Rückblick auf den Juni 2018 im Hochsolling

Im ersten meteorologische Sommermonat setzte sich die im April begonnene sehr warme Witterungsphase fort, ohne allerdings noch wie in den Vormonaten neue Rekorde hervorzubringen. Eine solche Warmphase schließt aber nicht aus, dass es auch vereinzelt kühle oder sehr kühle Tage geben kann, zumal in den Höhenlagen des Sollings. Auffällig war der geringe Niederschlag bei gleichzeitig recht hohem Bewölkungsgrad.

Die Mitteltemperatur betrug 15,6 °C und lag damit um 1,8 Grad über dem Durchschnittswert der Klimaperiode 1981-2010. Am wärmsten wurde es am 07.06. mit 26,9 °C, insgesamt gab es vier meteorologische Sommertage. An immerhin zwölf Tagen wurde die 20-Grad-Marke nicht erreicht, an vieren davon blieb es ganztägig unter 15 Grad Celsius.

An zwölf Niederschlagstagen fielen 49,2 mm Regen, die entspricht nur 56% des langjährigen Mittels.

Die Sonnenscheindauer erreichte mit ca. 183 Stunden genau das 30-Jahresmittel der Periode 1981-2010. Der Wind spielte kaum eine Rolle, da die Luftdruckgegensätze meist nur gering waren. Nur einmal, am 21.06., wurde eine stürmische Böe registriert.

Juni 2018 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: 15,6 °C
Maximummittel: 20,4 °C
Minimummittel: 10,9 °C
Maximum: 26,9 °C am 07.06.2018
Niedrigstes Maximum: 12,1 °C am 24.06.2018
Minimum: 4,3 °C am 14.06.2018
Höchstes Minimum: 15,9 °C am 01.06.2018
Höchstes Tagesmittel: 20,8 °C am 09.06.2018
Niedrigstes Tagesmittel: 9,6 °C am 22.06.2018
Warme Tage  >= 20,0 °C: 18
Sommertage >= 25,0 °C:   4

Niederschlagssumme: 49,2 mm
Höchste Tagessumme*: 13,8 mm am 08.06.2018
Tage mit messbarem Niederschlag: 12
Tage ohne Niederschlag: 18

Mittlere relative Luftfeuchte: 80,1%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.017,0 hPa
Maximum: 1.025,4 hPa am 26+27.06.2018
Minimum:  1.009,4 hPa am 11.06.2018

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 183 Stunden

Maximale Windböe*: 66,3 km/h am 21.06.2018
* berechnet auf 10 m über Grund am Stationsstandort

 

Warmer und trockener Start in den Sommer

Rückblick auf den Juni 2018 im Oberwesertal

Nach zuvor zwei rekordwarmen Monaten in Folge ging die seit der zweiten Aprilwoche vorwiegend sommerliche Witterung nahtlos in den ersten „richtigen“ Sommermonat über. Auch wenn die Temperaturabweichungen längst nicht so extrem ausfielen wie in den beiden Vormonaten, übertraf auch der Juni 2018 die langjährigen Mittelwerte deutlich. Auch die Trockenheit aus dem Mai setzte sich fort und verschärfte die Situation vor allem in der Landwirtschaft. Der Wettercharakter war dagegen überwiegend unbeständig mit mehreren trüben Abschnitten, so dass die Sonnenscheindauer den Klimawert leicht verfehlte. Zum Monatsende ging dann aber doch noch ein stabiles Hochdruckgebiet vor Anker und bescherte der Region mehrere Tage mit Sonnenschein von früh bis spät.

Mit einer Mitteltemperatur von 18,0 °C war der Juni 2018 an der Station des Deutschen Wetterdienstes in Bevern um zwei Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010. Nur im Rekordsommer 2003 war der Juni in der seit 1934 bestehenden Messreihe Holzminden/Bevern noch wärmer ausgefallen, mit 19,2 °C allerdings deutlich. Der 2018er liegt zusammen mit 2007 auf Platz zwei. Damit erlebte die Region den dritten Juni in Folge auf nahezu konstant hohem Temperaturniveau nach 17,8 und 17,7 Grad in den Vorjahren. In den vier Jahren zuvor wurden dagegen nur zwischen 15,3 und 16,1 Grad erreicht. Die Anzahl der meteorologischen Sommertage war mit elf ebenfalls überdurchschnittlich, darunter waren zwei heiße Tage. Auf der anderen Seite stehen sechs Tage, an denen die 20-Grad-Marke nicht erreicht wurde, vier davon in Folge während einer kleinen „Schafskälte“ zu Beginn des kalendarischen Sommers.

Beim Niederschlag hingegen gab es hingegen wie schon im Mai ein deutliches Minus, wobei die Messwerte an den Stationen immer nur die Situation in der unmittelbaren Umgebung des Standorts angeben, da die teilweise kräftigen Schauer zum Ende der ersten Dekade räumlich eng begrenzt waren, wie bereits im Bericht vom 10. Juni erläutert: Trockenheit und Regenfälle…

Außer diesen mit leichten Gewittern durchsetzten Schauern kam es nur noch zu Beginn der dritten Dekade zu Regenfällen, die im Zuge einer vorübergehenden Umstellung auf eine wolkenreiche und recht kühle Nordwestlage etwas verbreiteter, aber meist nur leicht bis mäßig ausfielen und die Trockenheit nur wenig lindern konnten. Somit lagen die Monatssummen teils deutlich unter den langjährigen Mittelwerten: An den DWD-Stationen wurden in Bevern 40,3 mm gemessen (59%), in Lüchtringen 51,1 mm (75%) und an der neu eingerichteten Station in Hehlen bei Bodenwerder 55,7 mm.

Beim Sonnenschein konnte der Juni nicht an die sehr sonnigen Vormonate anknüpfen und verfehlte sein eigenes Mittel von 188 Stunden um gut drei Stunden. Nach einer etwas überdurchschnittlichen ersten Dekade mischte sich zunehmend die Farbe Grau ins Himmelsbild und sorgte für insgesamt sechs Tage, an denen sich die Sonne überhaupt nicht oder für nur ein paar Minuten zeigen konnte, darunter waren vom 23. an drei Tage in Folge fast ohne einen einzigen Sonnenstrahl. Sonnenliebhaber kamen dann zum Monatsende auf ihre Kosten: Unter Hochdruckeinfluss aus Norden drehte der Wind wieder auf östliche Richtungen und führte sehr trockene Kontinentalluft heran, in der sich kaum einmal eine Wolke am Himmel bilden konnte.

Insgesamt festigte sich auch im Juni 2018 die schon in den letzten beiden Jahren erläuterte Tendenz zu deutlich positiven Temperaturanomalien bei nur etwa durchschnittlicher Sonnenscheindauer in den meteorologischen Sommermonaten.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, ID 2323, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – Juni 2018:

Monatsmitteltemperatur: 18,01 °C
(+1,5 K vs. 1991-2018, +1,6 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, +2,0 K vs. 1981-2010, +2,4 K vs. 1961-1990)
Höchstes Tagesmittel 22,4 °C am 09.06.
Tiefstes Tagesmittel: 12,4 °C am 22.06.
Tmax-Mittel: 23,5 °C
Tmax: 30,5 °C am 09.06.
Tmin-Mittel: 12,4 °C
Tmin: 6,2 °C am 14.06.
Tmin-Mittel 5 cm: 10,8 °C
Tmin 5 cm: 4,5 °C am 14.06.
Tage mit Bodenfrost: 0
Warme Tage Tmax>= 20 °C: 24
Sommertage: 11
Heiße Tage: 2

RR: 40,3 mm (59,2% vom Mittel 1981-2010, 48,2% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 17,1 mm am 08.06.
Tage mit messbarem Niederschlag: 12
Trockene Tage: 18

SSD interpoliert: 184,7 h (98,3% vom Mittel 1981-2010)
Maximum: 15,5 h am 29.+30.06.
Sonnenscheinreiche Tage >= 13 h: 5
Trübe Tage <= 1 h: 7
Davon ohne Sonnenschein: 3

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Trockenheit und Regenfälle…

… lagen sehr dicht beeinander in den letzten Tagen. Angesichts der Wetterlage mit geringen Luftdruckgegensätzen, also wenig Wind und der schwülen, schauer- und gewitterträchtigen Luftmasse lehrt die Theorie, dass es eng begrenzte, ergiebige Niederschläge geben kann, während in unmittelbarer Nachbarschaft kaum etwas vom Himmel fällt oder sogar ganz trocken bleibt.
In den vergangenen drei Tagen konnte man vor Ort die Praxis besichtigen bzw. messen. Gut dokumentiert dies vor allem ein Vergleich zwischen den beiden DWD-Stationen in Bevern (nebenamtliche Klimastation, 110 m) und Lüchtringen (konventionelle Niederschlagsstation, 94 m):
Am Donnerstagabend regnete es westlich der Weser stärker, während es nordöstlich (fast) trocken blieb. Am Freitagmorgen meldete Lüchtringen 14,0 mm Niederschlag, Bevern hingegen nur 0,1 mm. Die private Messung in Holzminden, ziemlich genau in der Mitte zwischen beiden offiziellen Stationen gelegen (93 m über NN), ergab 6,6 mm.
Das umgekehrte Spiel dann am Freitagnachmittag, als es in Bevern kräftig schüttete, während schon an der Nordostgrenze der Stadt in der Bülte nur noch wenige Tropfen fielen. Die 24-h-Summe bis Samstagmorgen lag in Bevern bei 17,1 mm, während es in Lüchtringen trocken blieb und auch die private Messung in Holzminden-Stadt nur 0,1 mm zusammenkratzen konnte.
Am späten Samstagabend setzte dann der nächste Regen ein, diesmal schlug das Pendel wieder auf die andere Seite, nach Westen, aus: Während in Bevern nur 1,0 mm registriert wurden, kam Lüchtringen auf 13,4 mm und Holzminden-Stadt sogar auf 16,6 mm.

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Noch eindrucksvoller ist allerdings der Blick in die nordwestliche Nachbarschaft: An der Station in Lügde-Paenbruch betrug die Tagessumme am Freitag ganze 0,1 mm, wohingegen 13 km nördlich in Bad Pyrmont satte 48,9 mm gemessen wurden.

Der Mai, der früher ein Juli gewesen wäre

Rückblick auf den Mai 2018 im Hochsolling

Der dritte meteorologische Frühlingsmonat stellte auch im Hochsolling einen neuen Wärmerekord auf. Bereits der letztjährige Mai war ungewöhnlich warm ausgefallen, wurde nun allerdings noch einmal deutlich übertroffen.

Die Mitteltemperatur betrug 14,9 °C und lag damit um 3,6 Grad über dem Durchschnittswert der Klimaperiode 1981-2010. Man mag es kaum glauben: Der in Silberborn in diesem Mai gewonnene Messwert entspricht exakt einem dortigen Durchschnittsjuli (!) der Klimaperiode von 1961-1990.
Am wärmsten wurde es am 27.05. mit 27,9 °C. An 19 Tagen wurde die 20-Grad-Marke überschritten und zum Monatsende gab es die ersten meteorologischen Sommertage. Am 2. gab es letztmals minimalen Luftfrost mit -0,1 Grad.

An lediglich acht Niederschlagstagen fielen 48,9 mm, die entspricht nur 59,3% des langjährigen Mittels. Mehr als die Hälfte der Monatssumme kam am Abend des 28. Während eines kräftigen Gewitterschauers und in der anschließenden Nacht vom Himmel.

Die Sonnenscheindauer übertraf mit ca. 276 Stunden das 30-Jahresmittel der Periode 1981-2010 deutlich um rund 37%. Damit war der Mai der vierte sehr sonnige Monat in Folge.

Der Wind spielte kaum eine Rolle, da die Luftdruckgegensätze meist nur gering waren. Nur einmal, gleich am Monatsersten, wurde eine stürmische Böe registriert.

Das Frühjahr wurde trotz des Kaltstarts im März noch das zweitwärmste hinter 2007.
Die Mitteltemperatur in Silberborn betrug 9,1 °C und lag 2,1 Kelvin über dem Mittel der Periode 1981-2010. Dazu war es mit 183,5 mm Niederschlag zu trocken, es wurden nur 74% vom vieljährigen Durchschnitt erreicht. Die Sonnenscheindauer entsprach der im Wesertal und lag mit rund 600 Stunden um 30% über dem Klimamittel. Noch mehr Sonne hatte es zuletzt im Frühjahr 2011 gegeben, als der bis heute gültige Rekord aufgestellt wurde.

Mai 2018 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: 14,9 °C
Maximummittel: 19,9 °C
Minimummittel: 9,7 °C
Maximum: 27,9 °C am 29.05.2018
Niedrigstes Maximum: 11,4 °C am 01.05.2018
Minimum: -0,1 °C am 01.05.2018
Höchstes Minimum: 15,9 °C am 27.05.2018
Höchstes Tagesmittel: 21,6 °C am 29.05.2018
Niedrigstes Tagesmittel: 6,4 °C am 01.05.2018
Frosttage: 1
Warme Tage  >= 20,0 °C: 19
Sommertage >= 25,0 °C:   4

Niederschlagssumme: 48,9 mm
Höchste Tagessumme*: 30,4 mm am 28.05.2018
*(07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag)
Tage mit messbarem Niederschlag: 8
Tage ohne Niederschlag: 23

Mittlere relative Luftfeuchte: 70,6%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.016,8 hPa
Maximum: 1.027,3 hPa am 05.05.2018
Minimum:  1.001,9 hPa am 01.05.2018

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 276 Stunden

Maximale Windböe*: 70,0 km/h am 01.05.2018
* berechnet auf 10 m über Grund am Stationsstandort

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Und auch der Mai war: rekordwarm.

Rückblick auf den Mai 2018 im Oberwesertal

Was im Beitrag vom 22.05. noch als Möglichkeit erörtert wurde, ist seit gestern Gewissheit: Dem wärmsten April seit Aufzeichnungsbeginn folgte auch ein rekordwarmer Mai, der sogar so manchen Juni noch in den Schatten stellte. Damit war das Frühjahr 2018 trotz des kalten März noch das zweitwärmste seit Messbeginn. Zur hochsommerlichen Wärme gab es sehr viel Sonnenschein und nur wenig Regen, wobei die Niederschlagsbilanz im Kreis aufgrund einiger eng begrenzter Gewitterschauer zum Monatsende zwar unterschiedlich ausfiel, jedoch überall deutlich unter den langjährigen Mittelwerten blieb.

Mit einer Mitteltemperatur von 16,44 °C war der Mai 2018 an der Station des Deutschen Wetterdienstes in Bevern um 3,1 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010. Sowohl bundesweit als auch vor Ort gab es seit Beginn flächendeckender Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 keinen solch warmen Mai. In der lokalen Messreihe, die im Sommer 1934 begann, war bisher der Mai 2000 mit 15,2 °C der wärmste, im deutschen Gebietsmittel der des Jahres 1889 mit 15,8 °C. Anhand der seinerzeit gemessenen Werte aus der weiteren Umgebung lässt sich für den Standort Bevern für den Mai 1889 ein Wert von mindestens 16,2 und höchstens 16,4 °C errechnen. Seither hatte es kein Mai auch nur in die Nähe dieses mit Abstand ältesten Monatsrekords geschafft.

Die Monatssummen der Niederschläge lagen an allen Messstellen des DWD unter den Klimawerten der Jahre 1981-2010: In Bevern waren es nur 22,6 mm (35%), Ottenstein meldete 30,7 mm und Vorwohle 27,5, während das Defizit in Lüchtringen geringer ausfiel: dort wurden immerhin 53 mm gemessen. In Holzminden schließlich privat 32,5 mm. Je nach Standort blieb es an 20 bis 24 Tagen komplett trocken.

Die Sonne zeigte sich deutlich länger als üblich am Maihimmel und sorgte in der Region für den sonnenscheinreichsten Monat seit dem Juli 2010. Mit ca. 276 Stunden wurde das langjährige Mittel der Jahre 1981-2010 in einem Mai um 80 Stunden oder 41% übertroffen. Nur zweimal gab es im Mai vor Ort noch mehr Sonnenschein: 1990 mit ca. 285 Stunden und ein Jahr zuvor mit sogar 314 Stunden.

Blicken wir abschließend auf das meteorologische Frühjahr: Dies war wie eingangs erwähnt das zweitwärmste seit Aufzeichnungsbeginn (Rekordhalter bleibt 2007). Die Mitteltemperatur in Bevern betrug 10,8 °C und lag 1,8 Grad über dem Mittel von 1981-2010. Dazu war es mit 121,1 mm Niederschlag in Bevern zu trocken, es wurden nur 65% vom Klimamittelwert erreicht. Die Sonne leistete mit ca. 600 Stunden viele Überstunden und übertraf nicht nur das Frühjahrsmittel um satte 141 Stunden oder 31%, sondern auch den Sommer 2017 um mehr als 70 Stunden. Der Frühjahrsrekord aus dem Jahr 2011 von fast 665 Stunden blieb aber deutlich außer Reichweite.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, ID 2323, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – Mai 2018:

Monatsmitteltemperatur: 16,44 °C
(+2,8 K vs. 1991-2018, +2,8 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, +3,1 K vs. 1981-2010, +3,9 K vs. 1961-1990) – neuer Rekord (alt: 2000 15,2 °C, 1889 maximal 16,4 °C) –
Höchstes Tagesmittel 23,0 °C am 29.05.
Tiefstes Tagesmittel: 9,4 °C am 01.+02.05.
Tmax-Mittel: 23,0 °C (+4,2 K vs. Mittel 81-10; +5,2 K vs. Mittel 61-90)
Tmax: 31,6 °C am 29.05.
Tmin-Mittel: 9,5 °C
Tmin: 0,3 °C am 02.05.
Tmin-Mittel 5 cm: 7,6 °C
Tmin 5 cm: -1,8 °C am 02.05.
Tage mit Bodenfrost: 2
Warme Tage Tmax>= 20 °C: 21
Sommertage: 13 – neuer Rekord –
Heiße Tage: 3 – neuer Rekord –

RR: 22,6 mm (35,1% vom Mittel 1981-2010, 32,8% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 12,8 mm am 29.05.
Tage mit messbarem Niederschlag: 7
Trockene Tage: 24

SSD interpoliert: 276,1 h (140,9% vom Mittel 1981-2010, 149,7% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 14,3 h am 14.05.
Sonnenscheinreiche Tage >= 12 h: 9
Trübe Tage <= 1 h: 1
Davon ohne Sonnenschein: 0

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Und gleich der nächste Wärmerekord?

Dass der Wonnemonat trotz des recht kühlen Feiertags zum Auftakt eine warme erste Dekade hinlegen würde, zeichnete sich schnell ab. Doch wie wir vor einem Jahr gesehen haben, können sich die Vorzeichen auch schnell wieder ändern (damals von kühl auf warm zum Ende der ersten Maidekade). In diesem Jahr ist davon aber bis auf den Durchhänger in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche nichts zu sehen und zu messen, im Gegenteil: In den letzten Tagen festigt sich eine Tendenz in den Wettermodellen zu einer anhaltend warmen bis sehr warmen Witterung auf Hochsommerniveau bis zum Monatsende mit der Option auf einzelne heiße Tage ab dem Wochenende. Doch selbst wenn diese im Mai seltenen Hitzetage nicht eintreffen sollten: Mit einer Mischung aus sehr warmen Tagen und milden bis sehr milden Nächten bewegen wir uns hin zu Tagesmittelwerten von 19-22 Grad und damit weit über den für Ende Mai gültigen langjährigen Mittelwerten.
Aufgrund der gradientschwachen, also von sehr geringen Luftdruckgegensätzen geprägten Lage (auch „Barosumpf“ genannt) gestaltet sich die Wetterlage störungsanfällig und schwer vorhersagbar. Der grobe Fahrplan für die nächsten Tage sieht etwa so aus: Mittwoch sollte es nach Abzug der Wolkenfelder zunehmend freundlich mit Sonnenschein und vorübergehend abnehmendem Schauer- und Gewitterrisiko werden, bevor diese labile und feuchtschwüle Luftmasse am Donnerstag dann wieder nordostwärs Raum gewinnt und zu uns zurückschwappt und auch noch am Freitag erhalten bleibt. Die Höchstwerte liegen an allen drei Tagen um 25 °C, je nach Sonnenscheindauer und Bewölkungsgrad, unter dichten Wolken und Schauern auch darunter.
Ab Samstag zeigen dann die Modelle vorübergehend stabilere Verhältnisse bei weiter ansteigenden Temperaturen, wobei hinter die Stabilität noch das eine oder andere Fragezeichen zu setzen ist. In der kommenden Woche soll dann bei weiter hohem bis sehr hohem Temperaturniveau die Anfälligkeit für Schauer und Gewitter wieder zunehmen.

Wie auch immer: ein Einbruch kühler Luft, wie wir ihn ab Mittwoch vergangener Woche erlebt haben, ist für den Rest des Mais zwar nicht ganz ausgeschlossen, aber nach derzeitigem Stand sehr unwahrscheinlich. Rechnet man nun die in etwa zu erwartenden Temperaturen zusammen mit den bisherigen Messwerten auf das Monatsmittel hoch, ist an einem neuen Mairekord in der Messreihe 2323 Bevern/Holzminden kaum noch zu rütteln. Dieser stammt aus dem Jahr 2000 und liegt bei 15,2 °C. Das ist bezogen auf die alte WMO-Referenzperiode 1961-1990 eine Abweichung von nur +2,7 K, alle anderen Rekordmonate haben eine überwiegend deutlich höhere Abweichung zu diesem Mittel.

Spannender wird die Frage, ob es womöglich auch für einen Rekord seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881 reicht. Lokale Werte haben wir wie erwähnt für das Rekordjahr 1889 nicht, die Gebietsmitteltemperatur betrug damals 15,8 °C und lag um 3,7 K über dem Mittel der Jahre 1961-1990. Nach den aktuellen Aussichten ist dieser fast 130 Jahre alte und sehr widerstandsfähige Rekord nun erstmals in Reichweite. Ob es tatsächlich dazu kommt, hängt dann von den genauen Details der Wetterentwicklung der nächsten neun Tage ab. Aber allein der Umstand, dass womöglich nach dem mit Abstand wärmsten April noch ein Mai folgt, der uralte Höchstmarken tilgt, zeigt die Außergewöhnlichkeit dieses Frühjahrs, das trotz des kalten März mit hoher Wahrscheinlichkeit als das zweitwärmste nach 2007 in die lokale Klimareihe ab 1935 eingehen wird.

Und auch wenn es derzeit wieder unbeständiger ist: Mit bereits acht Tagen mit einer Sonnenscheindauer von über 14 Stunden nimmt der Mai 2018 auch in dieser Statistik einen Spitzenplatz ein. Die Marke von 200 Stunden, im gesamten Jahr 2017 nicht erreicht, dürfte am morgigen Mittwoch überschritten werden und der Gesamtmonat könnte einer der sonnigsten überhaupt in unserer nicht gerade von Sonnenschein verwöhnten Region werden. Sollten die potenziellen Schauer und Gewitter ausbleiben, droht andererseits eine weiter zunehmende Trockenheitsproblematik.

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Rückblick auf den April 2018 im Hochsolling

Der zweite meteorologische Frühlingsmonat ging auch im Hochsolling mit einem neuen Wärmerekord in die Wettergeschichte ein. Der April 2018 bildete den vorläufigen Höhepunkt in einer Reihe von ungewöhnlichen warmen Aprilmonaten seit 2007 und schloss sogar oberhalb des durchschnittlichen Mai-Niveaus ab. Er stand damit in deutlichem Gegensatz zum kühlen April 2017 und zum vorausgegangenen kalten März 2018. Die Temperaturdifferenz zwischen März und April lag in diesem Jahr bei stattlichen 10,3 Grad – im vergangen Jahr war der März noch um 0,5 Grad wärmer als der April gewesen.

Die Mitteltemperatur betrug 11,4 °C und lag damit um 4,7 Grad über dem Durchschnittswert der Klimaperiode 1981-2010. Am wärmsten wurde es am 20.04., als mit 24,9 °C ein Sommertag nur hauchdünn verfehlt wurde. An acht Tagen wurde die 20-Grad-Marke überschritten (2017 überhaupt nicht). Frost trat nur noch in der ersten Woche vereinzelt auf, am kältesten war die Nacht zum 06.04. mit einem Tiefstwert von -3,3 °C.

An nur 14 Niederschlagstagen fielen 72,3 mm, aufgrund der ergiebigen Regenfälle am 13. und 22. wurde das langjährige Mittel um knapp 7% überschritten.

Die Sonnenscheindauer übertraf mit ca. 198 Stunden das 30-Jahresmittel der Periode 1981-2010 um rund 27%. Damit war der April der dritte sehr sonnige Monat in Folge.

Der Wind frischte zeitweise stürmisch auf und erreichte während der Gewitter am 22.04. in Böen Sturmstärke 10 (schwere Sturmböen).

April 2018 an der privaten Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: 11,4 °C
Maximummittel: 16,6 °C
Minimummittel: 5,6 °C
Maximum: 24,9 °C am 20.04.2018
Niedrigstes Maximum: 4,8 °C am 01.04.2018
Minimum: -3,3 °C am 06.04.2018
Höchstes Minimum: 12,3 °C am 19.04.2018
Höchstes Tagesmittel: 18,7 °C am 19.04.2018
Niedrigstes Tagesmittel: 1,4 °C am 01.04.2018
Frosttage: 4

Eistage: 0
Kältesumme: 0,0
Warme Tage >= 20,0 °C: 8

Niederschlagssumme: 72,3 mm
Höchste Tagessumme*: 27,5 mm am 13.04.2018
*(07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag)
Tage mit messbarem Niederschlag: 14
Tage ohne Niederschlag: 16
Schneedeckentage: 0

Mittlere relative Luftfeuchte: 74,7%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.012,5 hPa
Maximum: 1.032,6 hPa am 18.04.2018
Minimum:     995,1 hPa am 30.04.2018

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 198 Stunden

 Maximale Windböe*: 93,7 km/h am 22.04.2018
* berechnet auf 10 m über Grund am Stationsstandort

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Der April 2018 war rekordwarm und sonnig mit ersten Gewittern

Rückblick auf den April 2018 im Oberwesertal

Nicht nur bundesweit, auch lokal gab es einen neuen Wärmerekord seit Beginn der flächendeckenden Messungen im Jahr 1881: Mit einer Mitteltemperatur von 13,0 °C (exakt 12,99 °C) wurden nicht nur die langjährigen Mittelwerte markant übertroffen (ja nach Bezugsperiode und Rundungsverfahren zwischen 3,5 und 5,1 K), sondern auch der erst neun Jahre alte Rekord aus dem Jahr 2009 um 0,36 K distanziert.

Nach noch sehr kühlem Start am Monatsersten und einer frostigen Nacht zum 6., die aber wegen der anders als im Vorjahr noch zurückhängenden Vegetation keinen Schaden anrichten konnte, drehte der Frühling oder vielmehr von den Temperaturen her bereits der Frühsommer kräftig auf und verwandelte binnen kurzer Zeit die noch überwiegend kahle Natur in ein sattes, frisches Grün mit zahlreichen Blüten in allen Farben – so blühten in diesem Jahr zum Beispiel Magnolie, Kirsche und Apfel gleichzeitig, während im vergangenen Jahr ein Abstand von mehreren Wochen zu beobachten war, wie er ja auch üblich ist. In diesem Jahr begann der Vorfrühling deutlich früher als im Mittel, dafür war aufgrund des langen und kalten Spätwinters der Erstfrühling, gekennzeichnet durch die Forsythienblüte, um mehr als eine Woche verspätet, während der Vollfrühling mit Beginn der Apfelblüte fast eine Woche früher Einzug hielt. Dies zeigt auch die „Phäno-Uhr“ mit für ganz Deutschland gemittelten Daten:

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Der wärmste Abschnitt des Monats zwischen dem 15. und 22.04. brachte acht warme Tage mit mindestens 20 °C Höchsttemperatur am Stück, darunter waren vier meteorologische Sommertage und mit 28,4 °C am 20.04. ein neuer Dekadenrekord in der Messreihe Bevern/Holzminden. Dazu gab es mehrere sehr milde (Tmin nicht unter 10 °C) und eine ungewöhnlich warme Nacht zum Monatsende mit einem Minimum von 15,6 °C am 30.04. Insgesamt war die positive Abweichung der Maxima aber deutlich höher als die der Minima (siehe unten).

Damit registrierten wir nun bereits den vierten extrem warmen April in den letzten zwölf Jahren: 2007, 2009, 2011 und der neue Rekordhalter 2018 übertrafen das alte WMO-30-Jahresmittel der Periode 1961-1990 um jeweils mindestens 4 Grad (Monatstemperaturen zwischen 11,9 und 13,0 °C), dazu kommt noch der geringfügig weniger warme April 2014 mit einer Mitteltemperatur von 11,5 °C. Auffällig ist, dass sich der April in der jüngeren Vergangenheit entweder sehr nahe um die langjährigen Werte herum bewegte oder diese deutlich nach oben übertraf, während die letzte nennenswerte negative Abweichung bereits 21 Jahre her ist (6,7 °C im Jahr 1997). Im langjährigen Vergleich eher nur geringfügig kältere Aprilmonate wie im Vorjahr (7,8 °C) fühlen sich aufgrund der vielen sehr warmen Exemplare der letzten Jahre allerdings mittlerweile richtig kühl bzw. kalt an.
Interessant am Vergleich zu 2017 ist auch der extreme Unterschied zwischen März und April: Gab es im letzten Jahr noch das seltene Ereignis, dass der April sogar 0,1 K kühler war als der vorausgegangene, sehr milde März, betrug die Differenz in diesem Jahr sage und schreibe 9,9 Grad – ein noch höheres Delta wurde nur 1987 erzielt, als auf den rekordkalten März (-0,7 °C Mitteltemperatur) ein April mit 10,1 °C folgte.

Und überhaupt zeigten bisher alle Monate des Jahres 2018 eine deutliche Abweichung von den langjährigen Durchschnittswerten, auf den sehr milden Januar folgte ein sehr kalter Februar und auf den recht kalten März (der noch am wenigsten auffällig temperiert und dennoch der viertkälteste der letzten 30 Jahre war) nun ein rekordwarmer April – ein Kippen auf einen deutlich zu kühlen Monat im Mai ist derzeit aber kaum zu erwarten.

Während die Niederschlagsbilanz durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich ausfiel (wobei es nur an elf Tagen messbaren Niederschlag gab und fast die Hälfte der Monatssumme in Dauerregen des 13.04. gemessen wurde), war der April bereits der dritte Monat in Folge mit mehr Sonnenschein als im langjährigen Mittel. An nur einem Tag zeigte sich die Sonne gar nicht, dafür gleich an mehreren Tagen von früh bis spät. Dennoch blieb die Monatssumme mit knapp unter 200 Stunden unter den Werten der vorausgegangen drei sehr warmen Aprile zwischen 2007 und 2011, die es auf 220 bis 264 Stunden (2007) gebracht hatten. Anderseits schaffte kein einziger Monat des Jahres 2017 soviel Sonnenschein wie der gestern zu Ende gegangene April 2018.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, ID 2323, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – April 2018:

Monatsmitteltemperatur: 12,99 °C
(+3,5 K vs. 1991-2018, +3,7 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, +4,1 K vs. 1981-2010, +5,0 K vs. 1961-1990) – neuer Rekord (alt: 12,63 °C 2007) –
Höchstes Tagesmittel 18,4 °C am 20.04.
Tiefstes Tagesmittel: 4,0 °C am 01.04.
Tmax-Mittel: 19,5 °C (+5,4 K vs. Mittel 81-10; +6,7 K vs. Mittel 61-90)
Tmax: 28,4 °C am 20.04.  – neuer Dekadenrekord (alt: 27,5 °C am 19.04.1964) –
Tmin-Mittel: 6,3 °C (+2,5 K vs. Mittel 81-10; +2,7 K vs. Mittel 61-90)
Tmin: -2,2 °C am 06.04.
Tmin-Mittel 5 cm: 4,1 °C
Tmin 5 cm: -4,2 °C am 06.04.
Frosttage: 2
Eistage: 0
Kältesumme: 0,0
Tage mit Bodenfrost: 4
Warme Tage >= 20 °C: 13, davon 8 in Folge vom 15.-22.04.
Sommertage: 4

RR: 56,5 mm (113,9% vom Mittel 1981-2010, 99,1% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 26,8 mm am 13.04.
Tage mit messbarem Niederschlag: 17
Trockene Tage: 11
Hinzu zwei Tage mit registriertem, aber nicht messbarem Niederschlag
Schneedeckentage: 0
Gewittertage: 3

SSD interpoliert: 198,7 h (124,7% vom Mittel 1981-2010, 140,0% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 12,9 h am 20.04.
Sonnenscheinreiche Tage >= 11 h: 8
Trübe Tage <= 1 h: 2
Davon ohne Sonnenschein: 1 (13.04.)

2018_04_TT2018_04_RR+SSD

Aprilverlauf_2018