April 2018 weiter in Rekordlaune

Der bisherige Rekord für eine zweite Aprildekade vom 19.04.1964 ist gefallen: Am Freitagnachmittag wurde an der Beveraner DWD-Station ein Höchstwert von 28,4 °C gemessen und der 54 Jahre alte Bestwert um 0,9 K übertroffen. Am Donnerstag war es unter vergleichbar warmer Luftmasse in der 850 hPa-Schicht in 2 m Höhe mit bis zu 26,8 °C noch ein ganzes Stück weniger warm geworden, eine leichte Inversion und die bodennahe Strömungsrichtung aus Südost verhinderten da noch das kräftigere Durchheizen der Grundschicht, was dann aber tags drauf mit Winddrehung auf westliche Richtungen gelang. Die Unterschiede an diesen beiden Tagen bzgl. der Durchmischung der Luftmasse nach unten zeigen auch die Silberborner Messwerte, die sich in der Höhenlage von rund 430 m kaum unterscheiden: Auf 24,4 °C am Donnerstag folgten 24,9 °C am Freitag, der erste Sommertag wurde im Hochsolling also knappstmöglich verfehlt, doch auch in der Messreihe Silberborn bedeutete dies einen neuen Dekadenrekord.

Der Samstag brachte dann nach Durchzug einer kaum wetterwirksamen Kaltfront rund sechs Grad tiefere Tageshöchstwerte im Wesertal, aber weiterhin viel Sonnenschein, wobei sich die eingesteuerte Feuchte mit einem dunstigen Eindruck auf die Fernsicht auswirkte, wie man hier beim Blick vom Rühler Weinberg am Samstagnachmittag gut erkennen kann:

IMG_5955IMG_6018-2

Heute wird es vorübergehend noch einmal wärmer, nach recht frischer Nacht sind am Nachmittag nochmals bis 26, vielleicht auch 27 Grad drin, bevor dann der Aprilsommer Platz macht für jahreszeitgemäßere Werte, die wie schon angekündigt zu Wochenbeginn zunächst etwas unter Maxima von 20 Grad und ab Wochenmitte dann auf rund 15 Grad fallen sollen. Ob die sich anbahnende Abkühlung mit Gewitterschauern ab den Nachmittagsstunden verbunden sein wird, ist derzeit noch offen, es würde aber das sommerliche Bild der letzten gut zwei Wochen abrunden. Derzeit sind erste Zellen ganz im Westen von Nordrhein-Westfalen unterwegs. Auf jeden Fall erwartet uns eine ungewöhnlich milde Nacht zum Montag mit Minima kaum unter 13 Grad.

Die ungewöhnliche Wärme, der ergiebige Regen am vorvergangenen Freitag und die in den Böden noch gespeicherte Feuchtigkeit aus den nassen Monaten bis einschließlich Januar haben der Natur einen bisher so kaum gesehenen rasanten Wachstumsschub ermöglicht, der Apfel steht seit ein paar Tagen in Vollblüte und sogar die Eichen sind in den Niederungen bereits ergrünt, und in Silberborn ist der Vegetationsstand derzeit weiter als zu Beginn der zweiten Maiwoche 2017.

Führt all dies am Ende sogar zu einem neuen Monatsrekord im April? Zumindest ist dies trotz der nun beginnenden Abkühlung weiterhin möglich. Nach zwei Dekaden ist die Abweichung gegenüber den langjährigen Mittelwerten immens: Waren die ersten zehn Tage noch 4,4 K wärmer als in der Periode 1981-2010, betrug die positive Anomalie in der zweiten sogar 6,6 K. Von diesem Polster muss der April 2018 zwar nun ein Stück abgeben, aber der Rekord von 2009 mit einem Monatsmittel von 12,63 °C ist derzeit vollauf in Reichweite. Entscheidend wird die Entwicklung zum kommenden Wochenende: Während das amerikanische GFS-Modell eher auf der kühlen Schiene unterwegs ist, zeigt das europäische EZMW ebenso wie das deutsche ICON die Tendenz zu einer Vorderseitenlage mit entsprechend höherem Temperaturniveau. Sollte sich diese Variante bewahrheiten, wäre ein neuer Aprilrekord in der 83jährigen Messreihe Bevern/Holzminden nur noch Formsache, ansonsten bliebe es der zweitwärmste seit Aufzeichnungsbeginn.

 

 

Der erste Sommertag des Jahres

Zwischen 16:00 und 16:10 Uhr am heutigen Mittwoch war es soweit: Erstmals in diesem Jahr wurde an der DWD-Station in Bevern die Marke von 25,0 °C und damit das Kriterium „meteorologischer Sommertag“ erreicht. Im Nachmittagsverlauf wurde dann sogar ein Tageshöchstwert von 25,3 °C gemessen – nur 0,3 K unter dem Tagesrekord aus dem Jahr 1968.

Besonders groß ist der Kontrast zum 18. April 2017: Vor einem Jahr waren wir von sommerlichen Werten weit weit entfernt, damals lag der Höchstwert bei gerade einmal 7,5 °C. Doch wie ordnet sich der heutige Wert im langjährigen Vergleich ein?

Seit 1951 liegen für die Zeitreihe 2323 Holzminden/Bevern Tageswerte vor, das Mittel aller seither am 18.04. gemessenen Höchstwerte (für die Messlücke vom 01.08.1991 bis 30.06.2006 wurden aus Umgebungsstationen interpolierte Werte verwendet) liegt bei 14,1 °C, für die 30-Jahres-Klimazeiträume 1961-1990 und 1981-2010 ergeben sich 14,2 bzw. 13,8 °C. Es war also heute um gut 11 Grad wärmer und damit außergewöhnlich warm für einen 18. April.

Doch wie sieht es aus, wenn man sich die Dekadenrekorde sowie die frühesten Sommertage in der Zeitreihe ansieht? Der Rekord für eine zweite Aprildekade ist schon sehr alt, er stammt aus dem Jahr 1964 und beträgt stattliche 27,5 °C, könnte aber morgen oder übermorgen übertroffen werden, an beiden Tagen liegen die aktuellen Prognosen bei Höchstwerten von 27-28 Grad.

Die Hitliste der frühesten Sommertage sieht so aus:
11.04.1952 26,0 °C
14.04.2007 26,4 °C und 14.04.1959 25,7 °C
15.04.2013 25,9°C
18.04.1968 25,6 °C, 18.04.2018 25,3 °C, 18.04.1964 25,1 °C

2017 dauerte es übrigens fast einen Monat länger bis zum ersten Sommertag am 17.05., am spätesten war das Jahr 1991 dran, als es erst im Hochsommer am 2. Juli klappte – da hatten viele andere Jahre sogar den ersten heißen Tag schon lange hinter sich, am längsten das Jahr 1968, als bereits am 21.04. die 30-Grad-Marke erreicht wurde. Dieser Aprilrekord steht bis heute und ist auch trotz der aktuell sehr warmen Witterung nicht in Gefahr, denn ab Samstag gehen die Temperaturen langsam auf jahreszeitliche Durchschnittswerte zurück: Das Wochenende bringt voraussichtlich weiter viel Sonnenschein (Samstag kann es auch etwas wolkiger sein), und immer noch warme, aber schon moderatere Werte von 20-23 Grad, bevor es dann in der neuen Woche nach Werten unter 20 Grad, im Verlauf gen 15 Grad sinkend, aussieht.

Nach so viel Zahlenwerk noch ein paar visuelle Eindrücke von heute: derzeit blühen
Magnolie, Tulpe, Kirsche und Apfel gleichzeitig – auch das ist ein ungewöhnliches Bild und Folge der zunächst kalten, dann sehr warmen Frühjahrswitterung.

Blüten_1Blüten_2

Ein weiterer April, der sommerlich sein will?

Kein anderer Monat hat in der jüngeren Vergangenheit so viele deutliche Ausschläge nach oben gezeigt wie der zweite meteorologische Frühlingsmonat. Gegenüber dem in die Jahre gekommenen Klimamittel der Periode 1961-1990 gab es seit 2007 bundesweit wie regional gleich drei Vertreter mit einer Abweichung von mindestens +4 Grad: 2007, 2009 und 2011. Diese Monate bestachen neben der Temperatur auch durch sehr viel Sonnenschein vor Ort (220-262 Stunden, was selbst in den Sommermonaten bei uns die Ausnahme ist), dazu kommt noch der April 2014 mit +3,6 K, also insgesamt vier außergewöhnlich warme Exemplare in den letzten zwölf Jahren, wobei die Häufung die Außergewöhnlichkeit – so ist nun mal Statistik – wiederum ein Stück weit konterkariert.

Wie auch immer: In der jüngsten Vergangenheit fiel der April dann jedoch mehrfach durch späte winterliche Rückschläge auf (2015 zu Monatsbeginn, 2016 am Ende und 2017 nach Monatsmitte) und bewegte sich seit 2012 mit Ausnahme von 2014 knapp unter dem Mittel der Jahre 1981-2010, im vergangenen Jahr etwas deutlicher.

Der aktuelle April schickt sich nach verhaltenem Start nun aber an, an die „großen“ Zeiten anzuknüpfen, wobei es noch nicht abschätzbar ist, inwieweit dies genau gelingen wird. Nach der ersten Dekade lag die Temperaturabweichung im Bereich der oben genannten drei wärmsten Vertreter, zudem war es sehr trocken und auch sonnig. Am Sonntag (08.04.) wurde an der Beveraner DWD-Station mit einem Höchstwert von 24,6 °C ein Sommertag nur knapp verfehlt und der bis dahin gültige Dekadenrekord für eine zweite Dekade aus dem Jahr 1952 um 0,6 K übertroffen.

Am Montag verhinderte durch Saharastaub ausgelöste Wolkenbildung einen noch wärmeren Tag:

IMG_7965

Die letzten Tage brachten dann zwar vor allem dank sehr milder Nächte weiter deutlich über den langjährigen Werten liegende Tagesmitteltemperaturen, der Wettercharakter präsentierte sich aber sehr wechselhaft, am Freitag äußerst nass mit einem Tagesniederschlag von 26,8 mm (DWD Bevern) bzw. sogar 32,1 mm (Holzminden-Stadt privat) und beim Sonnenschein gab es seit Mittwoch nur noch eine unterdurchschnittliche Bilanz, an der sich auch in den nächsten zwei Tagen wenig ändern dürfte: Die Vorhersagen sehen überwiegend starke Bewölkung mit nur wenig Sonne. Das soll sich dann ab Dienstag ändern, wenn eine Hochdrucklage viel Sonnenschein und im Wochenverlauf wieder auf frühsommerliches Niveau ansteigende Tageshöchstwerte bringen soll. Somit dürfe auch die zweite Dekade „Kurs“ halten in Sachen Temperaturniveau à la 2007/2009/2011.

Wie es dann weitergeht ab dem kommenden Wochenende und in der darauf folgenden letzten Woche des Monats, kann heute niemand (seriös) beantworten. Derzeit sieht es so aus, als würde der April 2018 zu den zehn wärmsten seit Messbeginn vor Ort im Jahr 1935 stoßen können, auch ein Rekord ist derzeit nicht auszuschließen, ebenso wenig allerdings ein kräftiger Temperaturrückgang zum Ende der Mittelfrist in etwa zehn Tagen – auch diese Variante wird von den Wettermodellen immer wieder mal angeboten.
Es gilt also auch in diesem Monat: Die wahre Geschichte kann erst rückblickend erzählt werden.

 

Ein überwiegend winterlicher März im Hochsolling

Rückblick auf den März 2018  an der Wetterstation Silberborn

Der erste meteorologische Frühlingsmonat präsentierte sich im Hochsolling überwiegend winterlich. Zwei Kälteperioden zu Monatsbeginn und nach Monatsmitte mit Schnee und teils strengen Frösten prägten den Monat, unterbrochen durch eine deutliche Milderung, die ihren Höhepunkt zu Beginn der zweiten Dekade fand. Im Laufe der dritten Dekade pendelten sich die Temperaturen dann im Bereich um die langjährigen Mittelwerte ein.

Die Mitteltemperatur betrug 1,1 °C und lag damit um 1,8 Grad unter dem Durchschnittswert der Klimaperiode 1981-2010. Damit war es der viertkälteste März der letzten 30 Jahre. An 20 Tagen wurde Frost gemessen, an sechs Tagen davon herrschte Dauerfrost. Am kältesten blieb es gleich am Monatsersten mit einem Tiefstwert von –13,1 °C und einem Höchstwert von –5,1 °C. Doch auch nach Monatsmitte lagen die Werte kaum höher. In beiden Phasen verstärkte ein böiger, eisiger Nordost- bis Ostwind das Kälteempfinden noch erheblich.

An 22 Niederschlagstagen fielen 62,3 mm, dies entspricht knapp 2/3 des langjährigen Mittels. An 13 Tagen konnte eine Schneedecke mit einer Höhe bis zu zehn Zentimetern gemessen werden. Die Anzahl der Schneedeckentage seit Anfang Dezember erhöhte sich damit auf 61.

Die Sonnenscheindauer übertraf mit ca. 125 Stunden das 30-Jahresmittel der Periode 1981-2010 um rund 25%. Nach dem sehr sonnigen Februar folgte somit ein weiterer Monat mit positiver Abweichung.

Wie schon im Februar spielte der Wind eine untergeordnete Rolle, lediglich an drei Tagen traten stürmische Böen (>61 km/h) auf. Allerdings sorgte der auffrischende Nordostwind während der Kältephasen wie oben erwähnt für ein deutlich gesteigertes Kälteempfinden.

März 2018 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: 1,1 °C
Maximummittel: 4,8 °C
Minimummittel: -2,5 °C
Maximum: 14,7 °C am 11.03.2018
Niedrigstes Maximum: -5,1 °C am 01.03.2018
Minimum: -13,1 °C am 01.03.2018
Höchstes Minimum: 6,1 °C am 11.+12.03.2018
Höchstes Tagesmittel: 10,1 °C am 11.03.2018
Niedrigstes Tagesmittel: -8,9 °C am 01.+02.03.2018
Frosttage: 20

Eistage: 6
Kältesumme: 48,3

Niederschlagssumme: 62,3 mm
Höchste Tagessumme*: 10,1 mm am 28.03.2018
*(07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag)
Tage mit messbarem Niederschlag: 22
Tage ohne Niederschlag: 9
Schneedeckentage: 13

Mittlere relative Luftfeuchte: 85,2%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.006,1 hPa
Maximum: 1.029,1 hPa am 21.03.2018
Minimum:     990,8 hPa am 06.03.2018

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 125 Stunden

Maximale Windböe*: 71,5 km/h am 28.03.2018
* berechnet auf 10 m über Grund am Stationsstandort

IMG_4864IMG_4865

Spätwinter hält Frühling in Schach

Der März 2018 im Oberwesertal war kalt, trocken und sonnig

Mehr spätwinterlich als frühlingshaft präsentierte sich der erste meteorologische Frühjahrsmonat im Holzmindener Oberwesertal. Der Monat startete mit Dauerfrost und einem neuen negativen Tagesrekord bei den Maxima. Nach einem deutlichen Temperaturanstieg, der seinen Höhepunkt zu Beginn der zweiten Dekade erreichte, kehrte der Winter ab Monatsmitte mit Schnee, Eis und erneutem Dauerfrost noch einmal zurück. Am 17. wurde mit -2,5 °C sogar ein neuer negativer Dekadenrekord bei den Höchstwerten aufgestellt, im üblichen Tmax-Auswertungszeitraum zwischen 06 und 18 Uhr UTC ging es sogar nicht über -3,4 °C hinaus.
Im Verlauf der dritten Dekade pendelten sich die Temperaturen dann im Bereich der langjährigen Mittelwerte ein, so dass der März 2018 letztlich deutlich weniger kalt bilanziert als der 2013er, der mit nur 0,3 °C als zweitkältester nach 1987 in die Messreihe seit 1935 eingegangen war.
Dennoch liegt der viertkälteste März der letzten 30 Jahre hinter uns, außer 2013 war es in diesem Zeitraum nur 1996 und 2006 noch kälter. Besonders markant ist der Unterschied zum sehr milden Vorjahresmärz, der noch fast 5 Grad wärmer war.

Mit einer Monatsmitteltemperatur von 3,1 °C wurde das Mittel der Jahre 1981-2010 um 1,8 K verfehlt, damit war es im Vergleich zu diesem 30-Jahreszeitraum der zweite deutlich zu kalte Monat in Folge, so dass der Überschuss des sehr milden Januars bereits aufgezehrt ist, mehr noch: Das erste Quartal 2018 schließt um 0,5 K kälter ab als im Mittel von 1981-2010 und sogar um fast 1 Grad (-0,93 K) unter dem Mittel der vergangenen 30 Jahre (1988-2017). Der Januar 2018 war damit der wärmste Monat im Zeitraum Dezember bis März.

Zwar nicht ganz so niedrig wie im Februar, aber immer noch deutlich unter den langjährigen Klimawerten lag die Niederschlagssumme: Mit 42,0 mm wurden nur 57,7% des Mittels der Jahre 1981-2010 erreicht, wobei die Anzahl der Niederschlagstage von 21 sogar leicht überdurchschnittlich war, die Tagesmengen aber meist nur gering ausfielen – die höchste 24-Stunden-Summe am 12.03. nahm sich mit 6,6 mm auch recht bescheiden aus.
Im laufenden Jahrzehnt waren bisher fast alle Märzen mehr oder weniger deutlich trockener als im Mittel, nur 2015 gab es eine positive Abweichung.

Die Sonne zeigte sich mit rund 126 Stunden nicht nur häufiger als im langjährigen Mittel (+21,6%), sie schien sogar länger als in weiten Teilen des Landes – ein für unsere Region ungewöhnlicher Vorgang. In Hameln wurden sogar knapp 133 Stunden gemessen.
Anders als im Vorjahr reichte es aber nicht für eine längere Schönwetterperiode: 2017 gab es zwischen dem 24. und 28.03. gleich fünf sonnenscheinreiche Tage (>= 10 h) am Stück, in diesem Jahr waren es nur zwei im gesamten Monat. Und an immerhin neun Tagen war es trüb, an sechs davon zeigte sich die Sonne gar nicht.
Der extrem trübe Jahresauftakt im Januar konnte dank der beiden nachfolgenden Monate deutlich überkompensiert werden, das erste Quartal brachte sogar rund 38 Stunden oder 17% mehr als im 30jährigen Durchschnitt.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, ID 2323, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – März 2018:

Monatsmitteltemperatur: 3,1 °C
(-2,2 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, -1,8 K vs. 1981-2010, -0,9 K vs. 1961-1990, -1,3 K vs. Gesamtreihe 1935-2018)
Höchstes Tagesmittel 11,6 °C am 11.03.
Tiefstes Tagesmittel: -6,5 °C am 01.+02.03.
Tmax-Mittel: 7,9 °C
Tmax: 17,9 °C am 11.03.
Tmin-Mittel: -1,3 °C
Tmin: -10,6°C am 02.03.
Tmin-Mittel 5 cm: -3,0 °C
Tmin 5 cm: -11,6 °C am 02.03.
Frosttage: 18
Eistage: 5 -mehr als im met. Winter 2018 (4) –
Tage mit Bodenfrost: 20
Kältesumme: 27,0
Besonderes Vorkommnis: Negativer Tmax-Dekadenrekord am 17.03. mit -2,5 °C (06-18 UTC sogar -3,4 °C)

RR: 42,0 mm (57,7% vom Mittel 1981-2010, 73,8% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 6,6 mm am 12.03.
Tage mit messbarem Niederschlag: 21
Trockene Tage: 10
Schneedeckentage: 3
Max. Gesamtschneehöhe: 3 cm am 17.03.
Dazu 5 Tage mit Schneeflecken

SSD: 125,6 h (121,6% vom Mittel 1981-2010, 125,5% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 11,2 h am 19.03.
Sonnenscheinreiche Tage >= 10 h: 2
Trübe Tage <= 1 h: 9
Davon ohne Sonnenschein: 6

März_2018_TTMärz_2018_RR+SSD

März_TagesmittelvergleichMärz 1935-2018 RRMärz 1935-2018 Temp

 

Erster Besuch des Frühlings

Gerade erst eine Woche ist der letzte Dauerfrosttag zum Abschluss der Kälteperiode her, die der Region sieben Eistage am Stück bescherte. Heute nun wurde erstmals in diesem Jahr die 15-Grad-Marke am frühen Nachmittag überschritten, dazu verlief der Tag nach stark bewölktem Start seit den Vormittagsstunden deutlich freundlicher als erwartet. Wärmer war es zuletzt am 26. Oktober vergangenen Jahres mit 16,2 °C an der DWD-Station in Bevern.
Morgen wird es voraussichtlich noch etwas wärmer, dann sind bis zu 17, wenn sich die Sonne wieder für längere Zeit zeigen kann auch bis 18 Grad drin.  Auch der Start in die neue Woche verläuft trotz leichten Temperaturrückgangs noch mild mit um die 14 Grad Höchsttemperatur, allerdings auch viel Gewölk und wenig Sonnenschein. Anschließend überquert uns dann aber eine Kaltfront, hinter der die Werte am Dienstag dann nur noch rund acht Grad erreichen.  Der Mittwoch verläuft wohl ähnlich, bevor es am Donnerstag wieder etwas wärmer wird. Am kommenden Wochenende ist dann sowohl eine Fordauer der recht milden Witterung als auch ein erneuter Kaltlufteinbruch aus Nordost möglich – oder eben etwas dazwischen.

Winterbilanz 2018 im Oberwesertal

Der Winter 2017/18 schloss in Bevern mit einer Mitteltemperatur von 2,5 °C ab und war damit um 0,7 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010. Gegenüber dem Mittel der jüngsten 30 Jahre ab 1988 war die positive Abweichung mit nur 0,1 Grad marginal – im Kontext der aktuellen Klimaphase ist der Winter also als völlig durchschnittlich einzustufen. Die Zahl der Frosttage blieb mit 34 aber ebenso unterdurchschnittlich wie die der Eistage mit vier, im 30-Jahresmittel sind es 46 bzw. 14. Die Kältesumme lag mit 49 deutlich unter dem Mittel von 102 und ist eine Kennziffer für einen trotz des kalten Februars insgesamt milden Winter. Der Tiefstwert wurde am Morgen des vorletzten Februartages mit –14,4 Grad gemessen, am wärmsten war es zu Silvester mit 12,9 °C.
In der Gesamtreihe Holzminden/Bevern ab 1935 waren von 84 Wintern 24 wärmer, 59 kälter und einer (1999) lag exakt auf dem Wert des Jahrgangs 2018.

Trotz des sehr sonnigen Februars geht der Winter als etwas zu trüb in die Statistik ein: Mit rund 139 Stunden wurde das Klimamittel um 5% verfehlt. Ein völlig unerwartetes Defizit bescherte der trockene Februar der Niederschlagsbilanz, die in Bevern mit 193,2 mm sogar 13% unter dem langjährigen Durchschnitt blieb. Da es sich zumeist um Regen handelte, blieb die Anzahl der Schneedeckentage mit nur acht erneut deutlich unter dem Mittel von 21 Tagen – im Wesertal war es damit der fünfte schneearme Winter in Folge und in Bevern genügten bereits 4 cm am 21.01. zum Prädikat „höchste Schneedecke des Winters“.
Hervorstechendes Ereignis war jedoch abseits der genannten Parameter Orkan Friederike am 18.01.2018: Weiterlesen

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, ID 2323, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – Winter 2018:

Wintermitteltemperatur: 2,5 °C
Maximummittel: 5,1 °C
Minimummittel: -0,1 °C
Minimummittel 5 cm: -1,7 °C
Maximum: 12,9 °C am 31.12.2017
Niedrigstes Maximum: -6,5 °C am 28.02.2018
Minimum: -14,4 °C am 28.02.2018
Höchstes Minimum: 8,5°C am 24.12.2017
Minimum 5 cm: -19,2 °C am 28.02.2018
Höchstes Tagesmittel: 10,9°C am 31.12.2017
Niedrigstes Tagesmittel: -9,0 °C am 28.02.2018
Eistage: 4
Frosttage: 34
Bodenfrosttage: 51
Kältesumme: 49,0

Niederschlagssumme: 193,2 mm
Höchste Tagessumme (06:50 Uhr bis 06:50 Uhr MEZ Folgetag): 13,9 mm am 03.01.2018
Tage mit messbarem Niederschlag: 56
Tage ohne Niederschlag: 34
Schneedeckentage: 8
Max. Gesamtschneehöhe: 4 cm am 21.01.2018
Tage mit Schneeflecken: 12

Sonnenscheindauer (interpoliert): 138,6 Stunden
Maximum: 9,3 Stunden am 23.02.2018
Sonnenscheinreiche Tage (Dezember >= 6 h, Januar >= 7 h, Februar >= 8 h): 4
Trübe Tage (<= 1 h): 58
davon ohne Sonnenschein: 36

Wintertabelle_kurzWintertemperaturreihe_1935-2018RR-Reihe_1935-2018SHK-Reihe_1952-2018

 

 

 

 

Der Februar 2018 im Oberwesertal: Sonnig, trocken und kalt

Der dritte meteorologische Wintermonat war frostig, am Ende sogar eisig mit Dauerfrost, dazu sehr trocken und – man muss es ausdrücklich hervorheben – auch sehr sonnig. Die Winterbilanz wurde dadurch zwar nicht mehr auf den Kopf gestellt, aber doch ein ganzes Stück relativiert. Nur an der Schneearmut in den Niederungen änderte auch der Februar kaum noch etwas.

Die Monatsmitteltemperatur an der DWD-Station in Bevern lag mit -1,2 °C um 3,0 Grad unter dem Mittel der Periode 1981-2010, damit war es der kälteste Februar der letzten 20 und der drittkälteste der letzten 30 Jahre. Aufgrund der enormen Schwankungsbreite des Februars kann man im längerfristigen Vergleich dennoch nicht von einem außergewöhnlich kalten Monat sprechen. Der Februar 1986 zum Beispiel brachte es auf eisige –6,2 °C und der Kälterekord der Messreihe Holzminden/Bevern aus dem Jahr 1956 liegt sogar bei –9,4 °C.

War in den letzten Monaten die geringe Zahl von Tagen mit Frost ein regelmäßiges Thema, so wendete der Februar auch in dieser Kategorie das Blatt: An 25 Tagen fiel die Temperatur in Bevern unter den Gefrierpunkt, nur viermal wurden seit 1951 noch mehr Frosttage registriert.

Erstmals seit dem vergangenen Mai blieb die Niederschlagssumme wieder deutlich unter den langjährigen Werten. In Bevern fielen mit 10,5 mm nur 17% des Mittels der Jahre 1981-2010, erst dreimal war ein Februar seit Messbeginn in Holzminden 1935 noch trockener geblieben, zuletzt 1982. An fünf Tagen lag eine sehr dünne Schneedecke von 1-2 cm „Höhe“, dazu kommen noch einige Tage mit Schneeflecken.

Berichtet werden soll natürlich auch über das Wiederauftauchen des Sonnenscheins in der Region: Zunächst nur zaghaft, ab etwa Monatsmitte dann sogar vereinzelt ungetrübt zeigte sich die Sonne erstmals seit Mitte Oktober (!) wieder für längere Zeit am Himmel. Allein die vier Tage vom 20. bis 23.02. brachten mehr Sonnenschein als die Monate Dezember und Januar zusammen, der gesamte Monat lag mit 108 Stunden um 59% über dem 30jährigen Mittel von 1981-2010 – noch länger schien die Sonne im Februar nur dreimal seit 1951, zuletzt 2003.

Das eisige Monatsende brachte dann doch noch vier Dauerfrosttage, nachdem der Winter bis dahin ohne Eistag geblieben war. Besonders kalt war es am 28. mit einem Höchstwert von nur –6,5 °C – zugleich neuer Tagesrekord in Sachen tiefstes Maximum in der Messreihe Holzminden/Bevern. Die letzten Dauerfrosttage Ende Februar gab es übrigens zuletzt 1986. Der zeitweise stark böig auffrischende Nordost- und Ostwind sorgte dafür, dass die gefühlten Temperaturen noch ein ganzes Stück unter den gemessenen lagen. In den letzten beiden Nächten des Monats wurde es klirrend kalt, in Bevern sanken die Werte am 27. in 2 m Höhe auf -14,4 °C und in 5 cm über dem Erdboden auf –19,2 °C, so tief wie seit Anfang Februar 2012 nicht mehr.

Daten der Station Bevern (Betreiber: DWD, 110 m über NN, ID 2323, Datenbasis: DWD, teilweise bearbeitet, Sonnenscheinwerte interpoliert) – Februar 2018:

Monatsmitteltemperatur: -1,2 °C
(-3,6 K vs. gleitendes 30-Jahres-Mittel, -3,0 K vs. 1981-2010, -2,6 K vs. 1961-1990, -2,7 K vs. Gesamtreihe 1935-2018)
Höchstes Tagesmittel 3,4 °C am 01.02.
Tiefstes Tagesmittel: -9,0 °C am 28.02.
Tmax-Mittel: 2,3 °C
Tmax: 7,1 °C am 16.02. 
Tmin-Mittel: -4,6 °C
Tmin: -14,4°C am 27.02.
Tmin-Mittel 5 cm: -6,8 °C
Tmin 5 cm: -19,2 °C am 27.02.
Frosttage: 25
Eistage: 4
Tage mit Bodenfrost: 26
Kältesumme: 49,0

RR: 10,5 mm (17,5% vom Mittel 1981-2010, 21,7% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 3,5 mm am 02.02.
Tage mit messbarem Niederschlag: 10
Trockene Tage: 18
Schneedeckentage: 5
Max. Gesamtschneehöhe: 2 cm am 05.+27.02.
Dazu 8 Tage mit Schneeflecken

SSD: 108,1 h (158,7% vom Mittel 1981-2010, 168,9% vom Mittel 1961-1990)
Maximum: 9,3 h am 23.02.

Sonnenscheinreiche Tage >= 8h: 4
Trübe Tage <= 1h: 7
Davon ohne Sonnenschein: 4

Februar 2018_TTFebruar 2018_RR+SSD

Februar 1935-2018 TempFebruar 1935-2018 RR