,2 °C erzielt, unter dem Strich gab es vier heiße und 19 Sommertage.

Der Wettercharakter war geprägt von vielen wechselhaften und nur wenigen stabilen Phasen – am beständigsten war es noch jeweils um die Monatsmitte im Juni und August, während große Teile des Julis und die erste Augustwoche an einen Sommer, „wie er früher einmal war“ erinnerten – mit mehr Wolken als Sonne und eher verhaltenen Temperaturen. Das zeigt sich auch in der Sonnenscheinbilanz mit einem klaren Plus im Juni und einem etwas kleineren im August bei einem deutlichen Minus im Juli. Die Summe von ca. 648 Stunden liegt um gut 30 Stunden bzw. fünf Prozent über dem Mittel von 1991-2020.

Trotz vieler Wolken blieb der daraus fallende Niederschlag klar unter den langjährigen Mittelwerten – mit einem Nord-Süd-Gefälle im Landkreis. Am meisten fiel in Ottenstein mit 219 mm, die oft nassesten Standorte im Solling brachten es nur auf ca. 157 mm in Hellental und rund 163 mm in Silberborn, wo lediglich gut 60% des durchschnittlichen Sommerregens zusammenkamen. Auch in Bevern steht ein klares Minus – mit 148 mm betrug das Defizit zum Klimamittel fast ein Drittel. Die seit Februar andauernde Trockenheit hat sich also auch im Sommer fortgesetzt.

© +Titelbild Annette Mokross

Nach Backofenhitze zum Start gab’s meist nur kleine Sommerbrötchen   

Der Juli 2025 war unbeständig und trüb mit vielen Regentagen

Fotos von Annette Mokross

Mit einer durchschnittlichen Höchsttemperatur von über 36 Grad und fast 15 Sonnenstunden pro Tag setzte der zweite meteorologische Sommermonat in diesem Jahr neue Maßstäbe – allerdings nur dann, wenn man lediglich die ersten beiden Tage betrachtet. Pünktlich zum Beginn der Schulferien am 3. verschwand die Hitze auf Nimmerwiedersehen (zumindest, was den Juli angeht) und auch die Sonne tat sich schwer, längere Lücken zwischen den Wolkenfeldern zu finden. Kurzum: Der „Höllensommer“ mit seiner wochenlangen „Hitzeglocke“ über Mitteleuropa entpuppte sich als mediale und modellarische Luftnummer und der Juli 2025 geht als ein auch in Zeiten des Klimawandels durchaus typischer Hochsommermonat in die regionale Wetterstatistik ein: Unbeständig und mäßig warm bis warm temperiert. Häufiger Tiefdruck sorgte dafür, dass die Sonnenscheindauer deutlich unterdurchschnittlich blieb, während die Niederschlagsbilanz trotz vieler Regentage kein einheitliches Bild ergab, wobei die langjährigen Mittelwerte meist verfehlt wurden.

Mit einer Monatstemperatur von 18,95 °C lag der Juli 2025 an der DWD-Klimastation in Bevern um knapp 0,4 K über dem Mittel der Jahre 1991-2020 und gut 1,8 K über dem Durchschnitt der Zeit von 1961-1990, die repräsentativ für die Jahre vor Einsetzen der globalen Erwärmung Ende der 1980er Jahre ist. Damit war es der fünfte Juli in Folge, der innerhalb eines sehr schmalen Korridors zwischen 18,7 und 19,1 °C landete. Die kurze, aber sehr kräftige Hitze zu Beginn des Monats brachte mit 37,7 °C den dritthöchsten bisher in Bevern gemessenen Wert – zugleich war der zweite heiße Tag am 2. aber auch schon der letzte für den gesamten Monat. Die Zahl der Sommertage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 25,0 °C blieb mit zehn unterdurchschnittlich, wirklich kühl wurde es aber auch kaum einmal: Nur zwei Tage blieben unter der 20-Grad-Marke. Die Tiefstwerte lagen oft zwischen elf und 16 Grad, etwas aus dem Rahmen fiel die Nacht zum 20.07. mit 19,9 °C – dem höchsten Minimum seit fast fünf Jahren.

An der Wetterstation in Silberborn blieb die Monatstemperatur mit 16,27 °C leicht unterhalb des Mittels der Jahre 1991-2020 (16,45 °C). Auch im Hochsolling machte sich die kurze Hitze zu Monatsbeginn mit zwei heißen Tagen und einem Maximum von 33,3 °C am 2. bemerkbar, bevor sich die Höchstwerte um die 20-Grad-Marke einpendelten. Über 25 Grad schafften es nur noch zwei Tage zum Ende der zweiten Dekade, wenige Tage zuvor reichte es nur mit Müh und Not für ein paar Zehntel über 15 Grad. Die wärmste Nacht zum 20.07. kam auf ein Minimum von 16,9 °C, die kühlste am 30.07. brachte 6,9 °C als Tiefstwert.  

Bei der Analyse der Großwetterlagen über Europa zeigt sich am Ende der ersten Juliwoche und damit noch innerhalb des sogenannten Siebenschläferzeitraums eine nachhaltige Umstellung weg von der Hochdruckdominanz, die das Wetter mit kurzen Unterbrechungen seit Februar bestimmte, und hin zu zyklonalen, also tiefdruckgeprägten Wetterlagen. Zunächst machte die aus einer Südwestlage hervorgegangene Hitze einer Westlage Platz, womit ein erster Schritt zu einem durchgreifenden Temperaturrückgang verbunden war. Der zweite Schritt vollzog sich drei Tage später, als zum Ende der ersten Woche ein blockierendes Hoch über Westrussland der Westströmung den weiteren Weg nach Osten versperrte und ein Tief über Polen „abtropfte“, sich dort festsetzte und seinen Einfluss in der Folge retrograd nach Westen und damit zu uns ausweitete.
Nach vorübergehender Rückdrehung der Strömung über West auf Süd nach Monatsmitte setzte sich in der dritten Dekade erneut Tiefdruck über Mitteleuropa fest und brachte regional – vor allem im Osten, im Norden sowie am Alpenrand – hohe bis sehr hohe Regenmengen. Daran änderte sich bis zum Monatsende nichts mehr und mit einer zyklonalen Nordwestlage ging es auch in den August. Die aufgrund außergewöhnlicher Hitze über dem hohen Norden Europas überdurchschnittlich warme Nordsee sorgte einerseits für die erheblichen Regenmengen im Küstenumfeld und andererseits dafür, dass es für eine Nordwestströmung noch moderat temperiert blieb – bei kälterem Wasser in der Nordsee und auf dem Nordostatlantik wäre eine zyklonale Nordwestlage noch ein ganzes Stück kühler ausgefallen.

„Vom Sonnenschirm zum Regenschirm“ – so textete der DWD in seiner Pressemeldung zur Juli-Auswertung, und so kann man auch den Verlauf in unserer Region zusammenfassen, wobei sich bei den Regenmengen ein doch sehr unterschiedliches Bild ergibt, da es sich oft um räumlich eng begrenzte Schauer handelte. Während die Anzahl der Niederschlagstage mit meist 23-25 überdurchschnittlich hoch ausfiel, verfehlten doch die meisten Stationen ihr langjähriges Mittel. Dabei gilt es zu beachten, dass aufgrund der Wetterlage die Messwerte eher stichprobenartigen Charakter haben und ihre Aussage auf die Fläche bezogen begrenzt ist – auch die Radarauswertungen lösen räumlich nicht hoch genug auf, um genauere Aussagen zu treffen, zumal auch die komplexe Topografie des Weserberglands und des Sollings hier eine Rolle spielt.

Unter Berücksichtigung dieser Faktoren fiel der meiste Regen in Ottenstein mit 91,1 mm, gefolgt von Hellental mit 90,5. Während sich für Ottenstein ein leichtes Plus zum Klimamittel von knapp fünf Millimetern ergibt, dürfte das vom DWD für Hellental (wo erst seit Spätsommer 2018 gemessen wird) angegebene langjährige Mittel von 82,2 mm deutlich zu niedrig angesetzt sein. Realistisch sollten es über 90 mm sein, womit der diesjährige Messwert nahe dem Klimawert liegen dürfte. Es folgen Polle und Silberborn mit je 84,3 mm, was einem leichten bzw. deutlichen Minus entspricht. In Silberborn fehlten zum Klimamittel von 1991-2020 fast 20 mm und das Jahresdefizit beträgt per Ende Juli mittlerweile 203 mm – damit sind dort nach sieben Monaten mit 391 mm rund 40 mm weniger gefallen als in den Trockenjahren 2018 und 2022 zu diesem Zeitpunkt.

Die Klimastation in Bevern meldete 75,4 mm – rund 5 mm weniger als im langjährigen Mittel, das auch in Vorwohle (72 mm) und am deutlichsten beim Schlusslicht Lüchtringen (56 mm) verfehlt wurde. Aus Hehlen fehlen einige Tageswerte, die vorliegenden Daten deuten auf einen durchschnittlichen Monat hin, der beim DWD mit 80 mm angegeben wird.

Weniger komplex gestaltet sich die Auswertung der Sonnenscheindauer, sie lag mit 168 Stunden klar und erstmals seit Januar wieder unter dem Klimawert von 1991-2020, der um fast ein Fünftel verfehlt wurde. Noch weniger gab es im Juli zuletzt vor vier Jahren mit 156 Stunden. Der erste Tag war mit 15,5 Stunden zugleich der (mit Abstand) sonnigste, danach schafften es nur noch drei Tage über die Marke von zehn Stunden, davon nur noch einer nach dem Monatsvierten. Die Sommerferien verliefen damit bisher alles andere als sonnig und daran wird sich wohl erst in der letzten Ferienwoche etwas zum Besseren ändern.

Beim Wind fiel lediglich der Kaltfrontdurchgang am 2. Juli mit lokalen Böen bis Stärke 8 (stürmischer Wind) auf, ansonsten lag der Mittelwind meist bei Beaufort 2-3 und die Böen bei Stärke 5.

Nach verhaltenem Start oft hochsommerlich warm und sonnig

Der Juni 2025 hatte zwei Gesichter / Trockenheit nur kurz unterbrochen

Fotos von Annette Mokross

Und monatlich grüßt das Murmeltier: Zum mittlerweile fünften Mal in Folge gilt es an dieser Stelle einen Monat mit viel Sonnenschein und (viel) zu wenig Regen zu bilanzieren. Dabei brachte die Zeit bis Pfingsten mit fast täglichem Regen, wechselnd bewölkten Tagen und gemäßigten Temperaturen zunächst die Fortsetzung des Wettercharakters der letzten Maiwoche, bevor sich erneut Hochdruck durch- und festsetzte und ab Pfingstmontag der nächste lange Abschnitt mit vielen trockenen Tagen und nur gelegentlichen spärlichen Niederschlägen begann. Mit ein paar Tagen Verzögerung wurde es anschließend auch sonniger und deutlich wärmer. Mit anderen Worten: bereits zu Beginn der zweiten Dekade hielt der Hochsommer Einzug – und er kam, um zu bleiben. Damit reihte sich der Juni 2025 nach der kurzen Unterbrechung im Vorjahr in die Junimonate der jüngeren Vergangenheit auf durchschnittlichem Juliniveau ein.

Mit einer Monatstemperatur von 18,60 °C war der Juni 2025 an der DWD-Klimastation in Bevern um fast genau 2 Kelvin wärmer als im Mittel der Jahre 1991-2020, im Vergleich zur Klimaperiode von 1961-1990 bedeutet dies ein Plus von exakt 3,0 K. Damit war es der fünftwärmste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen für die Klimareihe Holzminden/Bevern im Sommer 1934. Drei der vier noch wärmeren stammen aus den Jahren 2019-2023, der älteste aus dem Rekordsommer 2003. Das erste Drittel verlief nur mäßig warm mit Höchstwerten zwischen meist 19 und 23 Grad, am kühlsten blieb es am Pfingstsonntag mit maximal 16,3 Grad. Nachfolgend wurde die 20-Grad-Marke nur noch einmal um ein paar Zehntel am 27. verfehlt, ansonsten lagen die Höchstwerte zwischen 22 und dem Monatsmaximum von 33,2 Grad am 22. mit jeweils überdurchschnittlichen zwölf Sommer- und drei heißen Tagen. Eine Hitzewelle blieb aber (noch) aus und die meisten Nächte brachten Abkühlung in den niedrigen zweistelligen oder in gut einem Drittel der Fälle sogar bis in den einstelligen Bereich.

An der Wetterstation in Silberborn lag die Monatstemperatur mit 16,2 °C um knapp 1,9 K über dem Klimamittel von 1991-2020 und um fast 2,9 K über dem der Jahre 1961-1990. Hier war es der sechstwärmste Juni der Hochsolling-Messreihe, die bis ins Jahr 1931 zurückreicht. Der erste meteorologische Sommertag wurde an der fast 430 m hoch gelegenen Station am 13.06. gemessen, sechs weitere sollten folgen, ein heißer Tag blieb aber bei einem Monatsmaximum von 29,3 °C noch aus. Am kältesten war die Nacht zum Pfingstmontag mit Tiefstwerten von 4,8 °C in 2 m Höhe und 0,9 °C fünf Zentimeter über dem Erdboden. 

Die Analyse der Großwetterlagen über Europa untermauert die Messwerte vor Ort: Die erste Dekade war geprägt von einer wechselhaften Westlage, wovon die Tage bis einschließlich Pfingstsonntag unter vorwiegendem Tiefdruckeinfluss mit Regenfällen und teils lebhaftem Wind standen, was auch Auswirkungen auf das Straßentheater-Festival in der Kreisstadt hatte: Nicht alle Veranstaltungen konnten wie geplant durchgeführt werden. Ab Pfingstmontag setzte sich dann wieder zunehmend Hochdruckeinfluss durch, zunächst noch im Rahmen der Westlage, bevor mit einer vorübergehenden Drehung der Strömung auf Süd ein kräftiger Temperaturanstieg einherging und der erste heiße Tag des Jahres mit einem Höchstwert von 33,0 °C in Bevern am 14. gemessen wurde.  Der Rest des Monats blieb hochdruckdominiert und zumindest in der Südhälfte des Kreises nahezu trocken, die Großwetterlagen pendelten zwischen Hochdruckbrücke und Hochdruckzentrum über Mitteleuropa (BM und HM) sowie einer nördlichen Westlage – nördlich deshalb, weil die atlantische Frontalzone, mit der die Tiefs westwärts wandern, nach Norden verschoben ist und über Mitteleuropa weitgehend hochdruckgeprägtes Wetter herrscht. Nur der Norden des Landes wird gelegentlich von Tiefausläufern gestreift. In zeitweise instabiler Luft sind im Sommer aber durchaus lokale Schauer und Gewitter möglich.

Die Niederschlagssummen speisten sich entsprechend dieses Witterungsverlaufs im Wesentlichen aus den ersten acht Tagen des Monats und blieben wie schon in den Vormonaten meist mehr oder weniger klar unter den 30-jährigen Durchschnittswerten. Die Ausnahmen bildeten die Stationen im Nordwesten des Kreises, die von Gewitterzellen am 26. erwischt wurden – am kräftigsten Ottenstein mit fast 21 mm an diesem Tag. Auch der Monatserste brachte hier ordentliches Nass mit 24,3 mm innerhalb von 24 Stunden. Somit schaffte es die Station auf der Hochebene (305 m üNN) nicht nur als einzige im Kreis über ihr langjähriges Mittel, die Monatssumme von 83,8 mm bildete auch mit Abstand den Spitzenplatz der Region. Auf dem Wilmeröder Berg in Polle wurden 62,8 mm gemessen und in Hehlen noch 57,6. Weniger war es weiter südlich: In Bevern fielen 43,1 mm (und davon 34,5 bis Pfingstsonntag) – das sind 24 mm bzw. gut 35% weniger als im langjährigen Mittel. Im feuchteren Sollingklima von Silberborn kamen 51,3 mm zusammen, hier fehlten gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 1991-2020 sogar 32 mm bzw. fast 39%. Hellental meldete 42,6 mm und Schlusslicht Lüchtringen 32,2 mm. Aus Vorwohle liegen wohl aufgrund einer technischen Störung leider keine Daten nach dem 24.06. vor, bis dahin waren 30,9 mm gefallen.

Beim Sonnenschein ergibt sich das seit Februar gewohnte Bild mit einem deutlichen Plus gegenüber den 30-Jahres-Mitteln, diesmal brachten 256 Stunden einen „Überschuss“ von fast 57 Stunden oder gut 28%. Dabei war es wie schon im Mai vor allem ein sehr sonniger Abschnitt im Laufe des Monats, der bei ansonsten wechselnd bewölkten und teils auch recht trüben Tagen wesentlich zum Monatsergebnis beitrug – in diesem Fall brachten allein die elf Tage vom 12. bis 22. fast 136 Stunden. Nach ein paar wolkigeren Tagen gab es zum Ende wieder „Sonne satt“ mit der maximal messbaren Tagessumme von 15,5 Stunden am Monatsletzten.

Erstes Halbjahr eines der trockensten und rekordsonnig

Bei Erscheinen dieses Betrags befinden wir uns bereits nach Jahresmitte und die Tage werden umgangssprachlich wieder kürzer. Das hinter uns liegende erste Halbjahr brachte mit fast 1.100 Stunden Sonnenschein die mit Abstand sonnigsten ersten sechs Monate – der langjährige Durchschnitt liegt mit genau 800 Stunden um nahezu 300 Stunden niedriger und der bisherige Rekord von 2022 um 80 Stunden. Beim Niederschlag sorgte der nasse Januar dafür, dass die Zwischenbilanz nicht noch trockener ausfällt – mit nur 240,5 mm an der Station Bevern war es für die Messreihe Holzminden/Bevern dennoch das sechsttrockenste erste Halbjahr seit Aufzeichnungsbeginn und das Defizit zum Mittel 1991-2020 ist mittlerweile auf fast 130 mm angewachsen. Von Februar bis Juni war nur 1976 mit 138 mm noch etwas trockener als 2025 mit 142,7 mm. In Silberborn beträgt die Halbzeitmenge 307 mm und damit 183 mm weniger als im langjährigen Mittel. Dagegen nimmt sich die Temperaturabweichung des ersten Halbjahres von 0,85 Grad zum Klimamittel 1991-2020 schon relativ unauffällig aus.

Sonnigstes und trockenstes Frühjahr seit Beobachtungsbeginn

Der Mai 2025 war lange sonnig und trocken / Umstellung der Wetterlage im letzten Drittel

Fotos von Annette Mokross

Den Anfang und das Ende markierten je zwei meteorologische Sommertage, in den fast vier Wochen dazwischen war es dagegen maximal mäßig warm oder sogar kühl. Vor allem die Nächte blieben lange sehr frisch und selbst in der dritten Dekade wurde noch Bodenfrost gemessen. Unter dem Strich bewegte sich der Mai 2025 bei den Temperaturen sehr nahe am langjährigen Durchschnitt und damit fast drei Grad unter seinem sehr warmen, mehr sommerlichen als frühlingshaften Vorgänger vor einem Jahr.  Beim Sonnenschein setzte sich der deutliche Überschuss der Vormonate ebenso fort wie das Defizit beim Niederschlag, so dass trotz einer nachhaltigen Umstellung der Großwetterlage im Laufe der dritten Dekade das sonnenscheinreichste und trockenste Frühjahr seit Beginn der Aufzeichnungen vor 90 Jahren stand.

Mit einer Monatstemperatur von 13,41 °C war der Mai 2025 an der DWD-Klimastation in Bevern um 0,11 Kelvin kühler als im Mittel der Jahre 1991-2020, im Vergleich zur Klimaperiode von 1961-1990 bedeutet dies ein Plus von gut 0,9 K. Damit war es seit dem Rekord von 2018 (16,44 °C) der fünfte von sieben Maien, der das jüngere Klimamittel verfehlte – so oft wie kein anderer Monat in diesem Zeitraum. Am wärmsten wurde es gleich am 2. mit einem Höchstwert von 27,6 °C, ab 4. folgte eine Reihe von Tagen, an denen die 15-Grad-Marke kaum mehr überschritten oder sogar verfehlt wurde. Auch wenn es für Luftfrost nicht mehr ganz reichte, lagen die Tiefstwerte oft im niedrigen einstellen Bereich mit einem Minimum von 0,6 °C am 9.; letzter Bodenfrost wurde am 23. und damit ungewöhnlich spät gemessen.

An der Wetterstation in Silberborn lag die Monatstemperatur mit 11,2 °C um gut 0,2 K unter dem Klimamittel von 1991-2020 und um 0,8 K über dem der Jahre 1961-1990. Für einen meteorologischen Sommertag reichte es auf 430 m Höhe noch nicht, am knappsten wurde die Marke am 2. mit einem Maximum von 24,7 °C verfehlt. Am kühlsten blieb es am 23. mit einem Höchstwert von nur 10,6 °C, insgesamt schafften es nur vier Tage über 20 Grad. Bei den Tiefstwerten stehen 0,7 °C am 8. und 0,8 °C am 16. in zwei Metern Höhe zu Buche sowie letzter Bodenfrost wie in Bevern am 23.05.

Die Analyse der Großwetterlagen über Europa zeigt den hochsommerlichen Start unter einem Mitteleuropa-Hoch und die anschließende deutliche Abkühlung durch eine Hochdruckrandlage in nordöstlicher Strömung. Mit diesem Abschnitt war zwar auch eine deutliche Bewölkungszunahme verbunden, Regen fiel dabei aber so gut wie gar nicht und das „so gut wie“ manifestiert sich in wenigen Zehntelmillimetern am 3. und 4. an einigen Stationen. Danach blieb es bis Monatsmitte komplett trocken, es dominierte dabei weiter eine Hochrandlage mit mal mehr östlicher und mal mehr nördlicher Anströmung. Mit vorübergehender Ausbreitung des Hochdrucks begann ab 10. der sonnigste Abschnitt des Monats, er dauerte knapp eine Woche, bevor vor allem in höheren Luftschichten ausgeprägte kleine Tiefs wieder mehr Wolken, aber immer noch kaum Regen brachten. Dies änderte sich erst mit Beginn der letzten Woche ab 24., als die erste nachhaltige Westwetterlage des gesamten Jahres (!) Einzug hielt und mit ihr sehr wechselhaftes Wetter mit meist nur noch geringen Sonnenanteilen, dafür aber endlich ergiebigeren Regenfällen.

Die Niederschlagssummen blieben trotz dieser Umstellung deutlich unter den langjährigen Mittelwerten – kein Wunder nach nur wenigen Litern pro Quadratmeter in den ersten drei Wochen. In Bevern reichte es noch für 41,9 mm – rund 70% vom Schnitt der Jahre 1991-2020. Am meisten fiel aufgrund mehrerer Schauertreffer in Lüchtringen mit 57,7 mm, gefolgt von Silberborn mit 56,8 mm, was rund 72% des dortigen Klimamittels entspricht. Amelith meldete 51,0 mm, Ottenstein 43,6, Polle 37,4, Hehlen 35,3 und Vorwohle 30,9 mm. Aus Hellental liegen diesmal leider keine vollständigen Daten vor.

Die Sonne zeigte sich wie in den Vormonaten länger als im Durchschnitt und schien ca. 248 Stunden lang über dem Kreis – ziemlich genau 50 Stunden bzw. 25% mehr als im Mittel von 1991-2020. Dabei war die erste Hälfte mit 158 Stunden die deutlich sonnigere, während die 2. Halbzeit sogar leicht unterdurchschnittlich ausfiel. Vom 10. bis 13. wurde die maximal messbare Tagessumme von fast 14,5 Stunden vier Tage in Folge ausgereizt.  

Der Wind war im Mittel meist mit Stärke 2-3 unterwegs und erreichte sein Maximum verbreitet bereits mit dem Kaltfrontdurchgang am 2. mit Böen bis Stärke 7. Lokal sind kurze stärkere Böen während kleinräumiger Schauer und Gewitter nicht ausgeschlossen.

Frühjahr so sonnig und trocken wie nie zuvor

Mit dem Mai endete das meteorologische Frühjahr und es brachte neue Rekorde bei Sonnenschein und Niederschlagsarmut. In Bevern summierten sich die Regenfälle der Monate März bis Mai auf ganze 85,4 mm – so wenig wie noch nie in der gemeinsamen Klimareihe für die Standorte Bevern und Holzminden in den letzten 90 Jahren. Bezogen auf das langjährige Klimamittel betrug das Defizit fast 50%. Knapp verfehlt wurde eine neue Rekordmarke vermutlich im Hochsolling: In Silberborn landeten 106,5 mm im Messbecher, nicht einmal die Hälfte des Mittels der Jahre 1991-2020 (47,6%). In der noch längeren und zeitweise unterbrochenen Messreihe im Archiv des DWD tauchen je 102 mm den Frühjahren 2011 und 1893 auf – 2011 handelt es sich um einen errechneten Wert ohne Messungen vor Ort und 1893 ist nicht bekannt, wo genau damals gemessen wurde.

Die Sonnenscheinsumme lag mit 716 Stunden erstmals über der Marke von 700 und überschritt das langjährige Mittel um fast die Hälfte (47%). Bisheriger Rekordhalter war das Frühjahr 2020 mit 690 Stunden. Sonnigster Monat war absolut betrachtet der April mit 255 Stunden. Der März, der überwiegend noch zum astronomischen Winterhalbjahr gehört, steuerte 213 Stunden bei und landete in Relation zu Klimamittel und möglicher Sonnenscheindauer sogar auf Platz 1. Zusammen mit dem Februar dauert die außergewöhnlich sonnige Witterung bereits vier Monate an.

Sonnenschein satt und weiterhin zu wenig Regen

Der April 2025 war warm, trocken und außergewöhnlich sonnig

Fotos von Annette Mokross

Donnergrollen, über den Abendhimmel zuckende Blitze, dazu teils kräftige Schauer und Höchstwerte, die mal fast 25 Grad erreichten und wenige Tage später nicht einmal mehr zehn – in der Karwoche präsentierte sich das Wetter im Kreis von seiner abwechslungsreichen Seite. Davor und danach war der April 2025 aber alles andere als launisch, sondern so, wie wir es mit nur kurzen Unterbrechungen seit Februar erleben: Trocken und sonnig. So blieben die Niederschläge um die Monatsmitte nur ein Intermezzo und auch der April verfehlte sein Mittel in Sachen Regen mehr oder weniger klar, wenn auch nicht so deutlich wie in den beiden Vormonaten. Dennoch war der Zeitraum von Februar bis April so trocken wie noch nie seit Beobachtungsbeginn – und auch noch nie so sonnig. Dazu steuerte der drittsonnigste April der Historie rund 255 Sonnenstunden bei, während er bei der Temperatur auf Rang sieben durchs Ziel ging.

Mit einer Monatstemperatur von 11,10 °C war der April 2025 an der DWD-Klimastation in Bevern um 1,58 Kelvin wärmer als im Mittel der Jahre 1991-2020, im Vergleich zur Klimaperiode von 1961-1990 waren es fast 3,2 K. Damit war es der siebtwärmste April in der Klimareihe Bevern/Holzminden seit Aufzeichnungsbeginn 1935. Von der Phase vor Ostern abgesehen hatten wir es erneut oft mit trockener Luft und hohen Temperaturdifferenzen zwischen den frühen Morgenstunden und den Nachmittagen zu tun. Die erste Dekade brachte noch regelmäßig leichten Luftfrost in der Nacht, Bodenfrost wurde bis Monatsmitte häufig und vereinzelt auch noch bis kurz vor Monatsende gemessen. Am wärmsten wurde es am 15. und am 30. mit einer Höchsttemperatur von je 24,4 °C, der erste meteorologische Sommertag blieb in diesem Jahr dem Maifeiertag vorbehalten. Elfmal gab es Höchstwerte über 20 Grad und nur einmal am trüben Karfreitag wurde die Zehn-Grad-Marke verfehlt.

An der Wetterstation in Silberborn fällt die Bilanz relativ zum kühleren Klima des Hochsollings noch etwas wärmer aus: Die Monatstemperatur erreichte 9,4 °C – ein Plus von 1,9 K gegenüber dem Mittel der Jahre 1991-2020 und sogar von 3,6 K im Vergleich zu 1961-1990. Nimmt man denselben Vergleichszeitraum ab 1935, war es auch an diesem Standort der siebtwärmste April. Viermal wurde die 20-Grad-Marke überschritten, am wärmsten wurde es wie in den Niederungen am 15. und am 30. mit je 21,3 °C. Viermal blieben die Höchstwerte einstellig, am kühlsten war der Karfreitag mit einem Maximum von nur 5,9 °C. Luftfrost trat in der ersten Woche noch dreimal mit einem Monatsminimum von -2,7 °C am 7. auf und danach nicht mehr, Bodenfrost (mit bis zu -6,8 °C am 7.) gab es noch häufig bis Monatsmitte und anschließend noch vereinzelt bis zum drittletzten Tag.

Die Analyse der Großwetterlagen über Europa illustriert die Messwerte mit den entsprechenden Druckverteilungen und Strömungsrichtungen. Auch der April war wie zuvor schon Februar und März klar hochdruckdominiert, die atlantische Westwindströmung bis auf eine kleine Unterbrechung blockiert, so dass von dort nur kurz einmal ein Tief am 23. den Weg zu uns fand – immerhin das brachte flächig etwas ergiebigeren Regen, während die Süd- bis Südostlage vor und an Ostern zu teils gewittrig durchsetzten, schauerartigen Niederschlägen mit lokalem Charakter führte. In der ersten Dekade sorgten Ost- und Nordlagen für trockene Luft und noch frostige Nächte, mit Drehung auf südliche Richtungen wurde es in der zweiten Dekade deutlich wärmer, die anschließende kurze und schwache Westlage wurde rasch von erneutem Hochdruck abgelöst, zunächst noch als Randlage mit Ostwind, zum Monatsende lag das Hoch dann genau über uns.

Die Niederschlagssummen speisten sich somit aus den abendlichen Schauern der Karwoche und dem Regengebiet, das uns am Mittwoch nach Ostern überquerte. Die langjährigen Mittelwerte wurden an allen Stationen verfehlt, das Defizit fiel aber geringer aus als im teils rekordtrockenen März. Dennoch summieren sich die vergangenen drei Monate zu einer bisher nicht dagewesenen Niederschlagsarmut in diesem Zeitraum: Die bisherigen Minusrekorde für Februar bis April aus dem „Dürrejahr“ 1976 wurden sowohl in Bevern als auch in Silberborn unterboten. Der April brachte an der Klimastation in Bevern mit 34 mm rund drei Viertel des mittleren Niederschlags der Jahre 1991-2020. Am meisten fiel in Vorwohle mit 50 mm, dort war der Regen am 23. mit einer Tagessumme von 21,5 mm am ergiebigsten. Polle und Ottenstein hatten zwei bzw. einen stärkeren Gewittertreffer vor Ostern und kommen auf eine Summe von je 48 mm, Holzminden auf 43 mm.

Die Stationen im Solling, sonst meist die regenreichsten der Region, mussten sich diesmal weiter hinten einreihen und fuhren gemessen an ihren höheren langjährigen Klimawerten das größte Minus ein. Dabei landeten Amelith, Hellental und Silberborn bei aufs Zehntel identischen gut 41 mm – für Silberborn bedeutet dies nur gut zwei Drittel des Mittels von 1991-2020, in Amelith etwas mehr. Der vom DWD angegebene Klimawert für Hellental, wo erst seit Spätsommer 2018 gemessen wird, speist sich noch aus den Daten der Vorgängerstation in Dassel und ist unrealistisch niedrig. Nach den bisher vorliegenden Vergleichsjahren sollte es dort klimatisch ähnlich feucht sein wie in Silberborn, genauere Aussagen lässt die komplexe Topografie des Sollings leider nicht zu, das Niederschlagsverhalten dort gleicht oft einem nicht zu fassenden Eichhörnchen.  

Bei den Sonnenscheinstunden wurde wie schon im Vormonat nicht gekleckert, sondern ordentlich geklotzt, so dass auf den zweitsonnigsten März seit Beobachtungsbeginn der drittsonnigste April folgte – und in Summe der sonnenscheinreichste Zeitraum von Februar bis April, der bisher dokumentiert werden konnte. Für den April kommt der Kreis auf mindestens 255 Stunden, was einem Plus von 83 Stunden oder fast 50% gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert der Jahre 1991-2020 entspricht. Der Rekordhalter von 2020 brachte es sogar auf 294 Stunden, 2007 waren es rund 262 – und im Vorjahr ganze 117, also nicht einmal die Hälfte des diesjährigen Sonnen-Aprils, der womöglich bereits der sonnigste Monat des Jahres gewesen sein könnte – denn um oder über 250 Stunden bilden auch im Mai und in den Sommermonaten die Ausnahme in der Region. Anderseits zogen die letzten außergewöhnlich sonnigen Frühjahre mehrheitlich auch sehr sonnige Sommer nach sich – es darf also munter spekuliert werden, wie es 2025 weitergeht.

Der Wind war im Mittel fast durchgehend nur schwach mit Stärke 1-2 und in selbst in Böen nur mit Stärke 5-6 unterwegs, die Spitzenböen des Monats erreichten an den umliegenden Stationen des DWD mit Windmessung maximal Beaufort 7.