Ein sehr warmer und sehr trockener Mai beschließt das meteorologische Frühjahr im Wesertal

Nach dem ausgesprochen kühlen Start in den Monat brachte der 17. Mai (siehe Beitrag weiter unten) den ersten meteorologischen Sommertag des Jahres 2017 sowohl an der DWD-Station in Bevern als auch an der privaten Station Holzminden-Stadt – mit jeweils 28,3 °C wurde die 25-Grad-Marke deutlich überschritten. Sechs weitere Sommertage folgten am 18. sowie vom 26.-30. Mai, darunter war am 29.05. mit
32,0 °C (in Holzminden sogar 32,6 °C) auch gleich der erste heiße Tag.
Nur an sieben Tagen war dies zuvor in der Messreihe (Tagesdaten ab 1951) in einem Mai der Fall gewesen: Je zweimal in den Jahren 1953 und 2005 sowie je einmal in den Jahren 2011, 1976 und 1969.
Der früheste heiße Tag der Reihe stammt sogar aus dem April und wurde mit 30,0 °C am 21.04.1968 aufgestellt.

Die durchschnittliche Anzahl meteorologischer Sommertage im Mai wurde mit sieben deutlich überschritten, der statistische Mittelwert für die Periode 1961-1990 liegt bei 2,9 Tagen und für die vergangenen 30 Jahre bei 3,7.

Ausgesprochen kühl war es dagegen am 4. und 5. Mai, als im 12-Stunden-Zeitraum zwischen 8 und 20 Uhr die 10-Grad-Marke nicht erreicht wurde. Luftfrost gab es trotz des Kaltstarts keinen mehr, leichter Bodenfrost wurde in Bevern noch zweimal am 10. und 11. gemessen, was vielleicht ein paar Anhänger der längst widerlegten Singularität „Eisheilige“ auf den Plan rufen könnte.

Relativ zum lokalen Klima fiel das Regendefizit zwar nicht ganz so markant aus wie in Silberborn, dennoch war es auch in Bevern und Holzminden ein deutlich zu trockener Monat, der dritte Mai in Folge übrigens, der weniger als die Hälfte der langjährigen Niederschlagsmenge brachte. Die statistische Jahresfehlmenge summiert sich per 31.05. auf mittlerweile etwas über 90 mm gegenüber der Periode 1961-1990
und sogar fast 120 mm gegenüber dem Zeitraum von 1981-2010.
Wie stark unterschiedlich die Niederschläge auf lokal eng begrenztem Raum ausfallen können, zeigt exemplarisch der Nachmittag des 30. Mai: Während es im Süden des Kreises nur geringfügige Regenmengen während eines kräftigen, aber kurzen Schauers gab, sorgten Starkregenfälle über etwa eine Stunde hinweg in Teilen des Nordkreises für Überschwemmungen mit großen Mengen abgetragenem Erdreich, das sich in Schlammmassen verwandelte, umgestürzte und entwurzelte Bäume sowie massiven Astbruch, so dass in der lokalen Presse vor den Bretreten der betroffenen Gebiete gewarnt wurde. An der Niederschlagsstation des DWD in Ottenstein wurden 17,5 mm gemessen, lokal dürften die Mengen noch ein ganzes Stück höher gewesen sein.

Die Sonnenscheindauer lag mit 196 Stunden geringfügig oberhalb des Mittels von 1961-1990 und exakt auf dem Niveau der Jahre 1981-2010. Wie schon im Juni und Juli 2016 gab es also eine deutlich positive Temperaturanomalie bei nur durchschnittlicher Sonnenscheindauer – oder mit anderen Worten: Wärmeres Wetter (und wärmeres Klima) geht auch im Sommerhalbjahr nicht Hand in Hand mit „schönerem Wetter“ im Sinne von beständig und heiter.

Die Monatsmitteltemperatur betrug in Bevern 14,85 °C. In diesem Fall muss die zweite Nachkommastelle erwähnt werden, da der DWD diesen Wert in seiner Klimadatei auf 14,9 °C aufgerundet hat, allerdings ist bereits die 14,85 ein aufgerundeter Wert und damit sollte eine Doppelaufrundung nach den üblichen Regeln für Rundungsverfahren eigentlich unterbleiben. Dazu muss man wissen, dass der DWD erst vor einigen Jahren das bis dahin in der Meteorologie übliche mathematische Rundungsverfahren (nach dem eine 14,85 auf 14,8 abgerundet wird) umgestellt hat und nun bei einer 5 als wegfallender Dezimalstelle stets aufrundet, wie man es vom kaufmännischen Verfahren kennt. Dennoch lautet der Grundsatz, dass bei einer bereits gerundeten Zahl dann, wenn die anschließend wegfallende Dezimalstelle eine 5 ist, auf die exakte Zahl zurückgegriffen werden soll und anhand dieser die Rundung vorzunehmen ist. Die exakte Zahl der gemittelten 31 Tagesmittelwerte (die immer mit einer Dezimalstelle angegeben werden) im Mai 2017 an der Beveraner DWD-Station beträgt nun 14,84516 °C (um es bei den für die Erläuterung der Problematik hinreichenden fünf Dezimalstellen zu belassen) und sollte daher auf 14,8 °C abgerundet werden.
Noch verwirrender ist, dass der DWD dieses nach meiner Auffassung korrekte Verfahren noch mindestens bis vor drei Jahren selbst angewendet hat, jedenfalls beträgt die Mitteltemperatur im Monatsrückblick für die Station Bevern im Mai 2014 12,9 °C – auf diesen Wert kommt man nach dem eben beschriebenen Verfahren, da es sich bei der Verwendung weiterer Dezimalstellen um eine 12,945 handelt. In der Klimadatei wird dieser Wert aber mittlerweile mit 13,0 °C angegeben, so dass der Wert von 14,9 °C für den Mai 2017 unter dem Gesichtspunkt der inneren Konsistenz der DWD-Klimadatei zwar plausibel ist, aber letztlich die Werte einseitig nach oben verfälscht werden.

Auf die Frühjahrsbilanz hat das zum Glück keine Auswirkungen, diese lautet für die Station Bevern: 10,2 °C Mitteltemperatur, das sind +2,0 K gegenüber dem Mittel von 1961-1990, +1,2 K gegenüber 1981-2010, +1,6 K gegenüber dem Mittel der Gesamtreihe 1935-2017 und 1,0 K gegenüber dem gleitenden 30-Jahres-Mittel, das übrigens sowohl für das Frühjahr mit 9,4 °C als auch für den Mai mit 13,6 °C neue Höchstwerte erreicht hat.
Wie man es also auch dreht und wendet: Das Frühjahr 2017 war trotz der rund vierwöchigen unterkühlten Phase zwischen der zweiten April- und der zweiten Maidekade warm, mithin das sechstwärmste der 83 Jahre lange Messreihe.
Dazu war es deutlich zu trocken: Mit nur 112,4 mm Niederschlag zwischen dem
1. März und 31. Mai wurden die langjährigen Mittelwerte um fast 40% oder um 70,5 mm (1961-1990) bzw. 74,3 mm (1981-2010) klar verfehlt. Die Sonnenscheindauer lag mit ca. 468 Stunden etwas über den Klimawerten (9,7 bzw. 2,1%), was nach einem durchschnittlichen Mai und recht trüben April vor allem auf den sehr sonnigen März zurückzuführen ist.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN):

Monatsmitteltemperatur: 14,85 °C (+2,4 K gegenüber dem Mittel 1961-1990 / +1,5 K gegenüber dem Mittel 1981-2010), ausnahmsweise (siehe oben) mit zwei Dezimalstellen berechnet
Maximummittel: 20,7 °C
Minimummittel: 8,8 °C
Minimummittel 5 cm: 7,2 °C
Maximum: 32,0 °C am 29.05.
Niedrigstes Maximum: 9,7 °C am 05.05.
Minimum: 0,3 °C am 10.05.
Höchstes Minimum: 16,0°C am 30.05.
Höchstes Tagesmittel: 23,1°C am 29.05.
Niedrigstes Tagesmittel: 7,4 °C am 09.05.
Bodenfrosttage: 2
Sommertage: 7
Heiße Tage: 1
Sehr warme Tage (Tmax 26-29 °C): 6
Warme Tage (Tmax  23-25 °C): 5
Mäßig warme Tage (Tmax 18 bis 22°C): 12
Kühle Tage (Tmax 12 bis 17 °C): 3
Sehr kühle Tage (Tmax <12 °C): 4

Niederschlagssumme: 31,3 mm (45,4% vom Mittel 1961-1990 / 48,7% vom Mittel 1981-2010)
Höchste Tagessumme (07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag): 8,5 mm am 28.05.
Tage mit messbarem Niederschlag: 10
Tage ohne Niederschlag: 20

Sonnenscheindauer (interpoliert): 196,3 Stunden (106,5% vom Mittel 1961-1990 / 100,2% vom Mittel 1981-2010)
Maximum: 15,1 Stunden am 27.05.
Heitere Tage (>= 12 h): 3
Trübe Tage (<= 1 h): 7
davon ohne Sonnenschein: 3

Die Entwicklung der Mai- und Frühjahrstemperatur der Zeitreihe Bevern/Holzminden:

Mai 1935-2017

Frühjahr 1935-2017

Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet

Daten der Station Holzminden-Stadt (privat, 93  m über NN):

Monatsmitteltemperatur: 15,1 °C
Maximummittel: 20,8 °C
Minimummittel: 9,4 °C
Maximum: 32,6 °C am 29.05.
Niedrigstes Maximum: 10,1 °C am 05.05.
Minimum: 1,3 °C am 10.05.
Höchstes Minimum: 16,6°C am 30.05.
Höchstes Tagesmittel: 23,4°C am 29.05.
Niedrigstes Tagesmittel: 7,8 °C am 09.05.
Sommertage: 8
Heiße Tage: 1
Sehr warme Tage (Tmax 26-29 °C): 7
Warme Tage (Tmax  23-25 °C): 4
Mäßig warme Tage (Tmax 18 bis 22°C): 13
Kühle Tage (Tmax 12 bis 17 °C): 2
Sehr kühle Tage (Tmax <12 °C): 4

Niederschlagssumme: 31,3 mm (45,4% vom Mittel 1961-1990 / 48,7% vom Mittel 1981-2010)
Höchste Tagessumme (07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag): 8,5 mm am 28.05.
Tage mit messbarem Niederschlag: 10
Tage ohne Niederschlag: 20

Der Mai 2017 im Hochsolling: Nach unterkühltem Start warm und sehr trocken

In der ersten Dekade setzte sich die kühle und trübe Witterung aus der zweiten Aprilhälfte fort und brachte in Silberborn mehrere Tage mit Höchstwerten unter zehn Grad Celsius. Doch mit Beginn der zweiten Dekade folgte eine markante Wende hin zu deutlich positiven Temperaturanomalien gegenüber den langjährigen Mittelwerten, die schon die ersten sechs Wochen des meteorologischen Frühjahrs gekennzeichnet hatten. Nachdem der erste meteorologische Sommertag am 17. Mai mit 24,9 °C noch um ein Zehntelgrad verfehlt worden war, gelang am 28. erstmals im Jahr 2017 der Sprung über die 25-Grad-Marke und am folgenden Tag wurde mit
29,6 °C sogar der zweithöchste Wert in einem Mai in der gesamten Hochsolling-Klimareihe ab 1937 gemessen. Der Rekordwert vom 28.05.2005 brachte mit 30,5 °C vor zwölf Jahren sogar einen heißen Tag.

Die Mitteltemperatur betrug 12,9 °C und lag damit 2,5 Grad über dem Mittel der Referenzperiode 1961-1990 und 1,6 Grad über dem Mittel der Jahre 1981-2010. Damit geht der Monat trotz der deutlich unterkühlten erste Dekade als der drittwärmste Mai (zusammen mit 1992) der letzten 30 Jahre hinter 2008 und 2000 in die Hochsolling-Zeitreihe ein.
Die Niederschlagsbilanz weist erneut ein deutliches Defizit gegenüber den langjährigen Mittelwerten aus: Nur 31,0 mm fielen vom Himmel, dies entspricht nur knapp 38% der 30-jährigen Mittelwerte. Die Sonnenscheindauer lag hingegen mit ca. 198 Stunden im Bereich der langjährigen Durchschnittswerte.

Mai 2017 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m über NN):

Monatsmitteltemperatur: 12,9 °C
Maximummittel: 17,7 °C
Minimummittel: 8,0 °C
Maximum: 29,6 °C am 29.05.2017
Niedrigstes Maximum: 6,9 °C am 05.05.2017
Minimum: -0,9 °C am 10.05.2017
Höchstes Minimum: 14,4 °C am 29.05.2017
Höchstes Tagesmittel: 22,2 °C am 29.05.2017
Niedrigstes Tagesmittel: 4,7 °C am 09.05.2017
Frosttage: 1
Sommertage: 2

Niederschlagssumme: 31,0 mm
Höchste Tagessumme: 11,8 mm am 18.05.2017
Tage mit messbarem Niederschlag: 10
Tage ohne Niederschlag: 21

Mittlere Luftfeuchte: 77,7%
Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.017,1 hPa

Maximum: 1.029,8 hPa am 15.05.2017
Minimum:     999,5 hPa am 11.05.2017
Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 198 Stunden
Maximale Windböe*: 61,5 km/h am 30.05.2017 (berechnet auf 10 m über Grund)

Das meteorologische Frühjahr (01.03. bis 31.05.) bilanziert damit deutlich wärmer und markant trockener als im langjährigen Mittel bei etwa durchschnittlicher Sonnenscheindauer. Mit 8,2 °C Mitteltemperatur wurde das Mittel der Jahre 1961-1990 um 2,1 Grad und das Mittel von 1981-2010 um 1,2 Grad übertroffen, die 30-jährigen Niederschlagsmittel hingegen um 100 mm oder 40% verfehlt. In den Jahren 1961-1990 betrugt die mittlere Menge 245 mm, von 1981-2010 247,4 mm, in diesem Frühjahr kamen hingegen ganze 146 mm zusammen, mehr als die Hälfte davon im März. Die Sonne zeigte sich ca. 470 Stunden am Himmel und damit etwa 12 Stunden oder 2,6% länger als im Mittel der Jahre 1981-2010, während das Mittel der Jahre 1961-1990 um etwa 8% überschritten wurde.

Gefühlte Monate liegen zwischen dem Bild oben links und den drei anderen – tatsächlich handelt es sich nur um eine Woche (8. bzw. 15. Mai):

Wolken und drei Tropfen Regen statt Hitze

Aus dem ersten heißen Tag des Jahres wurde nichts an diesem Sonntag in unserer Region. Zwar hätte die Luftmasse mit bis zu 15 Grad in der 850 hPa-Fläche durchaus für das Erreichen der 30-Grad-Marke gereicht, aber dann zogen zur Mittagsstunde gegen 13 Uhr dichte Wolken auf. Gestern hatte sich diese Möglichkeit in den Vorhersagemodellen langsam abgezeichnet, dass eine Linie mit eingelagerten Schauern und Gewittern weiter ins Landesinnere vorankommen würde als zunächst berechnet. Und diese Linie leistete wenn man so will dann „ganze Arbeit“ – oder eben auch nicht, denn mehr als dichtes Gewölk, das sich bis zum späten Nachmittag halten konnte, gab es nicht zu notieren, vom dringend benötigten Niederschlag kann jedenfalls keine Rede sein angesichts einiger weniger Tropfen, die sich am Standort Holzminden auf 0,3 mm summierten.
Dafür fiel aber die Temperaturbilanz entsprechend gedämpft aus ab Mittag: Waren es gegen 13 Uhr noch etwas über 28 Grad (gewöhnlich werden die Höchstwerte um diese Jahreszeit zwischen 16 und 17 Uhr, an manchen Tagen sogar noch später erreicht), gab es anschließend einen Rückgang auf nur noch 21-22 Grad und erst mit Abzug des Wolkenfeldes am späten Nachmittag stieg die Temperatur dann noch mal auf 25 Grad an.

In instabiler Luftmasse muss mit solchen nicht genau vorhersagbaren Entwicklungen immer gerechnet werden, wobei der eine oder andere vielleicht ganz froh gewesen sein dürfte, dass am Nachmittag nicht so heiß wurde, schließlich war und ist die Luft mit einem Taupunkt von über 18 Grad sehr feucht und wird daher als sehr schwül empfunden.

Der zweite (und vorerst letzte) Anlauf auf die 30-Grad-Marke startet dann am morgigen Montag, nach momentanem Stand mit besseren Erfolgsaussichten, da sich mögliche Schauer und Gewitter erst im Laufe des Nachmittags bilden sollen – aber auch da gilt: Morgen Mittag kann das durchaus wieder anders aussehen.

Wie auch immer: die sehr warme und feuchte Luft wird anschließend verdrängt, am Dienstag können aus einem wechselnd bewölkten Himmel erneut Schauer und Gewitter fallen bei nochmals bis zu 25 Grad, anschließend fließt stabilere Luft ein, so dass uns am Mittwoch und Donnerstag nur noch Höchstwerte von etwas über 20 Grad erwarten, das allerdings bei einem durchaus freundlichen Wettercharakter mit Sonnenschein und ein paar Wolkenfeldern. Ob dann die wärmere Luftmasse zum Freitag oder Samstag vorübergehend noch einmal ein Stück weit nördlich und damit auch zu uns zurückgeführt wird, ist derzeit weiterhin unklar. An den Pfingstfeiertagen kündigt sich dann wohl wechselhaftes und nur mäßig warmes Wetter an.

Und nun der erste heiße Tag des Jahres?

Wieder sonniger, wärmer und vielleicht sogar heiß lauten die kurzfristigen Aussichten für die kommenden Tage im Oberwesertal. Für den Freitag zeigen viele automatische „ortsgenaue“ Vorhersagen zwar bereits eine kreisrund lachende Sonne an, aber da sollte noch etwas Vorsicht walten, denn es spricht durchaus einiges dafür, dass wir es erst einmal noch mit tiefer Bewölkung mit hochnebelartigem Charakter zu tun bekommen, die sich als recht zäh erweisen und bis zur Mittagszeit halten könnte.

Wie auch immer: die Temperaturen steigen am Nachmittag auf bis zu 25 Grad an und liegen damit ähnlich wie am Dienstag wieder im frühsommerlichen Bereich. Am Samstag geht es weiter aufwärts, dann sind schon 28-29 Grad drin bei voraussichtlich ganztägigem Sonnenschein. Da die Luft dann recht trocken ist und die Nächte recht frisch mit Tiefstwerten um zehn Grad, dürfte sich die Wärmebelastung noch in Grenzen halten. Am Sonntag erwartet uns dann wahrscheinlich der erste heiße Tag des Jahres oberhalb der 30-Grad-Marke, die bisherige Höchstmarke des Jahres vom 17.05. mit 28,3 Grad dürfte auf jeden Fall überboten werden. Unsicher werden dann die Prognosen für Montag und die nachfolgenden Tage: Von einem nochmals heißen Wochenstart bis hin zu einer bereits am Montag durchgehenden Kaltfront ist ebenso alles drin wie nachfolgend nach einer Delle eine Wiedererwärmung auf sommerliche, im Verlauf erneut Richtung 30-Grad-Marke tendierende Werte – oder aber eine Konsolidierung im Bereich jahreszeitlicher Durchschnittswerte im Bereich von Tagestemperaturen etwas über 20 Grad. Kaum wahrscheinlich erscheint derzeit eine deutliche und nachhaltige Abkühlung in den Bereich unterhalb langjähriger Mittelwerte.

Der erste heiße Tag des Jahres – wann findet er sich in der Messreihe Holzminden/Bevern ab 1951? Gehen wir einfach einmal davon aus, dass die Prognosen für den kommenden Sonntag (28.05.) richtig sind und die 30 Grad an diesem Tag erreicht oder übertroffen werden: Dann finden sich nur fünf Jahre mit einem noch früheren Termin: 1953 (gleich zweimal am 19. und 26.05. mit jeweils 30,2 °C), 1968 (mit Abstand frühester heißer Tag der Messreihe am 21.04. mit genau 30,0 °C), 1969 (30,7 °C am 13.05.) , 1976 (30,1 °C am 08.05.) und 2005 (interpolierte 31,2 °C am 27.05., damals bis heute zum einzigen Male zwei heiße Maitage in Folge, der 28.05. wird mit 33,2 °C taxiert). Es steht also ein durchaus seltenes Wetterereignis bevor, von Rekorden bleiben wir aufgrund der Kurzzeithitze Ende Mai 2005 aber wohl ein Stück entfernt – da diese aber wegen der Messlücke jener Jahre nicht in der offiziellen Messreihe auftauchen, wird womöglich also trotzdem von einem neuen Rekord die Rede sein.

Freundliches Wochenende

Nach einem grauen Freitag mit Temperaturen unter 20 Grad und immerhin etwas Regen am Abend (der aber das Niederschlagsdefizit kaum lindern konnte) blieb es am dritten Maiwochenende in der Region trocken und überwiegend freundlich mit vor allem in der ersten Tageshälfte viel Sonnenschein. Am Sonnabend wurden die Quellwolken ab dem Mittag vorübergehend auch mächtiger und dichter, bevor es dann zum Abend nahezu wolkenlos war. Am Sonntag blieb es tagsüber locker, dafür dann abends dichter bewölkt. Nachdem am Samstag die 20-Grad-Marke noch knapp verfehlt wurde, stiegen die Werte heute schon wieder auf knapp 22 Grad an.
Mal Sonne, mal Wolken bei ähnlichen Temperaturen erwarten wir auch zum Start in die neue Woche am Montag, am Dienstag sind sogar bis zu 25 Grad drin, bevor eine Störung aus Norden zur Wochenmitte wieder etwas kühlere Luft und dichte Wolken mitbringt, die aber schon im Laufe des Donnerstags nach Osten abziehen sollen. Dahinter erwartet uns nach aktuellem Stand ein frühsommerlich warmes und sonniges Wochenende.

Die zweite Maidekade schloss übrigens an der DWD-Station Bevern mit 16,3 °C Mitteltemperatur deutlich wärmer ab als im langjährigen Mittel: +3,1 K gegenüber den vergangenen 30 Jahren und +3,5 K gegenüber der Periode 1961-1990. Damit ist die unterkühlte erste Dekade bereits überkompensiert und derzeit deutet auch viel (siehe oben) auf einen warmen Verlauf der dritten Dekade hin. Dazu dürfte es weiterhin zu trocken bleiben, die Sonnenscheinbilanz ist derzeit noch deutlich negativ, hier bleibt abzuwarten, ob das Monatsdefizit noch ausgeglichen werden kann.

Ein paar Eindrücke vom Wochenende aus der Region:

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Frühsommerintermezzo im Mai

Beginnen wir mit der Vollzugsmeldung: Die Temperaturprognose von gestern erwies sich als zutreffend – mit 28,3 °C wurde sowohl an der DWD-Station in Bevern als auch an der privaten Station Holzminden-Stadt der bisher mit Abstand wärmste Tag des Jahres gemessen und zugleich – siehe Beitrag von gestern – der erste meteorologische Sommertag des Jahres erreicht. Damit ist der Höhepunkt dieser frühsommerlichen Phase (auch aktuell gegen 22 Uhr sind es in Holzminden noch 23 Grad) allerdings auch schon überschritten, morgen ziehen nach freundlichem Tagesbeginn ab den Mittagstunden Wolken aus Westen auf, aus denen sich dann am Nachmittag und Abend Schauer und Gewitter bilden können.  Davor steigen die Temperaturen nochmals auf  sommerliches Niveau um 25 Grad. So ganz wird die Warmluft dabei zunächst noch nicht verdrängt, am Freitag sind unter einer meist geschlossenen Wolkendecke immer noch 20-21 Grad drin und dazu dürfte dann das Niederschlagsdefizit der letzten Wochen zumindest etwas gelindert werden, wobei dahinter noch ein größeres Fragezeichen steht.

Der Samstag gestaltet sich dann zunächst noch grau mit etwas Regen, im Tagesverlauf sind aber auch Auflockerungen drin und dann bleibt es voraussichtlich schon wieder trocken, da wir unter Hochdruckeinfluss geraten und damit der Sonntag wohl recht freundlich bei Werten bis 20 Grad verläuft. Auch der Start in die neue Woche sieht derzeit nach einer trockenen Mischung aus Sonne und Wolken bei bis zu 22 Grad aus, bevor es am Dienstag – bei allerdings noch hoher Prognoseunsicherheit – nochmal ein Stück wärmer, aber auch wieder unbeständiger mit Schauern und Gewittern und nachfolgender Abkühlung werden dürfte. Nach Tageswerten deutlich unter der 20-Grad-Marke sieht es derzeit aber nicht mehr aus, so dass – Stand heute – die kühle erste Monatsdekade wohl noch mehr als ausgeglichen und der Mai etwas wärmer als im langjährigen Mittel ausfallen wird.

Eine Auswahl der Höchstwerte am heutigen Mittwoch aus dem DWD-Netz:

Umgebung:
Bevern, Kr. Holzminden 28,3 °C
Alfeld 26,4 °C
Hameln-Hastenbeck 27,8 °C
Moringen-Lutterbeck 27,1 °C
Wahlsburg-Lippoldsberg 27,6 °C
Lügde-Paenbruch 25,5 °C
Warburg 26,8 °C

Niedersachsen:
Göttingen 26,0 °C
Hannover 27,5 °C
Braunschweig 26,6°C
Lingen (höchstes Tagesmaximum) 29,6 °C
Braunlage (niedrigstes Tagesmaximum): 23,5 °C

Deutschland:
Borken (Westfalen) 29,9 °C
Trier-Petrisberg 30,5 °C (bundesweiter Höchstwert)
Saarbrücken-Burbach 30,3 °C
Ohlsbach (Ortenau) 30,1 °C
Kitzingen 28,2 °C
Darmstadt 29,0 °C
Bremen 27,3 °C
Hamburg-Neuwiedenthal 28,1 °C
Schleswig 24,3°C
Schwerin 26,2°C
Potsdam 26,8 °C
Dresden-Strehlen 27,1°C
Bernburg 28,3 °C
Jena 28,1 °C
Zugspitze 7,7 °C

Der erste Sommertag des Jahres

… fällt in diesem auf einen Mittwoch. Und zwar auf den morgigen 17. Mai.

Heute hatte zwar die Luftmasse bereits das Potenzial für einen Tag mit mindestens 25,0 Grad Höchsttemperatur, doch (fast) ganz ohne Sonne geht es dann doch nicht. Unter einer nahezu ganztägig geschlossenen Wolkendecke wurden maximal 23,8 °C gemessen, sowohl beim DWD in Bevern als auch privat in Holzminden.

Morgen gesellt sich zur noch etwas wärmeren Luftmasse in 850 hPa dann zumindest zeitweise auch längerer Sonnenschein, so dass die Marke zum meteorologischen Sommertag nicht nur knapp, sondern deutlich überschritten werden dürfte, der Tageshöchstwert wird voraussichtlich um 28 Grad betragen.

Zur Einordnung ins lokale Klima ein paar Zahlen aus der Messreihe Holzminden/Bevern mit Tageswerten seit Mai 1951: Im Mittel der Gesamtreihe gab es bisher im Mai 2,9 Sommertage, im Mittel der vergangenen 30 Jahre von 1987-2016 stieg dieser Wert auf immerhin 3,7 an. Die meisten Maisommertage wurden im Jahr 2012 mit zehn gemessen, das andere Ende der Skala markieren immerhin 19 Maie ohne einen Sommertag – zuletzt war dies 2013 der Fall. Der erste Sommertag an einem 17. Mai – das ist vergleichsweise spät im Frühjahr, in den 66 bisherigen Jahren der Klimareihe war nur ein Drittel später dran, 17 dieser 22 Fälle liegen vor 1990. Zuletzt brauchte das Jahr 2014 länger für den ersten Sommertag: 2014 dauerte es bis zum 20.05., bevor die 25er-Marke erreicht bzw. überschritten wurde, damals aber mit 28,0 Grad ebenso deutlich wie wir es für morgen erwarten. Der früheste Sommertag stammt übrigens vom 11. April 1952, wurde also gleich im zweiten Jahr der Messungen von Tageswerten aufgestellt, während das längste Warten im Jahr 1994 bis zum 25. Juni andauerte, als der erste Sommertag auch gleich ein heißer Tag mit über 31 Grad war – und den Auftakt zu einer der anhaltendsten und intensivsten Hitzephasen einläutete, die mit kurzen Unterbrechungen über sechs Wochen hinweg andauern sollte.

Und wie geht es weiter? Am Donnerstag rückt uns im Tagesverlauf von Westen her wohl zunächst eine Konvergenzlinie auf die Pelle, die einer Kaltfront vorläuft und für Schauer und Gewitter sorgen kann, die – Achtung Standardsatz – auch kräftig ausfallen können. Davor ist ein zweiter Sommertag möglich, aber noch nicht sicher, die aktuellen Prognosen liegen zwischen 23 und 26 Grad. Nach Überqueren der Kaltfront sind Sommertage jedenfalls ab Freitag erst einmal wieder Geschichte, die Tageshöchstwerte pendeln sich dann wohl bei jahreszeitlichen Durchschnittswerten um 20 Grad ein, von Freitag bis Sonntag wohl eher etwas darunter. Der zuvor berechnete deutliche Kälterückfall ist allerdings weitgehend aus den Karten verschwunden.IMG_1664

Auch im Wesertal war es der kälteste April seit 16 Jahren

Dem hiesigen Klima entsprechend wärmer – oder, wenn man möchte: weniger kalt – als im Hochsolling fällt die Aprilbilanz an der DWD-Station in Bevern aus, ebenso an der privaten Station Holzminden-Stadt. Im klimatologischen Kontext, also bezogen auf die jeweiligen langjährigen Mittelwerte, sind die Werte nahezu deckungsgleich: Mit einer Monatstemperatur von 7,8 °C wurde ebenso wie in Silberborn das Mittel der Jahre 1961-1990 um 0,2 K verfehlt und das der Jahre 1981-2010 um 1,1 K. Auch hier war es zuletzt 2001 in einem April noch etwas kälter gewesen und auch hier fiel der April kälter aus als der März – das hatte es in der Messreihe Bevern/Holzminden zuletzt 1938 gegeben. Die Zahl der Frosttage lag mit zehn um vier über denen des März, die Zahl der Bodenfrosttage war mit 16 identisch.

Auch die Niederschläge blieben deutlich unter den Klimawerten, 30,2 mm in Bevern entsprechen nur 53% bzw. 61% der beiden 30-Jahres-Zeiträume. Wenig Regen und zugleich wenig Sonne: mit 134 Stunden wurden auch im Oberwesertal nicht nur die langjährigen Mittelwerte um 6% bzw. 16%, sondern auch die Sonnenscheindauer des vorausgegangenen März verfehlt. Damit war nun schon zum dritten Mal in sechs Jahren der März sonniger als der April.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN):

Monatsmitteltemperatur: 7,8 °C (-0,2 K gegenüber dem Mittel 1961-1990 / -1,1 K gegenüber dem Mittel 1981-2010)
Maximummittel: 12,9 °C
Minimummittel: 2,1 °C
Minimummittel 5 cm: 0,1 °C
Maximum: 21,8 °C am 09.04.
Niedrigstes Maximum: 7,5 °C am 18.04.
Minimum: -3,7 °C am 20.04.
Höchstes Minimum: 7,9°C am 12.04.
Höchstes Tagesmittel: 13,7°C am 01.04.
Niedrigstes Tagesmittel: 3,1 °C am 19.04.
Eistage: 0
Frosttage: 10
Bodenfrosttage: 16
Warme Tage (Tmax >= 22 °C): 0
Sehr milde Tage (Tmax  18-22 °C): 2
Milde Tage (Tmax 13 bis 17 °C): 12
Kühle Tage (Tmax 10 bis 12 °C): 14
Sehr kühle Tage (Tmax 6 bis 9 °C): 2
Kalte Tage (Tmax < 6 °C): 0
Kältesumme: 0

Niederschlagssumme: 30,2 mm (57,0% vom Mittel 1961-1990 / 60,9% vom Mittel 1981-2010)
Höchste Tagessumme (07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag): 6,1 mm am 01.04.
Tage mit messbarem Niederschlag: 15
Tage ohne Niederschlag: 15
Schneedeckentage: 0

Sonnenscheindauer (interpoliert): 134,0 Stunden (94,2% vom Mittel 1961-1990 / 84,1% vom Mittel 1981-2010)
Maximum: 13,0 Stunden am 30.04.
Heitere Tage (>= 11 h): 2
Trübe Tage (<= 1 h): 4
davon ohne Sonnenschein: 0

Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet

Daten der Station Holzminden-Stadt (privat, 93  m über NN):

Monatsmitteltemperatur: 8,2 °C
Maximummittel: 13,1 °C
Minimummittel: 2,9 °C
Maximum: 21,4 °C am 01.04.
Niedrigstes Maximum: 7,9 °C am 18. und 19.04.
Minimum: -2,7 °C am 20.04.
Höchstes Minimum: 8,4°C am 12.04.
Höchstes Tagesmittel: 14,0°C am 01.04.
Niedrigstes Tagesmittel: 3,5 °C am 19.04.
Eistage: 0
Frosttage: 6
Warme Tage (Tmax >= 22 °C): 0
Sehr milde Tage (Tmax  18-22 °C): 2
Milde Tage (Tmax 13 bis 17 °C): 14
Kühle Tage (Tmax 10 bis 12 °C): 12
Sehr kühle Tage (Tmax 6 bis 9 °C): 2
Kalte Tage (Tmax < 6 °C): 0
Kältesumme: 0

Niederschlagssumme: 24,5 mm
Höchste Tagessumme (07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag): 7,5 mm am 12.04.
Tage mit messbarem Niederschlag: 15
Tage ohne Niederschlag: 15
Schneedeckentage: 0

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