Und auch der Mai war: rekordwarm.

Rückblick auf den Mai 2018 im Oberwesertal

Was im Beitrag vom 22.05. noch als Möglichkeit erörtert wurde, ist seit gestern Gewissheit: Dem wärmsten April seit Aufzeichnungsbeginn folgte auch ein rekordwarmer Mai, der sogar so manchen Juni noch in den Schatten stellte. Damit war das Frühjahr 2018 trotz des kalten März noch das zweitwärmste seit Messbeginn. Zur hochsommerlichen Wärme gab es sehr viel Sonnenschein und nur wenig Regen, wobei die Niederschlagsbilanz im Kreis aufgrund einiger eng begrenzter Gewitterschauer zum Monatsende zwar unterschiedlich ausfiel, jedoch überall deutlich unter den langjährigen Mittelwerten blieb.

Mit einer Mitteltemperatur von 16,44 °C war der Mai 2018 an der Station des Deutschen Wetterdienstes in Bevern um 3,1 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010. Sowohl bundesweit als auch vor Ort gab es seit Beginn flächendeckender Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 keinen solch warmen Mai. In der lokalen Messreihe, die im Sommer 1934 begann, war bisher der Mai 2000 mit 15,2 °C der wärmste, im deutschen Gebietsmittel der des Jahres 1889 mit 15,8 °C. Anhand der seinerzeit gemessenen Werte aus der weiteren Umgebung lässt sich für den Standort Bevern für den Mai 1889 ein Wert von mindestens 16,2 und höchstens 16,4 °C errechnen. Seither hatte es kein Mai auch nur in die Nähe dieses mit Abstand ältesten Monatsrekords geschafft.

Die Monatssummen der Niederschläge lagen an allen Messstellen des DWD unter den Klimawerten der Jahre 1981-2010: In Bevern waren es nur 22,6 mm (35%), Ottenstein meldete 30,7 mm und Vorwohle 27,5, während das Defizit in Lüchtringen geringer ausfiel: dort wurden immerhin 53 mm gemessen. In Holzminden schließlich privat 32,5 mm. Je nach Standort blieb es an 20 bis 24 Tagen komplett trocken.

Die Sonne zeigte sich deutlich länger als üblich am Maihimmel und sorgte in der Region für den sonnenscheinreichsten Monat seit dem Juli 2010. Mit ca. 276 Stunden wurde das langjährige Mittel der Jahre 1981-2010 in einem Mai um 80 Stunden oder 41% übertroffen. Nur zweimal gab es im Mai vor Ort noch mehr Sonnenschein: 1990 mit ca. 285 Stunden und ein Jahr zuvor mit sogar 314 Stunden.

Blicken wir abschließend auf das meteorologische Frühjahr: Dies war wie eingangs erwähnt das zweitwärmste seit Aufzeichnungsbeginn (Rekordhalter bleibt 2007). Die Mitteltemperatur in Bevern betrug 10,8 °C und lag 1,8 Grad über dem Mittel von 1981-2010. Dazu war es mit 121,1 mm Niederschlag in Bevern zu trocken, es wurden nur 65% vom Klimamittelwert erreicht. Die Sonne leistete mit ca. 600 Stunden viele Überstunden und übertraf nicht nur das Frühjahrsmittel um satte 141 Stunden oder 31%, sondern auch den Sommer 2017 um mehr als 70 Stunden. Der Frühjahrsrekord aus dem Jahr 2011 von fast 665 Stunden blieb aber deutlich außer Reichweite.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, ID 2323, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – Mai 2018:

Monatsmitteltemperatur: 16,44 °C
(+2,8 K vs. 1991-2018, +2,8 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, +3,1 K vs. 1981-2010, +3,9 K vs. 1961-1990) – neuer Rekord (alt: 2000 15,2 °C, 1889 maximal 16,4 °C) –
Höchstes Tagesmittel 23,0 °C am 29.05.
Tiefstes Tagesmittel: 9,4 °C am 01.+02.05.
Tmax-Mittel: 23,0 °C (+4,2 K vs. Mittel 81-10; +5,2 K vs. Mittel 61-90)
Tmax: 31,6 °C am 29.05.
Tmin-Mittel: 9,5 °C
Tmin: 0,3 °C am 02.05.
Tmin-Mittel 5 cm: 7,6 °C
Tmin 5 cm: -1,8 °C am 02.05.
Tage mit Bodenfrost: 2
Warme Tage Tmax>= 20 °C: 21
Sommertage: 13 – neuer Rekord –
Heiße Tage: 3 – neuer Rekord –

RR: 22,6 mm (35,1% vom Mittel 1981-2010, 32,8% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 12,8 mm am 29.05.
Tage mit messbarem Niederschlag: 7
Trockene Tage: 24

SSD interpoliert: 276,1 h (140,9% vom Mittel 1981-2010, 149,7% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 14,3 h am 14.05.
Sonnenscheinreiche Tage >= 12 h: 9
Trübe Tage <= 1 h: 1
Davon ohne Sonnenschein: 0

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Und gleich der nächste Wärmerekord?

Dass der Wonnemonat trotz des recht kühlen Feiertags zum Auftakt eine warme erste Dekade hinlegen würde, zeichnete sich schnell ab. Doch wie wir vor einem Jahr gesehen haben, können sich die Vorzeichen auch schnell wieder ändern (damals von kühl auf warm zum Ende der ersten Maidekade). In diesem Jahr ist davon aber bis auf den Durchhänger in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche nichts zu sehen und zu messen, im Gegenteil: In den letzten Tagen festigt sich eine Tendenz in den Wettermodellen zu einer anhaltend warmen bis sehr warmen Witterung auf Hochsommerniveau bis zum Monatsende mit der Option auf einzelne heiße Tage ab dem Wochenende. Doch selbst wenn diese im Mai seltenen Hitzetage nicht eintreffen sollten: Mit einer Mischung aus sehr warmen Tagen und milden bis sehr milden Nächten bewegen wir uns hin zu Tagesmittelwerten von 19-22 Grad und damit weit über den für Ende Mai gültigen langjährigen Mittelwerten.
Aufgrund der gradientschwachen, also von sehr geringen Luftdruckgegensätzen geprägten Lage (auch „Barosumpf“ genannt) gestaltet sich die Wetterlage störungsanfällig und schwer vorhersagbar. Der grobe Fahrplan für die nächsten Tage sieht etwa so aus: Mittwoch sollte es nach Abzug der Wolkenfelder zunehmend freundlich mit Sonnenschein und vorübergehend abnehmendem Schauer- und Gewitterrisiko werden, bevor diese labile und feuchtschwüle Luftmasse am Donnerstag dann wieder nordostwärs Raum gewinnt und zu uns zurückschwappt und auch noch am Freitag erhalten bleibt. Die Höchstwerte liegen an allen drei Tagen um 25 °C, je nach Sonnenscheindauer und Bewölkungsgrad, unter dichten Wolken und Schauern auch darunter.
Ab Samstag zeigen dann die Modelle vorübergehend stabilere Verhältnisse bei weiter ansteigenden Temperaturen, wobei hinter die Stabilität noch das eine oder andere Fragezeichen zu setzen ist. In der kommenden Woche soll dann bei weiter hohem bis sehr hohem Temperaturniveau die Anfälligkeit für Schauer und Gewitter wieder zunehmen.

Wie auch immer: ein Einbruch kühler Luft, wie wir ihn ab Mittwoch vergangener Woche erlebt haben, ist für den Rest des Mais zwar nicht ganz ausgeschlossen, aber nach derzeitigem Stand sehr unwahrscheinlich. Rechnet man nun die in etwa zu erwartenden Temperaturen zusammen mit den bisherigen Messwerten auf das Monatsmittel hoch, ist an einem neuen Mairekord in der Messreihe 2323 Bevern/Holzminden kaum noch zu rütteln. Dieser stammt aus dem Jahr 2000 und liegt bei 15,2 °C. Das ist bezogen auf die alte WMO-Referenzperiode 1961-1990 eine Abweichung von nur +2,7 K, alle anderen Rekordmonate haben eine überwiegend deutlich höhere Abweichung zu diesem Mittel.

Spannender wird die Frage, ob es womöglich auch für einen Rekord seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881 reicht. Lokale Werte haben wir wie erwähnt für das Rekordjahr 1889 nicht, die Gebietsmitteltemperatur betrug damals 15,8 °C und lag um 3,7 K über dem Mittel der Jahre 1961-1990. Nach den aktuellen Aussichten ist dieser fast 130 Jahre alte und sehr widerstandsfähige Rekord nun erstmals in Reichweite. Ob es tatsächlich dazu kommt, hängt dann von den genauen Details der Wetterentwicklung der nächsten neun Tage ab. Aber allein der Umstand, dass womöglich nach dem mit Abstand wärmsten April noch ein Mai folgt, der uralte Höchstmarken tilgt, zeigt die Außergewöhnlichkeit dieses Frühjahrs, das trotz des kalten März mit hoher Wahrscheinlichkeit als das zweitwärmste nach 2007 in die lokale Klimareihe ab 1935 eingehen wird.

Und auch wenn es derzeit wieder unbeständiger ist: Mit bereits acht Tagen mit einer Sonnenscheindauer von über 14 Stunden nimmt der Mai 2018 auch in dieser Statistik einen Spitzenplatz ein. Die Marke von 200 Stunden, im gesamten Jahr 2017 nicht erreicht, dürfte am morgigen Mittwoch überschritten werden und der Gesamtmonat könnte einer der sonnigsten überhaupt in unserer nicht gerade von Sonnenschein verwöhnten Region werden. Sollten die potenziellen Schauer und Gewitter ausbleiben, droht andererseits eine weiter zunehmende Trockenheitsproblematik.

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Rückblick auf den April 2018 im Hochsolling

Der zweite meteorologische Frühlingsmonat ging auch im Hochsolling mit einem neuen Wärmerekord in die Wettergeschichte ein. Der April 2018 bildete den vorläufigen Höhepunkt in einer Reihe von ungewöhnlichen warmen Aprilmonaten seit 2007 und schloss sogar oberhalb des durchschnittlichen Mai-Niveaus ab. Er stand damit in deutlichem Gegensatz zum kühlen April 2017 und zum vorausgegangenen kalten März 2018. Die Temperaturdifferenz zwischen März und April lag in diesem Jahr bei stattlichen 10,3 Grad – im vergangen Jahr war der März noch um 0,5 Grad wärmer als der April gewesen.

Die Mitteltemperatur betrug 11,4 °C und lag damit um 4,7 Grad über dem Durchschnittswert der Klimaperiode 1981-2010. Am wärmsten wurde es am 20.04., als mit 24,9 °C ein Sommertag nur hauchdünn verfehlt wurde. An acht Tagen wurde die 20-Grad-Marke überschritten (2017 überhaupt nicht). Frost trat nur noch in der ersten Woche vereinzelt auf, am kältesten war die Nacht zum 06.04. mit einem Tiefstwert von -3,3 °C.

An nur 14 Niederschlagstagen fielen 72,3 mm, aufgrund der ergiebigen Regenfälle am 13. und 22. wurde das langjährige Mittel um knapp 7% überschritten.

Die Sonnenscheindauer übertraf mit ca. 198 Stunden das 30-Jahresmittel der Periode 1981-2010 um rund 27%. Damit war der April der dritte sehr sonnige Monat in Folge.

Der Wind frischte zeitweise stürmisch auf und erreichte während der Gewitter am 22.04. in Böen Sturmstärke 10 (schwere Sturmböen).

April 2018 an der privaten Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: 11,4 °C
Maximummittel: 16,6 °C
Minimummittel: 5,6 °C
Maximum: 24,9 °C am 20.04.2018
Niedrigstes Maximum: 4,8 °C am 01.04.2018
Minimum: -3,3 °C am 06.04.2018
Höchstes Minimum: 12,3 °C am 19.04.2018
Höchstes Tagesmittel: 18,7 °C am 19.04.2018
Niedrigstes Tagesmittel: 1,4 °C am 01.04.2018
Frosttage: 4

Eistage: 0
Kältesumme: 0,0
Warme Tage >= 20,0 °C: 8

Niederschlagssumme: 72,3 mm
Höchste Tagessumme*: 27,5 mm am 13.04.2018
*(07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag)
Tage mit messbarem Niederschlag: 14
Tage ohne Niederschlag: 16
Schneedeckentage: 0

Mittlere relative Luftfeuchte: 74,7%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.012,5 hPa
Maximum: 1.032,6 hPa am 18.04.2018
Minimum:     995,1 hPa am 30.04.2018

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 198 Stunden

 Maximale Windböe*: 93,7 km/h am 22.04.2018
* berechnet auf 10 m über Grund am Stationsstandort

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Der April 2018 war rekordwarm und sonnig mit ersten Gewittern

Rückblick auf den April 2018 im Oberwesertal

Nicht nur bundesweit, auch lokal gab es einen neuen Wärmerekord seit Beginn der flächendeckenden Messungen im Jahr 1881: Mit einer Mitteltemperatur von 13,0 °C (exakt 12,99 °C) wurden nicht nur die langjährigen Mittelwerte markant übertroffen (ja nach Bezugsperiode und Rundungsverfahren zwischen 3,5 und 5,1 K), sondern auch der erst neun Jahre alte Rekord aus dem Jahr 2009 um 0,36 K distanziert.

Nach noch sehr kühlem Start am Monatsersten und einer frostigen Nacht zum 6., die aber wegen der anders als im Vorjahr noch zurückhängenden Vegetation keinen Schaden anrichten konnte, drehte der Frühling oder vielmehr von den Temperaturen her bereits der Frühsommer kräftig auf und verwandelte binnen kurzer Zeit die noch überwiegend kahle Natur in ein sattes, frisches Grün mit zahlreichen Blüten in allen Farben – so blühten in diesem Jahr zum Beispiel Magnolie, Kirsche und Apfel gleichzeitig, während im vergangenen Jahr ein Abstand von mehreren Wochen zu beobachten war, wie er ja auch üblich ist. In diesem Jahr begann der Vorfrühling deutlich früher als im Mittel, dafür war aufgrund des langen und kalten Spätwinters der Erstfrühling, gekennzeichnet durch die Forsythienblüte, um mehr als eine Woche verspätet, während der Vollfrühling mit Beginn der Apfelblüte fast eine Woche früher Einzug hielt. Dies zeigt auch die „Phäno-Uhr“ mit für ganz Deutschland gemittelten Daten:

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Der wärmste Abschnitt des Monats zwischen dem 15. und 22.04. brachte acht warme Tage mit mindestens 20 °C Höchsttemperatur am Stück, darunter waren vier meteorologische Sommertage und mit 28,4 °C am 20.04. ein neuer Dekadenrekord in der Messreihe Bevern/Holzminden. Dazu gab es mehrere sehr milde (Tmin nicht unter 10 °C) und eine ungewöhnlich warme Nacht zum Monatsende mit einem Minimum von 15,6 °C am 30.04. Insgesamt war die positive Abweichung der Maxima aber deutlich höher als die der Minima (siehe unten).

Damit registrierten wir nun bereits den vierten extrem warmen April in den letzten zwölf Jahren: 2007, 2009, 2011 und der neue Rekordhalter 2018 übertrafen das alte WMO-30-Jahresmittel der Periode 1961-1990 um jeweils mindestens 4 Grad (Monatstemperaturen zwischen 11,9 und 13,0 °C), dazu kommt noch der geringfügig weniger warme April 2014 mit einer Mitteltemperatur von 11,5 °C. Auffällig ist, dass sich der April in der jüngeren Vergangenheit entweder sehr nahe um die langjährigen Werte herum bewegte oder diese deutlich nach oben übertraf, während die letzte nennenswerte negative Abweichung bereits 21 Jahre her ist (6,7 °C im Jahr 1997). Im langjährigen Vergleich eher nur geringfügig kältere Aprilmonate wie im Vorjahr (7,8 °C) fühlen sich aufgrund der vielen sehr warmen Exemplare der letzten Jahre allerdings mittlerweile richtig kühl bzw. kalt an.
Interessant am Vergleich zu 2017 ist auch der extreme Unterschied zwischen März und April: Gab es im letzten Jahr noch das seltene Ereignis, dass der April sogar 0,1 K kühler war als der vorausgegangene, sehr milde März, betrug die Differenz in diesem Jahr sage und schreibe 9,9 Grad – ein noch höheres Delta wurde nur 1987 erzielt, als auf den rekordkalten März (-0,7 °C Mitteltemperatur) ein April mit 10,1 °C folgte.

Und überhaupt zeigten bisher alle Monate des Jahres 2018 eine deutliche Abweichung von den langjährigen Durchschnittswerten, auf den sehr milden Januar folgte ein sehr kalter Februar und auf den recht kalten März (der noch am wenigsten auffällig temperiert und dennoch der viertkälteste der letzten 30 Jahre war) nun ein rekordwarmer April – ein Kippen auf einen deutlich zu kühlen Monat im Mai ist derzeit aber kaum zu erwarten.

Während die Niederschlagsbilanz durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich ausfiel (wobei es nur an elf Tagen messbaren Niederschlag gab und fast die Hälfte der Monatssumme in Dauerregen des 13.04. gemessen wurde), war der April bereits der dritte Monat in Folge mit mehr Sonnenschein als im langjährigen Mittel. An nur einem Tag zeigte sich die Sonne gar nicht, dafür gleich an mehreren Tagen von früh bis spät. Dennoch blieb die Monatssumme mit knapp unter 200 Stunden unter den Werten der vorausgegangen drei sehr warmen Aprile zwischen 2007 und 2011, die es auf 220 bis 264 Stunden (2007) gebracht hatten. Anderseits schaffte kein einziger Monat des Jahres 2017 soviel Sonnenschein wie der gestern zu Ende gegangene April 2018.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, ID 2323, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – April 2018:

Monatsmitteltemperatur: 12,99 °C
(+3,5 K vs. 1991-2018, +3,7 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, +4,1 K vs. 1981-2010, +5,0 K vs. 1961-1990) – neuer Rekord (alt: 12,63 °C 2007) –
Höchstes Tagesmittel 18,4 °C am 20.04.
Tiefstes Tagesmittel: 4,0 °C am 01.04.
Tmax-Mittel: 19,5 °C (+5,4 K vs. Mittel 81-10; +6,7 K vs. Mittel 61-90)
Tmax: 28,4 °C am 20.04.  – neuer Dekadenrekord (alt: 27,5 °C am 19.04.1964) –
Tmin-Mittel: 6,3 °C (+2,5 K vs. Mittel 81-10; +2,7 K vs. Mittel 61-90)
Tmin: -2,2 °C am 06.04.
Tmin-Mittel 5 cm: 4,1 °C
Tmin 5 cm: -4,2 °C am 06.04.
Frosttage: 2
Eistage: 0
Kältesumme: 0,0
Tage mit Bodenfrost: 4
Warme Tage >= 20 °C: 13, davon 8 in Folge vom 15.-22.04.
Sommertage: 4

RR: 56,5 mm (113,9% vom Mittel 1981-2010, 99,1% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 26,8 mm am 13.04.
Tage mit messbarem Niederschlag: 17
Trockene Tage: 11
Hinzu zwei Tage mit registriertem, aber nicht messbarem Niederschlag
Schneedeckentage: 0
Gewittertage: 3

SSD interpoliert: 198,7 h (124,7% vom Mittel 1981-2010, 140,0% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 12,9 h am 20.04.
Sonnenscheinreiche Tage >= 11 h: 8
Trübe Tage <= 1 h: 2
Davon ohne Sonnenschein: 1 (13.04.)

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April 2018 weiter in Rekordlaune

Der bisherige Rekord für eine zweite Aprildekade vom 19.04.1964 ist gefallen: Am Freitagnachmittag wurde an der Beveraner DWD-Station ein Höchstwert von 28,4 °C gemessen und der 54 Jahre alte Bestwert um 0,9 K übertroffen. Am Donnerstag war es unter vergleichbar warmer Luftmasse in der 850 hPa-Schicht in 2 m Höhe mit bis zu 26,8 °C noch ein ganzes Stück weniger warm geworden, eine leichte Inversion und die bodennahe Strömungsrichtung aus Südost verhinderten da noch das kräftigere Durchheizen der Grundschicht, was dann aber tags drauf mit Winddrehung auf westliche Richtungen gelang. Die Unterschiede an diesen beiden Tagen bzgl. der Durchmischung der Luftmasse nach unten zeigen auch die Silberborner Messwerte, die sich in der Höhenlage von rund 430 m kaum unterscheiden: Auf 24,4 °C am Donnerstag folgten 24,9 °C am Freitag, der erste Sommertag wurde im Hochsolling also knappstmöglich verfehlt, doch auch in der Messreihe Silberborn bedeutete dies einen neuen Dekadenrekord.

Der Samstag brachte dann nach Durchzug einer kaum wetterwirksamen Kaltfront rund sechs Grad tiefere Tageshöchstwerte im Wesertal, aber weiterhin viel Sonnenschein, wobei sich die eingesteuerte Feuchte mit einem dunstigen Eindruck auf die Fernsicht auswirkte, wie man hier beim Blick vom Rühler Weinberg am Samstagnachmittag gut erkennen kann:

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Heute wird es vorübergehend noch einmal wärmer, nach recht frischer Nacht sind am Nachmittag nochmals bis 26, vielleicht auch 27 Grad drin, bevor dann der Aprilsommer Platz macht für jahreszeitgemäßere Werte, die wie schon angekündigt zu Wochenbeginn zunächst etwas unter Maxima von 20 Grad und ab Wochenmitte dann auf rund 15 Grad fallen sollen. Ob die sich anbahnende Abkühlung mit Gewitterschauern ab den Nachmittagsstunden verbunden sein wird, ist derzeit noch offen, es würde aber das sommerliche Bild der letzten gut zwei Wochen abrunden. Derzeit sind erste Zellen ganz im Westen von Nordrhein-Westfalen unterwegs. Auf jeden Fall erwartet uns eine ungewöhnlich milde Nacht zum Montag mit Minima kaum unter 13 Grad.

Die ungewöhnliche Wärme, der ergiebige Regen am vorvergangenen Freitag und die in den Böden noch gespeicherte Feuchtigkeit aus den nassen Monaten bis einschließlich Januar haben der Natur einen bisher so kaum gesehenen rasanten Wachstumsschub ermöglicht, der Apfel steht seit ein paar Tagen in Vollblüte und sogar die Eichen sind in den Niederungen bereits ergrünt, und in Silberborn ist der Vegetationsstand derzeit weiter als zu Beginn der zweiten Maiwoche 2017.

Führt all dies am Ende sogar zu einem neuen Monatsrekord im April? Zumindest ist dies trotz der nun beginnenden Abkühlung weiterhin möglich. Nach zwei Dekaden ist die Abweichung gegenüber den langjährigen Mittelwerten immens: Waren die ersten zehn Tage noch 4,4 K wärmer als in der Periode 1981-2010, betrug die positive Anomalie in der zweiten sogar 6,6 K. Von diesem Polster muss der April 2018 zwar nun ein Stück abgeben, aber der Rekord von 2009 mit einem Monatsmittel von 12,63 °C ist derzeit vollauf in Reichweite. Entscheidend wird die Entwicklung zum kommenden Wochenende: Während das amerikanische GFS-Modell eher auf der kühlen Schiene unterwegs ist, zeigt das europäische EZMW ebenso wie das deutsche ICON die Tendenz zu einer Vorderseitenlage mit entsprechend höherem Temperaturniveau. Sollte sich diese Variante bewahrheiten, wäre ein neuer Aprilrekord in der 83jährigen Messreihe Bevern/Holzminden nur noch Formsache, ansonsten bliebe es der zweitwärmste seit Aufzeichnungsbeginn.

 

 

Der erste Sommertag des Jahres

Zwischen 16:00 und 16:10 Uhr am heutigen Mittwoch war es soweit: Erstmals in diesem Jahr wurde an der DWD-Station in Bevern die Marke von 25,0 °C und damit das Kriterium „meteorologischer Sommertag“ erreicht. Im Nachmittagsverlauf wurde dann sogar ein Tageshöchstwert von 25,3 °C gemessen – nur 0,3 K unter dem Tagesrekord aus dem Jahr 1968.

Besonders groß ist der Kontrast zum 18. April 2017: Vor einem Jahr waren wir von sommerlichen Werten weit weit entfernt, damals lag der Höchstwert bei gerade einmal 7,5 °C. Doch wie ordnet sich der heutige Wert im langjährigen Vergleich ein?

Seit 1951 liegen für die Zeitreihe 2323 Holzminden/Bevern Tageswerte vor, das Mittel aller seither am 18.04. gemessenen Höchstwerte (für die Messlücke vom 01.08.1991 bis 30.06.2006 wurden aus Umgebungsstationen interpolierte Werte verwendet) liegt bei 14,1 °C, für die 30-Jahres-Klimazeiträume 1961-1990 und 1981-2010 ergeben sich 14,2 bzw. 13,8 °C. Es war also heute um gut 11 Grad wärmer und damit außergewöhnlich warm für einen 18. April.

Doch wie sieht es aus, wenn man sich die Dekadenrekorde sowie die frühesten Sommertage in der Zeitreihe ansieht? Der Rekord für eine zweite Aprildekade ist schon sehr alt, er stammt aus dem Jahr 1964 und beträgt stattliche 27,5 °C, könnte aber morgen oder übermorgen übertroffen werden, an beiden Tagen liegen die aktuellen Prognosen bei Höchstwerten von 27-28 Grad.

Die Hitliste der frühesten Sommertage sieht so aus:
11.04.1952 26,0 °C
14.04.2007 26,4 °C und 14.04.1959 25,7 °C
15.04.2013 25,9°C
18.04.1968 25,6 °C, 18.04.2018 25,3 °C, 18.04.1964 25,1 °C

2017 dauerte es übrigens fast einen Monat länger bis zum ersten Sommertag am 17.05., am spätesten war das Jahr 1991 dran, als es erst im Hochsommer am 2. Juli klappte – da hatten viele andere Jahre sogar den ersten heißen Tag schon lange hinter sich, am längsten das Jahr 1968, als bereits am 21.04. die 30-Grad-Marke erreicht wurde. Dieser Aprilrekord steht bis heute und ist auch trotz der aktuell sehr warmen Witterung nicht in Gefahr, denn ab Samstag gehen die Temperaturen langsam auf jahreszeitliche Durchschnittswerte zurück: Das Wochenende bringt voraussichtlich weiter viel Sonnenschein (Samstag kann es auch etwas wolkiger sein), und immer noch warme, aber schon moderatere Werte von 20-23 Grad, bevor es dann in der neuen Woche nach Werten unter 20 Grad, im Verlauf gen 15 Grad sinkend, aussieht.

Nach so viel Zahlenwerk noch ein paar visuelle Eindrücke von heute: derzeit blühen
Magnolie, Tulpe, Kirsche und Apfel gleichzeitig – auch das ist ein ungewöhnliches Bild und Folge der zunächst kalten, dann sehr warmen Frühjahrswitterung.

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Ein weiterer April, der sommerlich sein will?

Kein anderer Monat hat in der jüngeren Vergangenheit so viele deutliche Ausschläge nach oben gezeigt wie der zweite meteorologische Frühlingsmonat. Gegenüber dem in die Jahre gekommenen Klimamittel der Periode 1961-1990 gab es seit 2007 bundesweit wie regional gleich drei Vertreter mit einer Abweichung von mindestens +4 Grad: 2007, 2009 und 2011. Diese Monate bestachen neben der Temperatur auch durch sehr viel Sonnenschein vor Ort (220-262 Stunden, was selbst in den Sommermonaten bei uns die Ausnahme ist), dazu kommt noch der April 2014 mit +3,6 K, also insgesamt vier außergewöhnlich warme Exemplare in den letzten zwölf Jahren, wobei die Häufung die Außergewöhnlichkeit – so ist nun mal Statistik – wiederum ein Stück weit konterkariert.

Wie auch immer: In der jüngsten Vergangenheit fiel der April dann jedoch mehrfach durch späte winterliche Rückschläge auf (2015 zu Monatsbeginn, 2016 am Ende und 2017 nach Monatsmitte) und bewegte sich seit 2012 mit Ausnahme von 2014 knapp unter dem Mittel der Jahre 1981-2010, im vergangenen Jahr etwas deutlicher.

Der aktuelle April schickt sich nach verhaltenem Start nun aber an, an die „großen“ Zeiten anzuknüpfen, wobei es noch nicht abschätzbar ist, inwieweit dies genau gelingen wird. Nach der ersten Dekade lag die Temperaturabweichung im Bereich der oben genannten drei wärmsten Vertreter, zudem war es sehr trocken und auch sonnig. Am Sonntag (08.04.) wurde an der Beveraner DWD-Station mit einem Höchstwert von 24,6 °C ein Sommertag nur knapp verfehlt und der bis dahin gültige Dekadenrekord für eine zweite Dekade aus dem Jahr 1952 um 0,6 K übertroffen.

Am Montag verhinderte durch Saharastaub ausgelöste Wolkenbildung einen noch wärmeren Tag:

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Die letzten Tage brachten dann zwar vor allem dank sehr milder Nächte weiter deutlich über den langjährigen Werten liegende Tagesmitteltemperaturen, der Wettercharakter präsentierte sich aber sehr wechselhaft, am Freitag äußerst nass mit einem Tagesniederschlag von 26,8 mm (DWD Bevern) bzw. sogar 32,1 mm (Holzminden-Stadt privat) und beim Sonnenschein gab es seit Mittwoch nur noch eine unterdurchschnittliche Bilanz, an der sich auch in den nächsten zwei Tagen wenig ändern dürfte: Die Vorhersagen sehen überwiegend starke Bewölkung mit nur wenig Sonne. Das soll sich dann ab Dienstag ändern, wenn eine Hochdrucklage viel Sonnenschein und im Wochenverlauf wieder auf frühsommerliches Niveau ansteigende Tageshöchstwerte bringen soll. Somit dürfe auch die zweite Dekade „Kurs“ halten in Sachen Temperaturniveau à la 2007/2009/2011.

Wie es dann weitergeht ab dem kommenden Wochenende und in der darauf folgenden letzten Woche des Monats, kann heute niemand (seriös) beantworten. Derzeit sieht es so aus, als würde der April 2018 zu den zehn wärmsten seit Messbeginn vor Ort im Jahr 1935 stoßen können, auch ein Rekord ist derzeit nicht auszuschließen, ebenso wenig allerdings ein kräftiger Temperaturrückgang zum Ende der Mittelfrist in etwa zehn Tagen – auch diese Variante wird von den Wettermodellen immer wieder mal angeboten.
Es gilt also auch in diesem Monat: Die wahre Geschichte kann erst rückblickend erzählt werden.

 

Ein überwiegend winterlicher März im Hochsolling

Rückblick auf den März 2018  an der Wetterstation Silberborn

Der erste meteorologische Frühlingsmonat präsentierte sich im Hochsolling überwiegend winterlich. Zwei Kälteperioden zu Monatsbeginn und nach Monatsmitte mit Schnee und teils strengen Frösten prägten den Monat, unterbrochen durch eine deutliche Milderung, die ihren Höhepunkt zu Beginn der zweiten Dekade fand. Im Laufe der dritten Dekade pendelten sich die Temperaturen dann im Bereich um die langjährigen Mittelwerte ein.

Die Mitteltemperatur betrug 1,1 °C und lag damit um 1,8 Grad unter dem Durchschnittswert der Klimaperiode 1981-2010. Damit war es der viertkälteste März der letzten 30 Jahre. An 20 Tagen wurde Frost gemessen, an sechs Tagen davon herrschte Dauerfrost. Am kältesten blieb es gleich am Monatsersten mit einem Tiefstwert von –13,1 °C und einem Höchstwert von –5,1 °C. Doch auch nach Monatsmitte lagen die Werte kaum höher. In beiden Phasen verstärkte ein böiger, eisiger Nordost- bis Ostwind das Kälteempfinden noch erheblich.

An 22 Niederschlagstagen fielen 62,3 mm, dies entspricht knapp 2/3 des langjährigen Mittels. An 13 Tagen konnte eine Schneedecke mit einer Höhe bis zu zehn Zentimetern gemessen werden. Die Anzahl der Schneedeckentage seit Anfang Dezember erhöhte sich damit auf 61.

Die Sonnenscheindauer übertraf mit ca. 125 Stunden das 30-Jahresmittel der Periode 1981-2010 um rund 25%. Nach dem sehr sonnigen Februar folgte somit ein weiterer Monat mit positiver Abweichung.

Wie schon im Februar spielte der Wind eine untergeordnete Rolle, lediglich an drei Tagen traten stürmische Böen (>61 km/h) auf. Allerdings sorgte der auffrischende Nordostwind während der Kältephasen wie oben erwähnt für ein deutlich gesteigertes Kälteempfinden.

März 2018 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: 1,1 °C
Maximummittel: 4,8 °C
Minimummittel: -2,5 °C
Maximum: 14,7 °C am 11.03.2018
Niedrigstes Maximum: -5,1 °C am 01.03.2018
Minimum: -13,1 °C am 01.03.2018
Höchstes Minimum: 6,1 °C am 11.+12.03.2018
Höchstes Tagesmittel: 10,1 °C am 11.03.2018
Niedrigstes Tagesmittel: -8,9 °C am 01.+02.03.2018
Frosttage: 20

Eistage: 6
Kältesumme: 48,3

Niederschlagssumme: 62,3 mm
Höchste Tagessumme*: 10,1 mm am 28.03.2018
*(07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag)
Tage mit messbarem Niederschlag: 22
Tage ohne Niederschlag: 9
Schneedeckentage: 13

Mittlere relative Luftfeuchte: 85,2%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.006,1 hPa
Maximum: 1.029,1 hPa am 21.03.2018
Minimum:     990,8 hPa am 06.03.2018

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 125 Stunden

Maximale Windböe*: 71,5 km/h am 28.03.2018
* berechnet auf 10 m über Grund am Stationsstandort

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