Der Mai 2017 im Hochsolling: Nach unterkühltem Start warm und sehr trocken

In der ersten Dekade setzte sich die kühle und trübe Witterung aus der zweiten Aprilhälfte fort und brachte in Silberborn mehrere Tage mit Höchstwerten unter zehn Grad Celsius. Doch mit Beginn der zweiten Dekade folgte eine markante Wende hin zu deutlich positiven Temperaturanomalien gegenüber den langjährigen Mittelwerten, die schon die ersten sechs Wochen des meteorologischen Frühjahrs gekennzeichnet hatten. Nachdem der erste meteorologische Sommertag am 17. Mai mit 24,9 °C noch um ein Zehntelgrad verfehlt worden war, gelang am 28. erstmals im Jahr 2017 der Sprung über die 25-Grad-Marke und am folgenden Tag wurde mit
29,6 °C sogar der zweithöchste Wert in einem Mai in der gesamten Hochsolling-Klimareihe ab 1937 gemessen. Der Rekordwert vom 28.05.2005 brachte mit 30,5 °C vor zwölf Jahren sogar einen heißen Tag.

Die Mitteltemperatur betrug 12,9 °C und lag damit 2,5 Grad über dem Mittel der Referenzperiode 1961-1990 und 1,6 Grad über dem Mittel der Jahre 1981-2010. Damit geht der Monat trotz der deutlich unterkühlten erste Dekade als der drittwärmste Mai (zusammen mit 1992) der letzten 30 Jahre hinter 2008 und 2000 in die Hochsolling-Zeitreihe ein.
Die Niederschlagsbilanz weist erneut ein deutliches Defizit gegenüber den langjährigen Mittelwerten aus: Nur 31,0 mm fielen vom Himmel, dies entspricht nur knapp 38% der 30-jährigen Mittelwerte. Die Sonnenscheindauer lag hingegen mit ca. 198 Stunden im Bereich der langjährigen Durchschnittswerte.

Mai 2017 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m über NN):

Monatsmitteltemperatur: 12,9 °C
Maximummittel: 17,7 °C
Minimummittel: 8,0 °C
Maximum: 29,6 °C am 29.05.2017
Niedrigstes Maximum: 6,9 °C am 05.05.2017
Minimum: -0,9 °C am 10.05.2017
Höchstes Minimum: 14,4 °C am 29.05.2017
Höchstes Tagesmittel: 22,2 °C am 29.05.2017
Niedrigstes Tagesmittel: 4,7 °C am 09.05.2017
Frosttage: 1
Sommertage: 2

Niederschlagssumme: 31,0 mm
Höchste Tagessumme: 11,8 mm am 18.05.2017
Tage mit messbarem Niederschlag: 10
Tage ohne Niederschlag: 21

Mittlere Luftfeuchte: 77,7%
Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.017,1 hPa

Maximum: 1.029,8 hPa am 15.05.2017
Minimum:     999,5 hPa am 11.05.2017
Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 198 Stunden
Maximale Windböe*: 61,5 km/h am 30.05.2017 (berechnet auf 10 m über Grund)

Das meteorologische Frühjahr (01.03. bis 31.05.) bilanziert damit deutlich wärmer und markant trockener als im langjährigen Mittel bei etwa durchschnittlicher Sonnenscheindauer. Mit 8,2 °C Mitteltemperatur wurde das Mittel der Jahre 1961-1990 um 2,1 Grad und das Mittel von 1981-2010 um 1,2 Grad übertroffen, die 30-jährigen Niederschlagsmittel hingegen um 100 mm oder 40% verfehlt. In den Jahren 1961-1990 betrugt die mittlere Menge 245 mm, von 1981-2010 247,4 mm, in diesem Frühjahr kamen hingegen ganze 146 mm zusammen, mehr als die Hälfte davon im März. Die Sonne zeigte sich ca. 470 Stunden am Himmel und damit etwa 12 Stunden oder 2,6% länger als im Mittel der Jahre 1981-2010, während das Mittel der Jahre 1961-1990 um etwa 8% überschritten wurde.

Gefühlte Monate liegen zwischen dem Bild oben links und den drei anderen – tatsächlich handelt es sich nur um eine Woche (8. bzw. 15. Mai):

Wolken und drei Tropfen Regen statt Hitze

Aus dem ersten heißen Tag des Jahres wurde nichts an diesem Sonntag in unserer Region. Zwar hätte die Luftmasse mit bis zu 15 Grad in der 850 hPa-Fläche durchaus für das Erreichen der 30-Grad-Marke gereicht, aber dann zogen zur Mittagsstunde gegen 13 Uhr dichte Wolken auf. Gestern hatte sich diese Möglichkeit in den Vorhersagemodellen langsam abgezeichnet, dass eine Linie mit eingelagerten Schauern und Gewittern weiter ins Landesinnere vorankommen würde als zunächst berechnet. Und diese Linie leistete wenn man so will dann „ganze Arbeit“ – oder eben auch nicht, denn mehr als dichtes Gewölk, das sich bis zum späten Nachmittag halten konnte, gab es nicht zu notieren, vom dringend benötigten Niederschlag kann jedenfalls keine Rede sein angesichts einiger weniger Tropfen, die sich am Standort Holzminden auf 0,3 mm summierten.
Dafür fiel aber die Temperaturbilanz entsprechend gedämpft aus ab Mittag: Waren es gegen 13 Uhr noch etwas über 28 Grad (gewöhnlich werden die Höchstwerte um diese Jahreszeit zwischen 16 und 17 Uhr, an manchen Tagen sogar noch später erreicht), gab es anschließend einen Rückgang auf nur noch 21-22 Grad und erst mit Abzug des Wolkenfeldes am späten Nachmittag stieg die Temperatur dann noch mal auf 25 Grad an.

In instabiler Luftmasse muss mit solchen nicht genau vorhersagbaren Entwicklungen immer gerechnet werden, wobei der eine oder andere vielleicht ganz froh gewesen sein dürfte, dass am Nachmittag nicht so heiß wurde, schließlich war und ist die Luft mit einem Taupunkt von über 18 Grad sehr feucht und wird daher als sehr schwül empfunden.

Der zweite (und vorerst letzte) Anlauf auf die 30-Grad-Marke startet dann am morgigen Montag, nach momentanem Stand mit besseren Erfolgsaussichten, da sich mögliche Schauer und Gewitter erst im Laufe des Nachmittags bilden sollen – aber auch da gilt: Morgen Mittag kann das durchaus wieder anders aussehen.

Wie auch immer: die sehr warme und feuchte Luft wird anschließend verdrängt, am Dienstag können aus einem wechselnd bewölkten Himmel erneut Schauer und Gewitter fallen bei nochmals bis zu 25 Grad, anschließend fließt stabilere Luft ein, so dass uns am Mittwoch und Donnerstag nur noch Höchstwerte von etwas über 20 Grad erwarten, das allerdings bei einem durchaus freundlichen Wettercharakter mit Sonnenschein und ein paar Wolkenfeldern. Ob dann die wärmere Luftmasse zum Freitag oder Samstag vorübergehend noch einmal ein Stück weit nördlich und damit auch zu uns zurückgeführt wird, ist derzeit weiterhin unklar. An den Pfingstfeiertagen kündigt sich dann wohl wechselhaftes und nur mäßig warmes Wetter an.

Und nun der erste heiße Tag des Jahres?

Wieder sonniger, wärmer und vielleicht sogar heiß lauten die kurzfristigen Aussichten für die kommenden Tage im Oberwesertal. Für den Freitag zeigen viele automatische „ortsgenaue“ Vorhersagen zwar bereits eine kreisrund lachende Sonne an, aber da sollte noch etwas Vorsicht walten, denn es spricht durchaus einiges dafür, dass wir es erst einmal noch mit tiefer Bewölkung mit hochnebelartigem Charakter zu tun bekommen, die sich als recht zäh erweisen und bis zur Mittagszeit halten könnte.

Wie auch immer: die Temperaturen steigen am Nachmittag auf bis zu 25 Grad an und liegen damit ähnlich wie am Dienstag wieder im frühsommerlichen Bereich. Am Samstag geht es weiter aufwärts, dann sind schon 28-29 Grad drin bei voraussichtlich ganztägigem Sonnenschein. Da die Luft dann recht trocken ist und die Nächte recht frisch mit Tiefstwerten um zehn Grad, dürfte sich die Wärmebelastung noch in Grenzen halten. Am Sonntag erwartet uns dann wahrscheinlich der erste heiße Tag des Jahres oberhalb der 30-Grad-Marke, die bisherige Höchstmarke des Jahres vom 17.05. mit 28,3 Grad dürfte auf jeden Fall überboten werden. Unsicher werden dann die Prognosen für Montag und die nachfolgenden Tage: Von einem nochmals heißen Wochenstart bis hin zu einer bereits am Montag durchgehenden Kaltfront ist ebenso alles drin wie nachfolgend nach einer Delle eine Wiedererwärmung auf sommerliche, im Verlauf erneut Richtung 30-Grad-Marke tendierende Werte – oder aber eine Konsolidierung im Bereich jahreszeitlicher Durchschnittswerte im Bereich von Tagestemperaturen etwas über 20 Grad. Kaum wahrscheinlich erscheint derzeit eine deutliche und nachhaltige Abkühlung in den Bereich unterhalb langjähriger Mittelwerte.

Der erste heiße Tag des Jahres – wann findet er sich in der Messreihe Holzminden/Bevern ab 1951? Gehen wir einfach einmal davon aus, dass die Prognosen für den kommenden Sonntag (28.05.) richtig sind und die 30 Grad an diesem Tag erreicht oder übertroffen werden: Dann finden sich nur fünf Jahre mit einem noch früheren Termin: 1953 (gleich zweimal am 19. und 26.05. mit jeweils 30,2 °C), 1968 (mit Abstand frühester heißer Tag der Messreihe am 21.04. mit genau 30,0 °C), 1969 (30,7 °C am 13.05.) , 1976 (30,1 °C am 08.05.) und 2005 (interpolierte 31,2 °C am 27.05., damals bis heute zum einzigen Male zwei heiße Maitage in Folge, der 28.05. wird mit 33,2 °C taxiert). Es steht also ein durchaus seltenes Wetterereignis bevor, von Rekorden bleiben wir aufgrund der Kurzzeithitze Ende Mai 2005 aber wohl ein Stück entfernt – da diese aber wegen der Messlücke jener Jahre nicht in der offiziellen Messreihe auftauchen, wird womöglich also trotzdem von einem neuen Rekord die Rede sein.

Freundliches Wochenende

Nach einem grauen Freitag mit Temperaturen unter 20 Grad und immerhin etwas Regen am Abend (der aber das Niederschlagsdefizit kaum lindern konnte) blieb es am dritten Maiwochenende in der Region trocken und überwiegend freundlich mit vor allem in der ersten Tageshälfte viel Sonnenschein. Am Sonnabend wurden die Quellwolken ab dem Mittag vorübergehend auch mächtiger und dichter, bevor es dann zum Abend nahezu wolkenlos war. Am Sonntag blieb es tagsüber locker, dafür dann abends dichter bewölkt. Nachdem am Samstag die 20-Grad-Marke noch knapp verfehlt wurde, stiegen die Werte heute schon wieder auf knapp 22 Grad an.
Mal Sonne, mal Wolken bei ähnlichen Temperaturen erwarten wir auch zum Start in die neue Woche am Montag, am Dienstag sind sogar bis zu 25 Grad drin, bevor eine Störung aus Norden zur Wochenmitte wieder etwas kühlere Luft und dichte Wolken mitbringt, die aber schon im Laufe des Donnerstags nach Osten abziehen sollen. Dahinter erwartet uns nach aktuellem Stand ein frühsommerlich warmes und sonniges Wochenende.

Die zweite Maidekade schloss übrigens an der DWD-Station Bevern mit 16,3 °C Mitteltemperatur deutlich wärmer ab als im langjährigen Mittel: +3,1 K gegenüber den vergangenen 30 Jahren und +3,5 K gegenüber der Periode 1961-1990. Damit ist die unterkühlte erste Dekade bereits überkompensiert und derzeit deutet auch viel (siehe oben) auf einen warmen Verlauf der dritten Dekade hin. Dazu dürfte es weiterhin zu trocken bleiben, die Sonnenscheinbilanz ist derzeit noch deutlich negativ, hier bleibt abzuwarten, ob das Monatsdefizit noch ausgeglichen werden kann.

Ein paar Eindrücke vom Wochenende aus der Region:

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Frühsommerintermezzo im Mai

Beginnen wir mit der Vollzugsmeldung: Die Temperaturprognose von gestern erwies sich als zutreffend – mit 28,3 °C wurde sowohl an der DWD-Station in Bevern als auch an der privaten Station Holzminden-Stadt der bisher mit Abstand wärmste Tag des Jahres gemessen und zugleich – siehe Beitrag von gestern – der erste meteorologische Sommertag des Jahres erreicht. Damit ist der Höhepunkt dieser frühsommerlichen Phase (auch aktuell gegen 22 Uhr sind es in Holzminden noch 23 Grad) allerdings auch schon überschritten, morgen ziehen nach freundlichem Tagesbeginn ab den Mittagstunden Wolken aus Westen auf, aus denen sich dann am Nachmittag und Abend Schauer und Gewitter bilden können.  Davor steigen die Temperaturen nochmals auf  sommerliches Niveau um 25 Grad. So ganz wird die Warmluft dabei zunächst noch nicht verdrängt, am Freitag sind unter einer meist geschlossenen Wolkendecke immer noch 20-21 Grad drin und dazu dürfte dann das Niederschlagsdefizit der letzten Wochen zumindest etwas gelindert werden, wobei dahinter noch ein größeres Fragezeichen steht.

Der Samstag gestaltet sich dann zunächst noch grau mit etwas Regen, im Tagesverlauf sind aber auch Auflockerungen drin und dann bleibt es voraussichtlich schon wieder trocken, da wir unter Hochdruckeinfluss geraten und damit der Sonntag wohl recht freundlich bei Werten bis 20 Grad verläuft. Auch der Start in die neue Woche sieht derzeit nach einer trockenen Mischung aus Sonne und Wolken bei bis zu 22 Grad aus, bevor es am Dienstag – bei allerdings noch hoher Prognoseunsicherheit – nochmal ein Stück wärmer, aber auch wieder unbeständiger mit Schauern und Gewittern und nachfolgender Abkühlung werden dürfte. Nach Tageswerten deutlich unter der 20-Grad-Marke sieht es derzeit aber nicht mehr aus, so dass – Stand heute – die kühle erste Monatsdekade wohl noch mehr als ausgeglichen und der Mai etwas wärmer als im langjährigen Mittel ausfallen wird.

Eine Auswahl der Höchstwerte am heutigen Mittwoch aus dem DWD-Netz:

Umgebung:
Bevern, Kr. Holzminden 28,3 °C
Alfeld 26,4 °C
Hameln-Hastenbeck 27,8 °C
Moringen-Lutterbeck 27,1 °C
Wahlsburg-Lippoldsberg 27,6 °C
Lügde-Paenbruch 25,5 °C
Warburg 26,8 °C

Niedersachsen:
Göttingen 26,0 °C
Hannover 27,5 °C
Braunschweig 26,6°C
Lingen (höchstes Tagesmaximum) 29,6 °C
Braunlage (niedrigstes Tagesmaximum): 23,5 °C

Deutschland:
Borken (Westfalen) 29,9 °C
Trier-Petrisberg 30,5 °C (bundesweiter Höchstwert)
Saarbrücken-Burbach 30,3 °C
Ohlsbach (Ortenau) 30,1 °C
Kitzingen 28,2 °C
Darmstadt 29,0 °C
Bremen 27,3 °C
Hamburg-Neuwiedenthal 28,1 °C
Schleswig 24,3°C
Schwerin 26,2°C
Potsdam 26,8 °C
Dresden-Strehlen 27,1°C
Bernburg 28,3 °C
Jena 28,1 °C
Zugspitze 7,7 °C

Der erste Sommertag des Jahres

… fällt in diesem auf einen Mittwoch. Und zwar auf den morgigen 17. Mai.

Heute hatte zwar die Luftmasse bereits das Potenzial für einen Tag mit mindestens 25,0 Grad Höchsttemperatur, doch (fast) ganz ohne Sonne geht es dann doch nicht. Unter einer nahezu ganztägig geschlossenen Wolkendecke wurden maximal 23,8 °C gemessen, sowohl beim DWD in Bevern als auch privat in Holzminden.

Morgen gesellt sich zur noch etwas wärmeren Luftmasse in 850 hPa dann zumindest zeitweise auch längerer Sonnenschein, so dass die Marke zum meteorologischen Sommertag nicht nur knapp, sondern deutlich überschritten werden dürfte, der Tageshöchstwert wird voraussichtlich um 28 Grad betragen.

Zur Einordnung ins lokale Klima ein paar Zahlen aus der Messreihe Holzminden/Bevern mit Tageswerten seit Mai 1951: Im Mittel der Gesamtreihe gab es bisher im Mai 2,9 Sommertage, im Mittel der vergangenen 30 Jahre von 1987-2016 stieg dieser Wert auf immerhin 3,7 an. Die meisten Maisommertage wurden im Jahr 2012 mit zehn gemessen, das andere Ende der Skala markieren immerhin 19 Maie ohne einen Sommertag – zuletzt war dies 2013 der Fall. Der erste Sommertag an einem 17. Mai – das ist vergleichsweise spät im Frühjahr, in den 66 bisherigen Jahren der Klimareihe war nur ein Drittel später dran, 17 dieser 22 Fälle liegen vor 1990. Zuletzt brauchte das Jahr 2014 länger für den ersten Sommertag: 2014 dauerte es bis zum 20.05., bevor die 25er-Marke erreicht bzw. überschritten wurde, damals aber mit 28,0 Grad ebenso deutlich wie wir es für morgen erwarten. Der früheste Sommertag stammt übrigens vom 11. April 1952, wurde also gleich im zweiten Jahr der Messungen von Tageswerten aufgestellt, während das längste Warten im Jahr 1994 bis zum 25. Juni andauerte, als der erste Sommertag auch gleich ein heißer Tag mit über 31 Grad war – und den Auftakt zu einer der anhaltendsten und intensivsten Hitzephasen einläutete, die mit kurzen Unterbrechungen über sechs Wochen hinweg andauern sollte.

Und wie geht es weiter? Am Donnerstag rückt uns im Tagesverlauf von Westen her wohl zunächst eine Konvergenzlinie auf die Pelle, die einer Kaltfront vorläuft und für Schauer und Gewitter sorgen kann, die – Achtung Standardsatz – auch kräftig ausfallen können. Davor ist ein zweiter Sommertag möglich, aber noch nicht sicher, die aktuellen Prognosen liegen zwischen 23 und 26 Grad. Nach Überqueren der Kaltfront sind Sommertage jedenfalls ab Freitag erst einmal wieder Geschichte, die Tageshöchstwerte pendeln sich dann wohl bei jahreszeitlichen Durchschnittswerten um 20 Grad ein, von Freitag bis Sonntag wohl eher etwas darunter. Der zuvor berechnete deutliche Kälterückfall ist allerdings weitgehend aus den Karten verschwunden.IMG_1664

Auch im Wesertal war es der kälteste April seit 16 Jahren

Dem hiesigen Klima entsprechend wärmer – oder, wenn man möchte: weniger kalt – als im Hochsolling fällt die Aprilbilanz an der DWD-Station in Bevern aus, ebenso an der privaten Station Holzminden-Stadt. Im klimatologischen Kontext, also bezogen auf die jeweiligen langjährigen Mittelwerte, sind die Werte nahezu deckungsgleich: Mit einer Monatstemperatur von 7,8 °C wurde ebenso wie in Silberborn das Mittel der Jahre 1961-1990 um 0,2 K verfehlt und das der Jahre 1981-2010 um 1,1 K. Auch hier war es zuletzt 2001 in einem April noch etwas kälter gewesen und auch hier fiel der April kälter aus als der März – das hatte es in der Messreihe Bevern/Holzminden zuletzt 1938 gegeben. Die Zahl der Frosttage lag mit zehn um vier über denen des März, die Zahl der Bodenfrosttage war mit 16 identisch.

Auch die Niederschläge blieben deutlich unter den Klimawerten, 30,2 mm in Bevern entsprechen nur 53% bzw. 61% der beiden 30-Jahres-Zeiträume. Wenig Regen und zugleich wenig Sonne: mit 134 Stunden wurden auch im Oberwesertal nicht nur die langjährigen Mittelwerte um 6% bzw. 16%, sondern auch die Sonnenscheindauer des vorausgegangenen März verfehlt. Damit war nun schon zum dritten Mal in sechs Jahren der März sonniger als der April.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN):

Monatsmitteltemperatur: 7,8 °C (-0,2 K gegenüber dem Mittel 1961-1990 / -1,1 K gegenüber dem Mittel 1981-2010)
Maximummittel: 12,9 °C
Minimummittel: 2,1 °C
Minimummittel 5 cm: 0,1 °C
Maximum: 21,8 °C am 09.04.
Niedrigstes Maximum: 7,5 °C am 18.04.
Minimum: -3,7 °C am 20.04.
Höchstes Minimum: 7,9°C am 12.04.
Höchstes Tagesmittel: 13,7°C am 01.04.
Niedrigstes Tagesmittel: 3,1 °C am 19.04.
Eistage: 0
Frosttage: 10
Bodenfrosttage: 16
Warme Tage (Tmax >= 22 °C): 0
Sehr milde Tage (Tmax  18-22 °C): 2
Milde Tage (Tmax 13 bis 17 °C): 12
Kühle Tage (Tmax 10 bis 12 °C): 14
Sehr kühle Tage (Tmax 6 bis 9 °C): 2
Kalte Tage (Tmax < 6 °C): 0
Kältesumme: 0

Niederschlagssumme: 30,2 mm (57,0% vom Mittel 1961-1990 / 60,9% vom Mittel 1981-2010)
Höchste Tagessumme (07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag): 6,1 mm am 01.04.
Tage mit messbarem Niederschlag: 15
Tage ohne Niederschlag: 15
Schneedeckentage: 0

Sonnenscheindauer (interpoliert): 134,0 Stunden (94,2% vom Mittel 1961-1990 / 84,1% vom Mittel 1981-2010)
Maximum: 13,0 Stunden am 30.04.
Heitere Tage (>= 11 h): 2
Trübe Tage (<= 1 h): 4
davon ohne Sonnenschein: 0

Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet

Daten der Station Holzminden-Stadt (privat, 93  m über NN):

Monatsmitteltemperatur: 8,2 °C
Maximummittel: 13,1 °C
Minimummittel: 2,9 °C
Maximum: 21,4 °C am 01.04.
Niedrigstes Maximum: 7,9 °C am 18. und 19.04.
Minimum: -2,7 °C am 20.04.
Höchstes Minimum: 8,4°C am 12.04.
Höchstes Tagesmittel: 14,0°C am 01.04.
Niedrigstes Tagesmittel: 3,5 °C am 19.04.
Eistage: 0
Frosttage: 6
Warme Tage (Tmax >= 22 °C): 0
Sehr milde Tage (Tmax  18-22 °C): 2
Milde Tage (Tmax 13 bis 17 °C): 14
Kühle Tage (Tmax 10 bis 12 °C): 12
Sehr kühle Tage (Tmax 6 bis 9 °C): 2
Kalte Tage (Tmax < 6 °C): 0
Kältesumme: 0

Niederschlagssumme: 24,5 mm
Höchste Tagessumme (07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag): 7,5 mm am 12.04.
Tage mit messbarem Niederschlag: 15
Tage ohne Niederschlag: 15
Schneedeckentage: 0

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Rückblick auf den April 2017 im Hochsolling

Begann der April zunächst noch so, wie sich die Witterung seit Mitte Februar fast durchgängig präsentiert hatte – deutlich wärmer als zu dieser Jahreszeit üblich – erfolgte zur Monatsmitte eine Umstellung auf eine Nordlage, die mit teils direkt aus arktischen Breiten eingeflossenen Luftmassen nach Ostern für regelmäßige Nachtfröste und Höchstwerte meist nur noch im einstelligen Bereich sorgte.

Dabei fielen die auftretenden Schauer zeitweise wieder in fester Form, teils als Graupel, teils als Schnee. Anders als Ende April 2016 reichte es dabei zwar nicht mehr zu einer messbaren Schneedecke, dennoch darf der Monat April 2017 auch im Hochsolling als ungewöhnlich eingestuft werden. Eine Monatsmitteltemperatur von 0,2 Grad unter dem Klimamittel der Jahre 1961-1990 deutet zunächst auf einen recht durchschnittlichen Monat hin, der es aber mitnichten war – fiel doch die zweite Monatshälfte um satte 3,6 Grad kälter aus als die erste. Einen solch inversen Temperaturverlauf (der jahreszeitlich üblichen Entwicklung also entgegengesetzt) hatte es bereits im vergangenen April gegeben, in diesem Jahr war er allerdings noch stärker ausgeprägt.

Gleich zu Monatsbeginn am 01.04. wurde mit 18,9 Grad Celsius der wärmste Tag des Monats registriert, auch die Tagesmitteltemperatur von 12,8 °C und das Minimum von 7,0 °C wurden an keinem der folgenden 29 Tage mehr erreicht.

Die Mitteltemperatur betrug 5,6 °C und lag damit 0,2 Grad unter dem Mittel der Referenzperiode 1961-1990 und 1,1 Grad unter dem Mittel der Jahre 1981-2010. Damit geht der Monat als der kälteste April seit 2001 in die Klimareihe Hochsolling ein. Er war zudem kälter als der vorausgegangene März, was an diesem Standort zuletzt 1997 der Fall gewesen war. Anders als in der Klimareihe Holzminden/Bevern, wo man bis 1938 zurückgehen muss, um einen Vergleichsfall zu finden, gab es in Silberborn u.a. auch von 1989 bis 1991 den Fall, dass der zweite Frühlingsmonat kälter ausfiel als der erste.

Die Niederschlagbilanz weist ein deutliches Defizit gegenüber den langjährigen Mittelwerten aus: 41,1 mm fielen vom Himmel, dies entspricht nur 52,7% des Mittels der Jahre 1961-1990 und 60,5% des Mittels von 1981-2010. Zu trocken bedeute in diesem Monat nicht gleichzeitig viel Sonnenschein: Mit geschätzten 134 Sonnenstunden wurden die Klimamittelwerte um 6% (1961-1990) bzw. 14% (1981-2010) verfehlt.

Der Wind spielte kaum eine Rolle, die stärkste Böe lag bei etwas unter 60 km/h.

April 2017 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m über NN):

Monatsmitteltemperatur: 5,6 °C
Maximummittel: 9,9 °C
Minimummittel: 1,2 °C
Maximum: 18,9 °C am 01.04.2017
Niedrigstes Maximum: 3,8 °C am 18.04.2017
Minimum: -4,6 °C am 20.04.2017
Höchstes Minimum: 7,0 °C am 01.04.2017
Höchstes Tagesmittel: 12,8 °C am 01.04.2017
Niedrigstes Tagesmittel: 0,4 °C am 19.04.2017
Frosttage: 11

Niederschlagssumme: 41,1 mm
Höchste Tagessumme: 10,7 mm am 12.04.2017
Tage mit messbarem Niederschlag: 16
Tage ohne Niederschlag: 14
Schneedeckentage: 0

Mittlere Luftfeuchte: 80,1%

Mittlerer Luftdruck: 1.022,1 hPa
Maximum: 1.037,3 hPa am 20.04.2017
Minimum: 1.003,0 hPa am 25.04.2017

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 134 Stunden

Maximale Windböe berechnet auf 10 m über Grund: 59,6 km/h am 25.04.2017