Mehr Sonne gab es nur 2007

Rückblick auf den April 2019 an der DWD-Station Bevern

Der zweite meteorologische Frühlingsmonat glich bei den Temperaturen einer Achterbahnfahrt: Nach einem milden Start gab es bis zur Monatsmitte ein Auf und Ab zwischen wärmeren Abschnitten und empfindlichen Kälterückfällen, bevor sich nach Monatsmitte eine frühsommerliche Witterungsphase einstellte, die auch den ersten Sommertag mit sich brachte. Anschließend ging es mit Beginn der letzten Pentade wieder deutlich abwärts. Regen fiel dabei nur an neun Tagen und meist in unergiebiger Menge, so dass der April 2019 erneut als zu trockener Monat in die Statistik eingeht, während er sich beim Sonnenschein einen Spitzenplatz in der lokalen Klimareihe sicherte: Nur 2007 schien die Sonne noch länger. Damit fallen die drei sonnenscheinreichsten Exemplare seit Messbeginn 1951 in die letzten 13 Jahre.

Die Mitteltemperatur lag im April 2019 bei 10,19 °C, damit war er 1,34 K wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010. Gegenüber dem WMO-Mittel der Jahre 1961-1990 betrug die Abweichung +2,26 K, gegenüber dem Mittel seit 1991 noch +0,75 K. Diese Abweichungen entsprechen recht genau jenen des deutschen Gebietsmittels.
In der Reihe seit 1935 war es damit der 13.wärmste April zusammen mit 1959 und 2004.
Der erste met. Sommertag wurde am 24. gemessen, das sind 21 Tage früher als im Mittel seit 1991. Die Anzahl der Frosttage entsprach mit vier dem langjährigen Durchschnitt.

Mit 29,4 mm fielen nur 59,3% des mittleren Niederschlags von 1981-2010, gegenüber 1961-1990 waren es 51,6% und gegenüber 1991-2019 62,8%. Neun Niederschlagstagen, davon drei mit flüssiger und fester Phase, standen 21 trockene Tage gegenüber. Nur ein Tag brachte mehr als 10 mm während eines recht kräftigen Gewitters am Abend des 3. April. In der Rangliste seit 1935 war es der 15.trockenste April.
Die Jahressumme beträgt bisher 224,1 mm, das sind 85,6% des Mittels von 1981-2010, 98,4% gegenüber 1961-1990 und 92,9% gegenüber 1991-2019.

Die Sonnenscheindauer lag bei errechneten 238,4 h. Der April 2019 geht damit als zweitsonnigster nach 2007 in die Statistik ab 1951 ein. Außergewöhnlich war die Serie der neun sonnenscheinreichen Tage zwischen dem 15. und 23., als es jeweils mindestens fast zwölf Stunden waren und an mehreren Tagen die maximal messbare Tagessumme erreicht wurde. Zusammen mit dem 24. waren es zehn Tage mit über zehn Stunden in Folge.

April_2019_MonatsübersichtApril_ 2019_TTApril_ 2019_RR+SSDApril_Mitteltemp_Entwicklung_2019April_Entwicklung-TxApril_2019_Tx_histApril_tägliches MonatsmittelApril_1935-2019_TempApril_1935-2019_RR

Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet

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Autor: wesersollingwetter

Hobbymeteorologe und Autor des monatlichen Lokalwetterrückblicks im Täglichen Anzeiger Holzminden.

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