Der 1. April war der wärmste Tag des Monats…

… hätte man diese Aussage zum Monatsstart als Prognose veröffentlicht, wäre sie wohl in der großen Ablage der mehr oder weniger gelungenen Aprilscherze gelandet – 29 Tage später stellt sie die Überschrift zur ersten Bilanz eines ungewöhnlichen Wettermonats, der entgegen der üblichen jahreszeitlichen Entwicklung im Verlauf nicht wärmer, sondern deutlich kälter wurde, so dass der Tagesmittelwert des 1.4. von 13,7 Grad nicht mehr annähernd erreicht wurde. Der Monatsmittelwert der Zeitreihe Bevern/Holzminden wird mit 7,7 oder 7,8 Grad erstmals seit 2001 wieder unter dem Klimamittel der Periode 1961-1990 landen – der genaue Wert wird erst nach den kommenden, letzten Stunden des Monats feststehen.

Während die erste Dekade noch nahtlos an die seit Mitte Februar bestehende außergewöhnlich warme Witterung anknüpfte, drehte sich die Großwetterlage ab Monatsmitte um fast 180 Grad und erinnerte fortan mit mehrfachen kräftigen Vorstößen arktischer Luftmassen weitaus mehr an Spätwinter denn an Vollfrühling. Ungewöhnlich viele Frostnächte in der dritten Dekade sowie die weiterhin bestehende Trockenheit setzten der Vegetation dabei teils erheblich zu, wobei sich die Folgen in unserer Region  noch in Grenzen hielten, während vor allem die sehr kalte Nacht zum 20.04. gerade in den klimatisch wärmeren Regionen des Südwestens massive Schäden an Obstblüten und Weinreben verursachte.

Unterm Strich stand nicht nur der kälteste April seit mindestens 16 Jahren, sondern auch der erste April seit 1938, der kälter als der vorausgegangene März ausfiel, was allerdings wesentlich auf den fast rekordwarmen März zurückzuführen ist. Auch beim Sonnenschein herrschten „verkehrte“ Verhältnisse, mit nur rund 131 Stunden verfehlte der April auch bei diesem Parameter den Märzwert. Weniger Sonne im April als im März gibt es durchschnittlich einmal im Jahrzehnt in unserer Region – in den letzten sechs Jahren war es nun allerdings bereits das dritte Mal (2012, 2014 und 2017).

Mit nur rund 25-30 mm Niederschlag setzte der April 2017 die Reihe zu trockener Monate fort: Er war der sechste Monat nacheinander mit einem mehr oder weniger großen Niederschlagsdefizit und dazu der neunte April in Folge, der unterhalb der Klimamittelwerte blieb.

Die genauen Monatswerte der DWD-Station in Bevern und der privaten Wetterstation in Silberborn im Hochsolling erscheinen in Kürze in diesem Blog. Bis dahin darf die Frage in den Raum gestellt werden, wie sich der morgige 1. Mai wohl in die nächste Monatsbilanz einordnen wird…

Messwerte März 2017

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN):

Monatsmitteltemperatur: 7,9 °C (+3,9 K gegenüber dem Mittel 1961-1990 / +3,0 K gegenüber dem Mittel 1981-2010)
Maximummittel: 13,0 °C*
Minimummittel: 2,7 °C*
Minimummittel 5 cm: 0,7 °C*
Maximum: 23,0 °C am 31.03.
Niedrigstes Maximum: 6,4 °C am 07.03.
Minimum: -1,2 °C am 22.03.
Höchstes Minimum: 9,3°C am 20.03.
Höchstes Tagesmittel: 14,5°C am 30.03.
Niedrigstes Tagesmittel: 4,5 °C am 01.03.
Eistage: 0
Frosttage: 6
Bodenfrosttage: 16
Warme Tage (Tmax >= 18 °C): 4
Sehr milde Tage (Tmax  14-18 °C): 8
Milde Tage (Tmax 10 bis 13 °C): 15
Kalte Tage (Tmax -1 bis 3 °C): 0
Kältesumme: 0

Niederschlagssumme: 50,9 mm (89,5% vom Mittel 1961-1990 / 69,9% vom Mittel 1981-2010)
Höchste Tagessumme (06:50 Uhr bis 06:50 Uhr MEZ Folgetag): 12,1 mm am 08.03.
Tage mit messbarem Niederschlag: 13
Tage ohne Niederschlag: 18
Schneedeckentage: 0

Sonnenscheindauer (interpoliert): 138,0 Stunden (137,9% vom Mittel 1961-1990 / 133,6% vom Mittel 1981-2010)
Maximum: 11,6 Stunden am 27. und 28.03.
Heitere Tage (>= 10 h): 6
Trübe Tage (<= 1 h): 8
davon ohne Sonnenschein: 3

Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet
* Vorläufige Werte: Es fehlen die Daten vom 30.03. (vorübergehender Ausfall der Stationsmeldungen)

Daten der Station Holzminden-Silberborn (privat, 428  m über NN):

Monatsmitteltemperatur: 6,1 °C (+4,0 K gegenüber dem Mittel 1961-1990 / +3,2 K gegenüber dem Mittel 1981-2010)
Maximummittel: 10,1 °C
Minimummittel: 2,0 °C
Maximum: 20,8 °C am 31.03.
Niedrigstes Maximum: 4,2 °C am 07.03.
Minimum: -2,1 °C am 22.03.
Höchstes Minimum: 8,5°C am 31.03.
Höchstes Tagesmittel: 14,2°C am 31.03.
Niedrigstes Tagesmittel: 2,1 °C am 01.03.
Eistage: 0
Frosttage: 8
Warme (Tmax >= 18 °C): 3
Sehr milde Tage (Tmax  14-18 °C): 2
Milde Tage (Tmax 10 bis 13 °C): 11
Kalte Tage (Tmax -1 bis 3 °C): 0
Kältesumme: 0

Niederschlagssumme: 74,0 mm (86,9% vom Mittel 1961-1990 / 76,2% vom Mittel 1981-2010)
Höchste Tagessumme (06:50 Uhr bis 06:50 Uhr MEZ Folgetag): 14,8 mm am 08.03.
Tage mit messbarem Niederschlag: 13 (flüssig: 12, fest und flüssig: 1)
Tage ohne Niederschlag: 18
Schneedeckentage: 1 (3 cm am 01.03.)

März 2017: Temperaturrekorde knapp verfehlt

Während im deutschen Gebietsmittel der wärmste März seit Aufzeichnungsbeginn mit soeben vom DWD bestätigten 7,2 °C Mitteltemperatur hinter uns liegt, fällt die lokale Bilanz minimal weniger warm aus: An der DWD-Station in Bevern betrug das Monatsmittel 7,9 °C und an unserer privaten Station in Silberborn 6,1 °C. An beiden Standorten wurden die Rekorde aus dem März 2012 somit um 0,1 Kelvin verfehlt. Holzminden-Stadt kam mit 8,3 °C genau auf das Niveau von vor fünf Jahren.

Vor allem die erste Monatsdekade präsentierte sich trüb und nass und trotz der geringen Sonnenscheindauer deutlich milder als im langjährigen Mittel. Anschließend wurde es freundlicher, bevor nach Monatsmitte nochmals Tiefdruckeinfluss mit vielen Wolken und Regenfällen das Wettergeschehen bestimmte. Auch die zweite Dekade war dabei deutlich zu warm. Ab dem 22. dominierte dann erneut Hochdruckeinfluss mit viel Sonnenschein und zehn trockenen Tagen am Stück bis zum Monatsende. Dabei blieben die Nächte zunächst noch kalt bis leicht frostig, während die Sonne für Höchstwerte von 12-14 Grad sorgte, die sich bei Wind aus nordöstlicher Richtung mit Zufuhr trockener Kontinentalluft frischer anfühlten. Die letzten Tage des Monats brachten dann mit der Umstellung auf eine Südwestlage fast schon einen Hauch von Frühsommer mit Temperaturen im Wesertal von bis zu 23 Grad. In Silberborn konnte am 31. sogar
ein neuer Rekordwert für den März vermeldet werden: Mit 20,8 °C Höchsttemperatur wurde die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 1989 um 0,8 Grad übertroffen. Vermutlich lagen die Werte Ende März 1968 dort allerdings noch etwas höher, wie Vergleichswerte nahelegen. Im Solling selbst wurde 1968 leider nicht gemessen.
In der Temperaturreihe Bevern/Holzminden blieb der Märzrekord von 24,5 °C vom 30.03.1968 jedenfalls unangetastet.

Trotz der regenreichen ersten Dekade schloss auch der März erneut mit einem Niederschlagsdefizit ab. In Bevern wurden 50,9 mm gemessen, was 89,5% des WMO-Referenzmittels der Jahre 1961-1990 entspricht, das jüngere Klimamittel der Jahre 1981-2010 wurde sogar um 30% verfehlt. In Holzminden lag die Monatssumme mit 54,2 mm etwas höher. In Silberborn fällt die Klimabilanz ähnlich aus: 74 mm Niederschlag – die ersten davon am Morgen des 1. März übrigens noch als Schnee – ergeben dort 86,7% des Mittels von 1961-1990 und 76,2% des Mittels von 1981-2010.

Nach dem sehr trüben März des Vorjahres mit gerade einmal 78 Sonnenstunden gab es in diesem Jahr einen deutlichen Überschuss: Der aus den Umgebungsstationen interpolierte Wert von 138 Stunden liegt 38% über dem Mittel der Periode 1961-1990 und 33,5% über dem Mittel von 1981-2010.

März 2017

Winterbilanz II

Hochdruckdominanz prägte auch den Winter im Hochsolling. Die häufigen Inversionswetterlagen mit milderer Luft in den höheren Schichten und schwererer Kaltluft in der Grundschicht sorgten dafür, dass das Temperaturniveau in Silberborn relativ betrachtet (also im Verhältnis zum langjährigen lokalen Klimamittel) sogar etwas milder ausfiel als im Wesertal. Die Mitteltemperatur an unserer privaten Station im Silberborner Kurgarten betrug 0,2 °C und lag damit um 1,0 Kelvin über dem Mittel der Referenzperiode 1961-1990 und um 0,4 K über dem Mittel der Jahre 1981-2010.

Kältester Tag war der 6. Januar mir einem Tagesmittel von -11,1 °C, einem Tiefstwert von -14,8 °C und einem Höchstwert von -7,3 °C, am wärmsten wurde es am 27. Februar mit einem Tagesmittel von 7,8 °C, einem Minimum von 4,8 °C und einem Maximum von 9,5 °C. Die Zehn-Grad-Marke wurde somit im gesamten Winter nicht erreicht.

An 61 Tagen sank das Quecksilber in den Frostbereich, das liegt im Bereich des langjährigen Mittelwerts, das der DWD für die Periode 1981-2010 mit 63 Frosttagen angibt; an 22 Tagen herrschte Dauerfrost.

Nach dem schneelosen Dezember brachten Niederschläge am Neujahrsabend und in der Nacht zum 2. Januar die erste Schneedecke des Winters (zuvor war es bereits im November vorübergehend weiß), die dann bis zur Monatsmitte auf bis zu 35 cm anwachsen und bis zum 17. Februar durchhalten sollte – Winter(sport)freunde hatten im Januar ihre Freude an einer Wintertraumlandschaft mit einer Reihe von Tagen, an denen die Sonne aus einem blauem Himmel auf die weiße Landschaft strahlte. Überfüllte Parkplätze an den Wochenenden zeugten von der Beliebtheit des Hochsollings weit über die Grenzen des Landkreises hinaus.

Die Umstellung auf eine milde, regnerische und stürmische Westwetterlage im Laufe der zweiten Februarhälfte setzte dem Winterwetter dann auch in Silberborn ein vorläufiges Ende, doch die Erfahrung zeigt, dass sich der Winter im Hochsolling auch im am 1. März beginnenden meteorologischen Frühjahr längst nicht geschlagen gibt, im Gegenteil: Die bis heute gültigen Rekordschneehöhen in Silberborn wurden im März 1988 mit bis zu 79 cm gemessen und im Jahr zuvor brachte es der März auf 30 Schneedeckentage. Auch wenn in diesem Jahr solche Rekorde außer Reichweite sind, meldete sich der Winter in Silberborn bereits am Morgen des 1. März zumindest vorübergehend mit einer Schneedcke von bis zu 5 cm zurück.

Station Holzminden-Silberborn (privat, 428 m über NN):

Wintermitteltemperatur: 0,2 °C
Maximummittel: 2,4 °C
Minimummittel: -2,2 °C
Maximum: 9,5 °C am 27.02.
Niedrigstes Maximum: -7,3 °C am 06.01.
Minimum: -14,8 °C am 06.01.
Höchstes Minimum: 4,8 °C am 27.02.
Höchstes Tagesmittel: 7,8 °C am 27.02.
Niedrigstes Tagesmittel: -11,1 °C am 06.01.
Eistage: 22
Frosttage: 61

Kältesumme: 126,1

Niederschlagssumme: 159,7 mm
Höchste Tagessumme (06:50 Uhr bis 06:50 Uhr MEZ Folgetag): 12,5 mm am 13.01.
Tage mit messbarem Niederschlag: 45
Tage mit registriertem, aber nicht messbarem Niederschlag: 2
Tage ohne Niederschlag: 43
Schneedeckentage: 47
Max. Gesamtschneehöhe: 35 cm vom 15. bis 18.01.

Mittlerer Luftdruck: 1.023,5 hPa
Maximum: 1.044,0 hPa am 28.12.2016
Minimum: 980,1 hPa am 13.01.2017

Geschätze Sonnenscheindauer: 165 Stunden

Maximale Windböe: 95,6 km/h am 23.02.2017

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Winterbilanz I

Trotz der zyklonal geprägten letzten Februardekade lautet das Jahreszeitenfazit ganz klar: Der am Dienstag zu Ende gegangene meteorologische Winter 2016/2017 war hochdruckdominiert wie nur wenige zuvor in den lokalen Klimareihen Bevern/Holzminden und Torfhaus/Silberborn. Auf den Winter im Solling gehen wir im nächsten Beitrag ein, an dieser Stelle sollen zunächst die Daten der DWD-Station in Bevern und der privaten Station Holzminden-Stadt präsentiert werden.

Folge der wiederkehrenden und anhaltenden Hochdrucklagen war ein niederschlags- und im Wesertal auch sehr schneearmer Winter, der trotz des trüben Februars überdurchschnittlich sonnig war und bei den Temperaturen im Bereich der langjährigen Mittelwerte abschloss. Auf einen schneelosen und nach kaltem Start zunehmend recht mildem Dezember folgte ein überwiegend kalter und ungewöhnlich sonniger Januar, der den tiefen Lagen der Region die wenigen Schneedeckentage des Winters brachte, sieben an der DWD-Station in Bevern, nur drei in Stadtbereich von Holzminden. Mehr als 2 cm wurden nicht gemessen, und das auch nur einmal am Morgen des 2. Januar. Nur einmal wurde diese Marke bisher unterboten: im einzigen völlig schneefreien Winter 2007/2008.
Der Februar verlief bis auf eine drei Tage währende Sonnenphase zur Monatsmitte sehr grau, zunächst noch trocken und wechselfrostig, bevor die Umstellung auf eine Westlage für eine sehr milde letzte Dekade sorgte.

Die Wintermitteltemperatur in Bevern lag mit 1,7 °C um 0,5 K über dem Mittel des internationalen Referenzzeitraums 1961-1990, verfehlte aber das Mittel der Jahre 1981-2010 um 0,1 K. Gegenüber dem Mittel der Gesamtreihe seit 1935 betrug die Abweichung +0,3 K. In der 83jährigen Messreihe liegt der Winter 2017 zusammen mit fünf weiteren genau im Bereich des Medians: 39 Winter waren wärmer und 38 kälter.
Auf diesem Temperaturniveau findet sich allerdings nur ein Winter mit einer vergleichbar kargen Schneebilanz: 1961/1962 brachte sechs Schneedeckentage mit maximal drei Zentimetern. Alle anderen besonders schneearmen Winter waren deutlich milder bzw. die anderen vergleichbar temperierten Winter brachten (deutlich) mehr Schnee.

Die Niederschlagssumme von 123,6 mm schlägt klar zu trockenen Seite aus: Nur in neun Wintern wurde noch weniger gemessen. Beim Sonnenschein liegt keine hinreichend belastbare Zeitreihe vor, gegenüber den gängigen 30-Jahresmitteln 1961-1990 und 1981-2010 bedeuten die aus sechs Umgebungsstationen interpolierten 160,6 Stunden Abweichungen von 21,8% bzw. 9,5%.

Eine Auswahl der Messwerte des Winters 2017:

DWD-Station Bevern (110 m über NN):

Wintermitteltemperatur: 1,7 °C
Maximummittel: 4,4 °C
Minimummittel: -1,2 °C
Minimummittel 5 cm: -2,7 °C
Maximum: 12,5 °C am 27.02.
Niedrigstes Maximum: -3,7 °C am 06.01.
Minimum: -10,3 °C am 06.01.
Höchstes Minimum: 7,6°C am 27.02.
Höchstes Tagesmittel: 10,6°C am 27.02.
Niedrigstes Tagesmittel: -7,4 °C am 06.01.
Eistage: 12
Frosttage: 53
Kältesumme: 84,5

Niederschlagssumme: 123,6 mm
Höchste Tagessumme (06:50 Uhr bis 06:50 Uhr MEZ Folgetag): 15,3 mm am 23.02.
Tage mit messbarem Niederschlag: 44
Tage mit registriertem, aber nicht messbarem Niederschlag: 4
Tage ohne Niederschlag: 42
Schneedeckentage: 7
Max. Gesamtschneehöhe: 2 cm am 02.01.

Sonnenscheindauer (interpoliert): 160,6 Stunden
Maximum: 9,1 Stunden am 14. und 15.02.
Heitere Tage (Dezember >= 6 h, Januar >= 7 h, Februar >= 8 h): 12
Trübe Tage (<= 1 h): 59
davon ohne Sonnenschein: 31

Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet

Station Holzminden-Stadt (privat, 93 m über NN):

Wintermitteltemperatur: 2,1 °C
Maximummittel: 4,6 °C
Minimummittel: -0,6 °C
Maximum: 12,6 °C am 27.02.
Niedrigstes Maximum: -3,7 °C am 06.01.
Minimum: -10,0 °C am 06.01.
Höchstes Minimum: 8,0°C am 27.02.
Höchstes Tagesmittel: 11,0°C am 27.02.
Niedrigstes Tagesmittel: -6,9 °C am 06.01.
Eistage: 10
Frosttage: 45
Kältesumme: 71,1

Niederschlagssumme: 126,1 mm
Höchste Tagessumme (06:50 Uhr bis 06:50 Uhr MEZ Folgetag): 15,6 mm am 23.02.
Tage mit messbarem Niederschlag: 42
Tage mit beobachtetem, aber nicht messbarem Niederschlag: 5
Davon Tage nur flüssiger RR: 33, nur fest: 7, fest und flüssig: 7
Tage ohne Niederschlag: 43
Schneedeckentage: 3
Max. Gesamtschneehöhe: 2 cm am 02.01.
Tage mit Schneeflecken: 11

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Februarbilanz II

Etwas winterlicher als im Wesertal verlief der Februar höhenlagenbedingt im Hochsolling an unserer privaten Wetterstation Silberborn. Bis zur Monatsmitte konnte sich die Altschneedecke aus dem Januar noch halten, Neuschnee kam in dieser Phase aber nicht mehr hinzu. Es gab zwar auch etwas mehr Eis- und Frosttage als in Bevern, aber relativ zum Lokalklima fiel der letzte meteorologische Wintermonat sogar noch etwas milder aus.
Die Monatsmitteltemperatur betrug 1,9 °C und lag um 2,1 K über dem Mittel der Jahre 1981-2010 bzw. 2,7 K über dem Mittel der Jahre 1961-1990.

Das Niederschlagsdefizit war noch etwas größer als im Tiefland. Die gemessenen 54 mm entsprechen nur 2/3 des Klimamittels von 1981-2010. Sturmtief „Thomas“ brachte am 23. schwere Sturmböen mit bis zu 96 km/h (Bft. 10) und am Freitag Sturm bis 87 km/h (Bft. 9).
Auf der Rückseite von Thomas brachte maritime Polarluft am Morgen und Vormittag des 24.02. ab etwa 400 m nochmals eine vorübergehende dünne Schneedecke.

Die Daten unserer privaten Station im Kurgarten Silberborn auf 428 m über NN:

Monatsmitteltemperatur: 1,9 °C
Maximummittel: 4,1 °C
Minimummittel: -0,5 °C
Maximum: 9,5 °C am 27.02.
Niedrigstes Maximum: -2,8 °C am 08. und 10.02.
Minimum: -6,2 °C am 09.02.
Höchstes Minimum: 4,8°C am 27.02.
Höchstes Tagesmittel: 7,8°C am 27.02.
Niedrigstes Tagesmittel: -4,8 °C am 09.02.
Eistage: 5
Frosttage: 16
Sehr milde Tage (Tmax >= 10 °C): 0
Milde Tage (Tmax  5-10 °C): 12
Mäßig kalte Tage (Tmax -1 bis 5 °C): 11
Kalte Tage (Tmax < -1 °C): 5
Kältesumme: 20,4

Niederschlagssumme: 54,0 mm
Höchste Tagessumme (06:50 Uhr bis 06:50 Uhr MEZ Folgetag): 12,0 mm am 23.02.
Tage mit messbarem Niederschlag: 14
Tage ohne Niederschlag: 14
Schneedeckentage: 17
Schneefleckentage (Bedeckungsgrad 10-50%): 3
Schneerestetage (< 10%): 1

Maximale Windböe (berechnet auf 10 m über Grund): 95,6 km/h am 23.02.
Maiximale Windböe auf Stationshöhe: 51,5 km/h am 22.02.

Februarbilanz I

Schneelos, überwiegend mild, etwas trockener als im Mittel und sehr trüb präsentierte sich der Februar 2017 im Wesertal. Beim Sonnenschein reichte es für gerade einmal 46 Stunden, damit verdiente sich der Wintermonat mit der deutlich größten astronomisch möglichen Sonnenscheindauer das Prädikat „sonnenscheinärmster Monat des Winters 2016/2017“ (der Dezember kam zwar nur auf knapp eine Stunde mehr, übertraf damit sein Klimamittel aber recht deutlich, während der Februar gerade einmal zwei Drittel des langjährigen Mittels der Periode 1981-2010 schaffte).

Die karge Niederschlagbilanz wurde in der letzten Dekade im Umfeld von Sturmtief „Thomas“ noch ein ganzes Stück aufgebessert, die langjährigen Mittelwerte wurden aber erneut verfehlt, so dass alle drei Wintermonate als „zu trocken“ in die Statistik eingehen.

Die nach kurzer Tiefdruckphase zu Monatsbeginn erneut auflebende Zufuhr von Kontinentalluft aus Osten erwies sich als weniger kalt und hartnäckig als zuvor angenommen, so dass die Nachtfröste in dieser Hochdruckphase im leichten Frostbereich blieben und es zwei ganz knappe Eistage an der DWD-Station Bevern gab. Mit der Umstellung auf eine zunächst noch leicht antizyklonale, ab der letzten Woche dann zyklonale Westlage wehte deutlich mildere Luft heran, die letzte Februardekade fiel mit 7,1 Grad Celsius Mitteltemperatur ungewöhnlich warm aus. Unterm Strich lag die Monatsmitteltemperatur bei 3,6 °C und damit 1,8 K über dem Mittel der Jahre 1981-2010 sowie 2,2 K über dem Mittel der Jahre 1961-1990. In der Klimareihe Bevern/Holzminden war es im Februar seit 1935 23 Mal wärmer, 58 mal kälter und einmal wurde der diesjährige Wert genau erreicht (1980).

Einige Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN):

Monatsmitteltemperatur: 3,6 °C
Maximummittel: 6,6 °C
Minimummittel: 0,4 °C
Minimummittel 5 cm: -1,1 °C
Maximum: 12,5 °C am 27.02.
Niedrigstes Maximum: -0,4 °C am 10.02.
Minimum: -3,8 °C am 15.02.
Höchstes Minimum: 7,6°C am 27.02.
Höchstes Tagesmittel: 10,6°C am 27.02.
Niedrigstes Tagesmittel: -2,2 °C am 09.02.
Eistage: 2
Frosttage: 15
Bodenfrosttage: 21
Sehr milde Tage (Tmax >= 10 °C): 6
Milde Tage (Tmax  5-10 °C): 14
Mäßig kalte Tage (Tmax -1 bis 5 °C): 8
Kältesumme: 4,9

Niederschlagssumme: 43,5 mm
Höchste Tagessumme (06:50 Uhr bis 06:50 Uhr MEZ Folgetag): 15,3 mm am 23.02.
Tage mit messbarem Niederschlag: 15
Tage ohne Niederschlag: 13
Schneedeckentage: 0

Sonnenscheindauer (interpoliert): 46,3 Stunden
Maximum: 9,1 Stunden am 14. und 15.02.
Heitere Tage (>= 8 h): 3
Trübe Tage (<= 1 h): 21
davon ohne Sonnenschein: 9

Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet

 

Vergleichswerte der Station Holzminden-Stadt (privat, 93 m über NN):

Monatsmitteltemperatur: 4,0 °C
Maximummittel: 7,0 °C
Minimummittel: 0,8 °C
Maximum: 12,6 °C am 27.02.
Niedrigstes Maximum: 0,0 °C am 10.02.
Minimum: -4,2 °C am 14.02.
Höchstes Minimum: 8,0°C am 27.02.
Höchstes Tagesmittel: 11,0°C am 27.02.
Niedrigstes Tagesmittel: -1,6 °C am 09.02.
Eistage: 0
Frosttage: 13
Sehr milde Tage (Tmax >= 10 °C): 7
Milde Tage (Tmax  5-10 °C): 13
Mäßig kalte Tage (Tmax -1 bis 5 °C): 8
Kältesumme: 3,1

Niederschlagssumme: 47,4 mm
Höchste Tagessumme (06:50 Uhr bis 06:50 Uhr MEZ Folgetag): 15,6 mm am 23.02.
Tage mit messbarem Niederschlag: 14 (flüssig: 12, fest: 1, fest und flüssig: 1)
Tage mit sicht- aber nicht messbarem Niederschlag: 1 (fest)
Tage ohne Niederschlag: 13
Schneedeckentage: 0

Bilanz des Sturmtiefs „Thomas“

Über die Modelllage und das Potenzial siehe den vorausgegangen Beitrag vom Dienstagabend: https://wesersollingwetter.wordpress.com/2017/02/21/stuermischer-donnerstag/

Auch am Mittwoch und Donnerstag blieben die Globalmodelle bei den berechneten Spitzenböen in unserer Region defensiver als manche höher aufgelösten Regionalmodelle – und lagen richtig: Von den zeitweise gezeigten Orkanböen blieben wir dann doch ein ganzes Stück weit entfernt. Ab Donnerstag Nachmittag zog das Sturmfeld von „Thomas“ über die Weser-Solling-Region hinweg und verursachte dabei auch einzelne Schäden, so musste zum Beispiel die Kreisstraße von Holzminden nach Fohlenplacken wegen eines umgestürzten Baumes vorübergehend gesperrt werden. Auch an anderen Orten des Kreises mussten Polizei und Feuerwehr wegen herabgefallener Äste und umgefallener Bäume ausrücken, insgesamt blieben die Schäden aber überschaubar. Vor knapp zwei Jahren Ende März 2015 hatte Orkantief „Niklas“ das Dach des Holzmindener Hallenbades abgedeckt, damals gab es orkanartige Böen (> 102 km/h = Bft. 11) in weiten Teilen Niedersachsens und auch im Kreis Holzminden.

Diesmal blieb es bei einzelnen schweren Sturmböen, die sich vor allem auf den Abend konzentrierten, ansonsten wurden Sturmböen registriert. Die von manchen Modellen für den Lauf der Nacht gegen 5 Uhr nochmals verschärft berechnete Lage trat nicht ein.

Die Spitzenböen der DWD-Stationen der Umgebung im Überblick:

Lügde-Paenbruch (258 m) 87 km/h
Warburg (236 m) 89 km/h
Hameln (68 m) 78 km/h
Alfeld (144 m) 74 km/h
Northeim-Stöckheim (109 m) 91 km/h
Göttingen (167 m) 85 km/h
Bad Lippspringe (157 m) 75 km/h

Für unseren Standort in Silberborn errechnet sich aus dem Rastermodell eine Spitzenböe von 96 km/h, was schwerem Sturm (Bft. 10) entspricht.

Die Niederschlagsmengen blieben ebenfalls unterhalb des modellierten Niveaus. An der DWD-Station Bevern betrugen die Tageswerte am Mittwoch und Donnerstag (Messzeitraum jeweils bis zum Folgetag 06:50 Uhr) 12,0 und 15,3 mm, an der privaten Station Holzminden-Stadt fast identische 12,2 und 15,6 mm. Auch wenn die zeitweise vorhergesagten Mengen nicht ganz erreicht wurden, war der Donnerstag nicht nur der niederschlagsreichste Tag des meteorologischen Winters, sondern seit über vier Monaten. Mehr Regen gab es zuletzt am 21.10. (Bevern) bzw. 19.10. (Holzminden).
Die genauen Messwerte aus Silberborn liegen ab Mittwoch vor. Dort gab es am Freitag auf der Rückseite des Sturmtiefs „Thomas“ noch einmal Schnee, der ziemlich genau oberhalb von 400 m (gut zu erkennen am Freitagvormittag am Höhenmeterschild an der Straße zwischen Neuhaus und Silberborn) auch vorübergehend liegen blieb.

Aufreißende Wolkendecke mit Aufzug des Sturmfeldes am Donnerstagnachmittag (Blick von Hohe Eiche ins Wesertal):

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Schnee in Silberborn und an der Landstraße Richtung Torfhaus am Freitagvormittag: