Deutlich mehr Schnee als zuletzt

Rückblick auf den Winter 2021 im Hochsolling

Nach drei mehr oder weniger ausgefallenen Wintern ohne Wintersportmöglichkeiten hatte der Jahrgang 2020/2021 wieder mehr zu bieten – doch diesmal sorgte die Corona-Pandemie dafür, dass die Ausflugsziele in und um Neuhaus und Silberborn nur eingeschränkt besucht und genutzt werden konnten. Mit 47 Schneedeckentagen wurde in Silberborn auf 430 m exakt die Anzahl von vor vier Jahren erreicht, auch diesmal konzentrierte sich die weiße Phase im Hochsolling auf die Zeit von Anfang Januar bis Mitte Februar, wobei es anders als 2017 mehrere Tauwetterphasen gab, so dass sich die Abschnitte mit Schnee auf mehrere Etappen verteilten. Mit bis zu 45 cm wurden dabei selbst in dieser immer noch recht schneereichen Region zuletzt nicht mehr erreichte Höhen gemessen. Nach Februarmitte zog aber auch hier der Vorfrühling mit Macht und ungewöhnlicher Wärme ein – inklusive eines neuen Rekords bei den Tageshöchstwerten mit 16,3 °C am 24. Februar. Zuvor hatte es strengen Nachtfrost bis -18,0 °C gegeben.

Mit einer Mitteltemperatur von 0,82 °C war es an der in Kooperation mit dem Wetterdienstleister DTN (früher MeteoGroup und meteomedia) im Kurgarten von Silberborn betriebenen Station, die die frühere DWD-Messreihe (bis 2008) bei den Temperaturen homogen fortschreibt, um 0,5 Kelvin wärmer als im aktuellen Klimamittel der Jahre 1991-2020. Gegenüber dem früheren Referenzmittel der Periode 1961-1990 betrug die Abweichung knapp +1,7 K.
Auf einen weitgehend milden und fast schneelosen Dezember folgten ein recht kalter und schneereicher Januar und ein Februar mit zwei extrem unterschiedlichen Gesichtern. Hochwinterlich mit Schnee satt und Dauerfrost erinnerte vor allem die zweite Februarwoche an bereits vergessen geglaubte Zeiten, mit bisher unbekannter Wärme schlug das Pendel nur eine Woche später noch kräftiger in die andere Richtung aus.

Die Niederschlagsbilanz fiel mit 232,2 mm bescheiden aus, das Defizit gegenüber dem Mittel der letzten 30 Jahre betrug immerhin 19% – und das nach drei Jahren in Folge, in denen die Sollingwälder vor allem durch lange trockene Phasen Schaden genommen hatten. Auch wenn für die Vegetation die Niederschläge im Frühjahr und Sommer von größerer Bedeutung sind als im Winter, sind dies keine guten Nachrichten für die aufgrund des hohen Fichtenbestandes vom Klimawandel besonders betroffene Region. Der Forstwirtschaft bleibt nur die Hoffnung auf ein möglichst nasses Frühjahr, ansonsten drohen weitere Trockenschäden und eine erneute Borkenkäferplage. Doch zuletzt waren gerade die Frühlingsmonate oft überwiegend hochdruckgeprägt.

Autor: wesersollingwetter

Hobbymeteorologe und Autor des monatlichen Lokalwetterrückblicks im Täglichen Anzeiger Holzminden.

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