Vorfrühling und neue Temperaturrekorde statt Schnee und Eis

Rückblick auf den Februar 2019 an der DWD-Station Bevern

Der dritte und letzte meteorologische Wintermonat geht als sonnig, trocken und sehr mild in die regionale Klimastatistik ein. In der Messreihe Holzminden/Bevern war es der zwölftwärmste Februar seit Aufzeichnungsbeginn 1935 und zudem einer der sonnigsten. Hauptverantwortlich dafür war die zweite Monatshälfte mit den beiden kräftigen und höhenwarmen Hochdruckgebieten Dorit und Frauke, die für viele Sonnenstunden und ungewöhnlich hohe Tagestemperaturen bis hin zu neuen Februarrekorden am 27. sorgten. Die Kehrseite der Medaille waren ein erneutes deutliches Niederschlagsdefizit und – zumindest aus Sicht von Winterfans – die fast durchgehende Abwesenheit von Winterwetter, in den Niederungen beendete ein komplett grüner Februar einen der drei schneeärmsten Winter seit Aufzeichnungsbeginn.

Mit einer Mitteltemperatur von 4,6 °C war es an der DWD-Station in Bevern im Februar 2019 um 2,8 Grad wärmer als im Durchschnitt der Jahre 1981-2010. Nach einem Start auf jahreszeitüblichem Niveau ging es zum Ende der ersten Woche vor allem mit den nächtlichen Tiefstwerten aufwärts. Frost spielte bis kurz vor Monatsmitte keine Rolle mehr und auch tagsüber war es relativ mild. Viele Wolken und wenig Sonnenschein hinterließen ein trübes Gesamtbild, das schon weite Teile der beiden Vormonate geprägt hatte. Der Spätwinter schien seinem Ende unentschlossen und unspektakulär entgegenzudümpeln und auch das Hochdruckgebiet Dorit, das zur Monatsmitte die Wetterregie in Mitteleuropa übernahm, schien eigentlich wenig geeignet, daran etwas zu ändern. Zwar zeigten die einschlägigen Apps zu diesem Zeitpunkt viele sonnige Tage in den Vorhersagen, doch waren durchaus Zweifel angebracht: Erfahrungsgemäß unterschätzen diese vollautomatischen Vorhersagesysteme bei Hochdruckwetterlagen im Winterhalbjahr die Bewölkung häufig deutlich, da Prozesse in der Grundschicht und knapp darüber nur unzureichend abgebildet werden. Mit anderen Worten: Ein windschwaches, stationäres Hoch über Deutschland Mitte Februar führt üblicherweise zu einer kalten Grundschicht und einer kräftigen Bodeninversion, die zudem Nebel und Hochnebel gerade in Flusstälern begünstigt.

Doch davon war zur Überraschung vieler Beobachter diesmal nichts zu sehen: Zwar bildete tatsächlich eine Bodeninversion aus, sowohl unter Dorit als auch unter dem nachfolgenden Hoch Frauke, das sich nach kurzem Tiefdruckeinfluss ab 23.02. bei uns festsetzte, doch beschränkte sich diese auf leichten Nachtfrost und kalte Morgenstunden. Nebel blieb völlig aus und so schaffte es die Sonne ab den späten Vormittagsstunden auch die bodennahe Schicht deutlich zu erwärmen. Zwar wurde es mit Sonnenuntergang mess- und spürbar rasch deutlich kühler, dennoch sorgten die warmen Nachmittage zum Monatsende für einen in dieser Form zu dieser Jahreszeit in der Region bisher noch nicht beobachteten Temperaturverlauf: Tage mit Werten von über 15 Grad waren bisher im Februar Wetterlagen mit kräftiger Warmluftadvektion aus Südwesten oder Süden vorbehalten geblieben. Ein Grund für die ungewöhnliche starke Erwärmung und vergleichsweise schwache nächtliche Abkühlung dürfte darin zu finden sein, dass große Landflächen Mitteleuropas abseits der Gebirgslagen schneefrei waren und so keine eigenständige Kaltluftproduktion in Gang gesetzt wurde, wie sie bei Winterhochs häufig auftritt. Dennoch bleibt unterm Strich neben einer Reihe von neuen Tageshöchstwertrekorden inklusive des neuen Monatsrekords von 18,5 °C vom 27.02. die Frage, wie es unter diesen Rahmenbedingungen so früh im Jahr so warm werden konnte, nur unzureichend geklärt. Auch die Wettervorhersagen, egal ob von Menschenhand oder aus dem Modellcomputer, lagen in diesen Tagen bei den Höchstwertprognosen regelmäßig um drei Grad zu niedrig.

Die beiden Antizyklonen Dorit und Frauke (2019 tragen die Hochdruckgebiete weibliche Namen) sorgten zudem für einen neuen Sonnenscheinrekord in der zweiten Monatshälfte: Ab dem 15. Februar wurden 91 Stunden registriert – weit mehr als der langjährige Durchschnitt des Gesamtmonats von 68 Stunden. Zusammen mit den 22 Stunden der weitgehend trüben ersten Hälfte brachte es der Februar auf insgesamt 113 Stunden, das ergibt zwei Drittel mehr als im Klimamittel und den möglicherweise zweitsonnigsten Februar seit Messbeginn 1951 nach 2003. Möglicherweise deshalb, weil die Datenlage in der Region beim Sonnenschein nicht so belastbar ist wie bei Temperatur und Niederschlag. 1959, 1975 und 1985 finden sich ähnlich sonnige Februarwerte in der Umgebung wie in diesem Jahr.  Außergewöhnlich war zudem, dass es gleich neun Tage während der beiden Hochdruckphasen schafften, die astronomisch mögliche Sonnenscheindauer nahezu oder gar vollständig zu erreichen – die einzigen Wolken, die sich in diesen Tagen gelegentlich am Himmel herumtrieben, waren hohe dünne Schleierwolken (Cirren), durch die die Sonne noch gut hindurchscheinen konnte

Wo viel Sonne ist, da findet sich meist nur wenig Niederschlag – so auch in diesem Februar, der zwar nicht ganz so trocken abschloss wie sein Vorgänger 2018, aber dennoch die 30-Jahres-Mittel klar verfehlte. In Bevern kamen 25,1 mm bzw. 41,8% zusammen, wovon ein Großteil auf den 10.02. mit 17,5 mm entfiel. Entsprechend hoch war die Anzahl der komplett trockenen Tage mit 18.

Februar_2019_Monatsübersicht

Februar_ 2019_TT
Temperaturrekorde…
Februar_2019_RR+SSD
… und Sonnenscheinrekorde in der zweiten Monatshälfte

Februar_2019_TxFebruar_2019_Tm

Februar_ 2019_Tx_hist
Mehrere neue Tagesrekorde – und ein neuer Februarrekord am 27.
Februar_1935-2019_Temp
Elfmal war es bisher wärmer im Februar, meist dagegen kälter
Februar_1935-2019_RR
Nicht so trocken wie 2018, aber deutlich unter dem Durchschnitt beim Niederschlag

 

 

Mild, am Ende sonnig und wenig Schnee

Rückblick auf den Winter 2018/2019 an der Station Silberborn

Deutlich wärmer als im langjährigen Mittel war der meteorologische Winter 2019 im Hochsolling. Dazu gab es bis zum Ende der ersten Februardekade viel Niederschlag, der meist als Regen fiel, und wenig Sonnenschein, bevor die Umstellung auf eine höhenwarme, trockene und sehr sonnige Hochdrucklage dafür sorgte, dass der Winter am Ende über 20% mehr Sonnenschein brachte als im Durchschnitt.
Für Schneeliebhaber war es dagegen weitgehend ein Winter zum Vergessen: Zwar konnte an insgesamt 25 Tagen eine Schneedecke gemessen werden, aber die Abschnitte währten meist nur recht kurz und vor allem fehlte es an der Menge bzw. Höhe – an nur einem Tag wurde die maximale Höhe von 8 cm gemessen, sonst waren es meist höchstens 5-6 cm – zu wenig für gespurte Loipen und Skilanglauf. Dabei war die Großwetterlage sogar relativ günstig für einen schneereichen Winter in einer Mittelgebirgslage, denn häufig strömte feuchte Luft mit Niederschlägen aus Nordwesten oder Norden ein, doch diesmal war das Temperaturniveau oft um 1-2 Grad zu hoch, so dass sich meist erst ab ca. 700 m eine mächtigere und länger haltende Schneedecke ausbilden konnte – für den Solling lag die Grenze zwischen Schmuddel und weißer Pracht oft um 200 m zu hoch. Immerhin reichte es in der letzten Januar- und ersten Februardekade zu einem etwas längeren Abschnitt mit Schnee und Frost. Doch die Zahlen sprechen letztlich für sich, nicht nur beim Schnee: 14 Eistage mit Dauerfrost, 44 Frosttage und eine Kältesumme von 65,2 Kelvin liegen in etwa im bzw. ein Stück unter dem Klimamittel- des gut 300 m tiefer gelegenen Wesertals wohlgemerkt. Für den Hochsolling sind es dagegen deutlich unterdurchschnittliche Werte.
Immerhin konnte die lange trockene Phase des Vorjahrs genau mit Beginn des Winters beendet oder zumindest für gut zwei Monate unterbrochen werden, doch reicht die gefallene Menge (noch) nicht aus, um Entwarnung für die Sollingwälder geben zu können. Immerhin blieben in diesem Winter stärkere Sturmereignisse aus.

2019_Winter_Übersicht_Silberborn

Drittwärmster Februar seit Messbeginn

Rückblick auf den Februar 2019 im Hochsolling

Deutlich wärmer, trockener und sonniger als im langjährigen Mittel präsentierte sich der Februar 2019 an der Hochsolling-Wetterstation in Silberborn. Der Temperaturüberschuss übertraf jenen im Oberwesertal nochmal deutlich, da die beiden die zweite Monatshälfte dominierenden Hochdruckgebiete Dorit und Frauke mit ihrer Höhenwärme eine stärkere nächtliche Auskühlung verhinderten. Mit einer Mitteltemperatur von 3,8 °C war es im Februar 2019 um satte 4 Grad wärmer als im Durchschnitt der Jahre 1981-2010, das ältere WMO-Referenzmittel von 1961-1990 wurde sogar um 4,6 K übertroffen. Nur in den Jahren 1990 und 1998 war es in der Hochsolling-Messreihe ab 1936 mit 4,0 bzw. 3,9 °C im letzten meteorologischen Wintermonat noch etwas wärmer. Sowohl bei der absoluten Höchsttemperatur (16,2 °C am 27.02.) als auch beim mittleren Tagesmaximum (7,70 °C) gab es neue Rekorde.
Aufgrund der angesprochenen Hochdruckdominanz fiel mit nur 30,7 mm deutlich weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel, während die Sonne in der zweiten Monatshälfte kräftig Überstunden leistete und die Gesamtmonatsbilanz auf 111 Stunden hochschraubte.  Schnee lag noch zum Monatsbeginn, allerdings blieb die maximale Höhe auf für die Region bescheidenem Niveau von 6-7 cm. Mit den Regenfällen am zweiten Wochenende verschwand der Schnee aber rasch und neuer kam nicht mehr hinzu, es reichte lediglich noch für etwas Schneeregen. Und derzeit sieht es auch nicht so aus, als würde der März noch etwas an der enttäuschenden Bilanz in Sachen Schnee im Hochsolling ändern können.

2019_02_Übersicht_Silberborn2019_02_Diagramm_Silberborn

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Fällt heute der Februarrekord?

Auch gestern gab es mit einem Höchstwert von 17,3 °C an der DWD-Station in Bevern wieder einen neuen Tagesrekord – es war bereits der fünfte in diesem Monat und der sechste wird heute folgen, da nur 14,9 °C zu schlagen sind im Ranking für den 27. 02. Spannender wird die Frage, ob es auch für das höchste Maximum in einem Februar in der Messreihe mit Tageswerten seit 1951 reicht. Hier stehen bisher 17,9 °C vom 29.02.1960 ganz oben in der Liste. Die Vorhersagen der Wetterdienste liegen heute Früh bei 17 Grad (DWD), 19 Grad (wetteronline) und sogar 20 Grad (meteogroup).
Auf jeden Fall wird für einen neuen Rekord ein sehr hoher Tagesgang von über 20 Kelvin nötig, denn das Startniveau heute Morgen liegt mit einem Minimum von -2,8 °C noch etwas tiefer als in den letzten Tagen. Die Auflösung gibt’s voraussichtlich spätestens gegen 16:45 Uhr.

Nachtrag 19:30 Uhr:
Seit heute gibt es in der Tat einen neuen Februarrekord beim Höchstwert der Lufttemperatur: Die alte Bestmarke war um 14:50 Uhr mit 18,0 °C übertroffen und im Laufe des Nachmittags steigerte sich der neue Rekord noch auf 18,5 °C. Es dauerte recht lange, bis die Bodeninversion weggeheizt war, kurz vor 13 Uhr lag der Messwert noch bei 13,1 °C, bevor ein Anstieg von fast 5 K in zwei Stunden folgte. Der Tagesgang vom Tmin zum Tmax betrug damit beeindruckende 21,3 Kelvin. Und bei den Vorhersagen gewann letztlich die goldene Mitte, wobei von den Wetterdiensten heute wetteronline am besten lag. Damit endet ein für Ende Februar außergewöhnlich warmer (gemessen an den Tageshöchstwerten) und mit rund 47 Stunden in den letzten fünf Tagen äußerst sonniger Witterungsabschnitt – mehr geht zu dieser Jahreszeit nicht.
Ab morgen gehen die Tageswerte wieder auf halbwegs der Jahreszeit entsprechende Werte zurück, während die Nächte aufgrund der zunehmenden Bewölkung milder als zuletzt werden. Weitere Rekorde sind erst einmal nicht in Sicht.

 

15.-18.02.: Vier Tageshöchstwertrekorde

Mit dem heutigen Montag endet vorerst ein außergewöhnlich sonniger und tagsüber rekordwarmer Witterungsabschnitt. Die „dunklen“ Stunden ohne Sonneneinstrahlung blieben dagegen kalt und zeitweise frostig, so dass die Tagesmitteltemperaturen zwar über den langjährigen Mittelwerten landeten, ohne dabei als ungewöhnlich hoch aufzufallen.
Anders bei den Tageshöchstwerten: Diese lagen von Freitag bis heute jeweils um 15 Grad, genauer: 15,3 / 15,1 / 14,4 und schließlich 15,6 °C wurden an der Beveraner DWD-Station in der Spitze gemessen – allesamt neue Tagesrekorde in der Messreihe ab 1951.
Und dabei gab es kaum Wolken am Himmel, am Freitag blieb es komplett wolkenlos, am Samstag zogen erst zum Sonnenuntergang hohe Schleierwolken auf, die sich auch am Sonntag zeigten, aber so dünn blieben, dass die Sonne fast durchgehend hindurch scheinen konnte, bevor heute ein bis in die Nachmittagsstunden wieder wolkenloser Tag diese Schönwetterphase abrundete und zugleich ihren Endpunkt bildete. Mit fast 36 Stunden Sonnenschein in vier Tagen wurde fast die maximal messbare Dauer zu dieser Jahreszeit erzielt.
Ab Dienstag wird es erst einmal deutlich mehr Wolken geben und die Höchstwerte gehen zurück auf für die Jahreszeit immer noch klar überdurchschnittliche Werte um zehn Grad, gleichzeitig werden die Nächte milder, bevor der Vorfrühling zum kommenden Wochenende einen neuen Anlauf unternehmen will. Niederschlag ist nur wenig zu erwarten, so dass der Februar wohl ein ganzes Stück zu trocken ausfallen wird.

 

Der bisher wärmste Tag des Jahres…

… war – gemessen an der Höchsttemperatur – der heutige Donnerstag an der DWD-Station in Bevern. Nach einem Minimum genau auf dem Gefrierpunkt am Morgen und einem kalten Vormittag, als zähe hohe Wolkenfelder der Sonne nur wenig Gelegenheit ließen, die bodennahe Luftschicht zu erwärmen, machten die Werte nach dem Mittag unter einem nun nahezu wolkenlosen Himmel noch einen Satz nach oben bis auf 12,2 °C. Bisher war es im Jahr 2019 nur einmal über die Zehn-Grad-Marke gegangen: am vergangenen Samstag im Warmsektor des Tiefdruckkomplexes trotz Regens und ohne Sonne auf 10,2 °C.

Bis kurz nach 16:20 Uhr wurden Werte knapp über zwölf Grad erzielt heute, anschließend ging es aber rasch abwärts – bereits zwei Stunden später waren es schon sieben Grad weniger. Die kommende Nacht dürfte sogar leichten Frost bringen, bevor morgen erneut viel Sonnenschein wieder eine Erwärmung auf 12-13 Grad am Nachmittag erwarten lässt. Und wenn nichts völlig Unerwartetes dazwischenkommt, ist das auch der Fahrplan fürs Wochenende: Nach jeweils recht kalter Nacht gibt’s viel Sonnenschein, kaum Wind unter dem Hoch und Höchstwerte von 13-14 Grad. Auch am Montag soll sich daran nach derzeitigem Stand kaum etwas ändern, bevor ab Dienstag wieder mehr Wolken und zurückgehende Temperaturen zu erwarten sind, wobei es wohl immer noch ein ganzes Stück wärmer als zu dieser Jahreszeit üblich bleiben dürfte. Ein Wintereinbruch ist bis zum Ende des meteorologischen Winters in zwei Wochen mittlerweile in weite Ferne gerückt.

Von Rekorden blieben wir zwar heute noch ein ganzes Stück entfernt (der historische Höchstwert in der Zeitreihe Holzminden/Bevern an einem 14. Februar seit 1951 liegt mit 16,2 °C genau vier Grad über dem heutigen Maximum), am Sonntag und Montag hängen die Trauben aber mit 11,7 und 12,1 °C deutlich niedriger und so sollten angesichts der aktuellen Prognosedaten neue Tagesrekorde aufgestellt werden.

 

Schnee so gut wie Fehlanzeige

Rückblick auf den Januar 2019 im Holzmindener Oberwesertal

Fotos vom Winterwunderland aus den Kameras und Smartphones seiner Leser konnte der Tägliche Anzeiger Holzminden Ende Januar auf mehreren Sonderseiten präsentieren, nachdem sich das Wetter nach langer Anlaufzeit zumindest für ein paar Tage freundlich mit viel Sonnenschein und in den höheren Lagen auch in weiß mit einer – wenn auch recht dünnen – Schneedecke gezeigt hatte.

Diese Witterungsphase polierte die Bilanz des zweiten meteorologischen Wintermonats noch ein ganzes Stück auf, dessen erste Hälfte nahtlos an den Dezember anknüpfte und sehr mild mit viel Regen und kaum Sonnenschein ausfiel. Doch dann vertrieb die Kaltfront von Tief „Hinne“ zwar ohne Blitz, aber mit Donner das wochenlange Schmuddelwetter und leitete einen kalten und über mehrere Tage hinweg auch sonnigen Abschnitt ein.

Zum Monatsende dominierte wieder Tiefdruckeinfluss mit vorübergehender Milderung, dunklen Wolken und Regen bis in höhere Lagen, der in den letzten Tagen erneut in die feste Phase überging, allerdings ohne dabei für eine Schneedecke in den Niederungen zu sorgen. So fiel die Schneebilanz im Wesertal ein weiteres Mal sehr bescheiden aus, dafür gab es überdurchschnittlich viel Regen, während Temperatur und Sonnenscheindauer etwa den langjährigen Mittelwerten entsprachen.

Mit einer Mitteltemperatur von 1,6 °C war der Januar 2019 an der DWD-Station in Bevern um 0,3 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981 bis 2010. Nach den zuletzt häufigen deutlichen Abweichungen nach oben erlebte die Region einen insgesamt durchschnittlich temperierten Monat, wobei die erste Hälfte noch um fast drei Grad über dem Mittelwert lag und die zweite Hälfte diesen Überschuss fast aufzehrte. Lagen die Tageswerte dabei am dritten Wochenende bei viel Sonnenschein in den Niederungen noch etwas über dem Gefrierpunkt, hatte sich in den Hochlagen des Sollings bereits Dauerfrost eingestellt, der sich mit Beginn der neuen Woche ab 21. bis in die tiefen Lagen ausweitete und zusammen mit Tiefstwerten bis zu zehn Grad minus für einen hochwinterlich kalten Abschnitt sorgte. Zum letzten Wochenende brachten dann Tiefausläufer von Westen kräftige Niederschläge, zunächst kurzzeitig überall als Schnee, dann aber rasch in Regen übergehend, so dass vom Winterwunderland nichts mehr übrig blieb. Mit einem erneuten Temperaturrückgang von Norden startete der Winter in den letzten Tagen einen neuen, allerdings eher halbherzigen Anlauf: In den höheren Lagen kehrte der Schnee zurück, weiter unten blieb es nasskalt. Die Anzahl von 15 Frosttagen in Bevern entspricht dem langjährigen Mittelwert, Dauerfrost herrschte an vier Tagen, solche Eistage treten durchschnittlich sechsmal im Januar auf.

Deutlich unterdurchschnittlich fiel der Januar dagegen in Sachen Schnee aus: An der Station in Bevern auf 110 m waren es ganze zwei Tage mit einer Schneedecke von gerade einemal einem Zentimeter „Höhe“. Die Zwischenbilanz per Ende Januar weist damit im Wesertal einen der sieben schneeärmsten Winter seit 1951 aus.

An flüssigem Niederschlag mangelte es dagegen nicht, nach dem sehr regenreichen Dezember lag auch der Januar über den langjährigen Durchschnittswerten und konnte damit die Trockenheit auch in tieferen Bodenschichten weiter abbauen. Der Oberboden bis 25 cm Tiefe weist nach Einschätzung des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung wieder hinreichend Feuchte auf und wird nicht mehr als trocken eingestuft. In Bevern wurden im Januar 90,4 mm gemessen, das sind 14% mehr als im Mittel der Jahre 1981-2010.

Die Sonnenscheindauer übertraf mit rund 48 Stunden den langjährigen Mittelwert um gut drei Stunden oder knapp 8%, davon entfielen fast 45 Stunden auf nur sieben Tage – neben den fünf Tagen in Folge nach Monatsmitte gab es noch am 2. und 31. längeren Sonnenschein. Der große Rest des Monats war von sehr dunklen Tagen gekennzeichnet und vom 3. an zeigte sich die Sonne zehn lange Tage in Folge überhaupt nicht, was auch für unsere in Sachen Trübnis hartgesottene Region die längste Phase ohne Sonnenschein seit Dezember 2006 bedeutete. Daher dürfte wohl so mancher noch auf etwas Nachschlag in Sachen Winterwunderland im Februar hoffen.

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Januar 2019_Tx_hist
Sogar einen Minusrekord bei den Höchstwerten konnte der Januar 2019 am 24. beisteuern

Januar 1935-2019_TempJanuar 1935-2019_RR

 

 

Ein Mittelgewichtswintermonat

Rückblick auf den Januar 2019 an der Station Silberborn

Geringfügig milder, deutlich nasser und etwas sonniger als im langjährigen Mittel präsentierte sich der Januar 2019 im Hochsolling. Trotz häufiger und teils ergiebiger Niederschläge blieb die Schneebilanz allerdings eher bescheiden: Maximal 8 cm kamen zusammen und über längere Zeit halten konnte sich die zumindest für Skilanglauf zu dünne Schneedecke auch nicht. Das war zwar eine Steigerung gegenüber dem fast schneelosen Dezember, aber deutlich weniger als zum Beispiel im hochwinterlichen Januar 2017. So bleibt wie im Vorjahr die Hoffnung auf den Februar – allerdings weisen die mittelfristigen Aussichten derzeit eher in die andere Richtung…

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