September 2017: Mehr Herbst als Spätsommer

Recht kühl und sehr trüb bei ausgeglichener Niederschlagsbilanz – so lautet das Fazit des ersten meteorologischen Herbstmonats in der Weser-Solling-Region. Er steht damit in krassem Gegensatz zum noch überwiegend hochsommerlich geprägten letztjährigen September, als der Temperaturrekord nur hauchdünn verfehlt wurde und die Sonne fast 200 Stunden lang schien.

Mit einer Mitteltemperatur von 13,3 °C lag der Monatswert an der DWD-Station in Bevern 0,6 Grad unter dem langjährigen Klimawert der Periode 1981-2010. Ein Sommertag wurde nicht mehr erreicht, das höchste Tagesmaximum lag bei 23,7 °C am 5. September.

Nach kurzer Hochdruckphase (trotz GWL Trog Mitteleuropa) zu Monatsbeginn mit regelmäßigem Frühnebel dominierte bis zur Monatsmitte atlantischer Tiefdruckeinfluss, wobei sich zwischen den Wolkenfeldern auch immer wieder die Sonne zeigen konnte. Dies änderte sich in der letzten Dekade, als es zwar im Bodendruckfeld antizyklonaler wurde, in der Höhe aber Zyklonalität für dichte Wolken und (geringe) Niederschläge sorgte. Unter der GWL HFz (Hoch Fennoskandien zyklonal) reichte es in den sechs Tagen zwischen dem 23. und 28.09. für gerade drei Sonnenstunden. Eine erneute Umstellung auf West brachte an den letzten beiden Tagen des Monats wärmere Luft, weiterhin viele Wolken und kräftige Regenfälle, wodurch die Niederschlagssumme noch auf 73,2 mm anstieg und das Mittel der Jahre 1981-2010 um 1,4% überschritten wurde, während die aus den Umgebungsstationen interpolierten 94,8 Stunden Sonnenschein nicht nur deutlich unter dem Klimawert lagen (71,2% vom Mittel 1981-2010), sondern auch den trübsten September seit 2001 und den dritttrübsten der letzten 30 Jahre markierten.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – September 2017:

Monatsmitteltemperatur: 13,3 °C
(-0,8 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, -0,6 K vs. 1981-2010, -0,5 K vs. 1961-1990)
Tmax-Mittel 18,5 °C
Tmax 23,7 °C am 05.09.
Tmin-Mittel 9,2 °C
Tmin 5,1 °C am 18.09.
Tmin-Mittel 5 cm: 7,8 °C
Tmin 5 cm: 3,5 °C am 16., 17, 18.09.
Heiße Tage: 0
Sommertage: 0
Kühle Tage (< 18 °C): 12

RR: 73,2 mm (101,4% vom Mittel 81-10)
Maximum: 18,8 mm am 30.09.
Tage mit messbarem Niederschlag: 22
Trockene Tage: 8

SSD: 94,8 h (71,2% vom Mittel 81-10)
Maximum: 9,0 h am 07.08.
Heitere Tage: 0
Trübe Tage: 7
Davon ohne Sonnenschein: 2

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August- und Sommerbilanz II

Der letzte meteorologische Sommermonat brachte auch an der privaten Wetterstation Silberborn im Hochsolling zunächst weitere, ergiebige Regenfälle, bevor sich zu Beginn der dritten Dekade ein längerer trockener Abschnitt durchsetzen konnte, in dem sich auch die Sonne wieder häufiger zeigte. Unterm Strich standen wie im Oberwesertal ein Sonnenscheindefizit und ein Niederschlagsüberschuss bei etwa der Klimanorm entsprechenden Temperaturen.

Die Mitteltemperatur betrug 15,6 °C und lag damit fast genau im Mittel der Jahre 1981-2010 (Abweichung -0,1 Grad). Wärmster Tag war der 30.08. mit einer Höchsttemperatur von 26,2 °C, während im Dauerregen am 11. kaum mehr als 13 Grad erreicht wurden.

An 15 Niederschlagstagen fielen insgesamt 112,7 mm Regen und damit 22,5% mehr als im langjährigen Mittel. Die höchste Tagessumme wurde am 10. mit 22,0 mm gemessen. Vom 21. bis 29. blieb es an neun Tagen in Folge niederschlagsfrei, dies war die längste trockene Phase des Sommers 2017.

Die Sonnenscheindauer lag mit ca. 173 Stunden rund 10% unterhalb der langjährigen Durchschnittswerte von rund 191 Stunden.

Der meteorologische Sommer bilanziert etwas wärmer und markant nasser als im langjährigen Mittel bei unterdurchschnittlicher Sonnescheindauer. Mit 15,8 °C Mitteltemperatur wurde das Mittel der Jahre von 1981-2010 um 0,6 Grad übertroffen, wobei diese positive Abweichung allein auf den sehr warmen Juni zurückzuführen ist, der als der zweitwärmste in die Hochsolling-Messreihe eingegangen war. An nur einem Tag lag der Höchstwert oberhalb der 30-Grad-Marke (30,6 Grad am 22.06.); die Anzahl der Sommertage war mit zwölf ebenfalls unterdurchschnittlich.

Mit 472,6 mm wurde das 30-jährige Niederschlagsmittel um 193 mm oder 69% übertroffen und der drittnasseste Sommer in der Messreihe registriert. Nur in den Sommern 1956 und 1954 fiel noch mehr Regen im Hochsolling.
Die Sonne zeigte sich ca. 528 Stunden am Himmel und damit etwa 45 Stunden oder 8% weniger als im Mittel der Jahre 1981-2010.

August 2017 an der Station Holzminden-Silberborn (privat, 428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: 15,6 °C (-0,1 K vs. Mittel 1981-2010)
Maximummittel: 20,1 °C
Minimummittel: 11,1 °C
Maximum: 26,3 °C am 30.08.2017
Niedrigstes Maximum: 13,5 °C am 11.08.2017
Minimum: 5,7 °C am 23.08.2017
Höchstes Minimum: 15,9 °C am 03.08.2017
Höchstes Tagesmittel: 21,2 °C am 30.08.2017
Niedrigstes Tagesmittel: 11,8 °C am 21.08.2017
Sommertage: 3
Heiße Tage: 0

Kühle Tage: 13

Niederschlagssumme: 112,7 mm (122,5% vom Mittel 1981-2010)
Höchste Tagessumme: 22,0 mm am 10.08.2017
Tage mit messbarem Niederschlag: 15
Tage ohne Niederschlag: 16

Mittlere relative Luftfeuchte: 84,3%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.016,7 hPa
Maximum: 1.024,0 hPa am 21.08.2017
Minimum: 1.006,1 hPa am 30.08.2017

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 173 Stunden (90,4% vom Mittel 1981-2010)

Maximale Windböe*: 55,4 km/h am 05.08.2017
* berechnet auf 10 m über Grund

 

Sommer 2017 an der Station Holzminden-Silberborn (privat, 428 m ü. NN):

Mitteltemperatur: 15,8 °C (+0,6 K vs. Mittel 1981-2010)
Maximummittel: 20,3 °C
Minimummittel: 11,1 °C
Maximum: 30,6 °C am 22.06.2017
Niedrigstes Maximum: 13,2 °C am 24.07.2017
Minimum: 5,4 °C am 01.06.2017
Höchstes Minimum: 15,9 °C am 03.08.2017
Höchstes Tagesmittel: 21,2 °C am 22.06. und 30.08.2017
Niedrigstes Tagesmittel: 10,3 °C am 07.06.2017
Sommertage: 12
Heiße Tage: 1

Kühle Tage: 43

Niederschlagssumme: 472,6 mm (168,8% vom Mittel 1981-2010)
– drittnassester Sommer der Hochsolling-Messreihe –
Höchste Tagessumme: 75,0 mm am 24.07.2017
Tage mit messbarem Niederschlag: 52
Tage ohne Niederschlag: 40

Mittlere relative Luftfeuchte: 82,3%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.014,7 hPa
Maximum: 1.026,3 hPa am 18.06.2017
Minimum:     994,8 hPa am 29.06.2017

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 528 Stunden (92,1% vom Mittel 1981-2010)

Maximale Windböe*: 73,1 km/h am 19.07.2017
* berechnet auf 10 m über Grund

August- und Sommerbilanz I

Seit heute Nacht ist der Sommer 2017 Geschichte, zumindest aus meteorologischer Sicht – und er hinterlässt im Holzmindener Oberwesertal einen sehr durchwachsenen Eindruck. Dieses Fazit gilt ebenso für den letzten Sommermonat August, der zwar in der letzten Dekade das Sonnenscheindefizit der ersten 20 Tage noch ein ganzes Stück verringern konnte und sogar den längsten niederschlagsfreien Abschnitt des gesamten Sommers brachte, unterm Strich jedoch wie schon der vorausgegangene Juli die langjährigen Mittelwerte bei den Sonnenstunden verfehlte und stattdessen einen deutlichen Niederschlagsüberschuss produzierte. Die Monatsmitteltemperatur entsprach dagegen fast exakt dem klimatologischen Durchschnitt.

Die Sommerbilanz 2017 lautet: Sehr viel Regen, kaum heitere Tage und dabei relativ warm, jedoch kaum einmal Hitze und phasenweise schwül.

Die positive Temperaturabweichung von 0,6 Grad gegenüber dem Mittel der Jahre 1981-2010 geht fast vollständig auf den außergewöhnlich warmen Juni zurück, während sich Juli und August fast genau auf dem Niveau dieser Klimareferenzperiode bewegten. Mit einer Mitteltemperatur von 17,9 °C an der DWD-Station in Bevern sortiert sich dieser Sommer auf Platz 14 im Ranking der wärmsten Sommer in der Messreihe Holzminden/Bevern (seit 1934) ein. Von den 13 wärmeren fielen immerhin sieben in den Zeitraum der letzten 15 Jahre und zehn in die vergangenen 25 Jahre – das heißt: Im Kontext der Gesamtreihe zählt der Sommer 2017 zum wärmsten Sechstel, bezogen auf die jüngsten 15 Jahre reicht es hingegen nur zum Platz genau in der Mitte zwischen der wärmeren und kälteren Hälfte.

Die Anzahl der meteorologischen Sommertage entsprach mit 30 dem langjährigen Mittelwert, während mit nur drei heißen Tagen nicht einmal die Hälfte des Durchschnitts von 1981 bis 2010 erreicht wurde. Tropische Nächte gab es in diesem Sommer gar nicht, die wärmste war die 92. und letzte Nacht des Sommers am 31.08. mit einem Minimum von 18,1 °C.  Das höchste Tagesmaximum wurde ungewöhnlich früh bereits am 22. Juni gemessen und betrug 33,8 °C. Mit den Gewittern an jenem vierten Donnerstag im Juni, dem ersten Ferientag in Niedersachsen, ging auch die bis dahin deutlich überdurchschnittlich temperierte und sonnenscheinreiche Witterungsphase, die bereits zu Beginn der zweiten Maidekade begonnen hatte, zu Ende.

Erst in der letzten Augustdekade gab es wieder längere trockene Abschnitte und eine Reihung überwiegend freundlicher Tage, dazwischen lagen acht Wochen mit vielen Wolken, nur zwei sonnenscheinreichen Tagen und vor allem teils extrem hohen Niederschlagsmengen, die in der über 48stündigen Dauerregenlage vom 24. bis 26. Juli ihren Höhepunkt fanden und zu einem neuen Juli-Monatsrekord führten. Aber auch der August fabrizierte weitere hohe Tagessummen und so stand am Ende mit 417,8 mm der nach 1956 zweitnasseste Sommer der 84jährigen Messreihe – das ist mehr als die doppelte Menge des vergangenen Sommers und sogar fast das Vierfache des sehr trockenen Sommers 2013. Erstmals seit 2007 fielen alle drei Sommermonate wieder nasser aus als im langjährigen Mittel, das um fast 90% übertroffen wurde.

Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als würde der Sommer 2017 als einer der trübsten der letzten 35 Jahre in die lokale Klimareihe eingehen (zuvor, zwischen 1977 und 1981 gab es eine auffällige Häufung von sehr sonnenscheinarmen Sommern mit durchweg deutlich unter 500, teils unter 450 Stunden), bevor der kleine Endspurt zwischen dem 21. und 30. August die Bilanz noch ein Stück aufbesserte und zusammen mit den sonnigen ersten drei Juniwochen die zahlreichen stark bewölkten Tage der dazwischen liegenden zwei Monate zumindest ein Stück weit vergessen machte. Mit 529 Sonnenstunden landete der Sommer 2017 dennoch im unteren Drittel der letzten 30 Jahre ebenso wie im Vergleich zur Klimaperiode 1981-2010, deren Mittelwert* er um gut 48 Stunden bzw. 9,5% verfehlte.

Vier Tagen im Juni und einem im Juli, an denen die maximal messbare Sonnenscheindauer erreicht wurde, standen sieben Tage ganz ohne Sonnenschein gegenüber, jeweils zwei bei den Dauerregenlagen Ende Juli und am 10./11. August, die mit nur 15-16 Grad auch die tiefsten Tageshöchstwerte des Sommers hervorbrachten. Davon abgesehen blieben kühle Tage aber die Ausnahme, so dass es bei den Temperaturen kaum Ausschläge nach oben oder unten gab. Ganz anders übrigens als im Sommer 2015, der bundesweit ähnlich wie in diesem Jahr durch ein sehr deutliches Temperaturgefälle von Süd nach Nord aufgefallen war und bei der Mitteltemperatur bei uns recht ähnlich abschnitt (um 0,25 K wärmer, um genau zu sein): Den nur drei heißen (weniger gab es zuletzt im Sommer des „Kaltjahres“ 1996) und 15 kühlen Tagen (Maxima unter 20 Grad, davon allerdings nur acht unter 19 Grad) dieses Sommers standen vor zwei Jahren 15 heiße und 22 kühle gegenüber.
Auch die Mittel- und Maximummittelwerte der Monate Juni bis August lagen ungewöhnlich nah beeinander: Zwischen dem wärmsten Monat (Juli, 18,4 °C) und dem „kühlsten“ (August) liegen gerade 0,8 Grad, bei den mittleren Höchstwerten liegen die drei Monate noch enger zusammen: Juni 23,6 °C, Juli 23,7 °C, August 23,2 °C.

* Die interpolierten Sonnenscheinwerte der Klimareihe werden derzeit überarbeitet, die hier verwendeten stützen sich noch auf die bisher vorhandenen Werte, so dass hier noch Korrekturen möglich sind.

 

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – August 2017:

Monatsmitteltemperatur: 17,6 °C
(-0,3 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, -0,1 K vs. 1981-2010, +0,9 K vs. 1961-1990)
Tmax-Mittel 23,2 °C
Tmax 29,7 °C am 30.08.
Tmin-Mittel 12,2 °C
Tmin 6,3 °C am 23.08.
Tmin-Mittel 5 cm: 10,8 °C
Tmin 5 cm: 4,6 °C am 23.08.
Heiße Tage: 0
Sommertage: 8
Kühle Tage: 6

RR: 113,4 mm (146,5% vom Mittel 81-10)
Maximum: 24,8 mm am 05.08.
Tage mit messbarem Niederschlag: 15
Trockene Tage: 15

SSD: 174,0 h (92,0% vom Mittel 81-10)
Maximum: 12,2 h am 07.08.
Heitere Tage: 3
Trübe Tage: 6
Davon ohne Sonnenschein: 3

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Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – Sommer 2017:

Mitteltemperatur: 17,9 °C
(+0,4 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, +0,6 K vs. 1981-2010, +1,4 K vs. 1961-1990)
Tmax-Mittel 23,5 °C
Tmax 33,8 °C am 22.06.
Tmin-Mittel 12,5 °C
Tmin 6,3 °C am 23.08.
Tmin-Mittel 5 cm: 11,3 °C
Tmin 5 cm: 4,6 °C am 23.08.
Heiße Tage: 3
Sommertage: 30
Kühle Tage: 15

RR: 417,8 mm (189,8% vom Mittel 81-10) – zweithöchster Wert der Messreihe ab 1934 –
Maximum: 60,8 mm am 24.07.
Tage mit messbarem Niederschlag: 55
Trockene Tage: 34 (restliche drei Tage: Registrierter Niederschlag, nicht messbar <0,05 mm)

SSD: 529 h (91,6% vom Mittel 81-10)
Maximum: 15,5 h am 14.06.
Heitere/Sonnenscheinreiche Tage (Juni >= 13 h, Juli >= 12 h, August >= 11 h): 8
Trübe Tage <= 1 h Sonnenschein: 13
Davon ohne Sonnenschein: 7

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Monatsbilanz Juli 2017 im Hochsolling

Der zweite meteorologische Sommermonat machte auch im Hochsolling wegen seiner extremen Regenfälle Schlagzeilen. Schon in den ersten Wochen brachten mehrere Schauer und Gewitter mit Starkregen hohe Tagesmengen, bevor das Tiefdruckgebiet „Alfred“ mit Dauerregen am 24. und 25. für neue Rekorde sorgte: Mit 145,3 mm gab es die höchste Regenmenge innerhalb von 48 Stunden und die Monatssumme von 270,4 mm ist nach dem Juli 1954 die zweithöchste im Solling bisher gemessene. Dies entspricht je nach Vergleichszeitraum zwischen 270 und 294% des langjährigen Klimamittels!

Die Mitteltemperatur betrug 16,1 °C und lag damit fast genau im Mittel der Jahre 1981-2010 (Abweichung +0,1 Grad); gegenüber dem älteren WMO-Referenzmittel war es um 1,2 Grad wärmer. Wärmster Tag war der 19.07. mit einer Höchsttemperatur von 28,9 °C, während im Dauerregen am 24. und 25. kaum mehr als 13 Grad erreicht wurden. Auffällig: Die mittlere Höchsttemperatur lag um 0,1 K unter der des vorausgegangenen Junis.

Die Sonnenscheindauer lag mit ca. 163 Stunden deutlich unterhalb der langjährigen Durchschnittswerte von rund 199 Stunden.

Monatsmitteltemperatur: 16,1 °C
Maximummittel: 20,4 °C
Minimummittel: 11,7 °C
Maximum: 28,9 °C am 19.07.2017
Niedrigstes Maximum: 13,2 °C am 24.07.2017
Minimum: 7,8 °C am 14.07.2017
Höchstes Minimum: 15,8 °C am 19.07.2017
Höchstes Tagesmittel: 21,0 °C am 30.07.2017
Niedrigstes Tagesmittel: 11,4 °C am 13.07.2017
Sommertage: 4
Heiße Tage: 0

Niederschlagssumme: 270,4 mm
Höchste Tagessumme: 75,0 mm am 24.07.2017
Tage mit messbarem Niederschlag: 21
Tage ohne Niederschlag: 10

Mittlere Luftfeuchte: 83,6%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.013,7 hPa
Maximum: 1.022,6 hPa am 16.07.2017
Minimum:   1.003,5 hPa am 25.07.2017

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 163 Stunden

Maximale Windböe*: 73,1 km/h am 19.07.2017
*berechnet auf 10 m über Grund

Juli 2017 Silberborn_Temperatur+RR

Monatsbilanz Juli 2017: Regenrekorde und nur wenig Sonnenschein

Schon in den ersten drei Wochen hatte sich der Juli mit vielen Niederschlagstagen, teils mit kräftigem Starkregen wie am Mittag des 10., als überdurchschnittlich nass präsentiert. Doch der Höhepunkt stand der Region in Form einer historischen Dauerregenlage ab dem 24. erst noch bevor: Über zwei Tage hielten die Wassermassen von Tief „Alfred“ die Einsatzkräfte im Landkreis in Atem und beherrschten die lokale Berichterstattung. Am Ende standen neben vollgelaufenen Kellern, über die Ufer getretenen Bächen und überfluteten und teils unterspülten Straßen neue Niederschlagsrekorde an mehreren Messstellen des Deutschen Wetterdienstes – sowohl bei den 48-Stunden-Werten als auch bei den Monatssummen. Auch die Anzahl der Regentage fiel mit 24 stark überdurchschnittlich aus. Die Sonne zeigte sich entsprechend der Tiefdruckdominanz deutlich weniger als im langjährigen Mittel, während die Temperaturbilanz unauffällig ausfiel und angesichts der vorherrschenden Witterung sogar noch als überraschend warm einzustufen ist.

Die an der DWD-Station in Bevern gemessene Monatstemperatur von 18,4 °C entsprach exakt dem Mittelwert der vergangenen 30 Jahre. Im Vergleich zum Klimamittel von 1981-2010 war es mit 0,2 Grad minimal wärmer und gegenüber dem älteren und deutlich niedrigeren WMO-Referenzmittel der Periode von 1961-1990 fiel die Abweichung mit 1,3 °C entsprechend höher aus. An der privaten Hochsolling-Station in Silberborn lag die Monatstemperatur bei 16,1 °C und damit um 0,1 bzw. 1,2 Grad über den dortigen 30-Jahres-Mittelwerten.

Nach kühlem Beginn stellte sich eine erste warme Phase ab dem 5. ein, die mit den markanten Niederschlägen am 10. und 12. ihr Ende fand. Ein zweiter hochsommerlich temperierter Abschnitt folgte für weitere fünf Tage ab dem 18. mit dem einzigen heißen Tag des Monats mit 32,3 °C Höchsttemperatur in Bevern am 19. Diese Vorderseitenlage des Großwetterlagentyps „Tief Großbritannien“ mit aus Südwesten herangeführter schwülwarmer und feuchter Luft bildete sozusagen die Brutstätte für Tief „Alfred“, das unsere Region, aber auch die angrenzenden Gebiete Richtung Hannover, Hildesheim und Harz mit über 48stündigem Dauerregen unter Wasser setzte und aufgrund der Niederschlagsabkühlung der Luft auch für die beiden kältesten Tage des Monats mit Höchstwerten nur knapp über 15 Grad sorgte. Zum Monatsende polierten dann zwei sehr warme und überwiegend freundliche Tage die Bilanz noch ein Stück auf.

Die Sonnenscheinsumme lag mit nur rund 163 Stunden deutlich unter den langjährigen Mittelwerten von 200 Stunden (1981-2010) bzw. 183 Stunden (1961-1990). Nur fünfmal zeigte sich die Sonne in den vergangenen 30 Jahren im Juli noch weniger, vom markanten Tiefpunkt des Jahres 2000 mit gerade einmal 85 Stunden (!) blieben wir aber weit entfernt. Aufgrund der Tiefdruckdominanz wurde lediglich am 18. ein heiterer Tag (im Juli definiert mit einer Sonnenscheindauer von mindestens zwölf Stunden) registriert und einen zusammenhängenden „Schönwetterabschnitt“ mit mehreren trockenen, sonnigen und warmen Tagen in Folge gab es zum Leidwesen nicht nur der Freibadbetreiber während der gesamten Schulferien in Niedersachsen in den sechs Wochen ab dem 22. Juni überhaupt nicht. Auch im wechselhaften Klima Mitteleuropas eine außergewöhnliche Bilanz, die selbst erfahrene Meteorologen in Erstaunen versetzte.

Im Fokus des Monats standen natürlich Tief „Alfred“ und die Wassermassen, die es der Region am 24. und 25. hinterließ. Die Monatssummen markierten sowohl in Bevern mit 209,9 mm als auch in Vorwohle mit 248,8 mm neue Rekorde und tilgten die bisherigen Spitzenwerte aus den Jahren 1956 bzw. 1954. Im Hochsolling hingegen bleibt der Rekord aus dem Juli 1954 unangetastet: Der DWD unterhielt damals zwei Stationen in Torfhaus auf 491 m und in Schießhaus auf 395 m, an beiden wurde der in diesem Juli in Silberborn gemessene Wert von 264,2 mm damals mit 308,6 mm (Torfhaus) bzw. 271,1 mm (Schießhaus) noch übertroffen. Siehe dazu auch: Tief Alfred versenkt den Sommer

Zu einem neuen Sommerrekordwert fehlen übrigens zum Beispiel in Bevern noch 132,2 mm, die der letzte meteorologische Sommermonat August beisteuern müsste – der Wunsch danach dürfte bei den meisten Bewohnern der Region aber wohl eher gering ausgeprägt sein…

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet):

Monatsmitteltemperatur: 18,4 °C
(0,0 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, +0,2 K vs. 1981-2010, +1,3 K vs. 1961-1990)
Tmax-Mittel 23,7 °C
Tmax 32,3 °C am 19.07.
Tmin-Mittel 13,4 °C
Tmin 9,3 °C am 13.07.
Tmin-Mittel 5 cm: 12,3 °C
Tmin 5 cm: 7,6 °C am 13.07.
Heiße Tage: 1
Sommertage: 13
Kühle Tage: 7

RR: 209,9 mm (281,4% vom Mittel 81-10; 283,6% vom Mittel 61-90) – neuer Julirekord –
Tagesmaximum: 60,8 mm am 24.07.
Tage mit messbarem Niederschlag: 24
Trockene Tage: 6
Gewittertage: 3

SSD: 163,2 h (81,4% vom Mittel 81-10; 89,4% vom Mittel 61-90)
Maximum: 14,7 h am 18.07.
Heitere Tage: 1
Trübe Tage: 6
Davon ohne Sonnenschein: 3

Juli2017_TemperaturJuli2017_RR+SSDJuli 1934_2017_RRJuli 1934_2017_TTJuli 2006_2017_TTCollage_Juli_2017

Tief Alfred versenkt den Sommer

Rekordniederschläge statt Freibadwetter: Tiedruckgebiet „Alfred“ setzte mit über 48stündigem Dauerregen die Region unter Wasser und den Hochsommer schachmatt. Dabei wurden an vielen Stationen neue Rekordmengen gemessen. Vor allem kleinere Bäche traten über die Ufer und ergießen sich auch heute Abend nach dem Abzug des Regengebietes noch über die Straßen. Die Weser, die die Regenfälle zunächst noch gut aufnehmen konnte, wird vorerst noch weiter ansteigen, von einer ausgeprägten Hochwasserlage ist aufgrund der Wetterberuhigung aber nicht auszugehen. In Sachen Schadensbilanz zum Glück kein herausragendes Ereignis (auch wenn einige Keller vollliefen), aus meteorologischer Sicht hingegen sogar ein Jahrhundertregen.

Zwar wurde an keiner Wetterstation des Landkreises ein neuer Tagesrekord aufgestellt – da bleiben im Süden weiterhin der 17.07.2002 mit 77,5 mm (DWD-Station im benachbarten Lüchtringen) bzw. im Nordosten der 03.07.2008 mit 106,7 mm (Station Eimen-Vorwohle) vorn – bezogen auf den Dauerregen, der am Montagmorgen gegen 07:30 Uhr begann und sich bis in den Mittwochvormittag zog, sind aber die 48-Stunden-Summen von Montag bis Mittwoch 07:50 Uhr MESZ (offizielle Ablesetermine für die Niederschlagsmeldung) von viel größerer Bedeutung. Und da gab es nahezu überall in der Region neue Rekordmengen, da bisher entweder einzelne Tagesspitzenwerte wie die oben erwähnten isoliert auftraten oder die Dauerregenlagen über mehrere Tage hinweg nicht derart intensiv ausgeprägt waren. Die Zweitagessummen lagen zwischen knapp 90 und über 150 mm:

Eimen-Vorwohle (DWD): 150,7 mm
Silberborn-Kurgarten (privat): 144,3 mm
Uslar (DWD): 115,9 mm
Bevern (DWD): 102,9 mm
Bodenfelde-Amelith (DWD): 98,0 mm
Ottenstein (DWD): 91,3 mm
Lüchtringen (DWD): 91,0 mm
Holzminden-Stadt (privat): 88,9 mm

Zur Einordnung: Die langjährigen Mittelwerte (1961-1990) liegen an den Tieflandstationen bei etwa 75 mm und in Silberborn bei 92 mm. Wohlgemerkt Monatsmittelwerte!

Die Juli-Monatsrekorde der langjährigen DWD-Stationen sind somit kurz vor dem Fall (in Bevern, Nachfolgestation von Holzminden, fehlen noch knapp 3 mm zum bisherigen Rekord aus dem Juli 1956) oder bereits übertroffen: In Vorwohle kamen in diesem Juli bis heute 07:50 Uhr 239,5 mm zusammen und damit bereits sechs Tage vor Monatsende mehr als im bisherigen Rekordmonat Juli 1954, der es auf 234,3 mm brachte. Dort ist es sogar ein Monatsrekord für die gesamte Messreihe (seit 1941) – also nicht nur auf den Juli bezogen, während die höchsten bisher gemessenen Monatssummen in Lüchtringen (und wohl auch in Bevern/Holzminden, deren Klimareihe mit der ärgerlichen Messlücke von August 1991 bis Juli 2006 leben muss) aus dem Oktober 1998 stammen (Lüchtringen: 217,4 mm, Bevern interpoliert 224,5 mm). Diese Werte sind nach aktuellem Stand nicht akut in Gefahr, wobei aber noch die Option auf Gewitter mit Starkregen am Sonntag und Montag besteht.

Ursache für den ergiebigen Dauerregen war Tief „Alfred“, das sich im Zuge der Großwetterlage „Tief Mitteleuropa“ zu Wochenbeginn über der Mitte Deutschlands eingenistet hatte und sich nur sehr langsam nordöstlich verlagerte. An seiner Nord- und Westflanke kam es dabei zu kräftigen Hebungsprozessen, in die auch warme Luftmassen in höheren Schichten einbezogen wurden, die auf die kühlere bodennahe Luft aufglitten und zu den rekordträchtigen Regenfällen führten. Anders als bei gewittrigen Starkregenereignissen wie am vorvergangenen Montag, bei denen sehr große Mengen lokal begrenzt in sehr kurzer Zeit vom Himmel kommen, sorgt eine solche Wetterlage für sehr hohe Regenmengen in der Fläche.

Die Boden- und Höhenkarten dazu (Quelle: Wetterpate FU Berlin und Wetterzentrale):

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Zur Fotogalerie des Täglichen Anzeiger Holzminden: TAH

Der Hochsommer 2017

fällt in diesem Jahr offenbar auf den kommenden Mittwoch (19.07.). Dann dürfte uns der bislang erste heiße Tag in diesem Juli erwarten – und sehr wahrscheinlich auch gleich der letzte, denn auch wenn man kaum einmal so weit in die Wetterzukunft blicken kann, sieht es derzeit tatsächlich so aus, als sei ein weiterer Tag mit 30 Grad oder mehr so gut wie ausgeschlossen. Schon zum Donnerstag hin räumen Schauer und Gewitter den Kurzbesuch der Subtropikluft wieder aus, es sieht dann nach einigen feuchten und recht schwülen Tagen mit Höchstwerten um 25 Grad aus, bevor es wohl nachfolgend einen weiteren Temperaturrückgang auf Werte um 20 Grad gibt mit nur wenigen Optionen nach oben. Es scheint sich dann eine persistente Tiefdrucklage einnisten zu wollen, wobei die Details noch abzuwarten sind, aber auf ein Sommerhoch, und hielte es auch nur drei Tage, brauchen wir nach übereinstimmenden Modellrechnungen in diesem Juli nicht mehr zu warten. Und der Blick in die „Glaskugel“ verheißt derzeit auch für Anfang August nichts Gutes in Sachen Hochsommer und Sonne.
Dies kann sich alles ändern, ist aber derzeit Stand der Dinge und wird von den Wettermodellen für einen recht weit entfernt liegenden Zeitraum mit erstaunlicher Konstanz berechnet.

10.07.2017: Am Mittag hieß es plötzlich „Land unter“

Nach nur leichtem Getröpfel am Morgen und am Vormittag öffnete der Himmel gegen Mittag seine Schleusen. Von Westen kommend zog ein Starkregengebiet über Holzminden hinweg, das nach Norden und Osten stärker ausgeprägt war als im Süden und Westen.
Während in Lüchtringen mit 13,8 mm ein eher unauffälliger Wert für einen kräftigen Sommerschauer gemessen wurden, gab es in Bevern nach dem 15.06. (32,1 mm) bereits den zweiten Volltreffer der Saison: Im 24-Stunden-Zeitraum von 07:50 MESZ am Montag bis 07:50 MESZ am Dienstag fielen dort insgesamt 41,8 mm, davon 33,9 mm allein in der Mittagsstunde. Holzminden-Stadt privat meldet 33,6 mm in 24 Stunden (am Abend gab es in der Region noch einen Gewitterschauer mit Blitz und teils kräftigem Donner), Ottenstein 23,8 mm und Eimen-Vorwohle (beide DWD) 17,9 mm.

Die regionale Übersichtsseite von kachelmannwetter.com:
https://kachelmannwetter.com/de/messwerte/holzminden/niederschlagssumme/20170711-0600z.html

Die bundesweite zeigt, dass der Beveraner Wert sogar einer der höchsten in ganz Deutschland unter den DWD-Stationen mit Niederschlagsmessung war:

https://kachelmannwetter.com/de/messwerte/deutschland/niederschlagssumme/20170711-0600z.html

Die Lokalzeitung „Täglicher Anzeiger Holzminden“ berichtet ausführlich in der Ausgabe vom 11.07.2017 und erteilte freundlicherweise die Erlaubnis zum Einstellen der Texte und Bilder:

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Auch in seiner Online-Ausgabe berichtet der TAH: TAH Online

Während am heutigen Dienstag nur eine geringe Regenwahrscheinlichkeit besteht, könnte es am morgigen Mittwoch wieder zur Sache gehen. Bis zu 25 mm stehen aktuell in der Lokalvorhersage des DWD für die Region.