März 2017: Temperaturrekorde knapp verfehlt

Während im deutschen Gebietsmittel der wärmste März seit Aufzeichnungsbeginn mit soeben vom DWD bestätigten 7,2 °C Mitteltemperatur hinter uns liegt, fällt die lokale Bilanz minimal weniger warm aus: An der DWD-Station in Bevern betrug das Monatsmittel 7,9 °C und an unserer privaten Station in Silberborn 6,1 °C. An beiden Standorten wurden die Rekorde aus dem März 2012 somit um 0,1 Kelvin verfehlt. Holzminden-Stadt kam mit 8,3 °C genau auf das Niveau von vor fünf Jahren.

Vor allem die erste Monatsdekade präsentierte sich trüb und nass und trotz der geringen Sonnenscheindauer deutlich milder als im langjährigen Mittel. Anschließend wurde es freundlicher, bevor nach Monatsmitte nochmals Tiefdruckeinfluss mit vielen Wolken und Regenfällen das Wettergeschehen bestimmte. Auch die zweite Dekade war dabei deutlich zu warm. Ab dem 22. dominierte dann erneut Hochdruckeinfluss mit viel Sonnenschein und zehn trockenen Tagen am Stück bis zum Monatsende. Dabei blieben die Nächte zunächst noch kalt bis leicht frostig, während die Sonne für Höchstwerte von 12-14 Grad sorgte, die sich bei Wind aus nordöstlicher Richtung mit Zufuhr trockener Kontinentalluft frischer anfühlten. Die letzten Tage des Monats brachten dann mit der Umstellung auf eine Südwestlage fast schon einen Hauch von Frühsommer mit Temperaturen im Wesertal von bis zu 23 Grad. In Silberborn konnte am 31. sogar
ein neuer Rekordwert für den März vermeldet werden: Mit 20,8 °C Höchsttemperatur wurde die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 1989 um 0,8 Grad übertroffen. Vermutlich lagen die Werte Ende März 1968 dort allerdings noch etwas höher, wie Vergleichswerte nahelegen. Im Solling selbst wurde 1968 leider nicht gemessen.
In der Temperaturreihe Bevern/Holzminden blieb der Märzrekord von 24,5 °C vom 30.03.1968 jedenfalls unangetastet.

Trotz der regenreichen ersten Dekade schloss auch der März erneut mit einem Niederschlagsdefizit ab. In Bevern wurden 50,9 mm gemessen, was 89,5% des WMO-Referenzmittels der Jahre 1961-1990 entspricht, das jüngere Klimamittel der Jahre 1981-2010 wurde sogar um 30% verfehlt. In Holzminden lag die Monatssumme mit 54,2 mm etwas höher. In Silberborn fällt die Klimabilanz ähnlich aus: 74 mm Niederschlag – die ersten davon am Morgen des 1. März übrigens noch als Schnee – ergeben dort 86,7% des Mittels von 1961-1990 und 76,2% des Mittels von 1981-2010.

Nach dem sehr trüben März des Vorjahres mit gerade einmal 78 Sonnenstunden gab es in diesem Jahr einen deutlichen Überschuss: Der aus den Umgebungsstationen interpolierte Wert von 138 Stunden liegt 38% über dem Mittel der Periode 1961-1990 und 33,5% über dem Mittel von 1981-2010.

März 2017

Autor: wesersollingwetter

Hobbymeteorologe und Autor des monatlichen Lokalwetterrückblicks im Täglichen Anzeiger Holzminden.

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