Spätwinter hält Frühling in Schach

Der März 2018 im Oberwesertal war kalt, trocken und sonnig

Mehr spätwinterlich als frühlingshaft präsentierte sich der erste meteorologische Frühjahrsmonat im Holzmindener Oberwesertal. Der Monat startete mit Dauerfrost und einem neuen negativen Tagesrekord bei den Maxima. Nach einem deutlichen Temperaturanstieg, der seinen Höhepunkt zu Beginn der zweiten Dekade erreichte, kehrte der Winter ab Monatsmitte mit Schnee, Eis und erneutem Dauerfrost noch einmal zurück. Am 17. wurde mit -2,5 °C sogar ein neuer negativer Dekadenrekord bei den Höchstwerten aufgestellt, im üblichen Tmax-Auswertungszeitraum zwischen 06 und 18 Uhr UTC ging es sogar nicht über -3,4 °C hinaus.
Im Verlauf der dritten Dekade pendelten sich die Temperaturen dann im Bereich der langjährigen Mittelwerte ein, so dass der März 2018 letztlich deutlich weniger kalt bilanziert als der 2013er, der mit nur 0,3 °C als zweitkältester nach 1987 in die Messreihe seit 1935 eingegangen war.
Dennoch liegt der viertkälteste März der letzten 30 Jahre hinter uns, außer 2013 war es in diesem Zeitraum nur 1996 und 2006 noch kälter. Besonders markant ist der Unterschied zum sehr milden Vorjahresmärz, der noch fast 5 Grad wärmer war.

Mit einer Monatsmitteltemperatur von 3,1 °C wurde das Mittel der Jahre 1981-2010 um 1,8 K verfehlt, damit war es im Vergleich zu diesem 30-Jahreszeitraum der zweite deutlich zu kalte Monat in Folge, so dass der Überschuss des sehr milden Januars bereits aufgezehrt ist, mehr noch: Das erste Quartal 2018 schließt um 0,5 K kälter ab als im Mittel von 1981-2010 und sogar um fast 1 Grad (-0,93 K) unter dem Mittel der vergangenen 30 Jahre (1988-2017). Der Januar 2018 war damit der wärmste Monat im Zeitraum Dezember bis März.

Zwar nicht ganz so niedrig wie im Februar, aber immer noch deutlich unter den langjährigen Klimawerten lag die Niederschlagssumme: Mit 42,0 mm wurden nur 57,7% des Mittels der Jahre 1981-2010 erreicht, wobei die Anzahl der Niederschlagstage von 21 sogar leicht überdurchschnittlich war, die Tagesmengen aber meist nur gering ausfielen – die höchste 24-Stunden-Summe am 12.03. nahm sich mit 6,6 mm auch recht bescheiden aus.
Im laufenden Jahrzehnt waren bisher fast alle Märzen mehr oder weniger deutlich trockener als im Mittel, nur 2015 gab es eine positive Abweichung.

Die Sonne zeigte sich mit rund 126 Stunden nicht nur häufiger als im langjährigen Mittel (+21,6%), sie schien sogar länger als in weiten Teilen des Landes – ein für unsere Region ungewöhnlicher Vorgang. In Hameln wurden sogar knapp 133 Stunden gemessen.
Anders als im Vorjahr reichte es aber nicht für eine längere Schönwetterperiode: 2017 gab es zwischen dem 24. und 28.03. gleich fünf sonnenscheinreiche Tage (>= 10 h) am Stück, in diesem Jahr waren es nur zwei im gesamten Monat. Und an immerhin neun Tagen war es trüb, an sechs davon zeigte sich die Sonne gar nicht.
Der extrem trübe Jahresauftakt im Januar konnte dank der beiden nachfolgenden Monate deutlich überkompensiert werden, das erste Quartal brachte sogar rund 38 Stunden oder 17% mehr als im 30jährigen Durchschnitt.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, ID 2323, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – März 2018:

Monatsmitteltemperatur: 3,1 °C
(-2,2 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, -1,8 K vs. 1981-2010, -0,9 K vs. 1961-1990, -1,3 K vs. Gesamtreihe 1935-2018)
Höchstes Tagesmittel 11,6 °C am 11.03.
Tiefstes Tagesmittel: -6,5 °C am 01.+02.03.
Tmax-Mittel: 7,9 °C
Tmax: 17,9 °C am 11.03.
Tmin-Mittel: -1,3 °C
Tmin: -10,6°C am 02.03.
Tmin-Mittel 5 cm: -3,0 °C
Tmin 5 cm: -11,6 °C am 02.03.
Frosttage: 18
Eistage: 5 -mehr als im met. Winter 2018 (4) –
Tage mit Bodenfrost: 20
Kältesumme: 27,0
Besonderes Vorkommnis: Negativer Tmax-Dekadenrekord am 17.03. mit -2,5 °C (06-18 UTC sogar -3,4 °C)

RR: 42,0 mm (57,7% vom Mittel 1981-2010, 73,8% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 6,6 mm am 12.03.
Tage mit messbarem Niederschlag: 21
Trockene Tage: 10
Schneedeckentage: 3
Max. Gesamtschneehöhe: 3 cm am 17.03.
Dazu 5 Tage mit Schneeflecken

SSD: 125,6 h (121,6% vom Mittel 1981-2010, 125,5% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 11,2 h am 19.03.
Sonnenscheinreiche Tage >= 10 h: 2
Trübe Tage <= 1 h: 9
Davon ohne Sonnenschein: 6

März_2018_TTMärz_2018_RR+SSD

März_TagesmittelvergleichMärz 1935-2018 RRMärz 1935-2018 Temp

 

Erster Besuch des Frühlings

Gerade erst eine Woche ist der letzte Dauerfrosttag zum Abschluss der Kälteperiode her, die der Region sieben Eistage am Stück bescherte. Heute nun wurde erstmals in diesem Jahr die 15-Grad-Marke am frühen Nachmittag überschritten, dazu verlief der Tag nach stark bewölktem Start seit den Vormittagsstunden deutlich freundlicher als erwartet. Wärmer war es zuletzt am 26. Oktober vergangenen Jahres mit 16,2 °C an der DWD-Station in Bevern.
Morgen wird es voraussichtlich noch etwas wärmer, dann sind bis zu 17, wenn sich die Sonne wieder für längere Zeit zeigen kann auch bis 18 Grad drin.  Auch der Start in die neue Woche verläuft trotz leichten Temperaturrückgangs noch mild mit um die 14 Grad Höchsttemperatur, allerdings auch viel Gewölk und wenig Sonnenschein. Anschließend überquert uns dann aber eine Kaltfront, hinter der die Werte am Dienstag dann nur noch rund acht Grad erreichen.  Der Mittwoch verläuft wohl ähnlich, bevor es am Donnerstag wieder etwas wärmer wird. Am kommenden Wochenende ist dann sowohl eine Fordauer der recht milden Witterung als auch ein erneuter Kaltlufteinbruch aus Nordost möglich – oder eben etwas dazwischen.

Winterbilanz 2018 im Oberwesertal

Der Winter 2017/18 schloss in Bevern mit einer Mitteltemperatur von 2,5 °C ab und war damit um 0,7 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010. Gegenüber dem Mittel der jüngsten 30 Jahre ab 1988 war die positive Abweichung mit nur 0,1 Grad marginal – im Kontext der aktuellen Klimaphase ist der Winter also als völlig durchschnittlich einzustufen. Die Zahl der Frosttage blieb mit 34 aber ebenso unterdurchschnittlich wie die der Eistage mit vier, im 30-Jahresmittel sind es 46 bzw. 14. Die Kältesumme lag mit 49 deutlich unter dem Mittel von 102 und ist eine Kennziffer für einen trotz des kalten Februars insgesamt milden Winter. Der Tiefstwert wurde am Morgen des vorletzten Februartages mit –14,4 Grad gemessen, am wärmsten war es zu Silvester mit 12,9 °C.
In der Gesamtreihe Holzminden/Bevern ab 1935 waren von 84 Wintern 24 wärmer, 59 kälter und einer (1999) lag exakt auf dem Wert des Jahrgangs 2018.

Trotz des sehr sonnigen Februars geht der Winter als etwas zu trüb in die Statistik ein: Mit rund 139 Stunden wurde das Klimamittel um 5% verfehlt. Ein völlig unerwartetes Defizit bescherte der trockene Februar der Niederschlagsbilanz, die in Bevern mit 193,2 mm sogar 13% unter dem langjährigen Durchschnitt blieb. Da es sich zumeist um Regen handelte, blieb die Anzahl der Schneedeckentage mit nur acht erneut deutlich unter dem Mittel von 21 Tagen – im Wesertal war es damit der fünfte schneearme Winter in Folge und in Bevern genügten bereits 4 cm am 21.01. zum Prädikat „höchste Schneedecke des Winters“.
Hervorstechendes Ereignis war jedoch abseits der genannten Parameter Orkan Friederike am 18.01.2018: Weiterlesen

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, ID 2323, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – Winter 2018:

Wintermitteltemperatur: 2,5 °C
Maximummittel: 5,1 °C
Minimummittel: -0,1 °C
Minimummittel 5 cm: -1,7 °C
Maximum: 12,9 °C am 31.12.2017
Niedrigstes Maximum: -6,5 °C am 28.02.2018
Minimum: -14,4 °C am 28.02.2018
Höchstes Minimum: 8,5°C am 24.12.2017
Minimum 5 cm: -19,2 °C am 28.02.2018
Höchstes Tagesmittel: 10,9°C am 31.12.2017
Niedrigstes Tagesmittel: -9,0 °C am 28.02.2018
Eistage: 4
Frosttage: 34
Bodenfrosttage: 51
Kältesumme: 49,0

Niederschlagssumme: 193,2 mm
Höchste Tagessumme (06:50 Uhr bis 06:50 Uhr MEZ Folgetag): 13,9 mm am 03.01.2018
Tage mit messbarem Niederschlag: 56
Tage ohne Niederschlag: 34
Schneedeckentage: 8
Max. Gesamtschneehöhe: 4 cm am 21.01.2018
Tage mit Schneeflecken: 12

Sonnenscheindauer (interpoliert): 138,6 Stunden
Maximum: 9,3 Stunden am 23.02.2018
Sonnenscheinreiche Tage (Dezember >= 6 h, Januar >= 7 h, Februar >= 8 h): 4
Trübe Tage (<= 1 h): 58
davon ohne Sonnenschein: 36

Wintertabelle_kurzWintertemperaturreihe_1935-2018RR-Reihe_1935-2018SHK-Reihe_1952-2018

 

 

 

 

Der Februar 2018 im Oberwesertal: Sonnig, trocken und kalt

Der dritte meteorologische Wintermonat war frostig, am Ende sogar eisig mit Dauerfrost, dazu sehr trocken und – man muss es ausdrücklich hervorheben – auch sehr sonnig. Die Winterbilanz wurde dadurch zwar nicht mehr auf den Kopf gestellt, aber doch ein ganzes Stück relativiert. Nur an der Schneearmut in den Niederungen änderte auch der Februar kaum noch etwas.

Die Monatsmitteltemperatur an der DWD-Station in Bevern lag mit -1,2 °C um 3,0 Grad unter dem Mittel der Periode 1981-2010, damit war es der kälteste Februar der letzten 20 und der drittkälteste der letzten 30 Jahre. Aufgrund der enormen Schwankungsbreite des Februars kann man im längerfristigen Vergleich dennoch nicht von einem außergewöhnlich kalten Monat sprechen. Der Februar 1986 zum Beispiel brachte es auf eisige –6,2 °C und der Kälterekord der Messreihe Holzminden/Bevern aus dem Jahr 1956 liegt sogar bei –9,4 °C.

War in den letzten Monaten die geringe Zahl von Tagen mit Frost ein regelmäßiges Thema, so wendete der Februar auch in dieser Kategorie das Blatt: An 25 Tagen fiel die Temperatur in Bevern unter den Gefrierpunkt, nur viermal wurden seit 1951 noch mehr Frosttage registriert.

Erstmals seit dem vergangenen Mai blieb die Niederschlagssumme wieder deutlich unter den langjährigen Werten. In Bevern fielen mit 10,5 mm nur 17% des Mittels der Jahre 1981-2010, erst dreimal war ein Februar seit Messbeginn in Holzminden 1935 noch trockener geblieben, zuletzt 1982. An fünf Tagen lag eine sehr dünne Schneedecke von 1-2 cm „Höhe“, dazu kommen noch einige Tage mit Schneeflecken.

Berichtet werden soll natürlich auch über das Wiederauftauchen des Sonnenscheins in der Region: Zunächst nur zaghaft, ab etwa Monatsmitte dann sogar vereinzelt ungetrübt zeigte sich die Sonne erstmals seit Mitte Oktober (!) wieder für längere Zeit am Himmel. Allein die vier Tage vom 20. bis 23.02. brachten mehr Sonnenschein als die Monate Dezember und Januar zusammen, der gesamte Monat lag mit 108 Stunden um 59% über dem 30jährigen Mittel von 1981-2010 – noch länger schien die Sonne im Februar nur dreimal seit 1951, zuletzt 2003.

Das eisige Monatsende brachte dann doch noch vier Dauerfrosttage, nachdem der Winter bis dahin ohne Eistag geblieben war. Besonders kalt war es am 28. mit einem Höchstwert von nur –6,5 °C – zugleich neuer Tagesrekord in Sachen tiefstes Maximum in der Messreihe Holzminden/Bevern. Die letzten Dauerfrosttage Ende Februar gab es übrigens zuletzt 1986. Der zeitweise stark böig auffrischende Nordost- und Ostwind sorgte dafür, dass die gefühlten Temperaturen noch ein ganzes Stück unter den gemessenen lagen. In den letzten beiden Nächten des Monats wurde es klirrend kalt, in Bevern sanken die Werte am 27. in 2 m Höhe auf -14,4 °C und in 5 cm über dem Erdboden auf –19,2 °C, so tief wie seit Anfang Februar 2012 nicht mehr.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, ID 2323, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – Februar 2018:

Monatsmitteltemperatur: -1,2 °C
(-3,6 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, -3,0 K vs. 1981-2010, -2,6 K vs. 1961-1990, -2,7 K vs. Gesamtreihe 1935-2018)
Höchstes Tagesmittel 3,4 °C am 01.02.
Tiefstes Tagesmittel: -9,0 °C am 28.02.
Tmax-Mittel: 2,3 °C
Tmax: 7,1 °C am 16.02. 
Tmin-Mittel: -4,6 °C
Tmin: -14,4°C am 27.02.
Tmin-Mittel 5 cm: -6,8 °C
Tmin 5 cm: -19,2 °C am 27.02.
Frosttage: 25
Eistage: 4
Tage mit Bodenfrost: 26
Kältesumme: 49,0

RR: 10,5 mm (17,5% vom Mittel 1981-2010, 21,7% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 3,5 mm am 02.02.
Tage mit messbarem Niederschlag: 10
Trockene Tage: 18
Schneedeckentage: 5
Max. Gesamtschneehöhe: 2 cm am 05.+27.02.
Dazu 8 Tage mit Schneeflecken

SSD: 108,1 h (158,7% vom Mittel 1981-2010, 168,9% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 9,3 h am 23.02.

Sonnenscheinreiche Tage >= 8h: 4
Trübe Tage <= 1h: 7
Davon ohne Sonnenschein: 4

Februar 2018_TTFebruar 2018_RR+SSD

Februar 1935-2018 TempFebruar 1935-2018 RR

Der Winter 2017/2018 im Hochsolling

Die ersten beiden Monate des meteorologischen Winters verliefen niederschlagsreich, extrem trüb und deutlich milder als im langjährigen Mittel. Immer wieder kam es zwar bei Vorstößen etwas kälterer Luft zu Schneefällen, halten konnte er sich meist jedoch nur wenige Tage. Dennoch lagen am dritten Januarwochenende zwischenzeitlich zwischen 35 und 40 cm, bevor massives Tauwetter einsetzte und den Schnee in weniger als drei Tagen wieder verschwinden ließ. Zuvor hatte Orkan Friederike am 18. Januar über dem Solling gewütet und massive Schäden hinterlassen, die zumindest stellenweise das Ausmaß von Kyrill genau elf Jahre zuvor erreichten. All diese Ereignisse gingen zurück auf eine den Dezember und Januar dominierende lebhafte Westwetterlage mit vorübergehenden Einschüben kälter Luft aus Nordwest.

Der Februar zeigte sich dann von einer ganz anderen Seite: Sehr trocken und sehr kalt mit einer zwar nicht allzu mächtigen, aber ab dem 4. durchgängigen Schneedecke zwischen 4 und 10 cm. Dazu schien die Sonne wieder deutlich häufiger und konnte das Defizit der ersten beiden Wintermonate sogar fast noch wettmachen. Eisig wurde es zum Monatsende, als die Tageshöchstwerte nur noch um –5 Grad erreichten und es am 28. sogar nicht über –8,3 Grad ging. Der ruppige Nordostwind sorgte dafür, dass sich die Luft noch ein ganzes Stück eisiger anfühlte.

Die Wintermitteltemperatur lag mit 0,3 °C um 0,5 Grad über dem 30-Jahres-Mittel der Jahre 1981-2010 und damit fast genau auf dem Niveau des Vorwinters. Kältester Tag war der 28. Februar mir einem Tagesmittel von -10,9 °C, einem Tiefstwert von -15,1 °C und einem Höchstwert von -8,3 °C, am wärmsten wurde es am 31. Dezember mit einem Tagesmittel von 8,6 °C, einem Minimum von 6,6 °C und einem Maximum von 9,9 °C. Die Zehn-Grad-Marke wurde wie im Vorjahr somit im gesamten Winter nicht erreicht. An 58 Tagen sank das Quecksilber in den Frostbereich, das liegt etwas unter dem langjährigen Winter-Mittelwert, den der DWD für die Periode 1981-2010 mit 63 Frosttagen angibt; an 16 Tagen herrschte Dauerfrost, davon entfielen 14 auf den Februar.

Die Niederschlagssumme lag aufgrund des sehr trockenen Februars unterhalb der langjährigen Mittelwerte: 264,1 mm fielen als Regen oder Schnee vom Himmel, dies entspricht 82% des Mittels der Jahre 1981-2010. Regenreichster Tag war der 3. Januar 2018, als 20,7 mm in 24 Stunden gemessen wurden. Nachdem es Dezember und Januar zusammen auf nur rund 30 Sonnenstunden gebracht hatten, steuerte der Februar noch rund 108 Stunden zur Winterbilanz bei, die damit nur leicht negativ gegenüber dem Mittel der Jahre 1981-2010 ausfiel: Am Ende fehlten rund 5% vom langjährigen Wert von knapp 145 Stunden.

Dank der Februarkälte konnte sich der nach Monatsbeginn gefallene Schnee bis zum Ende halten, damit wurden im Gesamtwinter noch 48 Schneedeckentage erreicht, einer mehr als im vergangenen Jahr. Das Maximum betrug wie im Vorjahr im Kurgarten 35-36 Zentimeter.

Zwei Winterstürme zogen im Januar über den Solling hinweg: Zunächst „Burglind“ mit schweren Sturmböen von etwas unter 100 km/h am 3.1. und gut zwei Wochen später am 18.1. „Friederike“, die in Teilen des Sollings wohl volle Orkanstärke von mindestens 118 km/h erreichte. Für den Stationsstandort im Kurgarten ergibt sich ein errechnete Spitzenböe von 113 km/h.

Winter 2017/2018 an der Station Silberborn (428 m über NN):

Wintermitteltemperatur: 0,3 °C
Maximummittel: 2,4 °C
Minimummittel: -1,8 °C
Maximum: 9,9 °C am 31.12.2017
Niedrigstes Maximum: -8,3 °C am 28.02.2018
Minimum: -15,1 °C am 28.02.2018
Höchstes Minimum: 6,6 °C am 31.12.2017
Höchstes Tagesmittel: 8,6 °C am 31.12.2017
Niedrigstes Tagesmittel: -10,9 °C am 28.02.2018
Eistage: 16
Frosttage: 58

Kältesumme: 102,5

Niederschlagssumme: 264,1 mm
Höchste Tagessumme: 20,7 mm am 03.01.2018
Tage mit messbarem Niederschlag: 63
Tage ohne Niederschlag: 27
Schneedeckentage: 48

Max. Gesamtschneehöhe: 35 cm am 21.01.2018

Mittlere relative Luftfeuchte: 92,6%

Mittlerer Luftdruck: 1014,6 hPa
Maximum: 1034,8 hPa am 22.12.2017
Minimum:   977,2 hPa am 10.12.2017

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 138 Stunden

Maximale Windböe: 113,3 km/h am 18.01.2018

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Rückblick auf den Februar 2018 im Hochsolling: Kein Tag ohne Frost

Der letzte meteorologische Wintermonat präsentierte sich auch im Hochsolling konträr zum bisherigen Winterverlauf kalt, sehr trocken und sonnenscheinreich. Mit den Niederschlägen am 3. konnte sich eine Schneedecke ausbilden, die mit maximal 10 cm zwar nicht allzu üppig, aber aufgrund der niedrigen Temperaturen und der trockenen Luft auch dem häufigen Sonnenschein trotzen und sich bis in den März hinein halten konnte.

Die Mitteltemperatur betrug -3,2 °C und lag -3,0 Grad unter dem Mittel der Klimaperiode 1981-2010. Damit war es der kälteste Februar seit 1996. An jedem Tag fiel die Temperatur unter den Gefrierpunkt, neben diesen 28 Frosttagen wurden 14 Eis- oder Dauerfrosttage registriert. Am kältesten wurde es unter einer extrem kalten Luftmasse zum Monatsende mit mäßigem Dauer- und strengem Nachfrost, am 28. lag das Maximum nur noch bei –8,3 °C und mit –15,1 °C wurde der Tiefstwert des Winters gemessen. Böiger Nordostwind sorgte für ein noch deutlich kälteres Temperaturempfinden.

An 10 Niederschlagstagen fielen lediglich 15,0 mm und damit nur 13% des langjährigen Mittelwerts. Ab dem 4. lag eine geschlossene und dauerhafte Schneedecke.

Die Sonnenscheindauer übertraf mit ca. 108 Stunden das 30-Jahresmittel der Periode 1981-2010 deutlich um 51%, damit endete eine seit Juli andauernde Phase von zuvor sieben Monaten, in denen die Klimamittelwerte meist deutlich verfehlt wurden.

Nach den Verwüstungen durch Orkan Friederike im Januar spielte der Wind im Februar nur eine untergeordnete Rolle, die Spitzenböe wurde am 11.02. mit 62,5 km/h gemessen. Allerdings sorgte der auffrischende Nordostwind am Monatsende wie oben erwähnt für ein deutlich gesteigertes Kälteempfinden.

Februar 2018 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: -3,2 °C
Maximummittel: -0,5 °C
Minimummittel: -6,1 °C
Maximum: 3,7 °C am 16.02.2018
Niedrigstes Maximum: -8,3 °C am 28.02.2018
Minimum: -15,1 °C am 28.02.2018
Höchstes Minimum: -0,6 °C am 02.02.2018
Höchstes Tagesmittel: 0,6 °C am 01.+16.02.2018
Niedrigstes Tagesmittel: -10,9 °C am 28.02.2018
Frosttage: 28
Eistage: 14
Kältesumme: 91,0

Niederschlagssumme: 15,0 mm
Höchste Tagessumme: 3,5 mm am 03.02.2018
Tage mit messbarem Niederschlag: 10
Tage ohne Niederschlag: 18

Schneedeckentage: 25

Mittlere relative Luftfeuchte: 87,3%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.018,9 hPa
Maximum: 1.031,8 hPa am 25.02.2018
Minimum:     998,4 hPa am 01.02.2018

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 108 Stunden

 Maximale Windböe*: 62,5 km/h am 11.02.2018
* berechnet auf 10 m über Grund am Stationsstandort

 

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Zwischen halb elf und halb zwölf ging der Dauerfrost zu Ende

Über eine Woche hatte der Dauerfrost die Niederungen der Region und den Hochsolling sogar fast elf Tage lang im Griff, bevor der Gefrierpunkt heute Vormittag an beiden Messstandorten wieder überschritten wurde: In Bevern an der DWD-Station war es um kurz nach 10:30 Uhr MEZ so weit, nachdem der letzte positive Temperaturwert in zwei Metern über Grund am vorvergangenen Samstag (24.02.) um 17:20 Uhr gemeldet worden war. Silberborn war bereits seit 21.02. gegen 16:25 Uhr im Minus und tauchte heute um 11:25 Uhr wieder im Plus auf. Eine längere Dauerfrostphase gab es zuletzt im Januar 2013.

Eiskalter Abschied des Winters 2018

In wenigen Stunden ist der meteorologische Winter 2017/2018 Geschichte und er hinterlässt seine Spuren in der lokalen Klimareihe mit einem rekordkalten Abgang: Noch nie war es an einem 28. Februar so kalt wie heute. Verlief die Nacht unter zeitweiliger Bewölkung noch zwei bis drei Grad weniger eisig als am Vortag (Tmin Bevern DWD -11,4 °C, Tmin Silberborn -13,1 °C), gab es tagsüber bisher nichts Vergleichbares in den Aufzeichnungen, weder in der Messreihe Holzminden/Bevern (Tageswerte seit 1951) noch in der Hochsolling-Klimareihe Torfhaus/Neuhaus/Silberborn (Daten seit 1937). Die heutigen Höchstwerte von -6,5 °C in Bevern (das war in der Nacht zum Montag noch der Tiefswert!) und -8,3 °C in Silberborn unterboten die bisherigen Negativrekorde aus dem Jahr 2005 deutlich – damals wurden in Silberborn -7,2 °C als Maximum registriert und für den Raum Holzminden/Bevern, wo zu jener Zeit leider nicht offiziell gemessen wurde, ist von rund -4 °C als Höchstwert vor 13 Jahren auszugehen.
Auch bei den Tagesmittelwerten gibt es neue Minusrekorde, die in ein paar Tagen an dieser Stelle zusammen mit den Monats- und Winterrückblicken für die Region veröffentlicht werden.  Soviel sei vorweggenommen: Der Februar war der kälteste seit 1996 und der jeweils vierttrockenste und viersonnigste seit Aufzeichnungsbeginn; der Winter schließt gegenüber dem Mittel der Jahre 1981-2010 um 0,7 Grad wärmer ab, gegenüber dem Mittel der letzten 30 Jahre ergab sich hingegen nur eine marginale Abweichung von 0,1 Kelvin. Dazu war es, wer hätte das vor vier Wochen noch gedacht, sogar trockener als im Durchschnitt und das Sonnenscheindefizit reduzierte sich noch auf rund 5% gegenüber dem langjährigen Mittel.  Die Anzahl der Schneedeckentage war höchst unterschiedlich, mit nur acht war es in Bevern der fünfte schneearme Winter in Folge, während es Silberborn auf 48 brachte.