Rekordjuni auch im Hochsolling

Rückblick auf den Juni 2019 an der privaten Station Silberborn

Auch in Silberborn stellte der Juni lokale Rekorde auf: An der privaten Station im Kurgarten lag die Monatsmitteltemperatur bei 18,0 °C, das entspricht +4,2 Grad gegenüber dem Klimamittel der Jahre 1981-2010.  Die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2003 wurde im Hochsolling sogar um ein volles Grad übertroffen. 24 warme Tage, elf Sommertage und ein Tageshöchstwert von 32,4 °C am 30. lauten hier die weiteren neuen Rekordwerte.

Zwischen vielen trockenen Tagen setzte es mehrere Starkregenschauer, darunter ein Volltreffer am 19. mit 31,4 mm. Die Monatssumme lag dort mit 95,5 mm um rund 9% über dem Durchschnitt.

Die Sonnenscheindauer betrug ca. 295 Stunden und sorgte damit auch in dieser Kategorie für einen neuen Rekord. Das vieljährige Mittel wurde wie im Wesertal um rund 60% übertroffen.

06_2019_Übersicht

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Der Sommer 2019 startet mit einem Rekordmonat

Rückblick auf den Juni 2019 an der DWD-Station Bevern

Der meteorologische Sommer 2019 begann mit einem Paukenschlag: Fast 20 Grad Monatsmitteltemperatur, 35,2 °C Höchsttemperatur und nahezu 300 Sonnenstunden – all das hatte es zuvor in der Region in einem Juni noch nicht gegeben. Nach einem hochsommerlichen Start mit viel Sonne an den ersten beiden Tagen folgte ein längerer wechselhafter, zu Gewittern neigender Witterungsabschnitt. Kühle Phasen suchte man aber auch da vergebens, nur an zwei Tagen wurde die 20-Grad-Marke nicht erreicht. Stattdessen drehte der Sommer in der letzten Woche mit Hitze und Sonne satt so richtig auf. Wie schon im Vormonat fiel die Niederschlagsbilanz an den einzelnen Stationen im Umkreis sehr unterschiedlich aus, allerdings fiel in der dritten Dekade gar kein Regen mehr – und im Zusammenspiel mit der hohen Verdunstung durch Hitze, Sonne und Wind wurde Trockenheit langsam wieder ein Thema.

Mit einer Mitteltemperatur von 19,8 °C war der Juni 2019 an der DWD-Station in Bevern um 3,8 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010 und zugleich der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn. Der alte Rekord aus dem Jahr 2003 (als vor Ort nicht gemessen wurde und die Monatstemperatur errechnet werden musste) wurde deutlich um 0,6 Grad übertroffen. Besonders stark fiel der Kontrast zum vorausgegangenen kühlen Mai aus: Insgesamt war der Juni 8,3 Grad wärmer und die durchschnittliche Höchsttemperatur lag sogar fast zehn Grad höher. im vergangenen Jahr betrug die Differenz zwischen beiden Monaten gerade einmal etwas über 1,5 Grad. Neue Rekorde gab es auch bei der Anzahl der warmen Tage (mindestens 20 Grad Höchsttemperatur) mit 28, der Sommertage (mindestens 25 Grad) mit 17 und bei den heißen Tagen (mindestens 30 Grad) mit sechs.  Dazu kamen drei neue Tageshöchstwertrekorde am 25., 26. und 30., wobei der letzte Tag mit 35,2 °C zugleich einen neuen Monatsrekord aufstellte. Erwähnenswert ist zudem die sehr milde Nacht vom 25. auf den 26.06. mit 19,7 °C Tiefsttemperatur in Bevern, in Holzminden gab es im Innenstadtgebiet sogar eine tropische Nacht mit einem Minimum von über 20 Grad.

Damit es so ungewöhnlich warm werden kann, müssen natürlich die entsprechenden Luftmassen zu uns geführt werden, denn nur durch Einstrahlung ist selbst im Zeitraum des Sonnenhöchststandes ein solches Niveau nicht erreichbar. Wie schon im Mai dominierten Großwetterlagen der meridionalen Zirkulationsform, d.h. die Strömungsrichtung lag größtenteils parallel zu den Längenkreisen. Doch anders als im kühlen Vormonat lagen wir im Juni auf der warmen Seite. Es gab zwischenzeitlich sogar Modellrechnungen, die den Hitzepol direkt über Deutschland ausmachten und Höchstwerte von 41-42 Grad auf den Karten erscheinen ließen – letztlich zeigte sich aber wieder einmal, dass die „magische 40“ bei uns nur erreicht werden kann, wenn „alles passt“, also neben der notwendigen Luftmasse und Sonneneinstrahlung auch die volle vertikale Durchmischung vorhanden ist, keine atmosphärischen Trübungen in Form von Saharastaub im Spiel sind und trockene Böden einen zusätzlichen Temperaturaufschlag (Überadiabate) ermöglichen. Letztlich blieb es am 30.06. bei 39,6 °C in Bernburg an der Saale als deutschlandweitem Höchstwert an einer Station, die wegen ihrer eingeschränkten natürlichen Durchlüftung nicht unumstritten ist. Doch wie auch immer:  es wurden auch so verbreitet neue Junirekordwerte aufgestellt, an manchen Stationen sogar Allzeitrekorde – und das zu einem recht frühen Zeitpunkt im Jahr. Ob dies bereits der Höhepunkt des Sommers 2019 war oder ob nach einer Pause weitere heftige Hitzewellen folgen, kann derzeit niemand seriös beantworten.

Doch zurück zum Wetter vor Ort und seiner Entwicklung in der letzten Juniwoche, die auch die Region kräftig ins Schwitzen brachte – allerdings mit einer Unterbrechung am 27. und 28., als der Wind vorübergehend auf Nordwest drehte und deutlich weniger warme Luft heranführte. Durch Kaltluftadvektion an seiner Ostseite wurde der Hochkeil in seinem nördlichen Teil nach Westen zurückgedrängt, so dass wir vorübergehend an seiner kühleren Ostflanke in nordwestlicher Strömung lagen. Am nachfolgenden Wochenende schwappte die Heißluft aber wieder ostwärts zurück, überquerte uns – wenn man so will – ein zweites Mal und sorgte für die bereits genannten Rekorde. Dahinter stellte sich dann zum Monatswechsel erneut eine Nordwestlage mit deutlicher Abkühlung ein.

Große Unterschiede gab es bei der Niederschlagsbilanz aufgrund des meist schauerartigen, gewittrig verstärkten Regens, der an einzelnen Tagen in der wechselhafteren Phase zwischen dem 3. und 19. auftrat. Flächiger Landregen war stattdessen Fehlanzeige. Die DWD-Station in Bevern wurde mehrfach gut getroffen und sammelte mit 81,9 mm 20% mehr als im Mittel der Jahre 1981-2010 ein. An den anderen Stationen des Kreises fiel weniger: 56 mm in Hehlen (ebenso in Lüchtringen), 59 mm in Ottenstein, 72 mm in Hellental, 74 mm in Vorwohle. Keinerlei Differenz gab es in der sonnigen und sehr warmen dritten Monatsdekade, in der es in der gesamten Region durchweg trocken blieb, wodurch zumindest in den oberen Bodenschichten das Feuchtedefizit zurückkehrte.

Die Sonnenscheindauer schließlich stieß in bisher im Juni unbekannte Dimensionen vor. Mit 298 Stunden wurde die 300er-Marke nur knapp verfehlt und der bisherige Rekord aus dem Jahr 2010 um 22 Stunden distanziert. Dass der Juni zuvor so deutlich hinter den Bestmarken der Monate Mai und Juli zurücklag, hat wenig damit zu tun, dass ihm im Vergleich ein Tag fehlt (dieser wird durch die längere astronomisch mögliche Sonnenscheindauer mehr als kompensiert). Vielmehr ist der durchschnittliche Bedeckungsgrad höher, was an vermehrter Konvektionsbewölkung im Tagesgang zu tun hat und auch damit, dass stabile Wetterlagen, wie wir sie in der dritten Dekade mit den Hochdruckgebieten Ulla und Vera erlebt haben, zu dieser Jahreszeit nicht oft vorgekommen sind. Vielleicht ändert sich auch dies im Zuge des Klimawandels mit einer Zunahme von quasistationären Druckgebieen. Die Ausnahmestellung dieses Junis zeigt sich jedenfalls im Vergleich zu seinem langjährigen Klimamittel, das um fast 60% übertroffen wurde.

Und manchmal scheint die Sonne sogar nachts – jedenfalls erweckt sie um die Zeit des astronomischen Sommerbeginns manchmal den Eindruck, wenn das Phänomen der Leuchtenden Nachtwolken auftritt. Diese NLC (noctilucent clouds) sind Eiskristalle in der Mesopause in über 80 km Höhe. Aufgrund ihrer großen Höhe (Wolken in unserer Troposphäre bringen es auf maximal 13 km) können sie um diese Jahreszeit auch nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang von der schräg unter dem Horizont stehenden Sonne angestrahlt und damit zum „Leuchten“ gebracht werden. Besonders intensiv war das Schauspiel am 21.06. auch in unserer Region. Das beeindruckende Foto unten stellte freundlicherweise Thomas Seliger zur Verfügung, der es auf der „anderen“ Seite des Sollings in Moringen aufgenommen hat.

 

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Juni_ 2019_TTJuni_ 2019_RRJuni_ 2019_SSDJuni_2019_Tx_EntwicklungJuni_2019_Tm_EntwicklungJuni_2019_Tx_RekordeJuni_2019_Tägliches MittelJuni_1934-2019_TTJuni_1934-2019_RRNLC_1IMG_1580IMG_1861IMG_2081IMG_2099

 

Der erste heiße Tag des Jahres 2019

Am heutigen Dienstag wurde an der DWD-Station in Bevern erstmals in diesem Jahr die Marke von 30 Grad erreicht bzw. um genau 0,1 K übertroffen. Zwischen 17:10 und 17:20 Uhr wurde der erste offizielle Hitzetag des Jahres 2019 gemessen, drei Wochen später als im vergangenen Jahr, als es am 28. Mai erstmals über die 30 ging. Morgen soll nach den Modellberechnungen noch ein Hitzetag folgen, bevor Schauer und Gewitter mit einem Luftmassenwechsel eine Abkühlung bringen. Ab Donnerstag liegen die Höchstwerte dann erst einmal bei mäßig warmen 22-23 Grad, am Sonntag wird es mit bis zu 25 voraussichtlich wieder wärmer und zu Beginn der kommenden Woche könnte ein weiterer deutlicher Anstieg mit weiteren möglichen Hitzetagen folgen.

Über 73 mm Regen an einem Tag

Rückblick auf den Mai 2019 an der Station Silberborn

Auch im Hochsolling fiel der Mai deutlich kühler als im langjährigen Durchschnitt aus: An der privaten Station im Kurgarten lag die Monatsmitteltemperatur bei nur 9,3 °C und damit glatt 2 Grad unter dem dortigen Klimamittel der Jahre 1981-2010. Auf rund 430 Metern Höhe wurde sogar noch viermal Luftfrost bis Monatsmitte gemessen, erst am 18. wurde die 15-Grad-Marke überschritten und am Tag darauf der höchste Wert des Monats mit recht bescheidenen 21,4 °C erreicht.

Herausragendes Ereignis waren die Niederschläge, die am Nachmittag des 20. einsetzten, zunächst als Starkregenschauer mit Donner, Blitz und Hagel, später bis in die Nacht als Dauerregen: Über 73 mm landeten bis zum Ablesetermin am Dienstagmorgen in der Sammelkanne, die für maximal 60 mm ausgelegt ist und nun zum zweiten Mal nach Juli 2017 überlief– die Konstruktion des Regenmessers nach Hellmann sorgt aber dafür, dass der Rest im äußeren Gefäß gesammelt wird und nichts verloren geht.
Als Monatssumme gab es mit 120,3 mm fast 47% mehr Regen als im vieljährigen Durchschnitt – und sogar noch etwas Schnee, der sich am 4. noch einmal unter den Regen gemischt hatte, auch wenn es anders als in vergleichbaren Höhenlagen in der Mitte des Landes nicht mehr für eine messbare Schneedecke reichte.

Auch hier noch der Blick auf die Frühjahrsbilanz: Mit 7,6 °C war es auch in Silberborn um 0,6 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010, beim Niederschlag wurde der Klimawert mit einer Summe von März bis Mai von 253,2 mm um 2% überschritten.

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Frühsommer noch in der Warteschleife

Rückblick auf den Mai 2019 an der DWD-Station Bevern

Anders als sein rekordwarmer und sehr sonniger Vorgänger 2018 präsentierte sich der Mai in diesem Jahr launisch und in der ersten Monatshälfte deutlich unterkühlt. Nach Monatsmitte wechselten sich dann wärmere Phasen mit moderat kühlen ab, eine durchgreifende Erwärmung blieb dabei aber aus, so dass es am Ende zum ersten Mal seit März 2018 wieder eine negative Abweichung zum vieljährigen Klimamittel gab. Auch beim Sonnenschein blieb der Wonnemonat weit unter seinen Möglichkeiten und ein ganzes Stück unter dem langjährigen Durchschnitt, während die Niederschlagsbilanz in der Region aufgrund markanter Unterschiede bei den Starkregenfällen am 20. Mai ein uneinheitliches Bild zeigt. Trockenheit ist zwar derzeit kein akutes Thema mehr, wegen des nach wie vor bestehenden Feuchtedefizits in den tieferen Bodenschichten kann es aber je nach Witterungsverlauf in den kommenden Wochen schnell wieder auf die Tagesordnung gelangen.

Mit einer Mitteltemperatur von 11,5 °C war der Mai 2019 an der DWD-Station in Bevern um 1,8 Grad kälter als im Mittel der Jahre 1981-2010 – das sind fast 5 Grad weniger als im vergangenen Mai, der mit 16,4 °C einen neuen Rekord aufgestellt hatte. Auch im Vergleich der letzten 30 Jahre sortiert sich der diesjährige Mai weit unten ein, nur 1991 und 2010 war es noch kälter im dritten Frühlingsmonat. Dafür verantwortlich war vor allem eine deutlich unterkühlte erste Monatshälfte, in der es tagsüber nur vereinzelt mal leicht über die Marke von 15 Grad ging und die Nacht- und Morgenwerte meist im deutlich einstelligen Bereich lagen bis hin zu sehr späten Luftfrösten am 5. und sogar noch einmal am 15. – nur dreimal hat es seit 1951 noch späteren Frost in der Klimareihe Holzminden/Bevern gegeben.  Fünf Zentimeter über dem Erdboden wurde sogar noch an acht Tagen Frost gemessen mit dem tiefsten Wert von -4,2 °C am Morgen des 5. Mai. In der zweiten Monatshälfte ging es dann unter Schwankungen bergauf mit den Temperaturen, am wärmsten wurde das dritte Wochenende vom 18.-20., das immerhin drei Tage in Folge mit Höchstwerten über 22 Grad zu bieten hatte, sowie am Monatsletzten, als die Umstellung zu sehr warmem Frühsommerwetter, das sich zum Start in den Juni durchsetzen sollte, bereits in vollem Gange war. Ein meteorologischer Sommertag wurde aber erstmals seit 2013 nicht mehr erreicht.

Angesichts der späten Fröste waren in diesem Jahr die sogenannten „Eisheiligen“ wieder ein Thema in der Berichterstattung über das Wetter und dabei hieß es häufig, sie seien in diesem Jahr pünktlich gewesen. Aber stimmt das auch? Diese Frage lässt sich bei gründlicher Auswertung mit einem klaren Nein beantworten. Zum einen fielen die im Mittelalter beobachteten Spätfröste, die den Eisheiligen ihren Namen gaben, noch in Zeiten des Julianischen Kalenders – nach unserem aktuellen Gregorianischen Kalender müssten sie also rund zehn Tage später zu Beginn der dritten Dekade zu finden sein und nicht schon in der ersten Hälfte der zweiten Dekade. Doch auch dort sind in den Wetterdaten der letzten 130 Jahre keinerlei Häufungen von Kälterückfällen auszumachen, im Gegenteil: wie es die fortschreitende Jahreszeit mit immer höherem Sonnenstand bereits vermuten lässt, tauchen die kältesten Tage in der Regel zu Monatsbeginn auf und nicht erst im späteren Verlauf – so auch in diesem Jahr, als es in den Tagen um den 5. Mai herum am kältesten war.  Das mag in Zeiten eines anderen, deutlich kälteren Klimas im Mittelalter möglicherweise anders gewesen sein, genaue Zahlen mit Tagesmessungen liegen dazu aber nicht vor. Dass in diesem Jahr der letzte Frost tatsächlich auf die in vielen Kalendern noch vermerkte „Kalte Sophie“ am 15. Mai fiel, muss man daher aus wissenschaftlicher und statistischer Sicht als rein zufälliges Ereignis einstufen.

Rein zufällig jedenfalls, was das Datum angeht – eine physikalische Ursache lässt sich natürlich in der vorherrschenden Wetterlage finden, die in der ersten Monatshälfte häufig von Nord- und Nordwestlagen geprägt war. Außergewöhnlich war dabei die Luftmasse, die uns zum 5. Mai erreichte: Diese stammte, wie sich anhand der Rückwärtstrajektorien nachverfolgen lässt, aus dem tiefsten östlichen Sibirien und wurde von den Druckgebilden über die Polregion und Skandinavien bis nach Mitteleuropa transportiert. Während des Winters würde eine solche Luftmasse – im Grunde die kältestmögliche, die uns erreichen kann – zu strengem Dauerfrost führen.

Doch zurück in den Mai und zur Niederschlagsbilanz, auf die es sich ein wenig genauer zu blicken lohnt: Am Nachmittag des 20. Mai entwickelten sich zunächst einzelne gewittrig durchsetzte Schauer, die im Laufe des Abends in Dauerregen übergingen. Die Intensität war dabei jedoch sehr unterschiedlich: Während an den Stationen der Weser entlang Tagessummen von „nur“ 11,2 mm (Hehlen) bis 27,2 mm (Bevern) gemessen wurden, war es etwas weiter westlich markant mehr: Die Station Brakel meldete 66 mm und Lügde-Paenbruch fast 69 mm, am Fuße des Sollings inAmelith kamen sogar 78,5 mm zusammen. An jenem Montag fiel in der Region teilweise mehr als die Hälfte der Monatssumme, da sich die weiteren Niederschläge meist in engen Grenzen hielten und es an knapp der Hälfte der Tage trocken blieb. In Bevern wurde mit 56,2 mm das Mittel der Jahre 1981-2010 um knapp 13% verfehlt.

Die Sonne, die uns im April noch mit vielen Überstunden verwöhnt hatte, tat sich im Mai deutlich schwerer gegen die oft dichten Wolken. Es gab zwar keinen länger anhaltenden trüben Abschnitt, aber auch Tage mit viel Sonnenschein traten nur vereinzelt und nicht zusammenhängend auf – auch daran zeigt sich der wechselhafte, weitgehend von zyklonalen (tiefdruckgeprägten) Großwetterlagen dominierte Charakter des Monats. Mit rund 163 Stunden wurde das Klimamittel der Jahre 1981-2010 um 33 Stunden oder 17% verfehlt. Im Vergleich zum Mai 2018 schien die Sonne fast 115 Stunden weniger.

Bleibt noch der Blick auf die Frühjahrsbilanz: Mit 9,6 °C in Bevern war es 0,6 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010, dazu fielen rund 88% des langjährigen Niederschlags. Dank des sehr sonnigen Aprils gab es mit knapp 493 Sonnenstunden rund 7% mehr als im Durchschnitt. Zieht man zum Vergleich das ab 2021 offiziell gültige Klimamittel seit 1991 heran, das unserem gegenwärtigen Klima am besten entspricht, gab es in diesem Frühjahr zumindest in Bevern nur marginale Abweichungen von +0,2 Grad, -1,8% Niederschlag und +2,9% Sonnenschein. Aus dieser Perspektive betrachtet liegt also ein sehr durchschnittliches Frühjahr hinter uns.

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Eine der spätesten Frostnächte

der Zeitreihe Holzminden/Bevern mit Tageswerten ab 1951 gab es am frühen Morgen des heutigen Mittwochs. In zwei Metern Höhe lag das Minimum an der DWD-Station in Bevern bei -0,3 °C. An diesem Standort, der offiziell am 01.07.2006 in Betrieb genommen wurde, gab es nur einmal noch späteren Luftfrost am 17.05.2012 mit -0,2 °C.  An den früheren Holzmindener Stationen kommen noch drei weitere Termine hinzu, so dass es immerhin der fünftspäteste Frost seit Aufzeichnungsbeginn war.  Fünf Zentimeter über dem Erdboden betrug das Minimum sogar -3,1 °C und es war bereits der achte Bodenfrost in dieser ungewöhnlich kalten ersten Maihälfte.

Die Spätfrosthitliste vor Ort in 2 m Höhe: 

1. 03.06.1962 -0,2 °C
2. 22.05.1988 -0,5 °C
3. 17.05.1951 -0,7 °C +17.05.2012 -0,2 °C
5. 15.05.2019 -0,3 °C

Das dürfte es nun vorerst mit dem Frost in diesem Frühjahr gewesen sein, doch ob es wirklich der letzte war (übrigens erst der zweite Luftfrost in 69 Messjahren an einem der sogenannten Eisheiligen zwischen dem 11. und 15. Mai), bleibt abzuwarten – heute Abend zeigt das GFS einen weiteren veritablen Vorstoß polarer Luftmassen mit Bodenfrostgefahr in zehn Tagen – ein Szenario, das von den anderen Modellen aber derzeit nicht geteilt wird.

Kälteste Maiennacht seit 40 Jahren

Sehr später Frost am 5. Mai 2019

In der Nacht zum heutigen Sonntag gab es verbreitet in Deutschland sehr späten Frost – und neue Kälterekorde an der DWD-Station in Bevern. In zwei Metern Höhe betrug der Tiefstwert -1,7 °C, fünf Zentimeter über dem Boden waren es sogar nur -4,2 °C – das sind die niedrigsten Werte, die bisher in einem Mai seit Inbetriebnahme des Standorts in der Münchhausenstraße in Bevern im Juni 2006 gemessen wurden. Die alten Rekorde stammten vom 4. Mai 2011 mit -1,1 °C bzw. -3,7 °C.
Aber auch wenn man in der Messreihe 2323 auf die früheren Holzmindener Standorte zurückschaut (Tageswerte liegen seit 1951 vor) finden sich nur wenige noch tiefere Werte – bei der Lufttemperatur in zwei Metern Höhe ganze drei: -2,7 und -2,6 °C am 8. und 9. Mai 1957 sowie -2,0 °C am 7. Mai 1979. Die Nacht zum Sonntag war also die viertkälteste im Mai seit Aufzeichnungsbeginn und die kälteste seit 40 Jahren. In Silberborn waren es sogar -3,2 °C am frühen Morgen, dort steht der Apfel noch in Vollblüte, so dass dort mit Schäden zu rechnen sein dürfte.
Statistisch treten Maifröste übrigens um den 5. herum am häufigsten auf und nicht wie allgemein oft vermutet zu den Zeiten der sog. Eisheiligen, egal ob man diese auf die Zeit vom 11.-15.05. terminiert oder gemäß der gregorianischen Kalenderreform sogar noch zehn Tage später.

Mehr Sonne gab es nur 2007

Rückblick auf den April 2019 an der DWD-Station Bevern

Der zweite meteorologische Frühlingsmonat glich bei den Temperaturen einer Achterbahnfahrt: Nach einem milden Start gab es bis zur Monatsmitte ein Auf und Ab zwischen wärmeren Abschnitten und empfindlichen Kälterückfällen, bevor sich nach Monatsmitte eine frühsommerliche Witterungsphase einstellte, die auch den ersten Sommertag mit sich brachte. Anschließend ging es mit Beginn der letzten Pentade wieder deutlich abwärts. Regen fiel dabei nur an neun Tagen und meist in unergiebiger Menge, so dass der April 2019 erneut als zu trockener Monat in die Statistik eingeht, während er sich beim Sonnenschein einen Spitzenplatz in der lokalen Klimareihe sicherte: Nur 2007 schien die Sonne noch länger. Damit fallen die drei sonnenscheinreichsten Exemplare seit Messbeginn 1951 in die letzten 13 Jahre.

Die Mitteltemperatur lag im April 2019 bei 10,19 °C, damit war er 1,34 K wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010. Gegenüber dem WMO-Mittel der Jahre 1961-1990 betrug die Abweichung +2,26 K, gegenüber dem Mittel seit 1991 noch +0,75 K. Diese Abweichungen entsprechen recht genau jenen des deutschen Gebietsmittels.
In der Reihe seit 1935 war es damit der 13.wärmste April zusammen mit 1959 und 2004.
Der erste met. Sommertag wurde am 24. gemessen, das sind 21 Tage früher als im Mittel seit 1991. Die Anzahl der Frosttage entsprach mit vier dem langjährigen Durchschnitt.

Mit 29,4 mm fielen nur 59,3% des mittleren Niederschlags von 1981-2010, gegenüber 1961-1990 waren es 51,6% und gegenüber 1991-2019 62,8%. Neun Niederschlagstagen, davon drei mit flüssiger und fester Phase, standen 21 trockene Tage gegenüber. Nur ein Tag brachte mehr als 10 mm während eines recht kräftigen Gewitters am Abend des 3. April. In der Rangliste seit 1935 war es der 15.trockenste April.
Die Jahressumme beträgt bisher 224,1 mm, das sind 85,6% des Mittels von 1981-2010, 98,4% gegenüber 1961-1990 und 92,9% gegenüber 1991-2019.

Die Sonnenscheindauer lag bei errechneten 238,4 h. Der April 2019 geht damit als zweitsonnigster nach 2007 in die Statistik ab 1951 ein. Außergewöhnlich war die Serie der neun sonnenscheinreichen Tage zwischen dem 15. und 23., als es jeweils mindestens fast zwölf Stunden waren und an mehreren Tagen die maximal messbare Tagessumme erreicht wurde. Zusammen mit dem 24. waren es zehn Tage mit über zehn Stunden in Folge.

April_2019_MonatsübersichtApril_ 2019_TTApril_ 2019_RR+SSDApril_Mitteltemp_Entwicklung_2019April_Entwicklung-TxApril_2019_Tx_histApril_tägliches MonatsmittelApril_1935-2019_TempApril_1935-2019_RR

Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet

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