Jahresrückblick an der Station Silberborn: Viel Regen im Dezember…

… doch das Jahr 2018 war auch im Hochsolling viel zu trocken. Dazu war es das wärmste seit Messbeginn und eines der sonnigsten. Im Januar schien dabei zunächst alles wie „gehabt“: Es regnete bei Temperaturen oft deutlich über dem Gefrierpunkt und die Sonne ließ sich kaum blicken. Nach Monatsmitte wurde es zum einen vorübergehend kälter und es bildete sich für einige Tage eine Schneedecke aus, die am dritten Wochenende (20./21.01.) durchaus imposante Ausmaße mit bis zu 35 cm an der Station im Kurgarten und sogar 40 cm am westlichen Ortsrand annehmen konnte. Herausragendes Wetterereignis in diesen Tagen war aber Orkan Friederike am 18.01. – ab den Mittagsstunden fegte der Sturm über den Solling hinweg und verursachte dabei nach Angaben der Niedersächsischen Landesforsten sogar noch größere Schäden als Kyrill genau elf Jahre zuvor. Überhaupt hatte der Wald schwer zu leiden in diesem Jahr: Erst aufgeweichte Böden, die den Wurzeln kaum noch Halt gegen die Sturmgewalten bieten konnten, später dann die lang andauernde Trockenheit und schließlich Befall durch Borkenkäfer – das ganze Ausmaß der Schäden wird wohl erst im Laufe des ersten Halbjahres 2019 sichtbar werden.

Zwischen Februar und November war es wie im gesamten Land unter häufigem Hochdruckeinfluss oft sehr sonnig und es regnete kaum einmal nennenswert. Bis Ende November betrug das Niederschlagsdefizit schon fast 450 mm, bevor der Dezember dann noch etwas Linderung verschaffte. Kalt und mit vielen Schneedeckentagen verlief der Februar, der Monatswechsel zum März war die kälteste Phase des gesamten Jahres mit zehn Tagen Dauerfrost in Folge und sieben Nächten in Serie mit strengem Frost. Kältester Tag war der 28.02. mit einem Tagesmittel von -10,9 °C und einem Höchstwert von -8,3 °C. Der März brachte nach kurzer Milderung einen weiteren Spätwinterabschnitt mit Frost und Schnee nach Monatsmitte, bevor es zunächst etwas und dann deutlich wärmer wurde und bereits am 8. April erstmals die 20-Grad-Marke überschritten werden konnte – außergewöhnlich früh für diese Höhenlage.

Was danach folgte, wurde hier und an anderer Stelle bereits ausführlich dokumentiert und soll daher nur kurz zusammengefasst werden: Rekordwarme Monate im April und Mai, der zweitwärmste Sommer nach 2003 und das wärmste Sommerhalbjahr seit Messbeginn, neue Rekorde bei der Anzahl der meteorologischen Sommertage und bei den warmen Tagen, ungewöhnlich viel Sonnenschein und deutlich zu wenig Regen. Erst in der dritten Novemberdekade stellte sich die Großwetterlage dann nachhaltig um und brachte mit dem niederschlagsreichsten Monat des Jahres zumindest ein Stück Linderung für die Natur. Schnee wurde hingegen kaum gesichtet: Zwar reichte es zu Beginn der dritten Novemberdekade für die ersten Schneedeckentage, der Dezember brachte dann aber nur noch einen einzigen solchen Tag zustande – auch in Zeiten des Klimawandels ein für diesen Standort ungewöhnlich niedriger Wert.

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Autor: wesersollingwetter

Hobbymeteorologe und Autor des monatlichen Lokalwetterrückblicks im Täglichen Anzeiger Holzminden.

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