Jahresrückblick an der Station Silberborn: Viel Regen im Dezember…

… doch das Jahr 2018 war auch im Hochsolling viel zu trocken. Dazu war es das wärmste seit Messbeginn und eines der sonnigsten. Im Januar schien dabei zunächst alles wie „gehabt“: Es regnete bei Temperaturen oft deutlich über dem Gefrierpunkt und die Sonne ließ sich kaum blicken. Nach Monatsmitte wurde es zum einen vorübergehend kälter und es bildete sich für einige Tage eine Schneedecke aus, die am dritten Wochenende (20./21.01.) durchaus imposante Ausmaße mit bis zu 35 cm an der Station im Kurgarten und sogar 40 cm am westlichen Ortsrand annehmen konnte. Herausragendes Wetterereignis in diesen Tagen war aber Orkan Friederike am 18.01. – ab den Mittagsstunden fegte der Sturm über den Solling hinweg und verursachte dabei nach Angaben der Niedersächsischen Landesforsten sogar noch größere Schäden als Kyrill genau elf Jahre zuvor. Überhaupt hatte der Wald schwer zu leiden in diesem Jahr: Erst aufgeweichte Böden, die den Wurzeln kaum noch Halt gegen die Sturmgewalten bieten konnten, später dann die lang andauernde Trockenheit und schließlich Befall durch Borkenkäfer – das ganze Ausmaß der Schäden wird wohl erst im Laufe des ersten Halbjahres 2019 sichtbar werden.

Zwischen Februar und November war es wie im gesamten Land unter häufigem Hochdruckeinfluss oft sehr sonnig und es regnete kaum einmal nennenswert. Bis Ende November betrug das Niederschlagsdefizit schon fast 450 mm, bevor der Dezember dann noch etwas Linderung verschaffte. Kalt und mit vielen Schneedeckentagen verlief der Februar, der Monatswechsel zum März war die kälteste Phase des gesamten Jahres mit zehn Tagen Dauerfrost in Folge und sieben Nächten in Serie mit strengem Frost. Kältester Tag war der 28.02. mit einem Tagesmittel von -10,9 °C und einem Höchstwert von -8,3 °C. Der März brachte nach kurzer Milderung einen weiteren Spätwinterabschnitt mit Frost und Schnee nach Monatsmitte, bevor es zunächst etwas und dann deutlich wärmer wurde und bereits am 8. April erstmals die 20-Grad-Marke überschritten werden konnte – außergewöhnlich früh für diese Höhenlage.

Was danach folgte, wurde hier und an anderer Stelle bereits ausführlich dokumentiert und soll daher nur kurz zusammengefasst werden: Rekordwarme Monate im April und Mai, der zweitwärmste Sommer nach 2003 und das wärmste Sommerhalbjahr seit Messbeginn, neue Rekorde bei der Anzahl der meteorologischen Sommertage und bei den warmen Tagen, ungewöhnlich viel Sonnenschein und deutlich zu wenig Regen. Erst in der dritten Novemberdekade stellte sich die Großwetterlage dann nachhaltig um und brachte mit dem niederschlagsreichsten Monat des Jahres zumindest ein Stück Linderung für die Natur. Schnee wurde hingegen kaum gesichtet: Zwar reichte es zu Beginn der dritten Novemberdekade für die ersten Schneedeckentage, der Dezember brachte dann aber nur noch einen einzigen solchen Tag zustande – auch in Zeiten des Klimawandels ein für diesen Standort ungewöhnlich niedriger Wert.

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Endlich Regen… und der Winter lässt (noch) auf sich warten

Rückblick auf den Dezember 2018 an der DWD-Station Bevern

Nach zuvor zehn außergewöhnlich trockenen und meist sehr sonnigen Monaten in Folge stellte sich die Witterung zum Monatswechsel November/Dezember grundlegend um und brachte unserer Region die dringend benötigten Niederschläge. Diese fielen bei Temperaturen meist deutlich über dem Gefrierpunkt fast ausschließlich als Regen, Winterliebhaber mussten ihre Hoffnungen auf den ersten „richtigen“ Schnee der Saison ins neue Jahr verschieben. Aufgrund der regen Tiefdrucktätigkeit fand die Sonne kaum einmal größere Lücken in der Wolkendecke, und auch bei zwischenzeitlichem Hochdruck lag die Strömungsrichtung meist ungünstig und die Luft war zu feucht, als dass sich mal ein wirklich sonniger Tag hätte dazwischenmogeln können. So bilanziert der Dezember zum einen als trübster und nassester Monat des Jahres 2018, zum anderen war er deutlich wärmer als im Durchschnitt und brachte damit den neuen Jahrestemperaturrekord quasi spielend unter Dach und Fach – regional ebenso wie deutschlandweit.

Mit einer Mitteltemperatur von 5,0 °C wurde das Klimamittel der Jahre 1981-2010 an der DWD-Station in Bevern um 2,9 Grad übertroffen. Damit kam der Dezember nicht nur gefühlt, sondern auch gemessen weitgehend als November daher. Winterwetter mit Schnee bis in die Niederungen beschränkte sich auf ein paar Stunden am Mittag des 3. Advent, Frost gab es zwar häufiger an insgesamt neun Tagen, aber stets nur im leichten Bereich und das absolute Minimum lag bei gerade einmal – 2,1 °C.

Besonders mild war es in der ersten Dekade mit Höchstwerten über oder um zehn Grad bei vorherrschender Südwest- und Westströmung. Diese drehte dann unter auffrischendem Wind zum Ende der ersten Dekade auf Nordwest, was eine leichte Abkühlung zur Folge hatte, und einige Tage später dann vorübergehend auf Ost, was die kälteste Phase um die Monatsmitte nach sich zog. Festsetzen konnte sich der Winter jedoch nicht, denn anschließend setzten sich erneut atlantische Tiefausläufer durch und drängten den Einfluss des russischen Kontinentalhochs zurück. Weiter im Osten des Landes blieben die Temperaturen niedriger, dort tat sich die Milderung schwerer, ein Verlauf, wie er typisch für die Großwetterlage „Winkelförmige Westlage“ ist: Die Frontensysteme von Westen laufen gegen den Hochdruck im Osten an, schwächen sich dabei ab und lösen sich irgendwo über der Mitte des Landes auf – in der meteorologischen Umgangssprache wird diese Konstellation deshalb auch als „Frontenfriedhof“ bezeichnet.

Unsere Region landete auf der milden Seite und so stiegen die Tageshöchstwerte wieder auf bis zu13 Grad am Freitag vor Weihnachten an, auch das vierte Adventswochenende verlief mild, bevor es zum und am Heiligen Abend entgegen der häufig auftretenden Singularität Weihnachtstauwetter (das in diesem Jahr ohnehin fehl am Platze gewesen wäre, da es nichts zu tauen gab) mit einem Schwall subpolarer Luftmassen deutlich abkühlte. So lagen die Werte am Mittag des 24.12. an der Beveraner Station bei nur noch 1,7 °C – das war dann allerdings auch schon der tiefste Wert des ganzen Weihnachtsfestes, das zwar nicht so mild verlief wie es zwischenzeitlich in den Vorhersagen noch ausgesehen hatte, aber über das Stadium nasskalt auch nicht hinauskam. Mit anderen Worten: es regierte der mitteleuropäische Flachlandwinter mit grauem Himmel, etwas Regen und Temperaturen über Null – oder schlicht und einfach: Schmuddelwetter. Und daran sollte sich bis zum Monatsende auch nichts mehr ändern, außer dass die letzten drei Tage wieder deutlich milder wurden.

Durchatmen hieß es im letzten Monat des Jahres endlich in Sachen Trockenheit: Erstmals seit Januar wurden die klimatologischen Mittelwerte in der Region wieder überschritten. Es regnete häufig und zeitweise auch ergiebig, so dass die oberen Bodenschichten nach und nach wieder gut durchfeuchten konnten. In tieferen Schichten bleibt die Situation aber weiter angespannt. In Bevern fielen mit 115,3 mm gut 38% mehr als im Durchschnitt der Jahre 1981-2010.

Eine weitere Folge der vorherrschenden Tiefdrucktätigkeit war die sehr bescheidene Sonnenscheinbilanz des Monats: Nicht einmal 19 Stunden bzw. 55% des langjährigen Mittelwerts kamen im Dezember zusammen, lediglich an zwei Tagen ging es über die Marke von vier Stunden und an über der Hälfte der Tage war die Sonne überhaupt nicht zu sehen. So endete das Jahr 2018 wie es im Januar begonnen hatte: Sehr trüb und sehr nass bei deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen mit zeitweiligem Sturm, wobei die Böen des Tiefs „Stina“ am Abend des 21.12. zwar längst nicht an die des Orkans Friederike heranreichten, an den (sehr frei gelegenen) Stationen des DWD mit Windmessung in der Umgebung aber immerhin Windstärken von Beaufort 8-9 in 10 m Höhe über Grund erreicht wurden.

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Mehr Gold als Grau und viel zu trocken

Rückblick auf den November und den Herbst 2018 an der DWD-Station Bevern

Ein ganz anderes Gesicht als im extrem trüben Vorjahr präsentierte uns der November in diesem Jahr vor allem in der ersten Hälfte, die als Verlängerung des goldenen Oktobers den Kontrast zum tristen vergangenen Herbst noch einmal untermauern konnte. Die ersten zwei Wochen fielen zudem ungewöhnlich mild aus, bevor deutlich kältere Luft die Oberhand gewann und den Temperaturüberschuss noch ein ganzes Stück reduzierte. Zu Beginn der dritten Dekade meldete sich sogar der Winter mit ersten Schneefällen kurz zu Wort. Keine Entspannung gab es in Sachen Dürre: Das seit dem Frühjahr andauernde markante Niederschlagsdefizit setzte sich auch im dritten meteorologischen Herbstmonat ungebremst fort.

Mit einer Mitteltemperatur von 5,9 °C wurde das Klimamittel der Jahre 1981-2010 an der DWD-Station in Bevern um 0,6 Grad übertroffen. Der November war damit der bisher am „normalsten“ temperierte Monat des Jahres 2018, das mit vielen kräftigen Ausschlägen, meist zur warmen Seite hin aufgefallen war. Dass so ein arithmetischer Mittelwert aber nur wenig über den konkreten Verlauf eines Monats aussagt, zeigte sich in diesem November geradezu exemplarisch: So lagen die Höchstwerte an den ersten 14 Tagen durchweg im zweistelligen Bereich und an zwei Tagen wurden sogar neue Rekorde aufgestellt. Eine anschließende Umstellung der Wetterlage von zuvor vorwiegend südlichen hin zu östlichen Winden sorgte dafür, dass ab 20. tagsüber kaum mehr fünf Grad erreicht und nachts und morgens mehrfach Bodenfrost und leichter Luftfrost gemessen wurden.

Erst zum Monats- und Jahreszeitwechsel kam es zum Durchbruch der zuvor lange blockierten Westwindzirkulation, die mit einer erneuten Milderung an den letzten Novembertagen einherging. Ob sich diese Zonalisierung nun einmal nachhaltiger durchsetzen kann oder ob die Atmosphäre wieder in das meridional dominierte Zirkulationsmuster zurückfällt, wird eine der spannenden Fragen des Dezembers sein.

Im November jedenfalls setzte sich die markante Trockenheit weiter fort. Lediglich 21,2 mm kamen im gesamten Monat in Bevern zusammen, das entspricht nicht einmal 30% des langjährigen Mittels. Nach elf Monaten sind gerade einmal 384 mm gefallen, so wenig wie noch nie zu diesem Zeitpunkt seit Messbeginn 1934.

Wenden wir uns erfreulicheren Dingen zu: Häufiger Sonnenschein und teils strahlend blauer Himmel lockten vor allem in der ersten Monatshälfte ins Freie. Im Zusammenspiel mit den angesichts des Witterungsverlaufs der letzten Monate teils erstaunlich lange belaubten Bäumen ergaben sich farbenfrohe Fotomotive in der Weser-Solling-Region. Im Flusstal gab es morgens vereinzelt zäheren Nebel. Die Sonne zeigte sich dort rund 73 Stunden, dies entspricht etwas mehr als 165% des langjährigen Mittelwerts. Ab dem Ende der zweiten Dekade dominierte dann aber häufig die Farbe Grau das Himmelsbild – mit Verspätung zeigte sich nun also doch noch der „echte“ November.

Herbst 2018: Sonnig, mild und sehr trocken

Die Auswertung des meteorologischen Herbstes fällt wie folgt aus: Mit 10,53 °C wurde der Vorjahreswert von 10,47 °C um wenige Hundertstel und das 30-Jahres-Mittel der Periode 1981-2010 um 0,9 Grad übertroffen. Wir bilanzieren somit erneut den neuntwärmsten Herbst in der Klimareihe Holzminden/Bevern seit Beginn der Aufzeichnungen 1934. Die Trockenheit zeigt sich natürlich auch in dieser Statistik: Nur 78,9 mm kamen von September bis November zusammen, noch weniger Regen fiel nur 1937 und 1959. Das umgekehrte Bild bot sich beim Sonnenschein: Rund 407 Stunden wurden registriert, das ist mehr als doppelt soviel wie 2017, fast eineinhalb Mal soviel wie im 30-Jahres-Schnitt und einer der höchsten Werte seit Sonnenschein gemessen wird. Eine genauere Aussage lässt die Datenlage derzeit nicht zu, derzeit findet eine Überarbeitung der in früheren Jahren vor Ort und in der Umgebung gemessenen Werte statt, die in einigen Monaten abgeschlossen sein soll und eine verbesserte Einordnung der regionalen Sonnenscheinwerte ermöglichen wird.

Ein neuer lokaler Jahresrekord ist beim Sonnenschein dennoch unwahrscheinlich, während 2018 bei Temperatur und Trockenheit die bisherigen Rekorde der Jahre 2014 bzw. 1959 noch übertreffen kann. Das letzte Wort darüber spricht das Dezemberwetter.

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Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet

 

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Mild, sonnig, sehr trocken und etwas Schnee

Rückblick auf den November und den Herbst 2018 an der Station Silberborn

An der privaten Wetterstation im Silberborner Kurgarten betrug die Novembertemperatur 4,7 °C und lag damit um 1,2 Grad über dem Mittel der Klimaperiode 1981-2010. Zehnmal wurde es nachts leicht frostig und der 20.11. schrammte nur knapp am Dauerfrost vorbei; dieser Dienstag brachte zudem die ersten Schneefälle ab den Mittagsstunden. Anders als in den Niederungen blieb der Schnee in den höheren Lagen des Sollings auch liegen, winterliche Straßenverhältnisse, auf die nicht alle vorbereitet waren, inklusive. Die Tage vom 21. bis 23. gingen mit einer morgendlichen Schneedecke von bis zu 5 cm als erste Schneedeckentage der Saison in die Statistik ein.

Die Niederschlagsmenge blieb mit 37,1 mm deutlich unter dem 30-Jahres-Durchschnitt von fast genau 100 mm im November, und auch die Jahresbilanz weist ein mittlerweile extremes Defizit auf: 564 mm fielen bisher, allein 150 davon im Januar, seit Februar fehlen gegenüber dem Klimamittel fast 500 (!) mm.
Dafür schien vor allem in der ersten Monatshälfte die Sonne ungewöhnlich oft und lange. Mit ca. 75 Stunden wurde das Klimamittel um fast zwei Drittel übertroffen.

Die Herbsttemperatur lag mit 9,2 °C um 1,4 Grad über dem Klimawert und 0,6 Grad über dem Vorjahr. Mit 103,6 mm fielen nur 36% des mittleren Niederschlags, gleichbedeutend mit dem zweittrockensten Herbst der Hochsolling-Messreihe nach 1959, als in Torfhaus 97,6 mm gemessen wurden. Die Sonne schien rund 412 Stunden lang und übertraf das Klimamittel um gut 53%.

 

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2018_Herbst_Übersicht_Silberborn

 

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Der erste Schnee des Winters

… der ja noch ein Herbst ist, fiel ab den Mittagsstunden bis in die Niederungen. Doch während es im Wesertal noch nicht für eine weiße Landschaft reichte, bildete sich im Solling im Laufe des Nachmittags eine dünne Schneedecke aus. Bei -0,5 °C, gemessen an der Station im Silberborner Kurgarten gegen 14:15 Uhr, zuckerte es zunächst leicht an:

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Auch auf den Straßen, hier am Ortsausgang Silberborn Richtung B497, wurde es ab ca. 14:30 Uhr weiß:

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Doch bis der Winterdienst sich mit dem seit Tagen angekündigten Schneefall befasste, verging noch viel Zeit, so dass schließlich im Feierabendverkehr nach 16 Uhr ein LKW an einer Steigung auf der B497 zwischen Mühlenberg und Abzweig Silberborn auf ungeräumter und ungestreuter Straße liegenblieb. Zum Glück war die Polizei schnell vor Ort und regelte den Verkehr an der Gefahrenstelle:

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In Silberborn hatte sich zwischenzeitlich eine dünne Schneedecke ausbilden können:

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Damit gab es den ersten Wintergruß im Solling wie so häufig im Herbst. Im vergangenen Jahr fielen die ersten Flocken am 12. November vom Himmel, eine Schneedecke konnte sich damals aber noch nicht ausbilden. Anders 2016, als der erste Schnee der Saison in der Nacht zum 8. November gefallen war und gleich zu Beginn der Aufnahme der Wettermessungen im Kurgarten in Silberborn eine Schneedecke von 3 cm notiert werden konnte. Die verschwand zwar schon im Laufe des Tages wieder, an manchen Stellen konnten sich die Reste aber noch mehrere Tage in kalter Luft halten.
Noch deutlich eiliger hatte es der Winter vor drei Jahren: 2015 wurde mit dem 14. Oktober sogar einer der frühesten Schneefalltage seit Messbeginn registriert.

 

 

Sonnig, mild und (viel zu) trocken

Rückblick auf den Oktober 2018 in Silberborn

Auch im Hochsolling setzte sich die Serie der warmen und deutlich zu trockenen Monate mit viel Sonnenschein im Oktober fort. Anders als im inversions- und nebelanfälligen Wesertal konnte sich die höhenwarme Wetterlage, die weite Strecken des zweiten meteorologischen Herbstmonats dominierte, in den den Sollinghöhen deutlicher durchsetzen. So betrug die Monatsmitteltemperatur an der privaten Station im Silberborner Kurgarten 9,6 °C; die Abweichungen gegenüber den langjährigen Klimamittelwerten entsprachen mit +1,6 K (1981-2010) bzw. +1,7 K bezogen auf die ältere Referenzperiode von 1961-1990 fast genau jener des deutschen Gebietsmittels.
Mit acht Tagen mit einer Höchsttemperatur von über 20 Grad wurde ein deutlicher neuer Oktoberrekord in der Höchsolling-Messreihe aufgestellt, am wärmsten wurde es am 13. mit 23,8 °C. Die Nächte blieben durchweg frostfrei.

Das Warten auf Regen war wiederum meist vergeblich: Ganze 33,4 mm kamen an 13 Niederschlagstagen zusammen, das sind nicht einmal ganz 37% des Mittels der Jahre 1981-2010. Die Sonne zeigte sich mit ca. 144 Stunden um ziemlich genau die Hälfte länger als im vieljährigen Durchschnitt. Im weitgehend hochdruckdominierten Oktober spielte der Wind meist nur eine Nebenrolle, Ausnahmen waren Böen bis Stärke 8 am 23. und 24. sowie am 30., der in exponierten Lagen des Sollings sogar vereinzelte Böen der Stärke 9 gebracht haben dürfte.

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Vom spätsommerlichen Gold zum tristen Grau

Rückblick auf den Oktober 2018 an der DWD-Station Bevern

Nach einem vorübergehend herbstlich kühlen Start setzte sich auch im Oktober die seit April anhaltende sehr warme, sonnige und trockene Witterung fort. Der sprichwörtlich goldene Oktober prägte die lokale Witterung bis zum Beginn der dritten Dekade, bevor ein Umschwung für einen sehr trüben, zunehmend kühlen und auch regnerischen Abschnitt sorgte, der aber die seit Monaten anhaltende Trockenheit kaum lindern konnte. Auch der Oktober schloss mit einem deutlichen Niederschlagsdefizit ab, dazu war es sonniger und wärmer als im langjährigen Durchschnitt, wobei der Temperaturüberschuss zum Monatsende hin wie schon im September noch ein ganzes Stück abgebaut wurde.

Mit einer Mitteltemperatur von 10,7 °C war es an der DWD-Station in Bevern um 1,0 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010. Damit brachte der Oktober die bisher geringste Abweichung vom langjährigen Klimawert im Jahr 2018, war also auf den ersten Blick am „normalsten“ temperiert. Doch hinter diesem Durchschnittswert verbergen sich ungewöhnliche Ausschläge im Monatsverlauf: Vor allem zu Beginn des zweiten Drittels deutlich hin zur warmen Seite, zum Monatsende dann zur kalten. Recht kühl und von dichten Wolken geprägt verliefen auch die ersten Tage, bevor sich ab dem 5. wieder warmes und sonniges Hochdruckwetter durchsetzen konnte, das seinen Höhepunkt durch Hoch „Viktor“ in der dritten Pentade fand, als täglich neue Tagesrekorde aufgestellt und die bisher spätesten meteorologischen Sommertage in der Region gemessen wurden, inklusive des neuen Monatsrekords von 27,3 °C.

Ein bemerkenswertes Randereignis bescherte der 16.10. der Region: Auch an diesem Tag waren Höchstwerte von über 20 Grad vorhergesagt, doch erreicht wurden nicht einmal 16 – zumindest nicht in Bevern, während in Silberborn, rund 320 m höher gelegen, über 18 °C gemessen wurden. Das ist im Herbst eigentlich nicht ungewöhnlich, sondern eher der Klassiker, wenn es zu einer höhenwarmen Wetterlage kommt, bei der sich wegen einer Inversion und ggf. Nebel im Wesertal die Wärme nicht mehr bis in die tiefe Grundschicht durchsetzen kann. Doch diesmal war es nicht Nebel, sondern ein nach durch Aufklaren kühler Nacht am Morgen aufziehendes Wolkenband, das die Temperaturen stark dämpfte – und dieses Wolkenband wurde zwar im Tagesverlauf immer schmaler, hielt sich jedoch über dem Wesertal hartnäckig bis zum späten Nachmittag, während sich drumherum längst die Sonne durchgesetzt und die Luft erwärmt hatte. So brachte der Blick auf die Tageshöchstwerte im Netz des Deutschen Wetterdienstes an diesem Abend ein außergewöhnliches Ergebnis: Von den fast 500 Klimastationen meldeten nur fünf einen noch niedrigeren Wert als Bevern – sämtlich Mittelgebirgs- und Berggipfelstationen mit Höhenlagen zwischen 887 und 2.964 m über NN. Dieser Tag trug mit dazu bei, dass die Temperaturabweichung vom lokalen Klimawert im Oktober in Bevern geringer ausfiel als im bundesweiten Durchschnitt – um immerhin 0,5 Grad, wie schon im September.

Sorgenkind blieb auch im Oktober die Niederschlagsbilanz: Zwar brachte der Wechsel hin zu wolkenreicher Witterung in der letzten Dekade erstmals seit Ende März/Anfang April sieben Tage mit Regen in Folge, aber die Mengen waren viel zu gering, um eine Entspannung der Dürre der letzten Monate in Gang zu bringen. Trügerisch ist dabei der Blick über Felder und Wiesen, die sich mittlerweile wieder überwiegend grün statt braun zeigen, denn nur in den oberen Schichten konnte das Defizit etwas abgebaut werden. In den tieferen Schichten bis 1,80 m Bodentiefe herrschte gemäß der Klassifizierung des Dürremonitors des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) auch Ende Oktober weiterhin die höchste Stufe „außergewöhnliche Dürre“ auch in unserer Region. Die Monatssumme erreichte mit 29,7 mm in Bevern nur knapp 46% des langjährigen Mittels von 1981-2010.

Die Sonnenscheindauer lag mit rund 140 Stunden trotz der wolkenreichen dritten Dekade um ca. 45% über den langjährigen Werten. Die Berechnung dieses nicht direkt vor Ort gemessenen Parameters fiel im Oktober etwas schwerer als sonst, da der Sensor an der nächstgelegenen Messstelle des DWD in Lügde-Paenbruch seit Monatsmitte defekt ist und seitdem keine Werte mehr liefert. Die ungleiche Verteilung zeigt ein Blick auf die Tagessummen: Die erste Monatshälfte steuerte mit 100 Stunden den Hauptanteil bei, und vom 11.-15. zeigte sich kaum ein Wolke am Himmel, so dass in diesen Tagen die jahreszeitbedingt noch möglichen knapp zehn Stunden Sonnenschein erreicht wurden. In scharfem Kontrast dazu brachten die neun Tage zwischen dem 22. und 30. ganze 2,4 Stunden zusammen. Trotz dieses zwischenzeitlichen Rückfalls auf 2017er-Niveau weist die Jahresbilanz nach zehn Monaten nun beeindruckende 1.805 Stunden aus.

Nach längerer Zeit machte sich am Monatsende auch der Wind wieder einmal bemerkbar: Ein von Süd nach Nord ziehendes kräftiges Tiefdruckgebiet verursachte am Abend des 30.10. stürmische Böen mit Stärke 8 bis in die Niederungen. Mit Abzug des Tiefs verschwanden in der Nacht zum 31. auch die dichten grauen Wolken und der Oktober 2018 verabschiedete sich zum Feiertag am Reformationstag so, wie er sich über weite Strecken gezeigt hatte: Sonnig und trocken.

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Weiterer DWD-Standort im Kreis Holzminden in Betrieb

Auch in Hellental wird jetzt Niederschlag gemessen

Seit Ende September gibt es auf der Karte der DWD-Stationen einen neuen Punkt im Landkreis Holzminden: Nach über einem Jahr konnte in Heinade-Hellental ein Nachfolgestandort für die langjährige Niederschlagsstation Dassel eingerichtet und in Betrieb genommen werden. Der Standort Dassel musste wegen des Todes des ehrenamtlichen Beobachters im Juli 2017 geschlossen werden, seither suchte die Regionalzentrale Hamburg des Deutschen Wetterdienstes einen Nachfolger. Aus dem Ort selbst lagen offenbar keine Bewerbungen vor, im Frühjahr war Hehlens Bürgermeister Sebastian Rohde auf dieses Gesuch des DWD aufmerksam geworden und ist seit dem Sommer als Niederschlagsbeobachter für den staatlichen Wetterdienst in seinem Heimatort aktiv. Über diese neue Station im Nordkreis hatte der Tägliche Anzeiger Holzminden ausführlich in seiner Ausgabe vom 26.07.2018 berichtet und dabei auch noch einmal die Gesuche des DWD nach ehrenamtlichen Beobachtern in Dassel, Polle und Beverungen bzw. deren näherer Umgebung veröffentlicht. Auf diesen Lokalzeitungsartikel hin hatte sich ein Leser aus Hellental am Rande des Sollings für den Nachfolgestandort von Dassel beworben und nach einigen Wochen den „Zuschlag“ bekommen.
Seit dem Morgen des 1. Oktober gibt es nun eine tägliche Meldung über den gefallenen Niederschlag in Hellental. Der Standort zählt ebenso wie Hehlen zum konventionellen Niederschlagsmessnetz des DWD. An solchen Stationen ist ein auch als „Hellmann“ (nach seinem Erfinder, dem preußischen Meteorologen Gustav Hellmann) bezeichneter Regenmesser im Einsatz. Der Niederschlag fällt in ein Auffanggefäß mit einer normierten Öffnungsfläche von 200 cm² durch einen Trichter in eine Sammelkanne, die der Beobachter zu einem festgelegten Ablesetermin am Morgen (05:50 Uhr UTC = 06:50 Uhr MEZ / 07:50 Uhr MESZ) in einen Zylinder entleert und anschließend die Menge in Zehntelmillimetern anhand der Skala auf Augenhöhe abliest. Ein Millimeter entspricht dabei einem Liter pro Quadratmeter. Dieser Messwert wird anschließend zeitnah über eine Eingabeseite im Internet an den DWD übermittelt, von wo aus die Messung nach einer ersten formalen automatischen Prüfung weiterverbreitet wird.
Am schnellsten sind die Daten auf dem CDC-ftp-Server des DWD unter CDC-ftp-Server des DWD (dort auf die zip-Datei im Ordner Datei:tageswerte_RR_00923_akt.zip klicken) oder über den Anbieter Kachelmannwetter (Beispiellink zum Messwert vom Morgen des 1.10.) abzurufen.

Auf diesen Seiten finden sich auch die Messwerte der anderen DWD-Stationen im Kreis, deren Zahl auf nunmehr sechs angewachsen ist: Neben den Standorten in Hehlen auf 133 m und Hellental auf 270 m zählt auch noch Polle auf ebenfalls 270 m (Wilmeröder Berg), wo weiterhin ein Nachfolger für die Betreuung gesucht wird, zum konventionellen Niederschlagssmessnetz. Dazu kommen die automatisch arbeitenden Niederschlagsstationen in Ottenstein auf 295 m und Eimen-Vorwohle auf 265 m, an denen der fallende Niederschlag elektronisch erfasst und stündlich an den DWD übermittelt wird, ohne dass hierfür eine Eingabe des Betreuers notwendig ist. Automatisch arbeitet schließlich auch die einzige Klimastation im Kreis in Bevern auf 110 m (Typ AMDA III oder WST III), wo neben dem Niederschlag auch die Temperatur in 2 m und 5 cm Höhe sowie die Luftfeuchte gemessen wird.
Ganz ohne Menschenhand geht es aber auch an den automatischen Stationen nicht: An allen sechs Standorten wird zwischen dem 1. Oktober und 30. April auch die Schneehöhe gemessen und erfasst, und dies geschieht – wenn denn einmal Schnee gefallen ist – klassisch von Hand durch den ehrenamtlichen Beobachter.  Hierbei haben die Betreuer an den konventionellen Stationen etwas mehr zu tun, denn wenn Schnee gefallen ist, muss dieser aufgetaut werden, um auch die Höhe des flüssigen Niederschlags zu bestimmen. Dazu verfügt jeder Beobachter über einen zweiten „Hellmann“, der im Falle von festem Niederschlag im Auffanggefäß zum Ablesezeitpunkt am Morgen gegen den anderen ausgetauscht wird. Anschließend wird der Schnee im Messgefäß, das mit einem Deckel verschlossen wird, in einem nicht zu warmen Raum langsam aufgetaut und dann die Entleerung der Sammelkanne und die Ablesung und Meldung vorgenommen. Daher liegen die Tageswerte des Niederschlags an konventionellen Stationen im Falle von Schnee und Eis erst etwas später vor. An den automatisierten Standorten sorgt je nach Bauart des Ombrometers entweder Frostschutzmittel oder eine Beheizung dafür, dass die Messung permanent erfolgen kann.
Höhenlagenbedingt dürfe der neue Betreuer in Hellental ebenso wie seine Kollegen in Ottenstein und Vorwohle häufiger Schnee messen und melden als die Beobachter an den tiefer gelegenen Standorten Bevern und Hehlen. Gerade in den letzten beiden Wintern gab es ja deutliche Unterschiede bei der Anzahl der Schneedeckentage und der Schneehöhe zwischen dem Wesertal und den Höhenzügen des Kreises. Dies belegen besonders die Messungen am Standort im Silberborner Kurgarten auf rund 430 m über NN, wo jeweils bis zu 36 cm gemessen wurden. Diese Station gehört zwar nicht zum offiziellen DWD-Netz, verfügt aber über dieselbe Niederschlagsmesstechnik mit zwei Hellmann-Geräten, von denen einer freundlicherweise vom DWD Hamburg zur Verfügung gestellt wurde. Und die Schneemessung erfolgt dort wie hier mit einem Schneepegel oder einem gewöhnlichen Zollstock.
Aber bis es soweit ist, wird es in diesem Jahr noch etwas dauern, anders als vor drei Jahren, als bereits am Morgen des 13. Oktober der erste Schnee in den höheren Lagen gefallen war: Fulminantes Sommercomeback mitten im Herbst

Der neue Standort in Hellental an der Hauptstraße:

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Bericht über die Niederschlagsstation Hehlen im TAH vom 26.07.2018:

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