Silvester 2017: Die Tagesrekorde fielen…

… wie die Dominosteine, so auch in der Messreihe 2323 Bevern/Holzminden mit Tageswerten seit 1951. Der heutige Tageshöchstwert von 12,9 °C an der DWD-Station in Bevern übertraf den bisherigen Rekord aus dem Jahr 1987 um satte 1,4 Kelvin. Während das höchste Minimum aus dem Jahr 2006 weiter Bestand hat, wird der bis heute gültige höchste Tagesmittelwert  an einem 31.12. (9,3 Grad, ebenfalls aus dem Jahr 2006) in Kürze Geschichte sein.
Eine Liste aller Tmax-Rekorde vom 31.12.2017 hat Jörg Kachelmann für das Forum der Wetterzentrale zusammengestellt: 1 Dekadenrekord und viele Tagesrekorde heute

Insgesamt schließt der Dezember 2017 vor Ort deutlich milder ab als im langjährigen Mittel, dazu war es markant zu trüb (weniger Sonnenschein wurde zuletzt 1993 gemessen) und trotz der verbreitet mit großen Pfützen und Wasserlachen übersäten Wege, Felder und Wiesen und einer über die Ufer getretenen Weser landet die Niederschlagssumme sogar etwas unter den Klimamittelwerten.
Die ausführlichen Monats- und Jahresbilanzen aus Bevern und Silberborn erscheinen in Kürze in diesem Blog.

Bis dahin allen Leserinnen und Lesern ein gutes, gesundes und sonnigeres Jahr 2018!

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Rückblick auf den November 2017 im Hochsolling

Auch der letzte meteorologische Herbstmonat war überwiegend von Tiefdruck geprägt. Die längste Phase ohne Niederschläge dauerte gerade einmal drei Tage vom 6. bis 8.11. an. Der erste Schnee fiel am Sonntag, den 12.11. in den Nachmittagsstunden, auch am 27. und 30. gingen die Niederschläge (vorübergehend) in die feste Phase über, eine Schneedecke konnte sich aber noch nicht ausbilden. Dazu war es außergewöhnlich trüb, die Sonnenscheindauer erreichte nicht einmal die Hälfte der Klimanorm.

Die Mitteltemperatur betrug 4,0 °C und lag damit 0,5 Grad über dem Mittel der Klimaperiode 1981-2010. Der wärmste Tag war der 23. mit einem Höchstwert von 11,0 und einem Mittelwert von 8,8 Grad. in vier Nächten war es leicht frostig und am Monatsletzten herrschte leichter Dauerfrost.

An 21 Niederschlagstagen fielen insgesamt 111,1 mm und damit 11,0% mehr als im langjährigen Mittel. Die höchste Tagessumme wurde am 27. mit 17,2 mm gemessen.

Die Sonnenscheindauer lag mit ca. 21 Stunden bei nur rund 46% des langjährigen Durchschnittswerts von rund 96 Stunden.

Der Wind spielte anders als im Oktober keine große Rolle, die stärksten Böen erreichten am 10.11. auf zehn Metern Höhe berechnet ca. 67,5 km/h.

November 2017 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: 4,0 °C
Maximummittel: 5,7 °C
Minimummittel: 1,9 °C
Maximum: 11,0 °C am 23.11.2017
Niedrigstes Maximum: -0,6 °C am 30.11.2017
Minimum: -2,1 °C am 29.11.2017
Höchstes Minimum: 6,8 °C am 23.11.2017
Höchstes Tagesmittel: 8,8 °C am 23.11.2017
Niedrigstes Tagesmittel: -1,2 °C am 30.11.2017
Frosttage: 5
Kältesumme: 1,2

Niederschlagssumme: 111,1 mm
Höchste Tagessumme*: 17,2 mm am 27.11.2017
*(06:50 Uhr bis 06:50 Uhr MEZ Folgetag)
Tage mit messbarem Niederschlag: 21
Tage ohne Niederschlag: 9
Schneedeckentage: 0

Mittlere relative Luftfeuchte: 96,1%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.014,5 hPa
Maximum: 1.027,6 hPa am 06.11.2017
Minimum:     998,8 hPa am 12.11.2017

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 21 Stunden

 Maximale Windböe*: 67,5 km/h am 10.11.2017
* berechnet auf 10 m über Grund

Die Bilanz des meteorologischen Herbstes von September bis November fällt etwas wärmer aus als im Mittel der Jahre 1981-2010: Mit 8,4 °C wurde das 30-Jahres-Mittel um 0,6 Grad übertroffen. Dazu war es etwas nasser als im Durchschnitt, mit 305,4 mm Niederschlag wurde der Klimamittelwert um 5,9% überschritten. Signifikant war das Sonnenscheindefizit: In allen drei Monaten war es deutlich zu trüb, so dass die rund 200 Stunden vom 1.9. bis 30.11. nicht einmal ganz drei Viertel des langjährigen Mittelwerts betrugen.

Einer der trübsten November ist zu Ende

Man musste schon Glück haben, um einen der raren freundlichen Momente dieses Novembers zu erwischen, denn die Sonne zeigte sich gerade mal rund 19 Stunden lang in der Region Holzminden/Bevern und damit – rein rechnerisch – gerade einmal 38 Minuten pro Tag. Tatsächlich waren es an den beiden sonnenscheinreichsten Tagen des Monats jeweils gut fünf Stunden, nur vier weitere Male wurde die Ein-Stunden-Marke übertroffen und an 18 Tagen war die Sonne überhaupt nicht zu sehen, davon gleich zweimal fünf Tage lang in Folge. Damit bilanziert der November 2017 als einer der sonnenscheinärmsten in der Region seit Beginn der flächendeckenden Sonnenscheinmessungen im Jahr 1951. 2007, 2008 und 1958 war es mit 16-18 Stunden ähnlich dunkel geblieben, ungeschlagener Trübnisrekordhalter ist der November 1987, der es auf gerade einmal neun Stunden an dreißig Tagen brachte.

Auch bei den Temperaturen gab es eine bemerkenswerte Auffälligkeit zu notieren: Der erste (und einzige, zudem mit -0,9 °C sehr leichte) Luftfrost in 2 m Höhe wurde erst am 29.11. an der DWD-Station in Bevern gemessen und damit so spät wie in noch keinem Jahr zuvor seit Beginn der Tageswertaufzeichnungen 1951. Viel hat also nicht gefehlt und der gesamte meteorologische Herbst wäre erstmals in der Klimareihe frostfrei geblieben. Einen frostfreien November gab es bisher dreimal: 1951, 1963 und 2009, damals sanken die Werte allerdings jeweils bereits im Oktober mehrfach unter den Gefrierpunkt. 2014 wurde schon einmal nur ein Frosttag im met. Herbst gemessen, dieser datiert vom 25.11. und damit vier Tage früher als in diesem Jahr.

Mit einer Mitteltemperatur von 6,2 °C wurde an der DWD-Station in Bevern das Klimamittel der Jahre von 1981-2010 um 0,9 Grad übertroffen. Der Temperaturüberschuss geht vor allem auf die recht warme erste Pentade sowie eine nochmals sehr milde Phase vom 21.-24. zurück, die noch einmal mehrere Tage mit Höchstwerten über zehn Grad brachte.  Kühle, nicht wirklich kalte Phasen um die Monatsmitte und in den letzten Tagen des Monats sorgten dafür, dass die Monatsmitteltemperatur relativ unauffällig blieb – dennoch waren nur 15 November in der Klimareihe seit 1934 noch wärmer.

Die Niederschlagsbilanz lag im sechsten Monat dieses Jahres in Folge über den langjährigen Mittelwerten. Mit einer Summe von 85,1 mm wurde das Mittel der Periode 1981-2010 in Bevern um 16,3% übertroffen. Der höchste Tageswert wurde am 20. mit 11,2 mm gemessen. Trocken blieb es nur an neun Tagen. Eine Schneedecke gab es im November nicht, erst am Monatsletzten fielen die Niederschläge überwiegend in fester Form vom Himmel, tauten auf den noch warmen Böden aber schnell dahin, so dass am Morgen des 1.12. nur vereinzelte Schneeflecken von den Beobachtern in Bevern und Lüchtringen gemeldet wurden, während in Ottenstein 1 cm gemessen wurde – aber das ist dann eigentlich ja schon eine Geschichte für den Dezemberrückblick.

Die bereits erwähnte mickrige Sonnenscheinsumme von nur 19 Stunden entspricht gerade einmal 43,5% vom Mittel der Jahre 1981-2010 und damit reiht sich der November als fünfter trüber Monat in Folge in die lokale Jahresstatistik ein, wobei mit Ausnahme des Augusts alle Monate seit Juli ein signifikantes Sonnenscheindefizit aufweisen.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – November 2017:

Monatsmitteltemperatur: 6,2 °C
(+0,8 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, +0,9 K vs. 1981-2010, +1,3 K vs. 1961-1990)
Tmax-Mittel 8,2 °C
Tmax 13,7 °C am 23.11.
Tmin-Mittel 3,6 °C
Tmin -0,9°C am 29.11.
Tmin-Mittel 5 cm: 2,2 °C
Tmin 5 cm: -3,2 °C am 29.11.
Frosttage: 1
Eistage: 0
Tage mit Bodenfrost: 5
Kältesumme: 0

RR: 85,1 mm (116,3% vom Mittel 1981-2010)
Maximum: 11,2 mm am 20.11.
Tage mit messbarem Niederschlag: 20
Davon nur flüssig: 19, Flüssig und fest: 1
Trockene Tage: 9 (dazu kommt ein Tag mit registriertem, aber nicht messbarem Niederschlag)
Schneedeckentage: 0

SSD: 19,3 h (43,5% vom Mittel 81-10)
Maximum: 5,2 h am 17.11.

Heitere Tage: 0
Trübe Tage: 24
Davon ohne Sonnenschein: 18

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Die Bilanz des meteorologischen Herbstes fällt wie folgt aus: Mit 10,5 °C wurde das 30-Jahres-Mittel der Periode 1981-2010 um 0,9 Grad übertroffen. Was auf den ersten Blick unauffällig erscheint, entpuppt sich auf den zweiten Blick als neuntwärmster Herbst in der Klimareihe Holzminden/Bevern ab 1934. Mit 236,0 mm Niederschlag wurde der Klimamittelwert um 12,2% überschritten, wobei der September ausgeglichen und Oktober und November nasser waren als im Durchschnitt. Durchgängig  unterdurchschnittlich war die Sonnenscheindauer: An 91 Herbsttagen kamen nur rund 187 Stunden zusammen, was einem Defizit von 86 Stunden oder 31,5% entspricht. Noch trüber war es im Herbst zuletzt vor 16 Jahren: Von September bis November 2001 wurden lediglich ca. 175 Stunden registriert.

Fällt am Donnerstag der Dekadenrekord?*

Eine für die Jahreszeit außergewöhnlich milde Witterungsphase steht auf dem Wetterspeiseplan der kommenden Tage, die ihren Höhepunkt voraussichtlich am Donnerstag erreichen wird. Dann ist sogar ein neuer Rekord bei den Tageshöchstwerten für eine dritte Novemberdekade vor Ort möglich.

Eine erste Warmfront hat uns bereits überquert und die Temperaturen im Laufe der Nacht trotz anhaltender Regenfälle aus einer geschlossenen Wolkendecke auf etwas über zehn Grad ansteigen lassen. Morgen kann sich dann im Laufe des Tages auch mal die Sonne zeigen und es bleibt tagsüber voraussichtlich trocken. Die Temperaturen erreichen tagsüber Werte bis 12 Grad. In der Nacht zum Donnerstag erreicht uns ein weiterer Schwall Subtropikluft und auch wenn der Höhepunkt der Erwärmung in der mittleren Troposphäre auf ca. 1.500 m Höhe bereits am Morgen überschritten werden soll, rechnen die Modelle und Wetterdienste derzeit mit bis zu 16 Grad auf 2 m Höhe im Oberwesertal. Der bisherige Rekord in der dritten Novemberdekade in der Zeitreihe Holzminden/Bevern mit Tageswerten seit 1951 stammt vom 25.11.2006 und liegt bei 16,5 °C*, aufgestellt am damals noch jungen DWD-Standort in Bevern.
Im Laufe des Nachmittags zieht dann voraussichtlich neuer Regen auf, der sich am Freitag intensiviert. Dabei bleibt es zunächst voraussichtlich noch sehr mild mit Höchstwerten von 12-13 Grad, bevor dann eine Kaltfront die warme Luftmasse nach Osten verdrängt und Platz macht für polare Meeresluft, in der die Temperaturen dann auf jahreszeitübliche Werte zurückgehen – ab Sonntag sind nach aktuellem Stand nur noch maximal sechs Grad tagsüber drin.
Unklar bleibt allerdings, wann sich die kältere Luft durchsetzen kann: Nach den Berechnungen des EZMW-Modells soll dies bereits zum Freitag Abend hin der Fall sein, während das amerikanische GFS die Sache um rund 24 Stunden zeitverzögert erwartet (Läufe bis 06Z am 21.11.) und auch am Samstag noch einmal einen außergewöhnlich warmen Tag mit bis zu 14 Grad in den Karten hat.

*Leider ist mir in der Ursprungsfassung ein kapitaler Fehler unterlaufen, als ich den bisherigen Dekadenhöchstwert fälschlicherweise mit 14,1 °C angegeben hatte (dabei handelt es sich vielmehr um den Dekadenrekord beim Tagesmittelwert). Damit ist die Ausgangsfrage in der Überschrift im Grunde beantwortet, denn 16,5 °C werden am Donnerstag mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht erreicht werden.

Der erste Schnee im Hochsolling…

… mischte sich am frühen Nachmittag unter den Regen und etwas später ging der Niederschlag zumindest vorübergehend in reinen, nassen Schnee über. Auf den noch warmen Böden konnte sich zwar noch keine Schneedecke ausbilden, aber ein erster Schritt Richtung Winter scheint nun zumindest in den Hochlagen der Region gemacht.

Spontan eingefangene Impressionen, aufgenommen am Sonntag kurz vor 16 Uhr an der Wetterstation im Kurgarten in Silberborn auf rund 430 m über NN:

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Der Oktober 2017 im Wesertal: Warm, grau und nass mit ein wenig Gold

Nur sieben trockene Tage brachte der Oktober 2017 in unserer Region, ansonsten regnete es mal mehr, mal weniger aus einem oft wolkenverhangenen Himmel. Die Sonne konnte sich nur um die Monatsmitte während der einzigen Hochdruckphase des Monats für längere Zeit durchsetzen, wobei sich in Wesernähe zähe Nebelfelder teils bis in die Mittagsstunden hielten. Für Schlagzeilen sorgten insgesamt drei Sturmtiefs, von denen zwei über uns hinweg zogen, dabei aber zum Glück nur leichte Sachschäden verursachten, während der Ex-Hurrikan „Ophelia“ indirekt für ein außergewöhnliches Farbphänomen sorgte, siehe dazu auch: Der „rote“ Dienstag
Da kalten Luftmassen der Weg nach Mitteleuropa versperrt blieb, fiel die Temperaturbilanz deutlich überdurchschnittlich aus.

Mit einer Mitteltemperatur von 11,9 °C wurde an der DWD-Station in Bevern das Klimamittel der Jahre von 1981-2010 um 2,2 Grad übertroffen. Der deutliche Temperaturüberschuss ging vor allem auf die sehr warme zweite Monatsdekade zurück, die noch einmal mehrere Tage mit Höchstwerten über 20 Grad brachte. Die nächtliche Abkühlung hielt sich auch während dieser Hochdruckphase stark in Grenzen, in den meisten anderen Nächten lag unter Tiefdruckeinfluss eine schützende Wolkendecke über uns, so dass im wie schon im Vorjahr kein Frost gemessen wurde, weder in zwei Metern Höhe noch fünf Zentimeter über dem Erdboden. Letzteres stellt ein Novum innerhalb der Messreihe Holzminden/Bevern dar – zwei Oktober in Folge ohne Bodenfrost hatte es zuvor in der Region noch nicht gegeben, wobei Messungen am Erdboden seit 1954 vorgenommen werden. Noch 20 Jahre länger ist die Historie der Lufttemperaturmessungen, in der sich nur viermal ein höheres Monatsmittel findet, so dass sich der Oktober 2017 nach 2001, 2006, 1995 und 2014 als fünftwärmster weit oben einsortiert und die Häufung dieser warmen Oktobermonate in der jüngeren Vergangenheit ein weiteres Indiz für den Klimawandel darstellt, auch wenn die Herbstmonate wie in der letzten Ausgabe erläutert bisher noch die schwächste Erwärmungstendenz aufweisen.

Die Niederschlagsbilanz übertraf in Bevern mit 77,7 mm den langjährigen Mittelwert um 20%. Die Tageswerte hielten sich zwar meist in Grenzen, aber es „läpperte“ sich dann über den Monat hinweg, da abgesehen von der einwöchigen Hochdruckphase zur Monatsmitte an jedem Tag Flüssiges vom Himmel fiel. Und wer während der offiziell trockenen Nebeltage ganz genau hinschaute, konnte zumindest in Wesernähe an mindestens zwei Tagen geringfügigen, aber doch messbaren Niederschlag feststellen, der durch abgesetzte Nebeltropfen, auch Nebelnässen genannt, verursacht wurde.

Die Sonne hatte es meist schwer, Lücken in der Wolkendecke zu finden, vor allem in der ersten und letzten Monatsdekade. Dazwischen allerdings gab es auch ein paar Tage, die – nach Auflösung oder abseits bzw. oberhalb der Nebelfelder – tatsächlich an den sprichwörtlichen „goldenen Oktober“ erinnerten, wenngleich die Laubfärbung weniger intensiv wirkte als in den letzten Jahren. In der Monatsbilanz kamen nur rund 73 Sonnenstunden zusammen, das entspricht einem Defizit von 24% gegenüber dem Klimamittelwert von 96 Stunden. Damit war der Oktober der mittlerweile vierte Monat in Folge, der trüber ausfiel als im langjährigen Durchschnitt, wobei die negativen Abweichungen im Juli, September und Oktober mit Werten zwischen 19% und 29% signifikant waren.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – Oktober 2017:

Monatsmitteltemperatur: 11,9 °C
(+2,1 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, +2,2 K vs. 1981-2010, +2,4 K vs. 1961-1990)
Tmax-Mittel 15,5 °C
Tmax 22,8 °C am 15.10.
Tmin-Mittel 8,9 °C
Tmin 4,5°C am 08.10.
Tmin-Mittel 5 cm: 7,1 °C
Tmin 5 cm: 2,4 °C am 30.10.
Warme Tage (>= 22 °C): 1
Kühle Tage (<= 13 °C): 7

RR: 77,7 mm (119,7% vom Mittel 81-10)
Maximum: 11,8 mm am 07.10.
Tage mit messbarem Niederschlag: 24
Davon nur flüssig: 24
Trockene Tage: 7
Schneedeckentage: 0

SSD: 73,3 h (76,3% vom Mittel 81-10)
Maximum: 8,1 h am 01. und 14.10.

Heitere Tage: 3
Trübe Tage: 13
Davon ohne Sonnenschein: 6

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Der Oktober 2017 im Hochsolling

Der zweite meteorologische Herbstmonat war überwiegend von Tiefdruck geprägt und brachte mit „Xavier“ am 5.10. und „Herwart“ am 29.10. zwei ausgewachsene Sturmtiefs, bei denen jeweils schwere Sturmböen (Bft. 10) über dem Hochsolling auftraten. Lediglich während der zweiten Dekade konnte sich einmal eine längere Hochdruckphase durchsetzen, in die die sonnigsten und wärmsten sowie die einzigen trockenen Tage des Monats fielen.

Die Mitteltemperatur betrug 10,0 °C und lag damit 2,1 Grad über dem Mittel der Klimaperiode 1981-2010. Zur Monatsmitte wurde sogar fast noch einmal die 20-Grad-Marke erreicht.

An 24 Niederschlagstagen fielen insgesamt 114 mm Regen und damit 26,2% mehr als im langjährigen Mittel. Die höchste Tagessumme wurde am 2. und 7. mit jeweils 14,2 mm gemessen. Schneefall wurde nicht registriert.

Die Sonnenscheindauer lag mit ca. 81 Stunden rund 16% unterhalb des langjährigen Durchschnittswerts von rund 96 Stunden.

Die Sturmtiefs „Xavier“ und „Herwart“ brachten am 5. und 29. schwere Sturmböen von bis zu 92 und 95 km/h.

Oktober 2017 an der privaten Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: 10,0 °C
Maximummittel: 12,7 °C
Minimummittel: 7,6 °C
Maximum: 19,6 °C am 16.10.2017
Niedrigstes Maximum: 6,4 °C am 31.10.2017
Minimum: 2,6 °C am 08.10.2017
Höchstes Minimum: 11,1 °C am 25.10.2017
Höchstes Tagesmittel: 15,2 °C am 16.10.2017
Niedrigstes Tagesmittel: 4,6 °C am 30.10.2017
Frosttage: 0
Bodenfrosttage: 0

Niederschlagssumme: 114,0 mm
Höchste Tagessumme: 14,2 mm am 02.+07.10.2017
Tage mit messbarem Niederschlag: 24
Tage ohne Niederschlag: 7

Mittlere relative Luftfeuchte: 92,1%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.017,9 hPa
Maximum: 1.027,3 hPa am 14.10.2017
Minimum:     998,0 hPa am 29.10.2017

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 81 Stunden

 Maximale Windböe*: 95,9 km/h am 29.10.2017
* berechnet auf 10 m über Grund

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Der „rote“ Dienstag (17.10.2017)

In ungewohnt diffusem rötlichen Licht präsentierte sich unsere Region am vergangenen Dienstag:

Was war da los?

Eigentlich sollte es ja ein sonniger und nochmals für Mitte Oktober ungewöhnlich warmer Tag mit bis zu 22 Grad bei uns werden und anders als am Montagmittag oder am Sonntagmorgen waren diesmal weder Wolkenfelder noch Nebel als Störenfriede unterwegs, dennoch schimmerte die Sonne nur schwach von einem „diesigen“ Himmel und konnte die Luft dadurch weniger erwärmen als angenommen. Zunächst schien es so, dass Saharastaub für die Trübung der Atmosphäre verantwortlich sei, doch ist dieser auf dem Satellitenbild nicht darstellbar, da die Partikel zu fein sind und sorgt zudem üblicherweise auch nicht für ein solches rötliches Licht tagsüber.
Tatsächlich zeigte das farblich animierte Satellitenbild am Dienstag einen grauen, teils sogar rötlich schimmernden breiten Streifen etwa von der Eifel über NRW und weite Teile Niedersachsens bis zur Ostsee hinauf. Diese Verfärbungen zeigten Rauchpartikel der Waldbrände auf der Iberischen Halbinsel, die mit der südwestlichen Strömung in höheren Atmosphärenschichten zu uns geführt wurden und für dieses Wetterphänomen verantwortlich waren:

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Quelle: Kachelmannwetter.com, mit freundlicher Genehmigung von Jörg Kachelmann
Link zur Originalseite

Am Mittwoch war dieses Schauspiel dann wieder vorüber, stattdessen versperrte dichter Nebel den Sonnenstrahlen den Weg bis zum Boden im Wesertal bis in die Mittagsstunden, während weiter oben je nach genauer Lage ab etwa 200-300 m Höhe die Sonne schien:

Kreisstraße von Holzminden nach Fohlenplacken gegen 11 Uhr, ca. 220 m über NN:

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Blick vom Köterberg nach Nordosten auf die Nebelschicht am Mittag, ca. 493 m über NN:

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DWD-Wetterstation Lügde-Paenbruch am Mittag, ca. 258 m über NN:

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