Der Winter 2017/2018 im Hochsolling

Die ersten beiden Monate des meteorologischen Winters verliefen niederschlagsreich, extrem trüb und deutlich milder als im langjährigen Mittel. Immer wieder kam es zwar bei Vorstößen etwas kälterer Luft zu Schneefällen, halten konnte er sich meist jedoch nur wenige Tage. Dennoch lagen am dritten Januarwochenende zwischenzeitlich zwischen 35 und 40 cm, bevor massives Tauwetter einsetzte und den Schnee in weniger als drei Tagen wieder verschwinden ließ. Zuvor hatte Orkan Friederike am 18. Januar über dem Solling gewütet und massive Schäden hinterlassen, die zumindest stellenweise das Ausmaß von Kyrill genau elf Jahre zuvor erreichten. All diese Ereignisse gingen zurück auf eine den Dezember und Januar dominierende lebhafte Westwetterlage mit vorübergehenden Einschüben kälter Luft aus Nordwest.

Der Februar zeigte sich dann von einer ganz anderen Seite: Sehr trocken und sehr kalt mit einer zwar nicht allzu mächtigen, aber ab dem 4. durchgängigen Schneedecke zwischen 4 und 10 cm. Dazu schien die Sonne wieder deutlich häufiger und konnte das Defizit der ersten beiden Wintermonate sogar fast noch wettmachen. Eisig wurde es zum Monatsende, als die Tageshöchstwerte nur noch um –5 Grad erreichten und es am 28. sogar nicht über –8,3 Grad ging. Der ruppige Nordostwind sorgte dafür, dass sich die Luft noch ein ganzes Stück eisiger anfühlte.

Die Wintermitteltemperatur lag mit 0,3 °C um 0,5 Grad über dem 30-Jahres-Mittel der Jahre 1981-2010 und damit fast genau auf dem Niveau des Vorwinters. Kältester Tag war der 28. Februar mir einem Tagesmittel von -10,9 °C, einem Tiefstwert von -15,1 °C und einem Höchstwert von -8,3 °C, am wärmsten wurde es am 31. Dezember mit einem Tagesmittel von 8,6 °C, einem Minimum von 6,6 °C und einem Maximum von 9,9 °C. Die Zehn-Grad-Marke wurde wie im Vorjahr somit im gesamten Winter nicht erreicht. An 58 Tagen sank das Quecksilber in den Frostbereich, das liegt etwas unter dem langjährigen Winter-Mittelwert, den der DWD für die Periode 1981-2010 mit 63 Frosttagen angibt; an 16 Tagen herrschte Dauerfrost, davon entfielen 14 auf den Februar.

Die Niederschlagssumme lag aufgrund des sehr trockenen Februars unterhalb der langjährigen Mittelwerte: 264,1 mm fielen als Regen oder Schnee vom Himmel, dies entspricht 82% des Mittels der Jahre 1981-2010. Regenreichster Tag war der 3. Januar 2018, als 20,7 mm in 24 Stunden gemessen wurden. Nachdem es Dezember und Januar zusammen auf nur rund 30 Sonnenstunden gebracht hatten, steuerte der Februar noch rund 108 Stunden zur Winterbilanz bei, die damit nur leicht negativ gegenüber dem Mittel der Jahre 1981-2010 ausfiel: Am Ende fehlten rund 5% vom langjährigen Wert von knapp 145 Stunden.

Dank der Februarkälte konnte sich der nach Monatsbeginn gefallene Schnee bis zum Ende halten, damit wurden im Gesamtwinter noch 48 Schneedeckentage erreicht, einer mehr als im vergangenen Jahr. Das Maximum betrug wie im Vorjahr im Kurgarten 35-36 Zentimeter.

Zwei Winterstürme zogen im Januar über den Solling hinweg: Zunächst „Burglind“ mit schweren Sturmböen von etwas unter 100 km/h am 3.1. und gut zwei Wochen später am 18.1. „Friederike“, die in Teilen des Sollings wohl volle Orkanstärke von mindestens 118 km/h erreichte. Für den Stationsstandort im Kurgarten ergibt sich ein errechnete Spitzenböe von 113 km/h.

Winter 2017/2018 an der Station Silberborn (428 m über NN):

Wintermitteltemperatur: 0,3 °C
Maximummittel: 2,4 °C
Minimummittel: -1,8 °C
Maximum: 9,9 °C am 31.12.2017
Niedrigstes Maximum: -8,3 °C am 28.02.2018
Minimum: -15,1 °C am 28.02.2018
Höchstes Minimum: 6,6 °C am 31.12.2017
Höchstes Tagesmittel: 8,6 °C am 31.12.2017
Niedrigstes Tagesmittel: -10,9 °C am 28.02.2018
Eistage: 16
Frosttage: 58

Kältesumme: 102,5

Niederschlagssumme: 264,1 mm
Höchste Tagessumme: 20,7 mm am 03.01.2018
Tage mit messbarem Niederschlag: 63
Tage ohne Niederschlag: 27
Schneedeckentage: 48

Max. Gesamtschneehöhe: 35 cm am 21.01.2018

Mittlere relative Luftfeuchte: 92,6%

Mittlerer Luftdruck: 1014,6 hPa
Maximum: 1034,8 hPa am 22.12.2017
Minimum:   977,2 hPa am 10.12.2017

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 138 Stunden

Maximale Windböe: 113,3 km/h am 18.01.2018

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Autor: wesersollingwetter

Hobbymeteorologe und Autor des monatlichen Lokalwetterrückblicks im Täglichen Anzeiger Holzminden.

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