Ein Sommer der Superlative

Rückblick auf den August und Sommer 2018 an der DWD-Station Bevern

Auch im Holzmindener Oberwesertal war der Sommer 2018 rekordtrocken und brachte außergewöhnlich viel Hitze. Dies bestätigt die Auswertung der Messwerte der DWD-Station in Bevern und die Einordnung in die Klimareihe Holzminden/Bevern. Bei der Mitteltemperatur landeten sowohl der August als auch der meteorologische Sommer auf Platz zwei hauchdünn hinter 2003, bei der Anzahl Hitze- und Sommertage wurden die Bestmarken von vor 15 Jahren deutlich übertroffen und beim Niederschlag brachten Juli, August und der Gesamtsommer neue Trockenheitsrekorde. Dazu war es im Oberwesertal der viertsonnigste Sommer seit Beginn der Sonnenscheinmessungen 1951.

August: Sehr warm und kaum Regen

Mit einer Mitteltemperatur von 20,2 °C war es an der Beveraner DWD-Station 2,5 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010. Erst zum dritten Mal lag die Monatstemperatur in einem August in der seit 1934 bestehenden Messreihe oberhalb der 20-Grad-Marke. Zusammen mit 1997 war es der zweitwärmste August nach 2003. Mit 13 heißen Tagen mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad wurde der Rekord aus dem August 2003 eingestellt und an nur einem Tag die 20-Grad-Marke nicht erreicht.

An drei Tagen wurde neue Tagesrekorde bei den Höchstwerten gemessen und am 7. August mit 37,0 °C der absolute Temperaturrekord am Standort Bevern vom 4. Juli 2015 eingestellt. Heißester Tag seit Beginn der regionalen Wetterbeobachtungen bleibt der 09.08.1992, als in Boffzen (DWD-Ersatzstation 1992-1996) 37,9 °C registriert wurden. Ob es auch während der Hitzewelle im August 2003, als im LK Holzminden nur in Silberborn auf 440 m gemessen wurde, in den tiefen Lagen ein paar Zehntel über 37 Grad ging, kann nicht zweifelsfrei ermittelt werden, es spricht aber einiges dafür, dass dies am 12.08.2003 der Fall war, möglicherweise (allerdings mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit) auch am 09.08.2003.

Markant war erneut die Trockenheit, wie schon im Juli wurde auch im August ein neuer Negativrekord bei der Niederschlagssumme des Monats aufgestellt. Mit nur 13,2 mm (17,1% des Mittels 1981-2010) – aus zwar immerhin 13 Niederschlagstagen, die aber nur sehr geringe Mengen brachten – wurde der erst neun Jahre alte Rekord aus dem Jahr 2009 deutlich unterboten. Die Dürreschäden in Natur und Landwirtschaft verschärften sich damit weiter.

Mit rund 238 Stunden schien die Sonne etwa 49 Stunden oder 26% länger als im Mittel der Jahre 1981-2010, dieser Wert ist aber nicht rekordverdächtig. Am sonnigsten und wärmsten war es in der ersten Monatsdekade, als sich die Hitzewelle aus dem Juli nahtlos fortsetzte. Mit einer Kaltfront am Abend des 9. August wurde die heiße Luftmasse verdrängt und es folgte ein wechselhafterer und deutlich weniger warmer Abschnitt. Doch ab Monatsmitte stiegen die Werte für gut eine Woche wieder regelmäßig auf 26-31 Grad, bevor es in der letzten Woche des Monats dann kaum noch über 23 Grad warm wurde. Erst diese zweite Abkühlung verhinderte, dass der Sommer 2018 den 2003er auch bei der Mitteltemperatur überholte.

Sommer: Extreme Trockenheit und fast 30 Hitzetage

Die Mitteltemperatur des Sommers betrug in Bevern 19,74 °C und lag damit nur ein knappes Zehntelgrad unter der des Sommers 2003. Die Abweichung gegenüber dem 30-Jahres-Mittel von 1981-2010 betrug +2,4 Grad. Erstmals in der Geschichte übertrafen zwei Sommermonate (Juli und August) die Marke von 20 Grad bei der Monatsmitteltemperatur. Mit 29 heißen Tagen wurde bisherige Spitzenwert aus dem Sommer 2003 von 21 bei weitem distanziert, wobei recht viele Hitzetage in diesem Sommer im Bereich zwischen 30,0 und 31,5 Grad auftraten. Auch bei den Sommertagen und warmen Tagen gab es mit 52 bzw. 83 Tagen neue Rekorde.

Von Juni bis August wurde ein markanter neuer Trockenheitsrekord aufgestellt: Mit 64,9 mm wurde die bisherige Tiefstmarke der Reihe Holzminden/Bevern aus dem Sommer 1983 um 35,6 mm unterboten und das langjährige Mittel um über 70% verfehlt. Anhand der noch länger zurückreichenden Niederschlagsreihen der Umgebung wie Aerzen-Reher, Alfeld, Lippoldsberg und auch der Sollingreihen Neuhaus und Schießhaus lässt sich zweifelsfrei ableiten, dass es sogar der trockenste Sommer seit mindestens 1878 war.

Mit 742,9 Stunden schien die Sonne etwa 165,5 Stunden länger als im Mittel der Jahre 1981-2010 bzw. übertraf dieses um 28,7%. Damit dürfte der Sommer 2018 der viertsonnigste seit Messbeginn dieses Parameters im Jahr 1951 gewesen sein. 1959, 1976 und 2003 sollte es nach den vorliegenden Daten noch mehr Sonnenschein im Sommer gegeben haben.

Noch eklatanter sticht der Sommer 2018 im Vergleich mit seinem direkten Vorgänger heraus: Dieser war zwar mit 17,93 °C nicht kühl, aber doch um 1,8 Grad weniger warm. Viel frappierender ist der Kontrast beim Sonnenschein und beim Niederschlag: 2017 war es mit nur 529 Stunden sehr trüb (214 Stunden, das ist ein gutes Monatsmittel, schien die Sonne in diesem Jahr länger) und es fielen fast 353 mm mehr Regen, was für den zweitnassesten Sommer der Messreihe nach 1956 sorgte. Zumindest beim Niederschlag folgten also zwei gegensätzliche Extreme direkt aufeinander. Wie 2017 lag der Wert außerhalb des 2-Sigma-Intervalls (Mittelwert plus bzw. minus zweifache Standardabweichung). Auch unter Berücksichtigung des Einflusses des Klimawandels wurden wir damit Zeugen zweier statistisch extrem unwahrscheinlicher Ereignisse innerhalb eines so kurzen Zeitraums.

Monatsdiagramm_2018_08TT_2018_08RR+SSD_2018_08TTmit_Vergleich_2018_08RR_Reihe_August

 

Sommerdiagramm_2018TT_Reihe_SommerTmax_Vergleich_2018_SommerTmit_Vergleich_2018_SommerRR_Reihe_Sommer

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Neue Rekorde bei Trockenheit und Sonnenschein

Rückblick auf August und Sommer 2018 im Hochsolling

Im letzten meteorologischen Sommermonat dominierte zunächst weiter die seit der zweiten Julihälfte vorherrschende sehr warme bis heiße Witterung, bevor es ab der zweiten Dekade langsam wechselhafter wurde und sich bei den Temperaturen ein Auf und Ab auf meist überdurchschnittlichem Niveau einstellte.

Die Mitteltemperatur im August betrug 17,9 °C und lag damit um 2,2 Grad über dem Mittelwert der Klimaperiode 1981-2010. Am wärmsten wurde es am 07.08. mit 34,1 °C – nur 0,1 Grad unter dem Rekord vom 09.08.1992 und zugleich der Höchstwert des Sommers, der mit 17,5 °C Mitteltemperatur der zweitwärmste seit Aufzeichnungsbeginn war und das Klimamittel um 2,3 Grad übertraf. Nur 2003 war es noch um ein knappes Zehntelgrad wärmer. Mit neun heißen Tagen von mindestens 30,0 °C Höchsttemperatur verfehlte der Sommer 2018 die Bestmarke von 2003 nur um einen Tag, bei den Sommertagen (>=25,0 °) wurde der Rekord von 2003 mit 32 eingestellt.

Im August fielen lediglich 31,6 mm Regen und im Sommer 111,6 mm – beides sind neue Trockenheitsrekordwerte in der Hochsolling-Messreihe. Von den 30-Jahres-Mitteln der Jahre 1981-2010 wurden nur 34,3% (August) bzw. 39,9% (Sommer) erreicht.

Die Sonnenscheindauer betrug im August überdurchschnittliche ca. 235 Stunden (122,8% vom Mittel 1981-2010) und der Sommer 2018 übertraf das Klimamittel sogar um 28,7% und geht mit rund 738 Stunden als rekordsonnig in die Klimastatistik ein.


August 2018 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: 17,95 °C
Maximummittel: 23,9 °C
Minimummittel: 11,8 °C
Maximum: 34,1 °C am 07.08.2018
Niedrigstes Maximum: 15,0 °C am 25.08.2018
Minimum: 4,1 °C am 26.08.2018
Höchstes Minimum: 17,8 °C am 02.08.2018
Höchstes Tagesmittel: 26,1 °C am 07.08.2018
Niedrigstes Tagesmittel: 10,4 °C am 25.08.2018
Warme Tage  >= 20,0 °C: 22
Sommertage >= 25,0 °C: 13
Heiße Tage >= 30,0 °C: 3
Tropennächte >= 20 °C: 1

Niederschlagssumme: 31,6 mm   – neuer Trockenheitsrekord –
Höchste Tagessumme*: 9,6 mm am 09.08.2018
*(07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag)
Tage mit messbarem Niederschlag: 12
Tage ohne Niederschlag: 19

Mittlere relative Luftfeuchte: 69,9%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.016,1 hPa
Maximum: 1.024,4 hPa am 31.08.2018
Minimum:  1.005,5 hPa am 13.08.2018

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 235 Stunden

Maximale Windböe*: 77,5 km/h am 09.08.2018
* berechnet auf 10 m über Grund am Stationsstandort


Sommer 2018 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Mitteltemperatur: 17,5 °C
Maximummittel: 23,0 °C
Minimummittel: 11,5 °C
Maximum: 34,1 °C am 07.08.2018
Niedrigstes Maximum: 12,1 °C am 24.06.2018
Minimum: 4,1 °C am 26.08.2018
Höchstes Minimum: 18,9 °C am 25.07.2018
Höchstes Tagesmittel: 26,1 °C am 07.08.2018
Niedrigstes Tagesmittel: 9,6 °C am 22.06.2018
Kühle Tage < 15,0 °C: 6
Warme Tage  >= 20,0 °C: 68
Sommertage >= 25,0 °C: 32
Heiße Tage >= 30,0 °C: 9
Tropennächte >= 20 °C: 1

Niederschlagssumme: 111,6 mm  – neuer Trockenheitsrekord –
Höchste Tagessumme*: 14,3 mm am 12.07.2018
*(07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag)
Tage mit messbarem Niederschlag: 29
Tage ohne Niederschlag: 63

Mittlere relative Luftfeuchte: 71,8%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.016,3 hPa
Maximum: 1.025,4 hPa am 26.+27.06.2018
Minimum:  1.005,5 hPa am 28.07.2018

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 738 Stunden   – neuer Rekord –

Maximale Windböe*: 77,5 km/h am 09.08.2018
* berechnet auf 10 m über Grund am Stationsstandort

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Einen der heißesten Tage seit Messbeginn…

… erlebte die Weser-Solling-Region am heutigen Dienstag. Am Nachmittag wurde an der DWD-Station in Bevern mit 37,0 °C nicht nur das Maximum dieses Sommers erreicht, sondern auch der Stationsrekord an diesem Standort (Messbeginn: 01.07.2006) vom 04.07.2015 eingestellt. Wie ist dieser Wert in die Geschichte der Wetterbeobachtungen im Landkreis einzuordnen?
Während der Messungen in Holzminden (1934-1991, Tageswerte liegen nur aus der Zeit ab 1951 vor) lag der historische Höchstwert bei vergleichsweise bescheidenen 35,9 °C, aufgestellt am 08.07.1959. Der Standort Holzminden wurde am 31.07.1991 aufgelöst, bis zur Aufnahme der Messungen in Bevern und dem Anschluss an die bestehende Zeitreihe klafft eine fast 15jährige Messlücke.

Von Bedeutung für mögliche historische Höchstwerte sind aus dieser Zeit der 09.08.1992 und der 12.08.2003.
Von Mai 1992 bis Juli 1996 gab es im Südkreis eine nebenamtliche DWD-Klimastation  in Boffzen auf 105 m Höhe, dort wurden am 09.08.1992 37,9 °C gemessen, das ist der bis heute höchste offiziell in der Region registrierte Wert. Allerdings fiel diese Station gelegentlich durch gegenüber der Umgebung recht hoch erscheinende Maxima auf, so dass es fraglich ist, ob man diesen Wert für die Reihe Bevern/Holzminden
übernehmen kann.
Am 12.08.2003 gab es keine Station im Wesertal, daher müssen zur Abschätzung des damaligen Höchstwertes Stationen aus der weiteren Umgebung herangezogen werden. Hameln meldete ein Maximum von 37,8 °C, Wahlsburg-Lippoldsberg von 36,3 °C, Lügde-Paenbruch von 35,7 °C, Moringen-Lutterbeck von 35,6 °C und im Solling in Silberborn wurden 34,0 °C gemessen. Hameln und Wahlsburg-Lippoldsberg wurden seither verlegt,
in Silberborn wird nun privat an einem zwölf Meter tieferen Standort gemessen, Lügde und Moringen blieben unverändert. Und nun das verblüffende Ergebnis: Lügde hatte heute dasselbe Maximum wie vor 15 Jahren, Moringen ein um nur 0,1 K tieferes –  und Silberborn ein um ein Zehntelgrad höheres, was sich durch die Verlegung auf den etwas tieferen Standort plausibel erklären lässt – also dreimal quasi dasselbe Maximum wie 2003.
Zieht man nun auch noch den 04.07.2015 heran, findet man in Lügde und Moringen exakt dieselben Höchstwerte wie am 12.08.2003!
Daraus lässt sich ableiten, dass am Standort Bevern damals ein vergleichbarer Wert wie heute gemessen worden wäre – letztlich muss man aber von einer Fehlertoleranz von ca. +- 0,3 Kelvin bei einer solchen Schätzung ausgehen.

Somit lassen sich folgende historischen Höchstwerte für die Region festhalten:
– Oberwesertal (ab 1951, unterbrochen 1991-1992 und 1996-2006):
1. 37,9 °C am 09.08.1992 in Boffzen auf 105 m (DWD, konventionell)
2. 37,0 °C am 12.08.2003 umgerechnet auf den Standort Bevern (Schätzwert)
3. 37,0 °C am 04.07.2015 und am 07.08.2018 in Bevern auf 110 m (DWD, automatisch)

– Hochsolling (ab 1937, unterbrochen von 1966-1975 und 2008-2016):
1. 34,2 °C am 09.08.1992 in Silberborn auf 440 m (DWD-Kurklimastation, konventionell)
2. 34,1 °C am 07.08.2018 in Silberborn auf 428 m (Privat, automatisch)
3. 34,0 °C am 09.+12.08.2003 in Silberborn auf 440 m
Am 04.07.2015 dürfte der Wert in Silberborn ganz knapp unter 34 Grad gelegen haben.

An der Beveraner Station war es zudem heute der 25. heiße Tag des Jahres und der 22. des meteorologischen Sommers – jeweils neue Rekordmarken, die die alten aus 2003 (21) abgelöst haben. Und auch der Rekord an Sommertagen aus dem Jahr 2006 mit 64 könnte schon bald Geschichte sein.

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Sommer, Sonne, Hitze, Dürre: Ein Sommermonat der Extreme

Rückblick auf den Juli 2018 im Oberwesertal

Ein weiterer Monat für die lokalen Wettergeschichtsbücher liegt hinter uns: Der Juli 2018 brachte nicht nur die längste bisher in einem Juli beobachtete Hitzewelle und weit über 300 Stunden Sonnenschein, sondern bezogen auf die Klimareihe Bevern/Holzminden auch die geringste Regenmenge seit Messbeginn 1934. Der zweite meteorologische Sommermonat präsentierte sich damit in markantem Kontrast zum Vorjahr, als Rekordregenfälle die Schlagzeilen beherrschten und die Sonne sich kaum mehr als halb so lang am Himmel zeigte wie in diesem Jahr. Die seit April andauernde Wärmeanomalie ist regional wie bundesweit ohne Beispiel, es ist mit Abstand der wärmste Viermonatsabschnitt von April bis Juli seit Beginn der flächendeckenden Wetterbeobachtungen im Jahr 1881.

Mit einer Mitteltemperatur von 21,0 °C war der Juli 2018 an der Station des Deutschen Wetterdienstes in Bevern um 2,8 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010. Nur 2006 und 1994 war es im Juli noch wärmer. Auch die Anzahl der meteorologischen Sommertage mit mindestens 25 °C Höchsttemperatur lag mit 23 deutlich über dem Durchschnitt und wurde ebenfalls nur 2006 (28) und 1994 (25) übertroffen. Bei den heißen Tagen mit einem Maximum von mindestens 30 °C wurde der 2006er-Rekord (15) nur um einen Tag verfehlt und noch nie zuvor gab es in einem Juli eine Serie von neun heißen Tagen am Stück, wie sie vom 23. bis 31. auftraten. An den beiden letzten Tagen des Monats wurden neue Tagesrekorde aufgestellt und am 31. das bisherige Jahresmaximum von 35,2 °C gemessen.

Der Monatsverlauf lässt sich in zwei Hälften unterteilen: Die erste begann unter Hochdruckeinfluss und trockenem Nordostwind sehr sonnig, bevor die Strömung auf Nordwest drehte und zum Ende der ersten Dekade wolkenreiche Nordseeluft heranführte, die am 10. die einzigen etwas ergiebigeren Regenfälle des Monats im Gepäck hatte und Temperaturen in Bevern nur auf etwas über 16 Grad ansteigen ließ. In Silberborn war es mit Höchstwerten von 12-14 Grad am 10. und 11. sogar ausgesprochen kühl. Anschließend konnte sich erneut sonniges Hochdruckwetter durchsetzen, wobei die Temperaturen zunächst tagsüber im angenehm sommerlichen Bereich um 25 Grad lagen und es nachts deutlich abkühlte auf teils unter zehn Grad. Bis zum 15. lagen die Temperaturen in der Region im unauffälligen Bereich genau auf dem Niveau des Klimamittels der Jahre 1981-2010.

Nach Monatsmitte konnte sich der hohe Luftdruck weiter nach Norden ausdehnen, Mitteleuropa lag nun wieder häufiger in einer östlichen Strömung und die Temperaturen stiegen deutlich an auf Höchstwerte von regelmäßig 30 Grad und mehr. Die sonst oft im Hochsommer bei heißen Lagen auftretenden Gewitter blieben weitgehend aus und streiften die Region lediglich am letzten Samstag des Monats. Der nächtliche Temperaturrückgang fiel zum Monatsende zunehmend schwächer aus, die Nacht zum 28 war sogar tropisch mit einem Tiefstwert von über 20 Grad – ein in Bevern sehr seltenes Ereignis. Ein Luftmassenwechsel mit Abkühlung ließ auch zum Monatswechsel weiter auf sich warten, da uns atlantische Tiefausläufer wie schon seit Monaten nicht erreichen konnten: Die blockierende Großwetterlage regenerierte sich immer wieder und verhinderte einen Durchbruch der Westströmung, die häufig das wechselhafte Sommerklima in Deutschland prägt.

Trockenster Juli seit Messbeginn

Am deutlichsten zeigen sich die Auswirkungen dieser anhaltenden Hochdruckdominanz beim Blick auf die Niederschlagsbilanz: Nur ein Jahr nach dem nassesten Juli seit Messbeginn 1934 mit 209,9 mm Regen folgte in der Reihe Bevern/Holzminden der trockenste mit ganzen 11,4 mm – dies entspricht nur 15% des langjährigen Mittelwerts. Damit wurde der Juli 1983 als Rekordhalter abgelöst, damals waren am Holzmindener Stationsstandort am Bergblick 15,7 mm gemessen worden. Auch die Anzahl der trockenen Tage lag mit 26 auf Rekordniveau.

An den anderen DWD-Messstellen im Kreis kam zwar etwas mehr Regen zusammen, doch auch dort fiel der Monat deutlich zu trocken aus. So wurden an der neuen Station in Hehlen 21,6 mm gemessen (dort gibt es noch keine langjährigen Vergleichswerte), in Ottenstein immerhin 34,9 mm (dort brachten die Gewitter am 28.07. fast 20 mm) und in Vorwohle 18,0 mm. Am letztgenannten Standort mit Daten seit 1951 war es der zweittrockenste Juli nach 1983. Im benachbarten Lüchtringen fielen 22,4 mm, dort war es der vierttrockenste Juli in der seit 1947 bestehenden Messreihe.

Sonnenscheinrekord nur knapp verfehlt

Die Sonne zeigte sich in der Region rund 320 Stunden am Himmel und damit fast doppelt so lang wie im trüben und nassen Vorjahresjuli (163 Stunden). Das Überschreiten der 300er-Marke hat anders als im Nordosten und Südwesten des Landes im vergleichsweise sonnenscheinarmen Weserbergland absoluten Seltenheitswert und war zuvor nur zweimal seit Beginn flächendeckender Sonnenscheinmessungen 1951 dokumentiert worden: Erstmals im Mai 1989 mit 314 Stunden in Holzminden bzw. 317 Stunden in Silberborn und dann noch einmal im Juli 2006, als mit knapp 330 Stunden der Rekordwert erzielt wurde.

An 20 Tagen schien die Sonne über zehn Stunden lang, zu Monatsbeginn waren es bei wolkenlosem Himmel sogar 15,5 Stunden – mehr ist aufgrund der Horizonteinschränkungen nicht messbar.

Das Jahr 2018 ist damit auf dem besten Wege, ein sehr sonnenscheinreiches zu werden. Bereits per Ende Juli sind mit 1.232 Stunden rund 85% des Jahresmittels erreicht, während das sehr trübe Jahr 2017 auf gerade einmal 1.310 Stunden nach zwölf Monaten kam. Zum Schluss noch eine Zwischenbilanz: Nach 2/3 liegt der Sommer 2018 mit einer Temperatur von 19,5 °C per Ende Juli sogar 0,2 Grad über dem Rekordsommer 2003, der damals als Jahrhundertereignis eingestuft wurde. Vor 15 Jahren kam die große Hitze allerdings erst in der ersten Augusthälfte.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, ID 2323, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – Juli 2018:

Monatsmitteltemperatur: 20,98 °C  – Drittwärmster Juli nach 2006 und 1994 –
(+2,4 K vs. 1991-2018, +2,5 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, +2,8 K vs. 1981-2010, +3,9 K vs. 1961-1990)
Höchstes Tagesmittel 26,8 °C am 31.07.
Tiefstes Tagesmittel: 13,7 °C am 10.07.
Tmax-Mittel: 28,1 °C
Tmax: 35,2 °C am 31.07.
Tmin-Mittel: 12,7 °C
Tmin: 7,7 °C am 07.07.
Tmin-Mittel 5 cm: 10,6 °C
Tmin 5 cm: 5,5 °C am 07.07.
Warme Tage Tmax>= 20 °C: 29
Sommertage: 23
Heiße Tage: 14

RR: 11,4 mm (15,3% vom Mittel 1981-2010, 15,4% vom Mittel 1961-1990)
– Niederschlagsärmster Juli der Messreihe seit 1934 –
Maximum: 7,4 mm am 10.06.
Tage mit messbarem Niederschlag: 5
Trockene Tage: 26

SSD interpoliert: 320,1 h (159,7% vom Mittel 1981-2010)
Maximum: 15,5 h am 01.+02.07.
Sonnenscheinreiche Tage >= 12 h: 13
Trübe Tage <= 1 h: 2
Davon ohne Sonnenschein: 1

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Rückblick auf den Juli 2018 im Hochsolling

Im zweiten meteorologischen Sommermonat lagen die Temperaturen in der ersten Hälfte meist im Bereich der klimatologischen Durchschnittswerte, bevor es in der zweiten Hälfte markant wärmer wurde und die Rekordzahl von sechs heißen Tagen mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad Celsius aus dem Juli 2006 eingestellt wurde. Somit war es am Ende der drittwärmste Juli der Hochsolling-Messreihe nach 2006 und 1994.

Die Mitteltemperatur betrug 18,9 °C und lag damit um 2,9 Grad über dem Mittelwert der Klimaperiode 1981-2010. Am wärmsten wurde es am 31.07. mit 32,2 °C.

An nur fünf Niederschlagstagen fielen lediglich 30,8 mm Regen, das entspricht nur 30,7% des langjährigen Durchschnitts. Damit war es der zweittrockenste Juli im Hochsolling nach 1983.

Die Sonnenscheindauer erreichte mit ca. 320 Stunden fast den Rekord aus dem Jahr 2006 und war fast doppelt so hoch wie im Juli 2017.

Juli 2018 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: 18,9 °C
Maximummittel: 24,8 °C
Minimummittel: 11,9 °C
Maximum: 32,2 °C am 31.07.2018
Niedrigstes Maximum: 12,3 °C am 10.07.2018
Minimum: 6,3 °C am 07.07.2018
Höchstes Minimum: 18,9 °C am 25.07.2018
Höchstes Tagesmittel: 25,4 °C am 31.07.2018
Niedrigstes Tagesmittel: 11,0 °C am 10.07.2018
Warme Tage  >= 20,0 °C: 28
Sommertage >= 25,0 °C: 15
Heiße Tage >= 30,0 °C: 6

Niederschlagssumme: 30,8 mm
Höchste Tagessumme*: 14,3 mm am 12.07.2018
*(07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag)
Tage mit messbarem Niederschlag: 5
Tage ohne Niederschlag: 26

Mittlere relative Luftfeuchte: 65,4%
Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.015,7 hPa
Maximum: 1.022,9 hPa am 08.07.2018
Minimum:  1.005,5 hPa am 28.07.2018

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 320 Stunden

Maximale Windböe*: 67,1 km/h am 28.07.2018
* berechnet auf 10 m über Grund am Stationsstandort

Foto von der anderen Seite des Sollings mit freundlicher Genehmigung von Thomas Seliger, vielen Dank!

Sonnenblume

Der 21. Hitzetag des Jahres

… wurde heute Mittag an der Beveraner DWD-Station erreicht. Damit ist die bisherige Rekordzahl aus dem Sommer 2003 eingestellt und morgen, wenn es bis 35 Grad heiß werden soll, wird 2018 alleiniger Rekordhalter bei der Anzahl der heißen Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad Celsius sein. Auch am Samstag wird die 30er-Marke voraussichtlich nochmals überschritten, bevor es am Sonntag vorübergehend etwas kühler oder besser: weniger heiß werden soll mit maximal etwa 27 Grad. Die Nacht zum Montag sollte genutzt werden, um kräftig durchzulüften, dann sollen die Werte nach derzeitigem Stand auf 13-14 Grad fallen. Doch das ist nur eine kleine Verschnaufpause vor der nächsten heißen Phase, die im Laufe des Dienstags von Westen her beginnen und vor allem am Mittwoch erneut Höchstwerte um 35 Grad, vielleicht auch noch darüber, bringen dürfte – bevor dann am Donnerstag im Tagesverlauf eine markante Kaltfront von Westen her aufziehen und die Hitzephase beenden soll. Das ist aber noch recht ferne Zukunftsmusik, bis dahin heißt es weiter schwitzen in diesem außergewöhnlichen Hochsommer.

Auf Regen darf man wohl auch frühestens in einer Woche wieder hoffen, und das bisschen, was die Schauer und Gewitter der Nacht hinterließen, war kaum messbar – 0,6 mm in Holzminden, 0,5 mm in Bevern. So dürfte dieses Bild auch in den nächsten Tagen die Lage vor Ort charakterisieren:

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Hitze und (k)ein Ende?

Bereits jetzt ist die Zahl der offiziellen heißen Tage in der Region ungewöhnlich hoch: Schon vor Beginn der Hitzewelle in dieser Woche waren an der DWD-Station in Bevern an zehn Tagen Höchstwerte von mindestens 30 Grad gemessen worden.
Seit Montag kamen sechs hinzu und weitere werden in den nächsten Tagen folgen, wobei für den morgigen Sonntag noch kleinere Unsicherheiten bestehen. Am Montag wird sich dann die Zufuhr heißer Luftmassen wieder verstärken und bei meist ungetrübtem Sonnenschein könnte der bisher heißeste Tag des Jahres anstehen: Derzeit sieht es nach Werten von 35 bis 36 Grad aus. Der Höchstwert dieser Woche betrug 34,4 °C am Mittwochnachmittag. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird es am Montag einen neuen Tagesrekord geben, denn an einem 30. Juli wurden in der Zeitreihe Bevern/Holzminden bisher maximal 32,2 °C gemessen.
Am Dienstag soll dann die Bewölkung zunehmen bei weiterhin heißen 33-34 Grad, im Laufe des Mittwochs fließt dann von Westen her eine etwas weniger warme Luftmasse ein, kommt aber nur sehr langsam nach Osten voran. Der Temperaturrückgang ab Wochenmitte dürfte somit überschaubar bleiben, ab Donnerstag sind immer noch Höchstwerte bis 30 Grad oder wenig darunter zu erwarten.
Eine etwas deutlichere Abkühlung ab dem kommenden Wochenende auf Werte um 25 Grad ist nach dem Modellstand von heute Morgen wieder fraglich geworden.
Ob das Abdrängen der sehr heißen Luft am Mittwoch mit Schauern und Gewittern einhergeht, ist noch ebenso offen wie die Frage, ob bis zum Monatsende überhaupt noch Niederschläge in der Region fallen. Sollten diese ausbleiben oder wie heute Mittag nur sehr geringe Mengen bringen, würde auf den nassesten Juli der Messreihe im Vorjahr direkt der trockenste folgen.

Höchstwerte der DWD-Station Bevern, Kalenderwoche 30 bis 28.07.2018:
Montag, 23.07. 30,3 °C
Dienstag, 24.07. 33,5 °C
Mittwoch, 25.07. 34,4 °C
Donnerstag, 26.07. 34,3 °C
Freitag, 27.07. 34,3 °C
Samstag, 28.07. 32,0 °C

Hitzewelle ante portas

Gefühlt dauert dieser Sommer bereits dreieinhalb Monate, seit es am Ende der ersten Aprilwoche quasi unter Auslassung des Frühlings fast direkt vom Spätwinter in den Frühsommer ging. Neue Monatsrekorde bei den Temperaturen im April und Mai dokumentieren diesen denkwürdigen Verlauf.
Der meteorologische Sommer war bisher überwiegend sehr warm, ohne dass dabei nach etwas über der ersten Hälfte von außergewöhnlicher Wärme gesprochen werden kann. So lag die Mitteltemperatur der ersten Julihälfte genau im langjährigen Mittel der Jahre 1981-2010 und gegenüber der Klimaphase ab 1991 war es sogar geringfügig weniger warm. Die zweite Julihälfte schickt sich aber nun an, eine der wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn zu werden. Nachdem die zu Ende gehende Woche bereits hochsommerlich warm bis heiß verlief, rollt nun mit Beginn der sogenannten „Hundstage“ eine ausgewachsene Hitzewelle auf Deutschland und auch auf die Region zu.
Schon bisher ist die Zahl der heißen Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad ungewöhnlich hoch. Zehn solcher Tage wurden an der DWD-Station in Bevern in diesem Jahr bereits gemessen, allein vier in dieser Woche zwischen Montag und Samstag, zuvor einer in der ersten Juliwoche, zwei im Juni und drei sogar schon Ende Mai. Dennoch lagen diese bisher alle im moderaten Hitzebereich, das Jahresmaximum beträgt weiterhin 31,6 °C und eine echte Hitzewelle gab es nach den gängigen Kriterien noch nicht.
Das ändert sich nun ab Dienstag, wenn die Werte über mehrere Tage hinweg über 30 Grad ansteigen sollen. Morgen, zum Start in die neue Woche, werden erst einmal noch ein paar Wolkenfelder am Himmel sein und die Temperaturen liegen bei maximal 28-29 Grad. Am Dienstag sind dann ca. 32 °C vorhergesagt und anschließend geht es wohl noch ein Stück weiter nach oben auf 34, vielleicht 35 Grad. Dabei scheint oft ungestört die Sonne, Schauer und Gewitter sind, wenn überhaupt, frühestens Richtung Wochenende drin, was sich aber vom heutigen Stand der Dinge noch nicht beantworten lässt.
Möglicherweise gehen die Werte dann im Laufe des Wochenendes etwas zurück, eine durchgreifende Wetteränderung ist aber derzeit kaum in Sicht, so dass die sehr warme bis heiße Witterung wohl (mindestens) bis in die ersten Augusttage hinein andauern wird.
Damit steigt nicht nur die Wärmebelastung in den kommenden Tagen deutlich an, da es ab Wochenmitte auch nachts kaum noch abkühlt, die Tiefstwertprognosen bewegen sich dann nur noch knapp unter der 20-Grad-Marke. Auch die Trockenheit wird sich weiter verschärfen, denn bis auf spärliche Signale für einzelne Schauer und Gewitter ist kein Niederschlag in Sicht. Sonnenliebhaber hingegen kommen weiterhin auf ihre Kosten in diesem Juli, der einer der sonnigsten seit Messbeginn werden dürfte. Selbst die Marke von 300 Stunden, in unserer eher sonnenscheinarmen Region ein nur ganz ganz selten bisher erreichter bzw. übertroffener Wert, ist derzeit im Bereich des Möglichen. Bis gestern stehen knapp 214 Sonnenstunden zu Buche in diesem Juli – der vergangene schaffte im gesamten Monat nur 165. Dafür regnete es vor einem Jahr satt, es wurde am Ende sogar der nasseste Juli seit Messbeginn in der Reihe Bevern/Holzminden.
Genau ein Jahr nach Dauerregentief „Alfred“ (24./25.07.2017) https://wesersollingwetter.wordpress.com/2017/07/26/tief-alfred-versenkt-den-sommer/ steht nun also eine Hitzewelle bevor, über deren Verlauf hier in den kommenden Tagen berichtet wird. Es ist derzeit nicht auszuschließen, dass auf den niederschlagsreichsten Juli 2017 sogar einer der trockensten seit Messbeginn folgt. Am wenigsten Regen fiel 1976 mit 15,7 mm an der Holzmindener Station, die gegenwärtige Bilanz in Bevern weist 8,4 mm aus.
Das amerikanische GFS-Modell berechnet die Temperatur in den nächsten 15 Tagen in der 850 hPa-Fläche auf ca. 1.500 m Höhe aktuell so:

chart

Bis Samstag ist die Bündelung der Member sehr eng, erst danach gibt es Einzelläufe, die eine vorübergehende Abkühlung berechnen, doch selbst diese würden nur kurzzeitig einmal die langjährige Mitteltemperatur (rote Linie) erreichen. Andere Member des Ensembles sehen sogar noch eine Hitzeverschärfung zum Monatswechsel und danach. Hier heißt es abwarten, wie sich die Rechnungen in den kommenden Tagen präsentieren.