Rückblick auf den Juli 2018 im Hochsolling

Im zweiten meteorologischen Sommermonat lagen die Temperaturen in der ersten Hälfte meist im Bereich der klimatologischen Durchschnittswerte, bevor es in der zweiten Hälfte markant wärmer wurde und die Rekordzahl von sechs heißen Tagen mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad Celsius aus dem Juli 2006 eingestellt wurde. Somit war es am Ende der drittwärmste Juli der Hochsolling-Messreihe nach 2006 und 1994.

Die Mitteltemperatur betrug 18,9 °C und lag damit um 2,9 Grad über dem Mittelwert der Klimaperiode 1981-2010. Am wärmsten wurde es am 31.07. mit 32,2 °C.

An nur fünf Niederschlagstagen fielen lediglich 30,8 mm Regen, das entspricht nur 30,7% des langjährigen Durchschnitts. Damit war es der zweittrockenste Juli im Hochsolling nach 1983.

Die Sonnenscheindauer erreichte mit ca. 320 Stunden fast den Rekord aus dem Jahr 2006 und war fast doppelt so hoch wie im Juli 2017.

Juli 2018 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: 18,9 °C
Maximummittel: 24,8 °C
Minimummittel: 11,9 °C
Maximum: 32,2 °C am 31.07.2018
Niedrigstes Maximum: 12,3 °C am 10.07.2018
Minimum: 6,3 °C am 07.07.2018
Höchstes Minimum: 18,9 °C am 25.07.2018
Höchstes Tagesmittel: 25,4 °C am 31.07.2018
Niedrigstes Tagesmittel: 11,0 °C am 10.07.2018
Warme Tage  >= 20,0 °C: 28
Sommertage >= 25,0 °C: 15
Heiße Tage >= 30,0 °C: 6

Niederschlagssumme: 30,8 mm
Höchste Tagessumme*: 14,3 mm am 12.07.2018
*(07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag)
Tage mit messbarem Niederschlag: 5
Tage ohne Niederschlag: 26

Mittlere relative Luftfeuchte: 65,4%
Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.015,7 hPa
Maximum: 1.022,9 hPa am 08.07.2018
Minimum:  1.005,5 hPa am 28.07.2018

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 320 Stunden

Maximale Windböe*: 67,1 km/h am 28.07.2018
* berechnet auf 10 m über Grund am Stationsstandort

Foto von der anderen Seite des Sollings mit freundlicher Genehmigung von Thomas Seliger, vielen Dank!

Sonnenblume

Der 21. Hitzetag des Jahres

… wurde heute Mittag an der Beveraner DWD-Station erreicht. Damit ist die bisherige Rekordzahl aus dem Sommer 2003 eingestellt und morgen, wenn es bis 35 Grad heiß werden soll, wird 2018 alleiniger Rekordhalter bei der Anzahl der heißen Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad Celsius sein. Auch am Samstag wird die 30er-Marke voraussichtlich nochmals überschritten, bevor es am Sonntag vorübergehend etwas kühler oder besser: weniger heiß werden soll mit maximal etwa 27 Grad. Die Nacht zum Montag sollte genutzt werden, um kräftig durchzulüften, dann sollen die Werte nach derzeitigem Stand auf 13-14 Grad fallen. Doch das ist nur eine kleine Verschnaufpause vor der nächsten heißen Phase, die im Laufe des Dienstags von Westen her beginnen und vor allem am Mittwoch erneut Höchstwerte um 35 Grad, vielleicht auch noch darüber, bringen dürfte – bevor dann am Donnerstag im Tagesverlauf eine markante Kaltfront von Westen her aufziehen und die Hitzephase beenden soll. Das ist aber noch recht ferne Zukunftsmusik, bis dahin heißt es weiter schwitzen in diesem außergewöhnlichen Hochsommer.

Auf Regen darf man wohl auch frühestens in einer Woche wieder hoffen, und das bisschen, was die Schauer und Gewitter der Nacht hinterließen, war kaum messbar – 0,6 mm in Holzminden, 0,5 mm in Bevern. So dürfte dieses Bild auch in den nächsten Tagen die Lage vor Ort charakterisieren:

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Hitze und (k)ein Ende?

Bereits jetzt ist die Zahl der offiziellen heißen Tage in der Region ungewöhnlich hoch: Schon vor Beginn der Hitzewelle in dieser Woche waren an der DWD-Station in Bevern an zehn Tagen Höchstwerte von mindestens 30 Grad gemessen worden.
Seit Montag kamen sechs hinzu und weitere werden in den nächsten Tagen folgen, wobei für den morgigen Sonntag noch kleinere Unsicherheiten bestehen. Am Montag wird sich dann die Zufuhr heißer Luftmassen wieder verstärken und bei meist ungetrübtem Sonnenschein könnte der bisher heißeste Tag des Jahres anstehen: Derzeit sieht es nach Werten von 35 bis 36 Grad aus. Der Höchstwert dieser Woche betrug 34,4 °C am Mittwochnachmittag. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird es am Montag einen neuen Tagesrekord geben, denn an einem 30. Juli wurden in der Zeitreihe Bevern/Holzminden bisher maximal 32,2 °C gemessen.
Am Dienstag soll dann die Bewölkung zunehmen bei weiterhin heißen 33-34 Grad, im Laufe des Mittwochs fließt dann von Westen her eine etwas weniger warme Luftmasse ein, kommt aber nur sehr langsam nach Osten voran. Der Temperaturrückgang ab Wochenmitte dürfte somit überschaubar bleiben, ab Donnerstag sind immer noch Höchstwerte bis 30 Grad oder wenig darunter zu erwarten.
Eine etwas deutlichere Abkühlung ab dem kommenden Wochenende auf Werte um 25 Grad ist nach dem Modellstand von heute Morgen wieder fraglich geworden.
Ob das Abdrängen der sehr heißen Luft am Mittwoch mit Schauern und Gewittern einhergeht, ist noch ebenso offen wie die Frage, ob bis zum Monatsende überhaupt noch Niederschläge in der Region fallen. Sollten diese ausbleiben oder wie heute Mittag nur sehr geringe Mengen bringen, würde auf den nassesten Juli der Messreihe im Vorjahr direkt der trockenste folgen.

Höchstwerte der DWD-Station Bevern, Kalenderwoche 30 bis 28.07.2018:
Montag, 23.07. 30,3 °C
Dienstag, 24.07. 33,5 °C
Mittwoch, 25.07. 34,4 °C
Donnerstag, 26.07. 34,3 °C
Freitag, 27.07. 34,3 °C
Samstag, 28.07. 32,0 °C

Hitzewelle ante portas

Gefühlt dauert dieser Sommer bereits dreieinhalb Monate, seit es am Ende der ersten Aprilwoche quasi unter Auslassung des Frühlings fast direkt vom Spätwinter in den Frühsommer ging. Neue Monatsrekorde bei den Temperaturen im April und Mai dokumentieren diesen denkwürdigen Verlauf.
Der meteorologische Sommer war bisher überwiegend sehr warm, ohne dass dabei nach etwas über der ersten Hälfte von außergewöhnlicher Wärme gesprochen werden kann. So lag die Mitteltemperatur der ersten Julihälfte genau im langjährigen Mittel der Jahre 1981-2010 und gegenüber der Klimaphase ab 1991 war es sogar geringfügig weniger warm. Die zweite Julihälfte schickt sich aber nun an, eine der wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn zu werden. Nachdem die zu Ende gehende Woche bereits hochsommerlich warm bis heiß verlief, rollt nun mit Beginn der sogenannten „Hundstage“ eine ausgewachsene Hitzewelle auf Deutschland und auch auf die Region zu.
Schon bisher ist die Zahl der heißen Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad ungewöhnlich hoch. Zehn solcher Tage wurden an der DWD-Station in Bevern in diesem Jahr bereits gemessen, allein vier in dieser Woche zwischen Montag und Samstag, zuvor einer in der ersten Juliwoche, zwei im Juni und drei sogar schon Ende Mai. Dennoch lagen diese bisher alle im moderaten Hitzebereich, das Jahresmaximum beträgt weiterhin 31,6 °C und eine echte Hitzewelle gab es nach den gängigen Kriterien noch nicht.
Das ändert sich nun ab Dienstag, wenn die Werte über mehrere Tage hinweg über 30 Grad ansteigen sollen. Morgen, zum Start in die neue Woche, werden erst einmal noch ein paar Wolkenfelder am Himmel sein und die Temperaturen liegen bei maximal 28-29 Grad. Am Dienstag sind dann ca. 32 °C vorhergesagt und anschließend geht es wohl noch ein Stück weiter nach oben auf 34, vielleicht 35 Grad. Dabei scheint oft ungestört die Sonne, Schauer und Gewitter sind, wenn überhaupt, frühestens Richtung Wochenende drin, was sich aber vom heutigen Stand der Dinge noch nicht beantworten lässt.
Möglicherweise gehen die Werte dann im Laufe des Wochenendes etwas zurück, eine durchgreifende Wetteränderung ist aber derzeit kaum in Sicht, so dass die sehr warme bis heiße Witterung wohl (mindestens) bis in die ersten Augusttage hinein andauern wird.
Damit steigt nicht nur die Wärmebelastung in den kommenden Tagen deutlich an, da es ab Wochenmitte auch nachts kaum noch abkühlt, die Tiefstwertprognosen bewegen sich dann nur noch knapp unter der 20-Grad-Marke. Auch die Trockenheit wird sich weiter verschärfen, denn bis auf spärliche Signale für einzelne Schauer und Gewitter ist kein Niederschlag in Sicht. Sonnenliebhaber hingegen kommen weiterhin auf ihre Kosten in diesem Juli, der einer der sonnigsten seit Messbeginn werden dürfte. Selbst die Marke von 300 Stunden, in unserer eher sonnenscheinarmen Region ein nur ganz ganz selten bisher erreichter bzw. übertroffener Wert, ist derzeit im Bereich des Möglichen. Bis gestern stehen knapp 214 Sonnenstunden zu Buche in diesem Juli – der vergangene schaffte im gesamten Monat nur 165. Dafür regnete es vor einem Jahr satt, es wurde am Ende sogar der nasseste Juli seit Messbeginn in der Reihe Bevern/Holzminden.
Genau ein Jahr nach Dauerregentief „Alfred“ (24./25.07.2017) https://wesersollingwetter.wordpress.com/2017/07/26/tief-alfred-versenkt-den-sommer/ steht nun also eine Hitzewelle bevor, über deren Verlauf hier in den kommenden Tagen berichtet wird. Es ist derzeit nicht auszuschließen, dass auf den niederschlagsreichsten Juli 2017 sogar einer der trockensten seit Messbeginn folgt. Am wenigsten Regen fiel 1976 mit 15,7 mm an der Holzmindener Station, die gegenwärtige Bilanz in Bevern weist 8,4 mm aus.
Das amerikanische GFS-Modell berechnet die Temperatur in den nächsten 15 Tagen in der 850 hPa-Fläche auf ca. 1.500 m Höhe aktuell so:

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Bis Samstag ist die Bündelung der Member sehr eng, erst danach gibt es Einzelläufe, die eine vorübergehende Abkühlung berechnen, doch selbst diese würden nur kurzzeitig einmal die langjährige Mitteltemperatur (rote Linie) erreichen. Andere Member des Ensembles sehen sogar noch eine Hitzeverschärfung zum Monatswechsel und danach. Hier heißt es abwarten, wie sich die Rechnungen in den kommenden Tagen präsentieren.

Rückblick auf den Juni 2018 im Hochsolling

Im ersten meteorologische Sommermonat setzte sich die im April begonnene sehr warme Witterungsphase fort, ohne allerdings noch wie in den Vormonaten neue Rekorde hervorzubringen. Eine solche Warmphase schließt aber nicht aus, dass es auch vereinzelt kühle oder sehr kühle Tage geben kann, zumal in den Höhenlagen des Sollings. Auffällig war der geringe Niederschlag bei gleichzeitig recht hohem Bewölkungsgrad.

Die Mitteltemperatur betrug 15,6 °C und lag damit um 1,8 Grad über dem Durchschnittswert der Klimaperiode 1981-2010. Am wärmsten wurde es am 07.06. mit 26,9 °C, insgesamt gab es vier meteorologische Sommertage. An immerhin zwölf Tagen wurde die 20-Grad-Marke nicht erreicht, an vieren davon blieb es ganztägig unter 15 Grad Celsius.

An zwölf Niederschlagstagen fielen 49,2 mm Regen, die entspricht nur 56% des langjährigen Mittels.

Die Sonnenscheindauer erreichte mit ca. 183 Stunden genau das 30-Jahresmittel der Periode 1981-2010. Der Wind spielte kaum eine Rolle, da die Luftdruckgegensätze meist nur gering waren. Nur einmal, am 21.06., wurde eine stürmische Böe registriert.

Juni 2018 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: 15,6 °C
Maximummittel: 20,4 °C
Minimummittel: 10,9 °C
Maximum: 26,9 °C am 07.06.2018
Niedrigstes Maximum: 12,1 °C am 24.06.2018
Minimum: 4,3 °C am 14.06.2018
Höchstes Minimum: 15,9 °C am 01.06.2018
Höchstes Tagesmittel: 20,8 °C am 09.06.2018
Niedrigstes Tagesmittel: 9,6 °C am 22.06.2018
Warme Tage  >= 20,0 °C: 18
Sommertage >= 25,0 °C:   4

Niederschlagssumme: 49,2 mm
Höchste Tagessumme*: 13,8 mm am 08.06.2018
Tage mit messbarem Niederschlag: 12
Tage ohne Niederschlag: 18

Mittlere relative Luftfeuchte: 80,1%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.017,0 hPa
Maximum: 1.025,4 hPa am 26+27.06.2018
Minimum:  1.009,4 hPa am 11.06.2018

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 183 Stunden

Maximale Windböe*: 66,3 km/h am 21.06.2018
* berechnet auf 10 m über Grund am Stationsstandort

 

Warmer und trockener Start in den Sommer

Rückblick auf den Juni 2018 im Oberwesertal

Nach zuvor zwei rekordwarmen Monaten in Folge ging die seit der zweiten Aprilwoche vorwiegend sommerliche Witterung nahtlos in den ersten „richtigen“ Sommermonat über. Auch wenn die Temperaturabweichungen längst nicht so extrem ausfielen wie in den beiden Vormonaten, übertraf auch der Juni 2018 die langjährigen Mittelwerte deutlich. Auch die Trockenheit aus dem Mai setzte sich fort und verschärfte die Situation vor allem in der Landwirtschaft. Der Wettercharakter war dagegen überwiegend unbeständig mit mehreren trüben Abschnitten, so dass die Sonnenscheindauer den Klimawert leicht verfehlte. Zum Monatsende ging dann aber doch noch ein stabiles Hochdruckgebiet vor Anker und bescherte der Region mehrere Tage mit Sonnenschein von früh bis spät.

Mit einer Mitteltemperatur von 18,0 °C war der Juni 2018 an der Station des Deutschen Wetterdienstes in Bevern um zwei Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010. Nur im Rekordsommer 2003 war der Juni in der seit 1934 bestehenden Messreihe Holzminden/Bevern noch wärmer ausgefallen, mit 19,2 °C allerdings deutlich. Der 2018er liegt zusammen mit 2007 auf Platz zwei. Damit erlebte die Region den dritten Juni in Folge auf nahezu konstant hohem Temperaturniveau nach 17,8 und 17,7 Grad in den Vorjahren. In den vier Jahren zuvor wurden dagegen nur zwischen 15,3 und 16,1 Grad erreicht. Die Anzahl der meteorologischen Sommertage war mit elf ebenfalls überdurchschnittlich, darunter waren zwei heiße Tage. Auf der anderen Seite stehen sechs Tage, an denen die 20-Grad-Marke nicht erreicht wurde, vier davon in Folge während einer kleinen „Schafskälte“ zu Beginn des kalendarischen Sommers.

Beim Niederschlag hingegen gab es hingegen wie schon im Mai ein deutliches Minus, wobei die Messwerte an den Stationen immer nur die Situation in der unmittelbaren Umgebung des Standorts angeben, da die teilweise kräftigen Schauer zum Ende der ersten Dekade räumlich eng begrenzt waren, wie bereits im Bericht vom 10. Juni erläutert: Trockenheit und Regenfälle…

Außer diesen mit leichten Gewittern durchsetzten Schauern kam es nur noch zu Beginn der dritten Dekade zu Regenfällen, die im Zuge einer vorübergehenden Umstellung auf eine wolkenreiche und recht kühle Nordwestlage etwas verbreiteter, aber meist nur leicht bis mäßig ausfielen und die Trockenheit nur wenig lindern konnten. Somit lagen die Monatssummen teils deutlich unter den langjährigen Mittelwerten: An den DWD-Stationen wurden in Bevern 40,3 mm gemessen (59%), in Lüchtringen 51,1 mm (75%) und an der neu eingerichteten Station in Hehlen bei Bodenwerder 55,7 mm.

Beim Sonnenschein konnte der Juni nicht an die sehr sonnigen Vormonate anknüpfen und verfehlte sein eigenes Mittel von 188 Stunden um gut drei Stunden. Nach einer etwas überdurchschnittlichen ersten Dekade mischte sich zunehmend die Farbe Grau ins Himmelsbild und sorgte für insgesamt sechs Tage, an denen sich die Sonne überhaupt nicht oder für nur ein paar Minuten zeigen konnte, darunter waren vom 23. an drei Tage in Folge fast ohne einen einzigen Sonnenstrahl. Sonnenliebhaber kamen dann zum Monatsende auf ihre Kosten: Unter Hochdruckeinfluss aus Norden drehte der Wind wieder auf östliche Richtungen und führte sehr trockene Kontinentalluft heran, in der sich kaum einmal eine Wolke am Himmel bilden konnte.

Insgesamt festigte sich auch im Juni 2018 die schon in den letzten beiden Jahren erläuterte Tendenz zu deutlich positiven Temperaturanomalien bei nur etwa durchschnittlicher Sonnenscheindauer in den meteorologischen Sommermonaten.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, ID 2323, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – Juni 2018:

Monatsmitteltemperatur: 18,01 °C
(+1,5 K vs. 1991-2018, +1,6 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, +2,0 K vs. 1981-2010, +2,4 K vs. 1961-1990)
Höchstes Tagesmittel 22,4 °C am 09.06.
Tiefstes Tagesmittel: 12,4 °C am 22.06.
Tmax-Mittel: 23,5 °C
Tmax: 30,5 °C am 09.06.
Tmin-Mittel: 12,4 °C
Tmin: 6,2 °C am 14.06.
Tmin-Mittel 5 cm: 10,8 °C
Tmin 5 cm: 4,5 °C am 14.06.
Tage mit Bodenfrost: 0
Warme Tage Tmax>= 20 °C: 24
Sommertage: 11
Heiße Tage: 2

RR: 40,3 mm (59,2% vom Mittel 1981-2010, 48,2% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 17,1 mm am 08.06.
Tage mit messbarem Niederschlag: 12
Trockene Tage: 18

SSD interpoliert: 184,7 h (98,3% vom Mittel 1981-2010)
Maximum: 15,5 h am 29.+30.06.
Sonnenscheinreiche Tage >= 13 h: 5
Trübe Tage <= 1 h: 7
Davon ohne Sonnenschein: 3

2018_06_TT2018_06_RR+SSDJuni_Tmax-VergleichJuni 1935-2018 TempJuni 1935-2018 RR

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Trockenheit und Regenfälle…

… lagen sehr dicht beeinander in den letzten Tagen. Angesichts der Wetterlage mit geringen Luftdruckgegensätzen, also wenig Wind und der schwülen, schauer- und gewitterträchtigen Luftmasse lehrt die Theorie, dass es eng begrenzte, ergiebige Niederschläge geben kann, während in unmittelbarer Nachbarschaft kaum etwas vom Himmel fällt oder sogar ganz trocken bleibt.
In den vergangenen drei Tagen konnte man vor Ort die Praxis besichtigen bzw. messen. Gut dokumentiert dies vor allem ein Vergleich zwischen den beiden DWD-Stationen in Bevern (nebenamtliche Klimastation, 110 m) und Lüchtringen (konventionelle Niederschlagsstation, 94 m):
Am Donnerstagabend regnete es westlich der Weser stärker, während es nordöstlich (fast) trocken blieb. Am Freitagmorgen meldete Lüchtringen 14,0 mm Niederschlag, Bevern hingegen nur 0,1 mm. Die private Messung in Holzminden, ziemlich genau in der Mitte zwischen beiden offiziellen Stationen gelegen (93 m über NN), ergab 6,6 mm.
Das umgekehrte Spiel dann am Freitagnachmittag, als es in Bevern kräftig schüttete, während schon an der Nordostgrenze der Stadt in der Bülte nur noch wenige Tropfen fielen. Die 24-h-Summe bis Samstagmorgen lag in Bevern bei 17,1 mm, während es in Lüchtringen trocken blieb und auch die private Messung in Holzminden-Stadt nur 0,1 mm zusammenkratzen konnte.
Am späten Samstagabend setzte dann der nächste Regen ein, diesmal schlug das Pendel wieder auf die andere Seite, nach Westen, aus: Während in Bevern nur 1,0 mm registriert wurden, kam Lüchtringen auf 13,4 mm und Holzminden-Stadt sogar auf 16,6 mm.

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Noch eindrucksvoller ist allerdings der Blick in die nordwestliche Nachbarschaft: An der Station in Lügde-Paenbruch betrug die Tagessumme am Freitag ganze 0,1 mm, wohingegen 13 km nördlich in Bad Pyrmont satte 48,9 mm gemessen wurden.

Der Mai, der früher ein Juli gewesen wäre

Rückblick auf den Mai 2018 im Hochsolling

Der dritte meteorologische Frühlingsmonat stellte auch im Hochsolling einen neuen Wärmerekord auf. Bereits der letztjährige Mai war ungewöhnlich warm ausgefallen, wurde nun allerdings noch einmal deutlich übertroffen.

Die Mitteltemperatur betrug 14,9 °C und lag damit um 3,6 Grad über dem Durchschnittswert der Klimaperiode 1981-2010. Man mag es kaum glauben: Der in Silberborn in diesem Mai gewonnene Messwert entspricht exakt einem dortigen Durchschnittsjuli (!) der Klimaperiode von 1961-1990.
Am wärmsten wurde es am 27.05. mit 27,9 °C. An 19 Tagen wurde die 20-Grad-Marke überschritten und zum Monatsende gab es die ersten meteorologischen Sommertage. Am 2. gab es letztmals minimalen Luftfrost mit -0,1 Grad.

An lediglich acht Niederschlagstagen fielen 48,9 mm, die entspricht nur 59,3% des langjährigen Mittels. Mehr als die Hälfte der Monatssumme kam am Abend des 28. Während eines kräftigen Gewitterschauers und in der anschließenden Nacht vom Himmel.

Die Sonnenscheindauer übertraf mit ca. 276 Stunden das 30-Jahresmittel der Periode 1981-2010 deutlich um rund 37%. Damit war der Mai der vierte sehr sonnige Monat in Folge.

Der Wind spielte kaum eine Rolle, da die Luftdruckgegensätze meist nur gering waren. Nur einmal, gleich am Monatsersten, wurde eine stürmische Böe registriert.

Das Frühjahr wurde trotz des Kaltstarts im März noch das zweitwärmste hinter 2007.
Die Mitteltemperatur in Silberborn betrug 9,1 °C und lag 2,1 Kelvin über dem Mittel der Periode 1981-2010. Dazu war es mit 183,5 mm Niederschlag zu trocken, es wurden nur 74% vom vieljährigen Durchschnitt erreicht. Die Sonnenscheindauer entsprach der im Wesertal und lag mit rund 600 Stunden um 30% über dem Klimamittel. Noch mehr Sonne hatte es zuletzt im Frühjahr 2011 gegeben, als der bis heute gültige Rekord aufgestellt wurde.

Mai 2018 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: 14,9 °C
Maximummittel: 19,9 °C
Minimummittel: 9,7 °C
Maximum: 27,9 °C am 29.05.2018
Niedrigstes Maximum: 11,4 °C am 01.05.2018
Minimum: -0,1 °C am 01.05.2018
Höchstes Minimum: 15,9 °C am 27.05.2018
Höchstes Tagesmittel: 21,6 °C am 29.05.2018
Niedrigstes Tagesmittel: 6,4 °C am 01.05.2018
Frosttage: 1
Warme Tage  >= 20,0 °C: 19
Sommertage >= 25,0 °C:   4

Niederschlagssumme: 48,9 mm
Höchste Tagessumme*: 30,4 mm am 28.05.2018
*(07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag)
Tage mit messbarem Niederschlag: 8
Tage ohne Niederschlag: 23

Mittlere relative Luftfeuchte: 70,6%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.016,8 hPa
Maximum: 1.027,3 hPa am 05.05.2018
Minimum:  1.001,9 hPa am 01.05.2018

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 276 Stunden

Maximale Windböe*: 70,0 km/h am 01.05.2018
* berechnet auf 10 m über Grund am Stationsstandort

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