November 2016: Zeitweise frühwinterlich

Anders als im Vorjahr, als im deutschen Gebietsmittel ein neuer Temperaturrekord aufgestellt und das lokale Allzeithoch nur knapp verpasst wurde, präsentierte sich der November 2016 abwechslungsreicher mit zwei frühwinterlichen Abschnitten und unterm Strich nicht nur deutlich kälter als sein Vorgänger, sondern auch ein Stück unterhalb der klimatologischen Mittelwerte. Kälter war es im November zuletzt vor 18 Jahren im Jahr 1998.

Mit einer Mitteltemperatur von 4,2 °C schloss der Monat an der DWD-Station in Bevern um 0,7 Kelvin unter dem 30-Jahres-Mittel der Periode 1961-1990 ab und die jüngeren Vergleichszeiträume wurden um 1,1 K (1981-2010) bzw. 1,4 K (1991-2015) verfehlt. Nach dem Oktober war es somit der zweite Monat mit einer negativen Abweichung in Folge – zuletzt war dies im September und Oktober 2015 der Fall gewesen, also auch im Vorjahr in zwei meteorologischen Herbstmonaten. Dass der Herbst insgesamt dennoch wärmer gegenüber den Klimamittelwerten bilanziert, liegt am sehr warmen September mit seinem deutlichen Temperaturüberschuss von 3,6 K gegenüber der Periode 1961-1990. Die Mitteltemperatur der Monate September bis November betrug 10,2 °C und lag damit exakt auf dem Niveau des Vorjahres, was einer Abweichung von 0,8 K gegenüber 1961-1990 und 0,5 K gegenüber 1981-2010 entstpricht.

Mit 48,4 mm fielen nur rund 2/3 der langjährigen Niederschlagsmenge in Bevern und Holzminden, im Solling gab es zu Beginn der zweiten Novemberwoche den ersten Schnee und zumindest ein paar Reste konnten sich bis zum 14. des Monats noch halten. Die Sonne zeigte sich zwar nur gelegentlich am Himmel, in einem klimatologisch trüben Monat wie dem November reichen aber schon die in diesem Jahr registrierten 49 Stunden, um die langjährigen Mittelwerte leicht zu überschreiten. Der Herbst fiel – auch hier in erster Linie wegen des sommerlichen Septembers – mit rund 298 Stunden etwa 23 Stunden oder 8,5% sonniger aus als im Mittel, während der gemessene Niederschlag mit 166,5 mm die Klimawerte um knapp 10% (1961-1990) bzw. sogar 20% (1981-1990) verfehlte.

Neben etwas Schnee im Solling gab es in der gesamten Region für einen November recht viele Frosttage – in Bevern zwölf, in Holzminden elf zum Beispiel – und in der Kreisstadt wurde am 29. sogar ein Eistag (ganztägiger Frost) registriert.

Autor: wesersollingwetter

Hobbymeteorologe und Autor des monatlichen Lokalwetterrückblicks im Täglichen Anzeiger Holzminden.

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