Sommercomeback ante portas

Bisher verlief der September alles andere als außergewöhnlich, weder bei Temperaturen noch bei Niederschlag und Sonnenschein gab es in der ersten Dekade nennenswerte Abweichungen von den langjährigen Mittelwerten. Mit 14,7 °C war es etwas kälter als im Durchschnitt der Jahre ab 1991, gegenüber der älteren Peridoe 1961-1990 gab es hingegen keinerlei Differenz. Mit 19,0 mm fiel an der DWD-Station in Bevern geringfügig weniger Regen als das statistisch zu erwartende runde Drittel der mittleren Monatssumme und die Sonne zeigte sich mit gut 44 Stunden ebenfalls etwas zurückhaltender als im Schnitt. Die Höchstwerte der ersten zehn Tage lagen meist in einem recht engen Korrdidor zwischen 17,5 und 22,4 °C – nur der Mittwoch bewegte sich mit 24,0 °C ein Stück näher Richtung meteorologischer Sommertag, der zuletzt vor fast drei Wochen am 22.08. erreicht worden war.

Auch heute bleibt es noch bei Höchstwerte etwas über der 20-Grad-Marke, doch in den kommenden Tagen dreht der Spätsommer dann kräftig auf: Bis Sonntag steigen die Werte zunächst auf bis zu 25 Grad an, in der ersten Hälfte der kommenden Woche sind dann sogar Maxima bis 29 Grad zu erwarten, vielleicht wird auch noch einmal die Schwelle zum heißen Tag überschritten. In der zweiten Wochenhälfte dürfte diese kräftige Mittseptemberwärme aber ihr Ende finden, nach derzeitigem Stand wird ab Donnerstag wieder das aktuelle Niveau von etwa 22 Grad erreicht, bevor es evtl. von Nordosten weiter abkühlt und die Höchstwerte ab dem Wochenende unter 20 Grad bleiben.

Dazu wird meist die Sonne scheinen, bis Wochenmitte sind erst einmal kaum Wolken zu erwarten und auch die Nebelneigung dürfte noch gering bleiben. Die nachfolgende Abkühlung dürfte nach aktuellem Stand zwar etwas mehr Wolken bringen, Regen ist aber mal wieder kaum zu erwarten. Auch die anschließende nicht mehr so warme Witterungsperiode dürfte meist hochdruckgeprägt und eher freundlich verlaufen.

Trotz des Trends zu einer kühleren Phase ab etwa Wochenfrist lässt sich bereits jetzt festhalten, dass die zweite Monatsdekade sehr warm, sonnig und trocken verlaufen wird und in der dritten Dekade die Entscheidung fällt, ob der erste meteorologische Herbstmonat nur etwas oder sogar deutlich überdurchschnittlich warm ausfallen wird. Ein „zu kühler“ Monat zumindest unter dem langjährigen älteren Klimawert von 1961-1990 (13,75 °C) scheint jedenfalls heute schon nahezu ausgeschlossen.

Sommerlich warme Phasen im September sind weder eine Seltenheit noch treten sie zuverlässig auf – gerade in den letzten Jahren waren die Schwankungen diesbezüglich sehr groß. Während 2016 noch satte 14 und 2018 immerhin elf meteorologische Sommertage gezählt wurden, waren es im vergangenen Jahr nur zwei und in den Jahren 2015 und 2017 erreichte kein Tag mehr die 25-Grad-Marke. Die langjährigen Mittelwerte sind von 2,2 Sommertagen im Zeitraum 1961-1990 auf 4,0 seit 1991 angestiegen, insofern liegen die derzeit zu erwartenden vier von Sonntag bis Mittwoch erst einmal im Rahmen des Üblichen. Ein heißer Tag wäre allerdings immer noch eine Seltenheit im September im Oberwesertal, jedenfalls was den 30-Jahres-Schnitt angeht, der sich zwar in den letzten 30 Jahren vervierfacht hat – allerdings nur von 0,1 auf 0,4. Heiße Tage sind nun also etwas weniger selten als zuvor, wobei vor allem 2016 und 1999 mit je drei zum Anstieg beigetragen haben, 2006 waren es zwei, in manchen Jahren wie 2018 einer, aber die Mehrzahl der September ist auch im aktuellen Klima noch hitzefrei geblieben.

Autor: wesersollingwetter

Hobbymeteorologe und Autor des monatlichen Lokalwetterrückblicks im Täglichen Anzeiger Holzminden.

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