Einer der wärmsten Sommer mit viel Sonnenschein

Der Sommer 2026 brachte viel Hitze und war vor allem im Solling deutlich zu trocken

Fotos: Annette Mokross

In der Nacht zum Dienstag, genau um 02:00 Uhr MESZ (Mitternacht nach UTC), verabschiedete sich der meteorologische Sommer 2026 und machte Platz für den Herbst. Eine erste Auswertung ergibt für den Kreis einen sehr warmen, teils heißen Sommer mit viel Sonnenschein bei meist unterdurchschnittlichen Regenmengen.

In den Niederungen war es nur 2003 und 2018 noch wärmer

An der DWD-Klimastation in Bevern auf 110 m lag die Mitteltemperatur mit 19,55 °C um knapp 1,8 Grad über dem Mittel der Jahre 1991-2020. In der Zeitreihe Bevern/Holzminden seit 1934 war es der drittwärmste Sommer hinter dem Rekordhalter 2003 (19,83 °C) und 2018 (19,74 °C). Am heißesten wurde es am 30. Juli mit einem Höchstwert von 37,4 °C, nachdem bereits Ende Juni erstmals so früh im Jahr die 37-Grad-Marke erreicht worden war. Es wurden vier Hitzewellen mit mindestens drei heißen Tagen in Folge gezählt, insgesamt gab es an 20 Tagen Höchstwerte von über 30 Grad – mehr als doppelt so viele wie im langjährigen Mittel. Auch bei den Sommertagen mit mindestens 25 Grad Höchsttemperatur steht mit 48 ein klares Plus gegenüber dem Durchschnitt von 34. Dazu gesellte sich am 28. Juni die wärmste je gemessene Nacht mit einem Tiefstwert von 22,1 °C.

In Silberborn auf 428 m betrug die Sommertemperatur 17,2 °C, was einem Plus von gut 1,6 Grad gegenüber dem Klimawert von 1991-2020 entspricht. Hier schaffte es der Sommer „nur“ auf Platz fünf seit Beginn der Wetterbeobachtungen im Hochsolling – neben 2003 und 2018 waren auch die Sommer 2019 und 2022 noch etwas wärmer. Der Höchstwert von 34,0 °C wurde wie in Bevern am 30. Juli gemessen, unter dem Strich gab es sieben heiße und 27 Sommertage.

Meist zu trocken und viel Sonnenschein

Die Niederschlagsbilanz zeigt eine inhomogene Verteilung der Regenfälle aufgrund häufig lokal begrenzter Schauer. Dabei wurde die Station in Bevern mehrfach von Starkregen getroffen, allein zweimal in den letzten Augusttagen, so dass hier auf der Zielgeraden sogar noch das langjährige Mittel von 219 mm um einen Millimeter übertroffen werden konnte. Diese Ausbeute ist jedoch nicht repräsentativ für das Kreisgebiet: Eine vergleichbare Summe schaffte nur die Station in Hellental, dort ist allerdings das deutlich feuchtere Klima zu berücksichtigen. Weiter südwestlich war es im Solling deutlich zu trocken, so brachte es Silberborn mit 201,6 mm nur auf 73% seines langjährigen Mittels; in Amelith wurden 195 mm gemessen. Aber auch nach Nordwesten hin fiel viel zu wenig Regen, in Ottenstein waren es mit 188 mm nur ca. 78%.

Bei der Sonnenscheindauer steht hingegen ein klares Plus: In allen drei Monaten zeigte sich die Sonne über 200 Stunden lang, in Summe waren es rund 726 Stunden – ca. 129 Stunden oder 21% mehr als im Schnitt von 1991-2020. Nur fünf Sommer seit 1951 schafften noch mehr, der Rekord liegt seit 2022 bei 785 Stunden.

Im Südwesten Deutschland rekordheiß

Der Wettercharakter war neben den hochsommerlich warmen bis heißen Phasen auch immer wieder von Abschnitten mit gemäßigteren Temperaturen und stärkerer Bewölkung geprägt, weil Tiefs mit kühleren Luftmassen aus Nordwesten zumindest in der Nordhälfte regelmäßig für Abwechslung sorgen konnten. Ganz anders in der Südhälfte des Landes, wo in den Niederungen verbreitet um 40 und in der Spitze bis 56 Hitzetage gezählt wurden, davon bis zu 24 sogenannte Wüstentage mit 35 Grad und mehr. Die Karte illustriert das Südwest-Nordost-Gefälle sehr anschaulich: Während es im Nordosten teils nicht für die Top Ten der wärmsten Sommer seit Aufzeichnungsbeginn 1881 reichte, gab es nach Westen und vor allem Südwesten hin verbreitet neue Rekorde. Dort war der Sommer 2026 noch heißer als der „Jahrhundertsommer“ 2003, der auf die gesamte Fläche Deutschlands gemittelt aber weiterhin den ersten Rang behält. Gut ein Zehntelgrad fehlte hier am Ende für einen neuen Rekord. Doch nachdem seit 2018 inzwischen vier der letzten neun Sommer die 19,67 °C von 2003 nicht weit verfehlten, scheint eine Ablösung nur eine Frage der Zeit.

Die Karte zeigt das deutliche Südwest-Nordostgefälle beim Temperaturranking (Quelle: https://marcelherber.github.io/climate-dashboard/)

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Autor: wesersollingwetter

Hobbymeteorologe und Autor des monatlichen Lokalwetterrückblicks im Täglichen Anzeiger Holzminden.

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